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    Coachingpunkt: „Kopf hoch“ – was bedeutet das?

    „Kopf hoch“ ist ein zentraler Coachingpunkt im Kinderfußball: Kinder sollen nicht nur auf den Ball schauen, sondern ihr Umfeld scannen. So treffen sie bessere Entscheidungen beim Dribbling, Pass und Abschluss.

    Tobias Brenner
    19. Jan. 2026
    Aktualisiert: 19. Jan. 2026
    4 Min.

    Kopf hoch“ bedeutet im Fußball: Nicht nur auf den Ball schauen, sondern den Blick regelmäßig anheben, um Mitspieler, Gegner und freie Räume zu erkennen.

    Was meint der Coachingpunkt „Kopf hoch“ genau?

    Im Kinderfußball ist „Kopf hoch“ eine einfache Coaching-Sprache für etwas sehr Wichtiges: Orientierung vor und während der Ballaktion. Kinder neigen dazu, beim Dribbling oder beim Annehmen nur auf den Ball zu schauen – verständlich, denn Ballkontrolle fühlt sich am Anfang wie die Hauptaufgabe an. Aber was passiert, wenn Dein Kind nur „runterguckt“? Es übersieht freie Mitspieler, rennt in Gegner hinein oder spielt den Pass zu spät.

    „Kopf hoch“ heißt deshalb:

    • kurz scannen (umschauen), bevor der Ball kommt
    • während des Dribblings immer wieder Blickwechsel: Ball – Umfeld – Ball
    • schneller entscheiden: passen, dribbeln oder schießen

    Warum ist das für Kinder so schwer?

    Kinder müssen mehrere Dinge gleichzeitig koordinieren: Ballgefühl, Gleichgewicht, Tempo, Gegnerdruck. Das nennt man im Training oft Mehrfachanforderung. „Kopf hoch“ ist also kein „Trick“, sondern eine Fähigkeit, die sich Schritt für Schritt entwickelt.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U13)

    Beispiel 1: Dribbling ins Gewühl

    Ein Kind dribbelt los, Blick nach unten – und läuft direkt in zwei Gegner. Mit „Kopf hoch“ erkennt es früh: Links ist Platz. Es dribbelt in den freien Raum oder spielt quer.

    Beispiel 2: Passspiel unter Druck

    Vor der Ballannahme kurz umschauen: Wo ist der nächste Mitspieler? Dann kann das Kind den Ball mit dem ersten Kontakt in die richtige Richtung mitnehmen und schneller passen. Genau hier hilft später auch das Training von Aktionen wie dem Torschuss aus der Bewegung, weil Kinder lernen, nach dem Blick hoch zügig in die nächste Aktion zu kommen.

    Beispiel 3: Abschluss in der Halle

    In der Halle sind Räume enger, Entscheidungen müssen schneller fallen. „Kopf hoch“ hilft, den Torwart zu sehen und bewusst eine Ecke zu wählen. Zielspiele wie in Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) fördern das, weil Kinder dabei automatisch lernen, vor dem Schuss zu schauen.

    So coachst du „Kopf hoch“ kindgerecht

    Statt nur zu rufen „Kopf hoch!“ (oft zu spät), helfen klare Mini-Aufgaben:

    • „Schau vorher einmal links/rechts“ (vor der Annahme)
    • „Zähl kurz die Gegner“ (Spieler scannen)
    • „Erster Blick: Raum – zweiter Blick: Ball“

    Wichtig: Lobe nicht nur Tore, sondern auch gute Vororientierung: „Stark, du hast vorher geschaut und dann direkt gepasst!“

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Scannen: wiederholtes, kurzes Umschauen, um Informationen zu sammeln.
    • Vororientierung: schon vor dem ersten Kontakt wissen, was als Nächstes passiert.
    • Entscheidungsfindung: aus den Infos (Raum, Gegner, Mitspieler) die beste Option wählen.

    Auch Regeln beeinflussen Entscheidungen: Wenn Kinder verstehen, wann ein Laufweg sinnvoll ist, hilft z. B. Abseits einfach erklärt für Kinder dabei, den Blick für Raum und Timing zu schärfen.

    FAQ

    Was ist mit „Kopf hoch“ im Fußball genau gemeint?

    „Kopf hoch“ ist ein Coachingpunkt, der Kinder daran erinnert, nicht nur auf den Ball zu schauen, sondern regelmäßig das Umfeld zu scannen: Mitspieler, Gegner, freie Räume und das Tor.

    Ab welchem Alter sollten Kinder „Kopf hoch“ lernen?

    Schon ab U7/U8 kannst du es spielerisch anbahnen, z. B. mit Aufgaben wie „Vor der Annahme einmal umschauen“. In U9–U13 wird es immer wichtiger, weil Tempo und Gegnerdruck steigen.

    Wie trainiert man „Kopf hoch“, ohne Kinder zu überfordern?

    Nutze kurze, klare Reize und viele Wiederholungen: kleine Spielformen, Dribbling mit Blickwechseln und Lob für gute Vororientierung. Wichtig ist, dass Ballkontrolle und Scannen gemeinsam wachsen dürfen.

    Häufig gestellte Fragen

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