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    Aufbau Minifußball-Training: 3 Felder, 1 Einheit

    Mit 3 Feldern strukturierst du eine Minifußball-Einheit so, dass alle Kinder ständig am Ball sind. Du bekommst einen einfachen Aufbau, konkrete Stationen und einen Zeitplan für Beginner.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    6 Min.

    Minifußball lebt von vielen Ballkontakten, kurzen Wegen und schnellen Erfolgserlebnissen. Genau deshalb lohnt sich ein klarer Aufbau: 3 Felder, 1 Einheit – und jedes Kind ist ständig in Aktion. Du musst dafür kein Profi-Equipment haben. Mit ein paar Hütchen, Leibchen und kleinen Toren (oder Stangentoren) kannst du ein Minifußball Training aufbauen, das für Bambini und F-Jugend (U6–U9) perfekt funktioniert.

    Der große Vorteil der 3-Felder-Organisation: Du trennst die Einheit in überschaubare „Mini-Welten“. Kinder wissen sofort, was zu tun ist, Wartezeiten sinken, und du kannst gezielt coachen, ohne ständig alles zu stoppen. Klingt nach mehr Aufwand? In der Praxis ist es oft sogar entspannter – weil Struktur Chaos verhindert.

    Warum „3 Felder, 1 Einheit“ im Minifußball so gut funktioniert

    Kinder im Bambini-Alter lernen über Wiederholung, Spiel und Emotion. Lange Erklärungen oder starre Reihen passen selten. Ein 3-Felder-Training setzt genau dort an:

    • Mehr Ballkontakte: Jede Station hat einen Ballfokus.
    • Kurze Aufmerksamkeitsspannen werden berücksichtigt: Nach 8–12 Minuten kommt ein Wechsel.
    • Differenzierung: Stärkere Kinder bekommen Zusatzaufgaben, Einsteiger bleiben im Erfolg.
    • Bambini Organisation wird einfacher: klare Zonen, klare Regeln.

    Rhetorische Frage, die du dir vor jeder Einheit stellen kannst: Sind alle Kinder gerade wirklich in Bewegung – oder warten einige nur? Mit drei Feldern reduzierst du das Warten drastisch.

    Der Aufbau: 3 Felder Training in der Praxis

    Platzbedarf und Material

    Ideal ist ein Bereich von ca. 25 x 35 Metern (je nach Gruppengröße). Bei wenig Platz funktioniert es auch kleiner.

    Materialliste (minimal):

    • 20–30 Hütchen
    • 8–12 Markierungsteller
    • Leibchen in 2–3 Farben
    • 2–4 Minitore (oder Stangentore)
    • Viele Bälle (Faustregel: mindestens 1 Ball pro Kind, besser mehr)

    Feldgrößen (Faustregeln)

    • Feld 1 (Dribbeln/Technik): ca. 12 x 12 m
    • Feld 2 (Passen/Kooperation): ca. 12 x 15 m
    • Feld 3 (Spiel): ca. 18 x 25 m (je nach Kinderzahl)

    Gruppenaufteilung

    Für 12 Kinder bietet sich an:

    • 3 Gruppen à 4 Kinder
    • Wechsel alle 8–12 Minuten (Anfänger eher 8–10)

    Bei 16–18 Kindern:

    • 3 Gruppen à 5–6 Kinder
    • Stationen so gestalten, dass parallel gearbeitet werden kann (z. B. zwei Dribbel-Spuren).

    Station 1: Dribbeln & Ballgefühl (Anfängerfreundlich)

    Ziel: Ballkontrolle und Mut im 1-gegen-1 anbahnen – ohne Druck.

    Aufbau

    Quadrat mit Hütchen (12 x 12 m). Jedes Kind hat einen Ball.

    Ablauf: „Freies Dribbeln + Aufgaben“

    Du gibst alle 30–60 Sekunden eine neue Mini-Aufgabe:

    • Nur rechter/linker Fuß
    • Stoppen mit der Sohle (Sohlenstopp kurz erklären: Ball mit der Fußsohle anhalten)
    • Richtungswechsel nach Signal
    • „Tunnel“: durch zwei Hütchen dribbeln

    Steigerung (ohne Überforderung)

    • 2 „Fänger“ ohne Ball: Wer berührt wird, macht 5 Balltipps und dribbelt weiter.
    • „Schatzsammler“: Bälle (oder Markierungsteller) in die eigene Ecke dribbeln.

    Tipp: Wenn du mehr Ideen brauchst, passen viele Spielformen aus unserem Artikel Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele direkt in dieses Feld.

    Coaching-Punkte (kurz & klar):

    • Kopf hoch (immer wieder erinnern, aber nicht nerven)
    • Ball nah am Fuß
    • Richtungswechsel „klein und schnell“

    Station 2: Passen, 1. Kontakt & Zusammenspiel

    Ziel: Kindertraining Stationen sollten nicht „Passdreiecke wie bei Erwachsenen“ kopieren. Besser: einfache Kooperation mit Ziel.

    Aufbau

    Zwei kleine „Tore“ aus Hütchen (je 1–1,5 m breit) gegenüber. Dazwischen 10–12 m.

    Ablauf: „Pass durchs Tor“ (2er-Teams)

    • Kind A passt durch das Hütchentor zu Kind B.
    • Kind B nimmt an (1. Kontakt) und passt zurück.
    • Nach 60–90 Sekunden: Tor wechseln oder Abstand anpassen.

    Varianten für Anfänger:

    • Erst stoppen, dann passen (Tempo rausnehmen)
    • Ball darf rollen, kein „hartes“ Passspiel erzwingen

    Varianten für Fortgeschrittene in der Gruppe:

    • Pass mit dem schwächeren Fuß
    • Annahme „in die Bewegung“ (Ball mit dem ersten Kontakt in Passrichtung mitnehmen)

    Hier hilft dir auch der Fokus auf den ersten Kontakt: In Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) findest du passende Mini-Spiele, die du 1:1 als Station 2 einsetzen kannst.

    Coaching-Punkte:

    • Standbein neben den Ball
    • Fußspitze leicht hochziehen (Innenseite stabil)
    • Erst schauen, dann passen (Orientierung spielerisch fördern)

    Station 3: Spiel auf Tore – Minifußball pur

    Ziel: Entscheidungen treffen, Tore feiern, Regeln lernen – ohne zu viel Taktik.

    Aufbau

    Ein Spielfeld (ca. 18 x 25 m) mit zwei Minitoren. Spiele 3 gegen 3 oder 4 gegen 4.

    Regeln (einfach halten)

    • Einwurf wird eingedribbelt oder eingepasst (spart Zeit)
    • Kein Abseits
    • Nach Tor: Ball sofort wieder ins Spiel (Trainer rollt ein)

    Spielaufgaben (optional)

    Damit es nicht nur „wild“ wird, gib eine kleine Aufgabe für 2–3 Minuten:

    • Tor zählt nur nach mindestens 2 Pässen
    • Tor zählt doppelt nach Dribbling durch ein „Bonus-Tor“ (Hütchentor an der Seite)
    • Jeder darf einmal „Kapitän“ sein und das Team anfeuern

    Wenn du den Übergang zu einfachem Kombinationsspiel suchst, kannst du später Inhalte aus Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13) als Mini-Regel („Wandspiel zählt doppelt“) einbauen.

    Coaching-Punkte im Spiel:

    • Wenig stoppen, viel laufen lassen
    • Nur 1 Fokus pro Phase (z. B. „freilaufen“ oder „Mut zum Abschluss“)
    • Positive Sprache: gute Ideen loben, nicht nur Tore

    Zeitplan: So sieht eine komplette Einheit aus (60 Minuten)

    Damit die Bambini Organisation wirklich klappt, hilft ein klarer Rahmen.

    • 0–8 Min: Ankommen + freies Dribbeln im gesamten Bereich (alle mit Ball)
    • 8–10 Min: Kurz erklären: 3 Felder, Wechselrichtung, Stopp-Signal
    • 10–42 Min: Stationsbetrieb (3 x 10–11 Min inkl. Wechsel)
    • 42–58 Min: Abschlussspiel (alle zusammen, z. B. 4v4 + Wechselspieler)
    • 58–60 Min: Kurzer Abschlusskreis: „Was hat heute Spaß gemacht?“

    Tipp: Plane Wechsel so, dass Kinder nicht lange zuhören müssen. Ein Satz reicht oft: „Nächstes Feld – Ball mitnehmen – los!“

    Häufige Probleme – und wie du sie im Beginner-Training löst

    „Es wird unruhig beim Wechsel“

    • Nutze ein klares Signal (Pfeife oder Rufwort)
    • Wechsel immer im Uhrzeigersinn
    • Jede Gruppe hat eine Leibchenfarbe und „ihr“ Start-Hütchen

    „Einige Kinder sind deutlich stärker“

    • Gib Zusatzaufgaben: schwächerer Fuß, engeres Dribbeln, Bonuspunkte
    • Lass starke Kinder als „Joker“ spielen, die nur mit einem Kontakt passen dürfen

    „Zu wenig Tore/Material“

    • Baue Stangentore oder Hütchentore
    • Nutze Wände/Markierungen als Zielzone
    • Spiele im Abschlussspiel auf 4 kleine Tore statt 2 (mehr Erfolgserlebnisse)

    Fazit: Minifußball Training aufbauen, ohne Stress

    Ein 3-Felder-Training ist eine der einfachsten Methoden, um im Kinderfußball sofort mehr Qualität in die Einheit zu bringen: mehr Ballkontakte, weniger Wartezeit, klare Struktur. Gerade für Beginner ist das Gold wert, weil Kinder Erfolgserlebnisse sammeln und du als Trainer leichter den Überblick behältst. Wenn du jede Station spielnah hältst, kurze Regeln nutzt und die Wechsel sauber organisierst, entsteht eine Einheit, die sich „wie Spielen“ anfühlt – und trotzdem gezielt entwickelt.

    Häufig gestellte Fragen

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