Ball abschirmen: Körper zwischen Ball und Gegner
Ball abschirmen hilft Kindern, den Ball im 1 gegen 1 unter Druck zu sichern. Du erfährst, wie die Körperstellung funktioniert, welche Fehler häufig sind und wann Abschirmen im Spiel besonders wichtig ist.
KI-generiertes SymbolbildBall abschirmen bedeutet, den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen, damit der Ball schwerer erobert werden kann – ohne zu schubsen oder zu halten.
Was heißt „Ball abschirmen“ genau?
Beim Ball abschirmen (auch: Ball schützen oder Ball behaupten) nutzt ein Kind seine Körperposition, um Zeit und Raum zu gewinnen. Statt den Ball hektisch wegzuspielen, stellt es sich so hin, dass der Gegenspieler nicht direkt an den Ball kommt. Das ist besonders im 1 gegen 1 wichtig, wenn Druck von hinten oder von der Seite kommt. Das DFB-Trainerportal nennt „Ball behaupten unter Druck“ als eine von drei typischen Dribbelsituationen, neben dem Raumgewinn und dem Andribbeln eines Gegners.
Wichtig: Abschirmen ist kein Körpercheck. Es geht um clevere Stellung und Balance – nicht um Rempeln. Wie du das mit deinem Team übst, zeigt die Übung Abschirmung & Schutz: so bleibt der Ball bei dir.
Was sagt die Regel?
Die Fußballregeln erlauben das Abschirmen ausdrücklich, wenn der Ball in Spielnähe ist (Regel 12, Fußball-Regeln 2026/27). Entscheidend sind drei Punkte:
| Situation | Bewertung |
|---|---|
| Ball ist in Spielnähe, Kind stellt sich zwischen Gegner und Ball | Erlaubt |
| Ball ist weit weg, Kind stellt sich dem Gegner nur in den Weg (ohne Kontakt) | Indirekter Freistoß |
| Kind hält fest, stößt weg oder sperrt mit Körperkontakt | Direkter Freistoß |
Im Weg stehen darf jeder, sich dem Gegner in den Weg stellen nicht. Für Kinder heißt das: Ball nah am Fuß behalten, dann ist Abschirmen fair.
So funktioniert Ball abschirmen im Kinderfußball (einfach erklärt)
Damit dein Kind den Ball effektiv schützt, helfen drei Grundideen:
- Seitlich zum Gegner stehen: Nicht frontal, sondern leicht gedreht. So kann das Kind den Ball mit dem „fernen“ Fuß führen.
- Ball am äußeren Fuß: Der Ball bleibt auf der Seite weg vom Gegner (z. B. Gegner rechts → Ball eher links).
- Stabiler Stand: Knie leicht beugen, Füße schulterbreit. Das verbessert die Balance und macht es schwer, den Ball zu klauen.
Dazu kommt ein wichtiger Blick: Kopf hoch. Wer nur auf den Ball schaut, übersieht Mitspieler und freie Räume. Genau hier hilft eine gute Ballkontrolle – wie in unseren Mini-Spielen zum 1. Kontakt.
Merke: Abschirmen ist eine Zwischenlösung. Kurz danach folgt die nächste Aktion: drehen, passen oder dribbeln.
Typische Situationen: Wann lohnt sich Abschirmen?
Im Kinderfußball entsteht Druck oft plötzlich. Abschirmen ist dann eine sichere Lösung, wenn ein Pass oder Dribbling nicht sofort möglich ist.
Beispiele aus dem Spiel
- Rücken zum Gegner: Dein Kind bekommt den Ball zugespielt, ein Gegner kommt von hinten. Abschirmen, kurz festmachen, dann ablegen. Ist der Gegner weiter weg, geht oft auch Aufdrehen.
- An der Seitenlinie: Wenig Platz – Ball schützen, Gegner ins Leere laufen lassen, dann drehen.
- Vor dem Tor (ohne Hektik): Ball abschirmen, bis Unterstützung da ist, dann kontrolliert abschließen. Dafür ist auch der Torschuss aus der Bewegung ein passender nächster Schritt.
Häufige Fehler – und wie du sie erkennst
Gerade Einsteiger machen ähnliche Dinge falsch. Achte auf diese Punkte:
- Zu großer Abstand zum Ball → der Gegner kommt trotzdem dran.
- Starre Haltung → ohne Kniebeuge fehlt Stabilität.
- Ball „unter den Körper ziehen“ → der Ball klemmt zwischen den Füßen, das Kind kommt nicht mehr weg.
- Arme einsetzen → Halten oder Wegdrücken ist ein Foul, auch wenn der Ball nah ist.
- Nur stehen bleiben → Abschirmen ist oft nur eine Zwischenlösung: danach drehen, passen oder dribbeln.
Wenn dein Kind noch unsicher im Dribbling ist, helfen spielerische Formen wie in „Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele“. Echte Duelle mit Gegner gibt es in 1 gegen 1 Situationen meistern.
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- 1 gegen 1: Duell zwischen Angreifer und Verteidiger – Ball abschirmen ist eine wichtige Lösung unter Druck.
- Ballkontrolle / 1. Kontakt: Saubere Ballannahme als Basis, um den Ball direkt in eine Abschirmposition mitzunehmen.
- Drehen (Aufdrehen): Nach dem Abschirmen den Körper öffnen und in freie Richtung starten.
- Abkappen: Richtungswechsel, bei dem der Körper den Ball beim Wegdrehen schützt, siehe Abkappen: Dribbling-Begriff einfach erklärt.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Gegnerdruck
Gegnerdruck bedeutet, dass ein Gegenspieler so nah an dir ist, dass du beim Annehmen, Dribbeln oder Passen schnell entscheiden und sauber ausführen musst.
Gegner im Rücken
„Gegner im Rücken“ bedeutet, dass ein Gegenspieler direkt hinter dir steht, während du den Ball hast oder gleich bekommst.
Halbräume
Halbräume sind die Zonen zwischen dem Zentrum (Mitte) und den Außenbahnen, in DFB-Texten auch Halbspuren genannt.
Ballmitnahme
Ballmitnahme ist die Ballannahme mit Richtung: Der erste Kontakt lenkt den Ball kontrolliert in den freien Raum, damit du direkt weiterspielen kannst.
Chipball/Lupfer
Ein Chipball (auch Lupfer oder Chip-Pass) ist ein kurzer, „angehobener“ Pass oder Schuss, bei dem der Ball in einem kleinen Bogen gespielt wird – oft über einen Gegner oder den Torwart hinweg.
Abwehrseite lenken
Abwehrseite lenken bedeutet, den Angreifer im Zweikampf so zu steuern, dass er nach außen (zur Seitenlinie) dribbelt – weg vom Tor und weg von gefährlichen zentralen Räumen.
Übungen zu "Ball abschirmen"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an