Ballmitnahme: erster Kontakt in den Raum erklärt
Ballmitnahme ist der erste Kontakt, der den Ball kontrolliert in den freien Raum lenkt. Du erfährst kindgerechte Erklärungen, typische Fehler und Beispiele aus dem Kinderfußball.
Ballmitnahme ist die Ballannahme mit Richtung: Der erste Kontakt lenkt den Ball kontrolliert in den freien Raum, damit du direkt weiterspielen kannst.
Ballmitnahme (auch Ball an- und mitnehmen) bedeutet, den Ball beim ersten Kontakt so zu berühren, dass er kontrolliert in den gewünschten Raum weiterläuft – statt direkt unter dem Fuß liegen zu bleiben.
Was genau ist mit „erster Kontakt in den Raum“ gemeint?
Im Kinderfußball entscheidet oft der erste Kontakt darüber, ob ein Kind Zeit gewinnt oder unter Druck gerät. Bei der Ballmitnahme geht es nicht nur darum, den Ball zu stoppen, sondern ihn mit dem ersten Kontakt dorthin zu legen, wo es weitergehen soll: weg vom Gegner, in die offene Spielrichtung oder in den nächsten Passwinkel.
Wichtig ist: „In den Raum“ heißt nicht automatisch „weit nach vorne“. Es heißt in den freien Bereich, der für die nächste Aktion sinnvoll ist. Frag dich als Trainer oder Elternteil: Sieht das Kind nach dem Zuspiel kurz hoch? Kann es den Ball so mitnehmen, dass es direkt dribbeln, passen oder schießen kann?
So funktioniert Ballmitnahme für Beginner (kindgerecht erklärt)
Damit Kinder die Technik kinderleicht verstehen, helfen einfache Bilder:
- „Der Ball ist ein Ei“: nicht hart weghauen, sondern sanft „ablegen“.
- „Mitnehmen wie ein Einkaufswagen“: der Ball rollt neben dir her, nicht weg.
Technische Grundideen (ohne Überforderung)
- Körperstellung öffnen: leicht seitlich zum Ball stehen, damit du nicht nur zurück zum Zuspieler schaust.
- Kontaktfläche wählen: häufig Innenfuß (sicher), später auch Außenfuß oder Sohle (Futsal/Halle).
- Timing: Der Fuß geht dem Ball leicht entgegen und „federt“ den Kontakt ab (weicher erster Kontakt).
- Richtung vorgeben: Der Kontakt lenkt den Ball bewusst nach rechts/links/vorne – nicht zufällig.
Beispiele aus dem Kinderfußball
- U7/U8 im Spiel 3 gegen 3: Ein Kind bekommt den Ball und nimmt ihn mit dem Innenfuß seitlich an, weg vom Gegenspieler. Ergebnis: sofortiger Start ins Dribbling statt Ballverlust. Passend dazu findest du viele Spielformen in Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.
- U9–U11 nach einem Pass in die Tiefe: Der Ball kommt leicht schräg. Das Kind nimmt ihn mit dem Außenfuß in Laufrichtung mit und kann direkt Tempo aufnehmen.
- Abschluss aus der Bewegung: Nach der Mitnahme liegt der Ball so, dass der nächste Schritt ein Schuss sein kann. Dazu passt Torschuss aus der Bewegung.
Häufige Fehler – und einfache Korrekturen
- Ball bleibt unter dem Fuß kleben → Aufgabe: „Erster Kontakt muss durch ein Tor“ (2 Hütchen = Richtung).
- Ball springt zu weit weg → Fokus auf weichen Kontakt („Fuß als Kissen“).
- Kind schaut nur auf den Ball → Mini-Regel: vor der Annahme einmal „scannen“ (kurz hochschauen).
Verwandte Begriffe (kurz eingeordnet)
- Dribbling: Ballführung über mehrere Kontakte – die Ballmitnahme ist oft der Start. Siehe Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.
- Torschuss aus der Bewegung: Mitnahme + Abschluss in einem Ablauf. Siehe Torschuss aus der Bewegung.
- Erster Kontakt: Oberbegriff für jede Ballannahme – Ballmitnahme ist die „aktive“ Variante, bei der der Ball weiterrollt.
Merksatz für Training und Spiel
Guter erster Kontakt = Ballkontrolle + Richtung + nächste Aktion vorbereitet.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Ballannahme und Ballmitnahme?
Bei der Ballannahme stoppt oder kontrolliert ein Kind den Ball vor allem. Bei der Ballmitnahme lenkt es den Ball mit dem ersten Kontakt gezielt in den freien Raum, um direkt weiterspielen zu können.
Welche Kontaktfläche ist für Kinder am besten?
Für Beginner ist der Innenfuß am einfachsten, weil er viel Fläche und Kontrolle bietet. Außenfuß und Sohle sind gute Erweiterungen, wenn die Grundkontrolle stabil ist.
Wie kannst du Ballmitnahme im Training spielerisch üben?
Nutze kleine Richtungstore (2 Hütchen) und die Regel: „Annahme zählt nur, wenn der erste Kontakt durch ein Tor geht.“ So lernen Kinder automatisch, den Ball nicht nur zu stoppen, sondern in eine Spielrichtung mitzunehmen.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Abkappen
Abkappen ist ein Dribbling-Richtungswechsel: Du lenkst den Ball mit Innen- oder Außenseite kontrolliert zur Seite/diagonal zurück, um einem Gegner auszuweichen.
Anbieten & Freilaufen
Anbieten & Freilaufen heißt: sich ohne Ball so bewegen, dass man frei anspielbar wird und dem Ballführenden klare Passoptionen gibt.
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Anbieten heißt, dich so freizulaufen, dass du für einen Mitspieler anspielbar bist und einen sicheren Pass bekommen kannst.
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Ball abschirmen heißt, den Körper zwischen Ball und Gegner zu stellen, um den Ball zu schützen und Zeit für Pass, Drehung oder Dribbling zu gewinnen.
Chipball/Lupfer
Ein Chipball (Lupfer) ist ein angehobener Pass oder Schuss, der den Ball in einem kleinen Bogen über den Boden oder einen Gegner spielt.
Aufdrehen
Aufdrehen bedeutet, den Ball so anzunehmen, dass du dich mit der ersten Berührung in Spielrichtung drehst und schneller nach vorne spielen kannst.