Altersklassen & Spielbetrieb

    Ab wann spielen Kinder auf dem Großfeld? Der Wechsel von der D- in die C-Jugend (9 gegen 9 auf 11 gegen 11): was sich ändert und wie Trainer und Eltern den Übergang vorbereiten

    Ab der C-Jugend spielen Kinder regulär 11 gegen 11 auf dem Großfeld. Der Ratgeber zeigt die Unterschiede zur D-Jugend und erklärt, wie Trainer und Eltern den Übergang vorbereiten können.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 20 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Samstagmorgen, kurz vor dem ersten Testspiel der neuen C-Jugend. Das Tor wirkt plötzlich riesig, die Außenlinie liegt gefühlt eine halbe Ewigkeit entfernt – und aus neun werden elf Spieler. Für viele Kinder ist der Wechsel von der D- in die C-Jugend der größte Sprung ihrer bisherigen Fußballzeit.

    Ab wann wird Großfeld im Fußball gespielt? Die kurze Antwort lautet: In der Regel ab der C-Jugend, also in der U14 und U15. Doch der Übergang beginnt oft früher und hängt teilweise vom zuständigen Landesverband ab.

    Kurzantwort: Ab der C-Jugend geht es aufs Großfeld

    Nach § 8a der DFB-Jugendordnung ist das 11 gegen 11 auf dem Normalspielfeld ab der C-Jugend zulässig – in der D-Jugend wird dagegen verbindlich auf einem verkleinerten Spielfeld gespielt. In der Praxis ist das 11 gegen 11 in der C-Jugend die übliche Spielform. C-Junioren und C-Juniorinnen gehören zur U14 beziehungsweise U15.

    Für die Einteilung gilt nach § 5 der DFB-Jugendordnung, Stand 21. August 2026, der 1. Januar als Stichtag. Zur C-Jugend zählen Kinder, die im Kalenderjahr, in dem die Saison beginnt, das 13. oder 14. Lebensjahr vollenden oder bereits vollendet haben. In der D-Jugend sind es entsprechend das 11. oder 12. Lebensjahr. Welche Geburtsjahrgänge das in der aktuellen Saison konkret sind, zeigen die Jahrgangstabellen zum C-Jugend-Alter und zum D-Jugend-Alter.

    In Jahren gerechnet heißt das: Beim Wechsel aufs Großfeld sind Kinder meist 12 bis 14 Jahre alt. Für die Saison 2026/27 ergibt die Regel aus § 5 die Jahrgänge 2012 und 2013 für die C-Jugend, die Jahrgänge 2014 und 2015 bleiben in der D-Jugend. Ein Kind des Jahrgangs 2013 kann beim ersten C-Jugend-Spiel im Sommer 2026 also noch 12 sein.

    Der Wechsel ist allerdings kein harter Stichtag. U13-Mannschaften dürfen in genehmigungspflichtigen Sonderspielrunden des Landesverbands bereits auf dem Normalspielfeld antreten, wenn beide Vereine das vereinbaren. Umgekehrt können Landesverbände für die C-Jugend weiterhin kleinere Mannschaftsgrößen anbieten, etwa ein 9 gegen 9.

    Das bedeutet: Die C-Jugend markiert den üblichen Einstieg ins Großfeld. Ob dein Kind tatsächlich sofort 11 gegen 11 spielt, klärst du am besten vor der Saison mit dem Verein oder dem zuständigen Landesverband.

    Der Weg zum Großfeld: von 3 gegen 3 bis 9 gegen 9

    Kinder starten gewöhnlich mit kleinen Spielformen. Bei Bambini sowie in der F- und E-Jugend sorgen kleine Felder und wenige Spieler dafür, dass jedes Kind häufig an den Ball kommt; seit 2024/25 sind diese Spielformen für G, F und E bundesweit verbindlich. In der D-Jugend folgt häufig das 9 gegen 9 auf einem verkleinerten Spielfeld.

    Verbindlich legt die DFB-Jugendordnung für die D-Jugend nur den Rahmen fest: verkleinertes Spielfeld, bis zu neun Spieler, Tore bis 5 × 2 Meter. Welche Spielform gilt, entscheidet der Landesverband. Viele bieten neben dem 9 gegen 9 ein 7 gegen 7 an; in Berlin wird 8 gegen 8 gespielt, in Sachsen 7 gegen 7, in Hamburg im Twin-Modus 6 + 1 bzw. 5 + 1. Der Grund für alle Varianten ist derselbe: Ein direktes 11 gegen 11 würde viele 11- bis 13-Jährige körperlich und spielerisch überfordern.

    Der DFB begründete die Einführung unter anderem mit den altersgerechten Reichweiten: Kinder dieser Altersgruppe können den Ball ungefähr 20 bis 30 Meter weit flanken und aus rund 15 Metern wirksam abschließen. Auf einem kompletten Großfeld wären zahlreiche Aktionen schlicht zu weit vom Tor entfernt.

    Das 9 gegen 9 schafft eine Zwischenstufe:

    • mehr Ballkontakte für jedes Kind,
    • häufigere 1-gegen-1-Situationen,
    • erreichbare Pass- und Schussdistanzen,
    • eine schrittweise Gewöhnung an größere Räume,
    • mehr Beteiligung statt langer Laufwege ohne Ball.

    Die Idee funktioniert in der Praxis besser als ein abrupter Wechsel vom kleinen E-Jugend-Feld auf das Normalspielfeld. Trotzdem bleibt der folgende Schritt groß.

    Was sich beim Wechsel konkret ändert – D-Jugend vs. C-Jugend

    Die Unterschiede betreffen weit mehr als zwei zusätzliche Spieler. Feld, Tore, Ball und Spielzeit wachsen ebenfalls.

    MerkmalD-Jugend, typisches 9 gegen 9C-Jugend, 11 gegen 11
    Spielerzahl9 inklusive Torhüter11 inklusive Torhüter
    Spielfeldvon Strafraum zu Strafraum des Großfelds, etwa 70 × 50 mNormmaß 105 × 68 m; auf Vereinsplätzen im Rahmen der Spielregeln teils abweichend
    Torebis 5 × 2 m7,32 × 2,44 m
    BallGröße 4 oder 5 mit 350 g (DFB-Empfehlung)Größe 5, 410–450 g (Regelball)
    Spielzeit2 × 30 Minuten2 × 35 Minuten
    Strafstoßim FVN-Beispiel 8 m11 m

    Die Maße für alle Altersklassen von den Bambini bis zur A-Jugend findest du gesammelt in der Übersicht Spielfeldgrößen nach Altersklasse.

    Abseits ist keine neue C-Jugend-Regel

    Ein häufiger Irrtum lautet: Erst auf dem Großfeld gibt es Abseits. In den meisten Landesverbänden stimmt das nicht. Im Regelbeispiel des Fußballverbands Niederrhein gelten beim 9er-Fußball der D-Junioren bereits die Abseitsregel und die Rückpassregel. Es gibt aber Ausnahmen, und für Kinder aus diesen Verbänden ist Abseits mit der C-Jugend tatsächlich neu:

    D-Jugend 2026/27Abseits
    Bremen, Hessen, Mittelrhein, Niederrhein, Niedersachsen, Rheinland, Saarland, Schleswig-Holstein, Südbaden, Südwest, Westfalen, Württembergmit Abseits (normale Regel)
    Bayern, Thüringen, Badenim 9 gegen 9 mit, im 7 gegen 7 bzw. auf dem Kleinfeld ohne Abseits
    Berlin, Hamburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommernohne Abseits
    Brandenburgohne Abseits; Ausnahme Südbrandenburg im 9 gegen 9
    Sachsen-AnhaltLandesebene mit 20-m-Abseitslinie, auf Kreisebene uneinheitlich

    Die Regeln deines Verbands im Detail zeigt der Landesverbands-Vergleich. Kinder sollten Abseits also möglichst schon vor dem Großfeldwechsel kennen. Was sich ändert, sind vor allem die Abstände: Eine Abseitslinie lässt sich auf einem 105 Meter langen Feld schwieriger gemeinsam halten als auf dem verkleinerten D-Jugend-Feld.

    Was die neuen Maße für ein Kind bedeuten

    Auf dem Großfeld entstehen längere Wege. Nach einem Ballverlust auf der Außenbahn sind plötzlich 30 oder 40 Meter bis zur eigenen Gefahrenzone zu überbrücken. Gleichzeitig erhält ein einzelner Spieler häufig weniger Ballkontakte, weil sich 22 Kinder den Raum und den Ball teilen.

    Das verändert konkrete Aktionen:

    • Pässe müssen über größere Distanzen ankommen.
    • Die Ballannahme erfolgt häufiger mit mehr Raum vor dem Kind.
    • Außenbahnen werden breiter und länger.
    • Hinter der Abwehr öffnet sich ein größerer Tiefenraum.
    • Der Torwart wird stärker als Anspielstation in den Spielaufbau eingebunden.
    • Nach Ballverlusten müssen mehrere Spieler gemeinsam Räume schließen.

    Gerade für das Verteidigen lohnt sich eine klare Einführung in das Schließen des Zentrums. Kinder verstehen dadurch besser, warum sie auf dem großen Feld nicht jedem Gegenspieler einzeln hinterherlaufen sollten.

    Das Tor wächst am stärksten: Was der Wechsel für Torhüter bedeutet

    Kein Maß verändert sich prozentual so stark wie das Tor: von bis zu 5 × 2 Metern in der D-Jugend auf 7,32 × 2,44 Meter auf dem Großfeld. Für ein zwölf- oder dreizehnjähriges Kind im Tor heißt das, dass die Latte oft außer Reichweite liegt und die Torecken erst mit mehreren Schritten erreichbar sind. Wer das nicht vorbereitet, produziert im ersten Halbjahr viele „Sonntagsschüsse“ – und ein verunsichertes Kind.

    Drei Dinge helfen in der Praxis:

    • Winkel verkürzen statt auf der Linie warten: Der Torhüter lernt, mit Blick auf Ball und Pfosten ein bis zwei Meter vor die Linie zu treten, damit das Tor aus Sicht des Schützen kleiner wird. Die Grundhaltung dafür beschreibt der Ratgeber zur Torwart-Grundstellung.
    • Hohe Bälle realistisch üben: Flanken und Distanzschüsse kommen auf dem Großfeld häufiger und weiter. Fangen und Fausten werden zunächst aus kurzer Distanz trainiert, dann wird der Abstand vergrößert.
    • Abstoß und Abschlag mit Plan: Der lange Abschlag aufs Großfeld ist für viele Kinder noch nicht zuverlässig. Kurze Abstöße auf die Außenverteidiger und Abwürfe bringen den Ball sicherer ins Spiel und passen zum Torwart als Mitspieler, um den es weiter unten geht.

    Sprich mit deinem Torhüter offen darüber, dass Gegentore aus der Distanz in dieser Phase normal sind. Das nimmt Druck und verhindert, dass ein Kind die Position wechselt, nur weil das Tor gewachsen ist.

    Ausnahmen und Landesverbände: Großfeld ist die Regel, nicht die einzige Form

    § 8a der DFB-Jugendordnung erlaubt bei C-Junioren und älteren Altersklassen sowohl das Normalspielfeld als auch verkleinerte Felder. Je nach Wettbewerb können Mannschaften aus mindestens sieben und maximal elf Spielern bestehen.

    Ein konkretes Beispiel liefert der Fußball-Verband Mittelrhein: Dort gibt es Wettbewerbe für 9er-C-Jugend-Mannschaften. Gespielt wird beispielhaft auf ungefähr 95 × 65 Metern, mit 5 × 2 Meter großen Toren, Ballgröße 5 und einer Spielzeit von 2 × 35 Minuten.

    Auch der frühere Einstieg ist möglich. Landesverbände können für talentierte Teams genehmigungspflichtige Sonderspielrunden einrichten; dort dürfen D-Junioren des älteren Jahrgangs, also die U13, nach Vereinbarung beider Vereine bereits auf dem Normalspielfeld spielen.

    Großfeld ab C-Jugend? Ja, als Regelfall. Eine überall identische Umsetzung gibt es aber nicht. Die konkreten Wettbewerbsbestimmungen legt der jeweilige Landesverband fest; wie es in Österreich und der Schweiz geregelt ist, zeigt der nächste Abschnitt.

    Ab wann Großfeld in Österreich und der Schweiz?

    Wer in Österreich oder der Schweiz trainiert, sucht die Antwort nicht in der DFB-Jugendordnung. Die Logik ist ähnlich, die Altersstufen und Begriffe sind es nicht.

    Österreich: Die ÖFB-Vorschriften für den Nachwuchsspielbetrieb (gültig ab 1. Juli 2026) ziehen die Grenze zwischen Kinder- und Jugendfußball bei der U13. Bis zur U12 wird im 7er-Fußball gespielt, die U13 spielt im 9er-Fußball mit acht Feldspielern und einem Torhüter auf einem Spielfeld von 75 × 55 Metern und in drei Dritteln zu je 25 Minuten. Ab der U14 gilt die Vollform mit zehn Feldspielern und einem Torhüter, die Spieldauer beträgt in U14 und U15 zweimal 40 Minuten. Die Landesverbände dürfen die U14 aber weiterhin im 9er-Fußball austragen, und seit dem 1. Juli 2025 können sie mit dem ÖFB-FLEX-Modell für U14 bis U19 Bewerbe ausschreiben, in denen Vereine ihre Mannschaft wahlweise im 7er-, 9er- oder 11er-Fußball melden. Beim Ball gilt für U13 und U14 die Größe 4, empfohlen wird ein Größe-5-Leichtball bis 350 Gramm; ab U15 ist Größe 5 vorgeschrieben. Stichtag ist wie in Deutschland der 1. Jänner. Mädchen dürfen in reinen Mädchenteams mit einem um zwei Jahre, in gemischten U13- und U14-Mannschaften mit einem um ein Jahr hinuntergesetzten Stichtag in den Knabenbewerben spielen.

    Schweiz: Der Schweizerische Fussballverband hat seine Juniorenkategorien neu geordnet. Dabei wurde die D-Stufe in D-7 (7er-Fussball, 11- bis 12-jährig) und D-9 (9er-Fussball, 12- bis 13-jährig) geteilt, damit der Übergang vom 6 gegen 6 der E-Kategorie über 7 gegen 7 und 9 gegen 9 zum 11 gegen 11 in Stufen verläuft. Das D-9 läuft auf 68 × 52 Metern mit 5 × 2 Meter großen Toren, Ballgröße 4 und 4 × 20 Minuten. Aufs Großfeld geht es mit der Kategorie C (14- bis 15-jährig): Laut den SFV-Ausführungsbestimmungen 2026/27 spielen C, B und A 11 gegen 11 auf rund 100 × 64 Metern, mit 7,32-Meter-Toren, Ballgröße 5 und 2 × 45 Minuten – die Schweizer C-Junioren spielen also schon so lange wie Erwachsene, anders als die deutsche C-Jugend mit 2 × 35 Minuten. Ab C gilt auch das Abseits nach den offiziellen Spielregeln; in D-7 und D-9 gibt es Abseits ab der Mittellinie. In der Saison 2026/27 gehören die Jahrgänge 2011 und 2012 regulär zur Kategorie C.

    Für den Trainingsalltag ändert das wenig: Die Vorbereitung, um die es unten geht, funktioniert unabhängig davon, ob der Sprung mit 12, 13 oder 14 Jahren kommt.

    Warum der Sprung so groß ist: Distanzen, Räume, Pubertät

    Das 9 gegen 9 wurde bewusst als Brücke entwickelt. Dennoch ist der Wechsel zum Normalspielfeld der größte räumliche Sprung im Jugendfußball. Aus einem Feld von häufig etwa 70 × 50 Metern wird ein Platz mit regulär 105 × 68 Metern.

    Abb. 1 · Vom D- aufs Großfeld: Das typische D-Jugend-Feld von etwa 70 × 50 m (gestrichelt, Tore bis 5 × 2 m) im Normalspielfeld mit 105 × 68 m und 7,32-m-Toren, beide im gleichen Maßstab — rundherum liegen die Räume auf den Außenbahnen und hinter der Abwehr, die im 11 gegen 11 neu dazukommen.

    Auf den Außenbahnen und hinter der gegnerischen Abwehr entstehen neue Räume. Ein Querpass kann die komplette Spielrichtung verändern. Wie Kinder freie Bereiche auf der ballfernen Seite erkennen, zeigt der Ratgeber zur Spielverlagerung.

    Parallel beginnt oder verstärkt sich bei vielen Kindern die Pubertät. Innerhalb eines einzigen Jahrgangs können die körperlichen Unterschiede erheblich sein: Ein Spieler ist bereits kräftig und schnell, ein anderer wächst erst einige Monate später.

    Klassischer Trainerfehler ist, jetzt fast ausschließlich auf körperlich starke Kinder zu setzen. Die Physis gewinnt zwar an Gewicht. Technisch gute, körperlich später entwickelte Spieler brauchen aber weiterhin Einsatzzeit, Vertrauen und passende Aufgaben. Der DFB spricht in dieser Altersklasse ausdrücklich von einem besonderen Fingerspitzengefühl.

    Leistungsschwankungen sind normal. Punkt.

    So bereitest du dein Team auf das 11 gegen 11 vor

    Die Umstellung sollte nicht erst in der ersten Trainingswoche der C-Jugend beginnen. Sinnvoll ist, das zweite D-Jugend-Jahr als Vorbereitungsphase zu nutzen. Dabei geht es nicht darum, zwölf Monate lang Erwachsenenfußball zu imitieren. Kinder brauchen weiterhin viele Ballaktionen und kleine Spielformen.

    Technik mit größeren Abständen trainieren

    Passen, Dribbeln sowie An- und Mitnehmen bleiben die Basis. Vergrößere im Training schrittweise die Entfernungen:

    • Passdreiecke zunächst über 10 bis 12 Meter, später über 15 bis 20 Meter,
    • Ballannahmen nach längeren Flachpässen,
    • Dribblings mit Tempowechsel über 20 bis 30 Meter,
    • Torabschlüsse nach einem längeren Zuspiel,
    • Flugbälle nur so weit, wie sie technisch sauber ausgeführt werden können.

    Mehr Distanz darf nicht zu unsauberen Bewegungen führen. Werden Pässe nur noch mit maximaler Kraft geschlagen, ist der Abstand zu groß.

    Ausdauer durch Fußball entwickeln

    Endlose Runden um den Platz bereiten Kinder kaum auf typische Spielsituationen vor. Die fußballspezifische Ausdauer entsteht besser durch häufiges Spielen und durch eine schrittweise Gewöhnung an größere Wege.

    Nutze Trainingsspiele mit vielen Spielern auf einem möglichst großen Feld. Geht ein Ball ins Aus, spielst du sofort einen neuen ein. So entstehen längere aktive Phasen ohne unnötige Unterbrechungen.

    Als Gegengewicht bleiben enge Felder im Programm. Dort müssen Kinder unter Zeit- und Gegnerdruck schnell entscheiden. Eine mögliche 90-Minuten-Einheit in der typischen deutschen Vereinsrealität kann so aussehen:

    • 15 Minuten: Aufwärmen mit Ball,
    • 20 Minuten: Pass- und Ballannahmeformen mit größeren Abständen,
    • 20 Minuten: kleine Spiele in engen Räumen,
    • 25 Minuten: Spiel mit vielen Spielern auf großem Feld,
    • 10 Minuten: freies Abschlussspiel oder ruhiger Ausklang.

    Gruppentaktik statt komplizierter Theorie

    Kinder müssen lernen, gemeinsam zu verteidigen. Das Doppeln – zwei Verteidiger setzen einen ballführenden Gegner abgestimmt unter Druck – gehört zu den Grundlagen. Ebenso brauchen sie Orientierung bei Positionszuordnung, Raumaufteilung und Kombinationsspiel.

    Trainiere solche Abläufe möglichst in den Räumen, in denen sie später auftreten: Doppeln an der Seitenlinie, Absichern vor dem Strafraum oder ein Zusammenspiel auf der Außenbahn. Lange Vorträge an der Taktiktafel helfen weniger als konkrete Spielszenen.

    Das Spielsystem sollte zunächst einfach und verständlich bleiben. Ausführliche Varianten findest du auf der kuratierten Seite zu Spielsystemen in der C-Jugend. Wie Pressing und Spielaufbau in der U14/U15 mit einfachen Spielformen eingeführt werden, zeigt der Praxisartikel C-Jugend-Training: Pressing und Spielaufbau.

    Den Torwart als Mitspieler einbinden

    Auf dem Großfeld wird der Torwart zur zusätzlichen Anspielstation. Er muss Rückpässe verarbeiten, freie Mitspieler erkennen und größere Räume hinter der Abwehr absichern.

    Baue ihn deshalb in Passformen und Trainingsspiele ein. Statt nach jedem Abschluss neu am Mittelkreis zu beginnen, kann der nächste Angriff beim Torwart starten. So übt die Mannschaft den Aufbau unter realistischem Druck.

    Testspiele frühzeitig planen

    Mindestens einige Trainings- und Testspiele im 11 gegen 11 helfen, bevor Pflichtspiele beginnen. Dabei sollten zunächst Orientierung und Raumgefühl im Vordergrund stehen, nicht das Ergebnis.

    Nach dem Test kannst du drei einfache Fragen stellen:

    • Wo waren die Wege ungewohnt lang?
    • In welchen Räumen hatten wir Platz?
    • Wann war der Torwart eine gute Anspielstation?

    Klingt simpel? Genau deshalb verstehen Kinder die Fragen.

    Was Eltern wissen sollten

    Ob dein Kind im Sommer schon in die C-Jugend wechselt, entscheidet allein sein Geburtsjahrgang. Welche Jahrgänge in der aktuellen Saison zur U14 und U15 gehören, zeigt der Beitrag C-Jugend Alter: alle Jahrgänge.

    Mit dem Wechsel in die C-Jugend dauert ein Spiel 2 × 35 Minuten. Die Belastung steigt durch längere Wege und größere Räume. Gleichzeitig verändern sich Aufgaben auf dem Platz. Ein Kind, das in der D-Jugend ständig am Ball war, kann im 11 gegen 11 zunächst weniger auffallen.

    Geduld hilft mehr als Anweisungen vom Spielfeldrand. Besonders in der Pubertät schwanken Kraft, Koordination, Selbstvertrauen und Konzentration. Ein schwächeres Spiel ist kein Beleg dafür, dass ein Kind den Anschluss verliert.

    Auch die Einsatzzeiten können sich verändern. Bei einem größeren Kader und elf Startplätzen hängt die Spielzeit von den jeweiligen Wechsel- und Wettbewerbsregeln ab. Sprich offene Fragen ruhig mit dem Trainerteam ab, ohne dein Kind nach jedem Spiel unter Leistungsdruck zu setzen.

    Für das Training zu Hause kann ein Ball der Größe 5 sinnvoll sein. Prüfe auch, ob die vorhandenen Fußballschuhe zum Untergrund passen. Neue Schuhe sollten vor dem ersten Pflichtspiel einige Trainingseinheiten lang eingelaufen werden.

    Checkliste für den Saisonstart in der C-Jugend

    Mit dieser Liste kannst du den Übergang strukturiert vorbereiten:

    • Großfeld kennenlernen: Linien, Abstände, Strafraum und Außenbahnen gemeinsam abgehen.
    • Ballgröße umstellen: rechtzeitig mit Größe 5 trainieren.
    • Testspiele vereinbaren: 11 gegen 11 bereits vor dem ersten Pflichtspiel einsetzen.
    • Technik anpassen: Pässe und Ballannahmen über größere Distanzen üben.
    • Enge Spielformen behalten: Zeit- und Gegnerdruck weiterhin regelmäßig erzeugen.
    • Ausdauer spielerisch entwickeln: große Trainingsspiele statt isolierter Dauerläufe.
    • Torwart-Rolle klären: Rückpass, Spielaufbau und Raum hinter der Abwehr trainieren.
    • Defensivverhalten schulen: Doppeln, Absichern und gemeinsames Verschieben üben.
    • Spielidee einfach halten: wenige klare Aufgaben statt komplexer Formationen.
    • Elternabend durchführen: Spielzeit, Belastung, Kadergröße und Erwartungen erklären.
    • Verbandsregeln prüfen: klären, ob 11 gegen 11, 9 gegen 9 oder eine Übergangsform angesetzt ist.

    Unterm Strich: Früh vorbereiten, behutsam umstellen

    Auf die Frage „Ab wann Großfeld im Fußball?“ lautet die verlässliche Orientierung: Ab der C-Jugend, also U14/U15, wird regulär 11 gegen 11 auf dem Normalspielfeld gespielt. U13-Sonderspielrunden und 9er-Angebote für C-Junioren machen den Übergang jedoch flexibel.

    Trainer sollten die Umstellung bereits im zweiten D-Jugend-Jahr vorbereiten: mit größeren Passabständen, Testspielen, gruppentaktischen Aufgaben und einer aktiven Torwartrolle. Eltern helfen am meisten durch Geduld und realistische Erwartungen. So wird aus dem riesigen Platz Schritt für Schritt ein vertrautes Spielfeld.

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    Häufig gestellte Fragen

    Regulär beginnt das 11 gegen 11 auf dem Normalspielfeld mit der C-Jugend, also in der U14 und U15. Nach § 5 der DFB-Jugendordnung gehören dazu Kinder, die im Kalenderjahr des Saisonbeginns das 13. oder 14. Lebensjahr vollenden oder bereits vollendet haben. U13-Teams dürfen in genehmigungspflichtigen Sonderspielrunden des Landesverbands nach Vereinbarung beider Vereine schon früher auf dem Normalspielfeld antreten.

    In Deutschland sind Kinder beim Wechsel in die C-Jugend meist 12 bis 14 Jahre alt. Maßgeblich ist nach § 5 der DFB-Jugendordnung der 1. Januar als Stichtag: Wer im Kalenderjahr des Saisonbeginns 13 oder 14 wird, gehört zur C-Jugend. Für die Saison 2026/27 sind das die Jahrgänge 2012 und 2013. Ein Kind des jüngeren Jahrgangs kann beim ersten C-Jugend-Spiel im Sommer also noch 12 sein.

    In den meisten Landesverbänden ja: Im 9 gegen 9 der D-Junioren gilt in der Regel die normale Abseitsregel, beim Fußballverband Niederrhein zum Beispiel zusammen mit der Rückpassregel. Ohne Abseits spielt die D-Jugend 2026/27 dagegen in Berlin, Hamburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und weitgehend in Brandenburg, in Bayern, Baden und Thüringen zudem in den 7er- bzw. Kleinfeldformen. Für Kinder aus diesen Verbänden ist Abseits mit der C-Jugend tatsächlich neu.

    Das Normmaß des Normalspielfelds beträgt nach den DFB-Durchführungsbestimmungen 105 × 68 Meter; auf Vereinsplätzen sind im Rahmen der Spielregeln abweichende Maße üblich. Die Großfeldtore sind 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch.

    Nach § 8 der DFB-Jugendordnung dauert ein reguläres C-Jugend-Spiel 2 × 35 Minuten. Bei Entscheidungsspielen darf eine Verlängerung für C- und D-Junioren maximal 2 × 5 Minuten betragen.

    Ja. § 8a erlaubt bei C-Junioren Spiele auf dem Normalspielfeld und auf verkleinerten Feldern mit Mannschaften aus sieben bis elf Spielern. Der Fußball-Verband Mittelrhein bietet beispielsweise 9er-Wettbewerbe für C-Junioren an. Maßgeblich sind immer die Bestimmungen des zuständigen Landesverbands.

    Nach den ÖFB-Vorschriften für den Nachwuchsspielbetrieb (gültig ab 1. Juli 2026) spielt die U13 im 9er-Fußball mit acht Feldspielern und einem Torhüter auf 75 × 55 Metern. Ab der U14 gilt die Vollform mit zehn Feldspielern und einem Torhüter bei zweimal 40 Minuten Spielzeit. Die Landesverbände dürfen die U14 aber auch im 9er-Fußball austragen und seit Juli 2025 mit dem ÖFB-FLEX-Modell für U14 bis U19 Bewerbe im 7er-, 9er- oder 11er-Fußball ausschreiben.

    In der Schweiz beginnt das 11 gegen 11 mit der Kategorie C (14- bis 15-jährig, 2026/27 die Jahrgänge 2011 und 2012). Davor spielen D-7 im 7 gegen 7 und D-9 im 9 gegen 9. Die C-Junioren spielen laut SFV-Ausführungsbestimmungen 2026/27 bereits 2 × 45 Minuten mit Ballgröße 5 und Abseits nach den offiziellen Regeln.

    In der C-Jugend wird üblicherweise mit Ballgröße 5 gespielt. Das ist der Regelball nach Regel 2 der Fußball-Regeln: 68 bis 70 Zentimeter Umfang und 410 bis 450 Gramm zu Spielbeginn. Eine rechtzeitige Umstellung im Training erleichtert Kindern die Anpassung bei Pässen, Ballannahmen und Abschlüssen.

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