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    Annahme unter Druck: 8 Scanning-Spiele (U10–U15)

    Diese 8 Scanning-Spiele helfen Kindern von U10 bis U15, vor der Ballannahme den Schulterblick zu automatisieren. So wird der erste Kontakt unter Druck ruhiger, schneller und spielnäher.

    Tobias Brenner
    22. Jan. 2026
    Aktualisiert: 22. Jan. 2026
    5 Min.

    Kinder in U10–U15 haben oft ein ähnliches Problem: Der Ball kommt, der Gegner ist nah – und der erste Kontakt wird hektisch. Genau hier hilft Scannen (kurz: vor der Ballannahme über die Schulter schauen). Die folgenden 8 Scanning-Spiele sind bewusst beginner-freundlich, machen Tempo – und bringen deine Spieler Schritt für Schritt zu besserer Annahme unter Druck.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Annahme unter Druck – 8 Scanning-Spiele (U10–U15)

    Ziel:

    • Scannen vor der Ballannahme automatisieren („Schulterblick“)
    • Erster Kontakt Training: Ball in freie Räume mitnehmen statt stoppen
    • Entscheidungen unter Druck verbessern (Drehen, klatschen lassen, aufdrehen)
    • Spaß durch kurze, klare Wettkampf-Formate

    Tipp: Kombiniere das Ganze gut mit einem sauberen Technik-Teil oder einem Spielform-Finish – passend ist z. B. Torschuss aus der Bewegung, weil ein guter erster Kontakt oft direkt zum Abschluss führt.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material:

    • 12–20 Markierungshütchen (für Felder/Tore)
    • 1 Ball pro 2–3 Spieler
    • 4 Leibchen (2 Farben)

    Spieleranzahl: min. 6, max. 16

    Dauer: 20–30 Minuten (8 Spiele à 2–3 Minuten + kurze Coaching-Pausen)

    Feldgröße: je nach Spielerzahl ca. 15x20 m (anpassen)

    Aufbau (kurz)

    • Markiere ein Rechteck (15x20 m).
    • Baue je nach Spiel 2–4 Minitore aus Hütchen oder Zielzonen.
    • Arbeite in Paaren, Dreiergruppen oder 2 Teams.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (8 Scanning-Spiele)

    1) Farbcode-Annahme (Warm-up)

    1. Je 2 Spieler mit Ball, 8–12 m Abstand.
    2. Trainer zeigt kurz vor dem Pass eine Farbe (Leibchen/Hütchen hochhalten).
    3. Empfänger scannt, ruft die Farbe, nimmt den Ball in die passende Richtung mit (z. B. „Rot = rechts“).

    2) Nummern-Ruf (Schulterblick erzwingen)

    1. Passe im Paar.
    2. Trainer steht hinter dem Empfänger und zeigt 1–3 Finger.
    3. Empfänger muss vor der Annahme scannen, Zahl rufen, dann an- und mitnehmen.

    3) Gate-First-Touch

    1. Stelle 6–10 „Gates“ (Hütchentore) im Feld auf.
    2. Paare passen sich zu.
    3. Nach der Annahme muss der erste Kontakt durch ein Gate führen (nicht dribbeln bis zum Gate, sondern mit dem ersten Kontakt Richtung Gate).

    4) Schatten-Druck (1 Kontakt unter Gegnernähe)

    1. Im Paar: Passgeber + Empfänger, dazu ein „Schatten“ (passiver Gegner) neben dem Empfänger.
    2. Pass kommt – Empfänger scannt, nimmt weg vom Schatten mit.
    3. Nach 5 Pässen wechseln die Rollen.

    5) 3er-Dreieck mit „Klatschen oder Drehen“

    1. 3 Spieler bilden ein Dreieck.
    2. Ball wird gepasst, Empfänger scannt und entscheidet:
      • Klatschen lassen (direkt zurück) oder
      • Aufdrehen (erster Kontakt nach außen, dann zum dritten Spieler passen).
    3. Nach 60–90 Sekunden Richtung wechseln.

    6) Rondo 4v1 – Scan-Punkt

    1. 4 Außenspieler, 1 Verteidiger in der Mitte.
    2. Regel: Vor jeder Annahme muss ein klarer Schulterblick sichtbar sein.
    3. Zusatz: Punkt zählt nur, wenn der Empfänger mit dem ersten Kontakt aus dem Druck spielt.

    Wenn du Rondos generell einführen willst, hilft es, vorher über einfache Ballführung zu kommen – z. B. mit Ideen aus Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele (die Prinzipien funktionieren auch als Technik-Start für Ältere).

    7) 2v2 + 2 Anspieler (Scanning in Spielform)

    1. Feld ca. 18x22 m, 2 Teams à 2 im Feld, je 1 Anspieler außen pro Team.
    2. Ziel: Ball halten und nach 3 Pässen auf einen Anspieler spielen.
    3. Regel: Ballannahme zählt nur, wenn vorher gescannt wurde (Trainer lobt sichtbar gutes Verhalten).

    8) „Exit-Zone“ unter Druck (Umschalt-Feeling ohne Chaos)

    1. 3v3 im Feld, hinter jeder Grundlinie eine Exit-Zone (2–3 m) markieren.
    2. Nach Ballgewinn muss das Team durch Annahme + Mitnahme in die Exit-Zone dribbeln.
    3. Fokus: erster Kontakt weg vom Gegner, Blick hoch, Tempo.

    Variationen nach Altersgruppe (U10–U15)

    • U10–U11 (leicht):
      • Mehr Zeit geben: Verteidiger zunächst passiv (Schatten-Druck).
      • Erlaubt: 2 Kontakte (Annahme + Pass).
      • Kürzere Distanzen, größere Gates.
    • U12–U13 (mittel):
      • 1–2 Kontakte, Verteidiger aktiv.
      • Punkte nur, wenn die Mitnahme in die offene Seite geht.
    • U14–U15 (anspruchsvoller):
      • Kontaktlimit (1 Kontakt in Rondos).
      • Gegner startet näher (mehr Druck).
      • Zusatzaufgabe: nach Scan eine klare Info geben („Zeit“, „Dreh“, „Mann“).

    Coaching-Tipps (damit Scannen wirklich hängen bleibt)

    • Fordere frühes Scannen: „Schulterblick, bevor der Pass kommt – nicht erst beim Kontakt!“
    • Nutze einfache Leitfragen: „Wo ist der Gegner? Wo ist der freie Raum? Wo ist der nächste Pass?“
    • Achte auf den offenen Körperwinkel (seitlich zum Ball stehen), damit Drehen leichter wird.
    • Belohne Verhalten, nicht nur Ergebnis: Ein guter Schulterblick darf auch mal zu einem Fehlpass führen – wichtig ist die Gewohnheit.

    Ergänzend lohnt sich ein Blick auf defensive Ordnung, wenn du später echte Drucksituationen im Spiel nachstellen willst: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    FAQ

    Warum ist Scannen im Kinderfußball so wichtig?

    Scannen hilft Kindern, vor der Ballannahme Informationen zu sammeln: Gegnerdruck, freie Räume, Mitspieler. Dadurch wird der erste Kontakt ruhiger und zielgerichteter – besonders bei Annahme unter Druck.

    Wie erkennst du, ob Kinder wirklich scannen?

    Achte auf sichtbare Schulterblicke (Kopf drehen) vor dem Pass und auf bessere Entscheidungen beim ersten Kontakt: weg vom Druck, in den Raum, oder klatschen lassen statt festmachen.

    Was tun, wenn Kinder trotz Scanning den Ball oft verlieren?

    Reduziere zunächst den Druck (passiver Gegner, mehr Raum, 2 Kontakte). Steigere dann schrittweise: engeres Feld, aktiver Verteidiger, Kontaktlimit. Wichtig: Technik sauber halten (erster Kontakt nicht zu weit) und positives Feedback für gute Scan-Versuche geben.

    Häufig gestellte Fragen

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