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    Wendigkeit trainieren: Richtungswechsel üben

    Mit dem Kompass-Dribbling trainierst du Wendigkeit und schnelle Richtungswechsel spielnah und anfängerfreundlich. Die Kinder verbessern Ballführung, Reaktion und den explosiven Antritt nach dem Haken.

    Tobias Brenner
    18. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    4 Min.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Kompass-Dribbling – Wendigkeit durch Richtungswechsel

    Ziel: Kinder trainieren Wendigkeit, schnelle Richtungswechsel und saubere Ballführung unter leichter Entscheidungsbelastung. Die Übung ist bewusst beginner-freundlich: klare Laufwege, kurze Aktionen, viele Wiederholungen. Gleichzeitig lernen die Kinder, den Ball eng am Fuß zu führen und nach dem Richtungswechsel sofort zu beschleunigen. Warum ist das wichtig? Im Spiel entstehen freie Räume oft genau in dem Moment, in dem ein Gegner „vorbeischiebt“ – ein schneller Haken oder ein kurzer Stop-and-Go kann den Unterschied machen.

    Tipp: Wenn du zusätzlich spielerische Athletik ohne monotones Laufen suchst, passt der Ansatz gut zu unserem Beitrag Athletik ohne Laufen: 8 Spiele (U7–U13).

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • Hütchen/Markierungsteller (für Quadrat und „Kompass“-Punkte)
    • Bälle (mindestens 1 Ball pro 2 Kinder, ideal 1 Ball pro Kind)

    Spieleranzahl

    • Min: 2
    • Max: 12 (danach lieber 2 Felder aufbauen)

    Dauer

    • 15–20 Minuten (als Hauptteil oder intensives Technik-/Koordinationsmodul)

    Aufbau

    • Markiere ein Quadrat von ca. 12 x 12 m.
    • Setze in die Mitte ein kleines „Zentrum“ (1 Hütchen).
    • Setze an jede Seite des Quadrats mittig einen „Kompass-Punkt“ (Nord, Süd, Ost, West) – ebenfalls je 1 Hütchen.
    • Optional: Für mehr Struktur pro Kompass-Punkt ein Start-Hütchen 2–3 m davor, damit die Kinder nicht zusammenstoßen.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Einrollen & Orientierung (1–2 Minuten):

      • Jedes Kind dribbelt frei im Quadrat.
      • Aufgabe: Ball nah am Fuß, viele kleine Kontakte.
    2. Kompass-Kommandos ohne Gegnerdruck (4–6 Minuten):

      • Alle Kinder dribbeln im Feld.
      • Du rufst Richtungen: „Nord!“, „Süd!“, „Ost!“, „West!“
      • Die Kinder dribbeln schnell zum passenden Kompass-Punkt, tippen das Hütchen an und dribbeln wieder zurück ins Feld.
    3. Richtungswechsel-Techniken festlegen (5–6 Minuten):

      • Jetzt gilt: Jeder Richtungswechsel muss mit einer Technik ausgeführt werden.
      • Beispiele (einfach erklären und vormachen):
        • Innenrist-Haken (Ball nach innen ziehen/legen)
        • Außenrist-Haken (Ball außen vorbeilegen)
        • Stop-and-Go (Ball stoppen, explosiv wegstarten)
      • Du rufst z. B.: „Nord – Innenrist!“ oder „West – Stop-and-Go!“
    4. Reaktionsphase: Farb- oder Zahlensignal (4–6 Minuten):

      • Nummeriere die Kompass-Punkte (1–4) oder nutze farbige Hütchen.
      • Die Kinder dribbeln im Feld, heben regelmäßig den Kopf.
      • Auf dein Signal (Zahl/Farbe) erfolgt der schnelle Richtungswechsel und Sprint zum Ziel.
    5. Kurzer Abschluss mit Tororientierung (optional 3–5 Minuten):

      • Stelle 1 kleines Tor (oder 2 Hütchen) an eine Seite.
      • Nach dem Kompass-Signal dribbeln die Kinder zum Punkt und beschleunigen Richtung Torlinie (ohne Schuss) – Fokus: erster Kontakt nach dem Richtungswechsel.
      • Wenn du den Übergang zum Abschluss suchst, schau dir auch Torschuss aus der Bewegung an.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U8 (sehr leicht)

    • Nur 2 Richtungen (z. B. Nord/Süd) statt vier.
    • Nur eine Technik: Innenrist-Haken.
    • Mehr Platz: 14 x 14 m, damit die Kinder nicht kollidieren.

    U9–U10 (leicht bis mittel)

    • Vier Richtungen, zusätzlich Technikwechsel (Innenrist/Außenrist/Stop-and-Go).
    • „Bonus-Regel“: Nach dem Antippen des Hütchens muss ein 2-m-Sprint folgen.

    U11–U13 (anspruchsvoller)

    • Entscheidungstraining: Du zeigst mit der Hand erst „Nord“, dann sofort „Ost“ – die Kinder müssen umdenken.
    • Zonen-Druck: Im Zentrum (um das Mittelhütchen) gilt „max. 2 Kontakte“, außerhalb frei.
    • Optional: 1–2 „Störer“ ohne Ball, die nur Wege zustellen (kein Tackling) – so wird das Dribbling spielnäher.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • Kopf hoch: Kinder sollen vor dem Signal und vor dem Richtungswechsel kurz scannen. Frag ruhig: „Hast du den freien Weg gesehen?“
    • Ball nah am Fuß: Besonders vor dem Haken/Stop – sonst wird der Richtungswechsel groß und langsam.
    • Tiefer Körperschwerpunkt: Knie leicht beugen, Oberkörper stabil – so klappt die schnelle Drehung.
    • Explosiver erster Schritt: Nach dem Richtungswechsel sofort beschleunigen, nicht „ausrollen“.

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Zu große Kontakte → Feld minimal verkleinern oder „Mini-Kontakt-Challenge“: 5 Sekunden nur kleine Kontakte.
    • Kinder laufen zusammen → klare Laufregeln: „Zum Hütchen hin außen vorbei, zurück innen“ oder zwei Gruppen in getrennten Feldern.
    • Techniken werden schlampig → kurze Demo, dann nur 60–90 Sekunden pro Technik, dafür sauber.

    Mini-Check: Woran erkennst du Fortschritt?

    • Richtungswechsel wird kürzer (weniger Bogen).
    • Der Ball bleibt kontrolliert (keine 2–3 m vorgelegt).
    • Nach dem Haken folgt ein sichtbarer Antritt.

    Häufig gestellte Fragen

    Wendigkeit trainieren
    Richtungswechsel üben
    Dribbling Kinderfußball
    Koordination Fußball
    Antritt nach Richtungswechsel