Technik

    Ball abschirmen: Körper zwischen Ball und Gegner

    Ball abschirmen hilft Kindern, den Ball im 1 gegen 1 unter Druck zu sichern. Du erfährst, wie die Körperstellung funktioniert, welche Fehler häufig sind und wann Abschirmen im Spiel besonders wichtig ist.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 4 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Ball abschirmen bedeutet, den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen, damit der Ball schwerer erobert werden kann – ohne zu schubsen oder zu halten.

    Was heißt „Ball abschirmen“ genau?

    Beim Ball abschirmen (auch: Ball schützen oder Ball behaupten) nutzt ein Kind seine Körperposition, um Zeit und Raum zu gewinnen. Statt den Ball hektisch wegzuspielen, stellt es sich so hin, dass der Gegenspieler nicht direkt an den Ball kommt. Das ist besonders im 1 gegen 1 wichtig, wenn Druck von hinten oder von der Seite kommt. Das DFB-Trainerportal nennt „Ball behaupten unter Druck“ als eine von drei typischen Dribbelsituationen, neben dem Raumgewinn und dem Andribbeln eines Gegners.

    Wichtig: Abschirmen ist kein Körpercheck. Es geht um clevere Stellung und Balance – nicht um Rempeln. Wie du das mit deinem Team übst, zeigt die Übung Abschirmung & Schutz: so bleibt der Ball bei dir.

    Was sagt die Regel?

    Die Fußballregeln erlauben das Abschirmen ausdrücklich, wenn der Ball in Spielnähe ist (Regel 12, Fußball-Regeln 2026/27). Entscheidend sind drei Punkte:

    SituationBewertung
    Ball ist in Spielnähe, Kind stellt sich zwischen Gegner und BallErlaubt
    Ball ist weit weg, Kind stellt sich dem Gegner nur in den Weg (ohne Kontakt)Indirekter Freistoß
    Kind hält fest, stößt weg oder sperrt mit KörperkontaktDirekter Freistoß

    Im Weg stehen darf jeder, sich dem Gegner in den Weg stellen nicht. Für Kinder heißt das: Ball nah am Fuß behalten, dann ist Abschirmen fair.

    So funktioniert Ball abschirmen im Kinderfußball (einfach erklärt)

    Damit dein Kind den Ball effektiv schützt, helfen drei Grundideen:

    1. Seitlich zum Gegner stehen: Nicht frontal, sondern leicht gedreht. So kann das Kind den Ball mit dem „fernen“ Fuß führen.
    2. Ball am äußeren Fuß: Der Ball bleibt auf der Seite weg vom Gegner (z. B. Gegner rechts → Ball eher links).
    3. Stabiler Stand: Knie leicht beugen, Füße schulterbreit. Das verbessert die Balance und macht es schwer, den Ball zu klauen.

    Dazu kommt ein wichtiger Blick: Kopf hoch. Wer nur auf den Ball schaut, übersieht Mitspieler und freie Räume. Genau hier hilft eine gute Ballkontrolle – wie in unseren Mini-Spielen zum 1. Kontakt.

    Merke: Abschirmen ist eine Zwischenlösung. Kurz danach folgt die nächste Aktion: drehen, passen oder dribbeln.

    Typische Situationen: Wann lohnt sich Abschirmen?

    Im Kinderfußball entsteht Druck oft plötzlich. Abschirmen ist dann eine sichere Lösung, wenn ein Pass oder Dribbling nicht sofort möglich ist.

    Beispiele aus dem Spiel

    • Rücken zum Gegner: Dein Kind bekommt den Ball zugespielt, ein Gegner kommt von hinten. Abschirmen, kurz festmachen, dann ablegen. Ist der Gegner weiter weg, geht oft auch Aufdrehen.
    • An der Seitenlinie: Wenig Platz – Ball schützen, Gegner ins Leere laufen lassen, dann drehen.
    • Vor dem Tor (ohne Hektik): Ball abschirmen, bis Unterstützung da ist, dann kontrolliert abschließen. Dafür ist auch der Torschuss aus der Bewegung ein passender nächster Schritt.

    Häufige Fehler – und wie du sie erkennst

    Gerade Einsteiger machen ähnliche Dinge falsch. Achte auf diese Punkte:

    • Zu großer Abstand zum Ball → der Gegner kommt trotzdem dran.
    • Starre Haltung → ohne Kniebeuge fehlt Stabilität.
    • Ball „unter den Körper ziehen“ → der Ball klemmt zwischen den Füßen, das Kind kommt nicht mehr weg.
    • Arme einsetzen → Halten oder Wegdrücken ist ein Foul, auch wenn der Ball nah ist.
    • Nur stehen bleiben → Abschirmen ist oft nur eine Zwischenlösung: danach drehen, passen oder dribbeln.

    Wenn dein Kind noch unsicher im Dribbling ist, helfen spielerische Formen wie in „Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele“. Echte Duelle mit Gegner gibt es in 1 gegen 1 Situationen meistern.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • 1 gegen 1: Duell zwischen Angreifer und Verteidiger – Ball abschirmen ist eine wichtige Lösung unter Druck.
    • Ballkontrolle / 1. Kontakt: Saubere Ballannahme als Basis, um den Ball direkt in eine Abschirmposition mitzunehmen.
    • Drehen (Aufdrehen): Nach dem Abschirmen den Körper öffnen und in freie Richtung starten.
    • Abkappen: Richtungswechsel, bei dem der Körper den Ball beim Wegdrehen schützt, siehe Abkappen: Dribbling-Begriff einfach erklärt.

    Häufig gestellte Fragen

    Bereits ab U7/U8 können Kinder das Grundprinzip üben: seitlich zum Gegner stehen, den Ball auf den entfernten Fuß nehmen und mit gebeugten Knien stabil bleiben. Wichtig sind kurze, spielerische Wiederholungen statt langer Erklärungen.

    Nein, solange der Ball in Spielnähe ist. Die Fußballregeln (Regel 12) erlauben ausdrücklich, sich zwischen Gegner und Ball zu stellen. Ein Foul ist es, wenn das Kind festhält, wegstößt oder mit Körperkontakt sperrt. Wer sich ohne Ball in Spielnähe nur in den Weg stellt, verursacht einen indirekten Freistoß.

    Starte mit kleinen 1-gegen-1-Formen: Der Angreifer soll den Ball 3 Sekunden sichern oder aus einer Zone herausdrehen, danach folgt ein Pass oder ein Dribbling ins Minitor. So lernen Kinder Abschirmen als Übergang zu einer Anschlussaktion.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Ball abschirmen"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

    ball abschirmen
    ball schützen
    körper einsetzen
    1 gegen 1
    kinderfußball technik