Technik

    Ballmitnahme: erster Kontakt in den Raum erklärt

    Ballmitnahme ist der erste Kontakt, der den Ball kontrolliert in den freien Raum lenkt. Du erfährst kindgerechte Erklärungen, typische Fehler und Beispiele aus dem Kinderfußball.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 4 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Ballmitnahme (auch Ball an- und mitnehmen) bedeutet, den Ball beim ersten Kontakt so zu berühren, dass er kontrolliert in den gewünschten Raum weiterläuft – statt direkt unter dem Fuß liegen zu bleiben.

    Was genau ist mit „erster Kontakt in den Raum“ gemeint?

    Im Kinderfußball entscheidet oft der erste Kontakt darüber, ob ein Kind Zeit gewinnt oder unter Druck gerät. Bei der Ballmitnahme geht es nicht nur darum, den Ball zu stoppen, sondern ihn mit dem ersten Kontakt dorthin zu legen, wo es weitergehen soll: weg vom Gegner, in die offene Spielrichtung oder in den nächsten Passwinkel. Fachlich spricht man deshalb von Ballan- und -mitnahme: Der erste Kontakt kontrolliert den Ball, gibt eine neue Spielrichtung vor und bestimmt das Tempo.

    Wichtig ist: „In den Raum“ heißt nicht automatisch „weit nach vorne“. Es heißt in den freien Bereich, der für die nächste Aktion sinnvoll ist. Frag dich als Trainer oder Elternteil: Sieht das Kind nach dem Zuspiel kurz hoch? Kann es den Ball so mitnehmen, dass es direkt dribbeln, passen oder schießen kann?

    Raumgreifend oder ballsichernd?

    SituationArt der MitnahmeSo sieht es aus
    Viel Platz, kein Gegner in der Nähe (z. B. Konter)RaumgreifendBall mit dem ersten Kontakt ein paar Meter in die Laufrichtung legen
    Gegner nah, Rücken zum SpielfeldBallsicherndBall eng am Fuß, Körper zwischen Ball und Gegner
    Gegner kommt von einer SeiteZur freien SeiteBall mit dem ersten Kontakt weg vom Gegner legen

    So funktioniert Ballmitnahme für Einsteiger

    Damit Kinder die Technik verstehen, helfen einfache Bilder statt langer Erklärungen:

    • „Der Ball ist ein Ei“: nicht hart weghauen, sondern sanft „ablegen“.
    • „Mitnehmen wie ein Einkaufswagen“: der Ball rollt neben dir her, nicht weg.

    Technische Grundideen (ohne Überforderung)

    1. Körperstellung öffnen: Hüfte und Schultern halb zum Spielfeld drehen, damit du nicht nur zurück zum Zuspieler schaust (offene Stellung). Angenommen wird dann mit dem ballfernen Fuß, direkt in die Spielrichtung.
    2. Kontaktfläche wählen: häufig die Innenseite (sicher), später auch die Außenseite oder die Sohle (Futsal/Halle).
    3. Timing: Der Fuß geht dem Ball leicht entgegen und „federt“ den Kontakt ab (weicher erster Kontakt).
    4. Richtung vorgeben: Der Kontakt lenkt den Ball bewusst nach rechts/links/vorne – nicht zufällig.

    Merke: Beidfüßig üben. So kann dein Kind den Ball immer mit dem Fuß mitnehmen, der weiter vom Gegner weg ist.

    Beispiele aus dem Kinderfußball

    • U7/U8 im Spiel 3 gegen 3: Ein Kind bekommt den Ball und nimmt ihn mit der Innenseite seitlich an, weg vom Gegenspieler. Ergebnis: sofortiger Start ins Dribbling statt Ballverlust. Passend dazu findest du viele Spielformen in Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.
    • U9–U11 nach einem Pass in die Tiefe: Der Ball kommt leicht schräg. Das Kind nimmt ihn mit der Außenseite in Laufrichtung mit und kann direkt Tempo aufnehmen.
    • Abschluss aus der Bewegung: Nach der Mitnahme liegt der Ball so, dass der nächste Schritt ein Schuss sein kann. Dazu passt Torschuss aus der Bewegung.

    Häufige Fehler – und einfache Korrekturen

    Verwandte Begriffe (kurz eingeordnet)

    Merksatz für Training und Spiel

    Guter erster Kontakt = Ballkontrolle + Richtung + nächste Aktion vorbereitet.

    Häufig gestellte Fragen

    Ballannahme bedeutet vor allem kontrollieren oder stoppen. Ballmitnahme ist die aktive Form: Der erste Kontakt lenkt den Ball bewusst in den freien Raum, damit die nächste Aktion (Dribbling, Pass, Schuss) sofort möglich ist.

    Am besten startet dein Kind mit der Innenseite, weil sie viel Fläche und damit Sicherheit bietet. Außenseite und Sohle sind sinnvolle Variationen, sobald die Grundkontrolle beim ersten Kontakt stabil ist.

    Baue kleine Richtungstore aus Hütchen und gib die Regel: Der erste Kontakt muss durch ein Richtungstor gehen. So lernen Kinder automatisch, den Ball nicht nur zu stoppen, sondern ihn in eine klare Spielrichtung mitzunehmen.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    Übungen zu "Ballmitnahme"

    Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an

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