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    Anbieten & Freilaufen: Begriff einfach erklärt

    Anbieten und Freilaufen helfen Kindern, ohne Ball klug Räume zu nutzen und anspielbar zu werden. Mit einfachen Merkbildern und Praxisbeispielen versteht dein Team schnell, wie Passoptionen entstehen.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    4 Min.

    Anbieten & Freilaufen

    Technik
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    Anbieten & Freilaufen heißt: sich ohne Ball so bewegen, dass man frei anspielbar wird und dem Ballführenden klare Passoptionen gibt.

    Anbieten & Freilaufen bedeutet, dass sich ein Spieler ohne Ball so bewegt, dass er für den Mitspieler anspielbar wird und eine klare Passoption entsteht.

    Was heißt „Anbieten“ und was heißt „Freilaufen“?

    Beim Anbieten zeigst du dem ballführenden Kind: „Hier bin ich, spiel mich an!“ Das kann durch Handzeichen, Blickkontakt oder eine deutliche Körperhaltung passieren – vor allem aber durch eine gute Position.

    Freilaufen ist die Bewegung dorthin: weg vom Gegenspieler, in einen freien Raum, passend zur Spielsituation. Kinder lernen dabei, dass Fußball nicht nur Dribbeln und Schießen ist, sondern auch ohne Ball bewegen.

    Warum ist das im Kinderfußball so wichtig?

    Kinder in U7–U11 stehen oft in „Trauben“ um den Ball. Kennst du das Bild: fünf Kinder jagen gleichzeitig hinterher, und niemand ist frei? Genau hier helfen Anbieten und Freilaufen:

    • Der Ballführende hat mehr Zeit und weniger Druck
    • Es entstehen Passwege statt Zufallspässe
    • Das Team spielt breiter und mutiger nach vorne
    • Kinder verstehen früh das Prinzip: „Erst frei werden, dann fordern.“

    So können Kinder es sich merken (einfach & kindgerecht)

    Ein gutes Bild ist die „Fenster-Regel“: Ein Kind sucht ein „Fenster“ (freien Raum), in dem es sichtbar und anspielbar ist. Dabei gilt:

    • Nicht hinter einem Gegner verstecken (der Passweg ist zu)
    • Nicht zu nah am Ball (sonst wird’s eng)
    • Nicht zu weit weg (der Pass ist schwer)

    Kleine Coachingsätze, die funktionieren

    • Geh aus dem Schatten!“ (nicht hinter dem Gegner stehen)
    • Zeig dich seitlich!“ (Diagonalwinkel schaffen)
    • Erst laufen, dann rufen!“ (nicht stehenbleiben)

    Beispiele aus dem Kinderfußball

    Beispiel 1: 3-gegen-3 im Funino

    Ein Kind dribbelt an. Statt frontal davor zu stehen, läuft ein Mitspieler seitlich-diagonal in eine freie Gasse. Ergebnis: Der Pass ist kurz, der Mitspieler kann mit dem ersten Kontakt weiterspielen. Dazu passt: Gute Ballmitnahme ist ein Turbo für Passspiel – siehe Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).

    Beispiel 2: Nach dem Pass direkt wieder freilaufen

    Viele Kinder passen und bleiben stehen. Besser: Pass & Go (passen und sofort in den nächsten freien Raum starten). So entstehen neue Passoptionen und oft auch ein freier Weg zum Tor. Wenn dein Kind lieber dribbelt, ist das normal – mit spielerischen Formen wie in Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele lässt sich das Dribbling mit dem Blick für Mitspieler verbinden.

    Beispiel 3: Freilaufen in die Tiefe

    Ein Kind löst sich vom Gegenspieler und startet hinter die Abwehr. Wichtig ist hier Timing: nicht zu früh loslaufen, sonst steht man schnell im Abseits. Für ältere Kinder hilft eine einfache Erklärung wie in Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Häufige Fehler – und wie du sie einfach korrigierst

    • Alle laufen zum Ball → „Mach das Feld groß: einer breit, einer tief.“
    • Kind steht hinter dem Gegner → „Stell dich so, dass du den Ball sehen kannst.“
    • Zu hektisches Freilaufen → „Kurzer Sprint, dann wieder ruhig anbieten.“

    Verwandte Begriffe (zum Einordnen)

    • Passoptionen: mögliche Anspielstationen für den Ballführenden
    • Passweg: die Linie/Route, über die der Ball sicher ankommt
    • Breite & Tiefe: Team verteilt sich seitlich (Breite) und nach vorne/hinten (Tiefe)

    FAQ

    Wie lernen Kinder Freilaufen am schnellsten?

    Am besten über kleine Spielformen (2v2, 3v3, Funino) mit einfachen Regeln wie „Tor zählt doppelt nach einem Pass“. So merken Kinder: Freilaufen schafft Chancen.

    Was ist der Unterschied zwischen Anbieten und Freilaufen?

    Freilaufen ist die Bewegung in den freien Raum. Anbieten ist das klare „Ich bin anspielbar“ durch Position, Blickkontakt und Körpersprache.

    Ab welchem Alter sollte man Anbieten und Freilaufen trainieren?

    Schon ab U7 spielerisch und ohne Taktikvorträge: kurze Hinweise, viele Wiederholungen im Spiel. Ab U9/U10 können Kinder bewusst auf Passwege und Abstände achten.

    Häufig gestellte Fragen

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