Ehrenamt & Mitarbeiter

    Ehrenamtliche Trainer finden und binden

    Ehrenamtliche Trainer:innen sind das Rückgrat jeder Nachwuchsabteilung. Mit klaren Rollen, gutem Onboarding und echter Wertschätzung gewinnt und bindet dein Verein motivierte Menschen.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 11 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Ehrenamtliche Trainer:innen sind das Herz vieler Nachwuchsabteilungen – ohne sie rollt der Ball nicht. Gleichzeitig wird es für Vereine immer anspruchsvoller, motivierte Menschen zu finden und langfristig zu halten. Gute Nachricht: Mit einem klaren Plan, wertschätzender Kultur und einfachen Werkzeugen klappt es – auch bei kleinen Vereinen auf dem Land.

    Kurz gesagt: Ehrenamtliche Trainer findest du am ehesten über persönliche Ansprache im eigenen Umfeld und eine kleine, klar umrissene Einstiegsrolle. Du bindest sie mit Planbarkeit, Begleitung (Tandem statt Einzelkämpfer), bezahlter Qualifizierung und sichtbarer Anerkennung.

    Warum ehrenamtliche Trainer:innen das Rückgrat sind

    Ehrenamtliche tragen nicht nur Trainingseinheiten, sie prägen die Kultur. Kinder orientieren sich an ihnen, Eltern bauen auf sie, Vorstände brauchen sie. Wie groß die Abhängigkeit ist, zeigt der Sportentwicklungsbericht 2023–2025: 94,4 Prozent der befragten Fußballtrainer (nicht repräsentative Befragung 2024) arbeiten ehrenamtlich, im Schnitt rund fünf Stunden pro Woche für 1,5 Mannschaften, und 60 Prozent trainieren Kinder. Die Zahl der Trainer in deutschen Sportvereinen ist laut Bericht stabil, wächst aber nicht mit den steigenden Mitgliederzahlen mit – die Last pro Kopf nimmt also zu. Besonders problematisch ist laut Bericht der Rückgang junger Engagierter.

    Wer das ernst nimmt, stellt sich zwei Fragen: Wen suchen wir genau – und was bieten wir ihnen konkret? Bewährt hat sich, Potenziale im Umfeld früh zu erkennen: Eltern mit Sportbezug, ältere Geschwister, ehemalige Spieler:innen, Studierende der Sportwissenschaft. Viele sagen anfangs: „Ich habe doch keine Erfahrung.“ Genau hier setzt gutes Onboarding an.

    Zielgruppen definieren: Wen sprechen wir an?

    Typische Profile

    • Eltern mit Fußballaffinität: Bringen Verlässlichkeit und Nähe zur Mannschaft mit.
    • Ehemalige Spieler:innen: Haben Spielverständnis, brauchen didaktische Begleitung.
    • Studierende/Auszubildende: Suchen Praxis und Referenzen.
    • Quereinsteiger:innen: Kommen aus anderen Sportarten oder pädagogischen Feldern.

    Nutzen klar benennen

    • Sinn & Wirkung: Direkter Beitrag zur Entwicklung von Kindern.
    • Qualifizierung: Interne Schulungen, Unterstützung bei Lehrgängen (z. B. Kindertrainer-Zertifikat oder DFB-Basis-Coach).
    • Teamkultur: Co-Coaching, Austausch, Feedback.
    • Flexibilität: Rollen in verschiedenen Zeitumfängen.

    Frag dich: Wen aus dieser Liste haben wir bereits im Umfeld – und wen erreichen wir noch nicht?

    Systematisches Recruiting: So findet ihr ehrenamtliche Trainer

    1) Botschaft schärfen

    Formuliere ein konkretes Rollenprofil statt einer allgemeinen „Wir suchen Hilfe“-Aussage.

    • Rolle: Co-Trainer:in U9, 1x Training/Woche, 90 Minuten
    • Aufgaben: Station betreuen, Aufwärmen leiten, Spieltag unterstützen 1x/Monat
    • Support: Mentoring durch erfahrene Trainer, Übungsbank mit fertigen Einheiten
    • Mehrwert: Zertifikat am Saisonende, Fortbildungszuschuss

    Ein kurzer, klarer Call-to-Action wirkt besser als lange Wunschlisten.

    2) Die richtigen Kanäle bespielen

    • Elternabend & Heimspiele: Persönliche Ansprache funktioniert am besten.
    • Soziale Medien: Storys vom Trainingsalltag, kurze Trainer:innen-Statements.
    • Schulen & Kitas: AGs anbieten, Hospitation ermöglichen.
    • Hochschulen/Berufsschulen: Praxisplätze, Praktika, Projektarbeiten.
    • Ehemaligen-Netzwerk: E-Mail oder WhatsApp-Gruppe für Ex-Spieler:innen.
    • Eigene Jugend: B- und A-Jugendliche als Helfer im Kindertraining einsetzen und über den DFB-Junior-Coach qualifizieren – wie das gelingt, zeigt Junior-Coaches aufbauen.

    Frage beim Ansprechen gezielt: „Hättest du Lust, nächste Woche eine Station zu übernehmen? 20 Minuten reichen.“ Der erste Schritt muss leicht sein.

    3) Niedrigschwelliger Einstieg

    • Schnupper-Coaching: Zwei Termine ohne Verpflichtung.
    • Micro-Rollen: „Ball- und Materialmanager:in“, „Aufwärm-Coach“, „Torwart-Betreuer:in“.
    • Co-Coaching: Neue nie allein lassen – Tandem-Konzept als Standard.

    Übrigens: Inhalte sollten sofort griffbereit sein. Verweise neue Trainer:innen z. B. auf praxisnahe Ressourcen wie unser Koordinationstraining für junge Fußballer oder „leicht verdauliche“ Regeln wie Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Onboarding: Der 30-Tage-Plan, der wirklich trägt

    Ein gutes Onboarding bindet stärker als jedes Geschenk. Ein bewährter 30-Tage-Plan:

    Woche 1: Willkommen und Orientierung

    • Kurzes Willkommensgespräch (15 Min): Ziele, Umfang, Erreichbarkeit.
    • Material zeigen: Bälle, Hütchen, Leibchen, Schlüsselsystem.
    • Zugriff auf die Übungsbibliothek (Cloud/Ordner) inklusive 3 fertiger Einheiten.
    • Erste Aufgabe: Aufwärmteil bei der U9 leiten – gemeinsam vorbereitet.

    Woche 2: Erste Verantwortung

    • Stationenarbeit übernehmen, klare Coaching-Punkte:
      • Laut, klar, freundlich anleiten
      • Max. Wartezeit: 20 Sekunden
      • Technik zeigen, 1-2 Kernhinweise geben
    • Kurzes Feedback nach dem Training: 2 Stärken, 1 Entwicklungsimpuls.

    Woche 3: Spieltag erleben

    • Rolle definieren: Aufwärmen, Wechseltafel, Feedback in der Pause.
    • Elternkontakt begleiten: Wie erkläre ich Spielzeiten kindgerecht?
    • Verweis auf die Eltern-Checkliste: Das erste Fußballspiel – hilft, Erwartungen zu klären.

    Woche 4: Eigenständiger Baustein

    • Eigener 20-Minuten-Block (z. B. Torschuss oder 1-gegen-1).
    • Feedbackgespräch mit Perspektive: „Was macht dir am meisten Spaß? Wovon willst du mehr?“

    Qualifizieren ohne zu überfordern

    Neue Ehrenamtliche brauchen schnelle Erfolge, keine Theorieflut.

    • Startpaket: 6 einfache, spielnahe Übungsformen (z. B. Dribbelparcours, Funino, Torschuss).
    • Video-Snacks: 1–3 Minuten Clips statt 60-Minuten-Webinar.
    • Patenmodell: Erfahrene Trainer:in als feste Ansprechperson.
    • Fortbildung light: Vereinsinterner Workshop 90 Minuten pro Quartal.
    • Offizieller Einstieg: Für Bambini bis E-Jugend ist das DFB-Kindertrainer-Zertifikat gedacht (20 Lerneinheiten, zwei Präsenztage, drei Online-Phasen, je nach Landesverband rund 30 bis 90 Euro). Biete an, die Gebühr zu übernehmen. Alles zu Ablauf und Kosten steht in Trainerschein im Kinderfußball – alle Infos.

    Tipp aus der Praxis: Nutzt wiederkehrende Schwerpunkte. Eine Woche „Dribbling“, dann „Passen“, dann „Abschluss“. Verlinkt bei Bedarf konkret auf Ressourcen wie „Torschuss“ – z. B. Torschuss aus der Bewegung – und lasst neue Trainer:innen diese Einheit anpassen.

    Rahmenbedingungen, die binden

    Viele Vereine suchen – wenige denken konsequent an Bindung. Was hält Ehrenamtliche langfristig?

    • Planbarkeit: Fester Terminplan, Vertretungspool, frühzeitige Spieltag-Info.
    • Wertschätzung: Namentliche Erwähnung auf Website und im Vereinsheft, Saisonabschluss mit Dank.
    • Kostenübernahme: Fahrtenpauschale, Trikot/Trainerjacke, Fortbildungszuschüsse.
    • Mitgestaltung: Stimmt Trainingszeiten gemeinsam ab, fragt nach Wunschteams.
    • Pausen zulassen: Ehrenamt ist Marathon, nicht Sprint. Sabbaticals ermöglichen und Rückkehr erleichtern.

    Klingt banal? Der DFB führt den Rückgang der Ehrenamtlichen in den Fußballvereinen selbst auf mangelnde Wertschätzung, fehlende Zeit und gestiegene Anforderungen in der Arbeitswelt zurück. Im DFB-Amateurfußball-Barometer „Ehrenamt“ (2021) lag bei Menschen, die sich nicht engagieren, Zeitmangel mit 52,5 Prozent klar vorn, vor „Ich weiß nicht, wo ich helfen kann“ (15,4 Prozent) und fehlender Wertschätzung (13,3 Prozent). Zeit und Anerkennung gehören also beide auf deine Liste: kleine, planbare Rollen gegen den Zeitmangel, persönlicher Dank gegen das Gefühl, selbstverständlich zu sein. Die Trainer selbst sind laut Sportentwicklungsbericht 2023 mit ihrer Tätigkeit insgesamt sehr zufrieden; am wenigsten zufrieden sind sie mit steuerlichen Vergünstigungen, dem verbandlichen Meldewesen und der Offenheit des Verbands für Kritik.

    Geld & Recht: Aufwandsentschädigung, Pauschalen und Führungszeugnis

    Viele Gespräche mit potenziellen Trainer:innen scheitern nicht am Willen, sondern an offenen Fragen: „Bekomme ich etwas für den Aufwand? Und was muss ich formal erledigen?“ Wer hier souverän antwortet, wirkt professionell – und baut Einstiegshürden ab.

    Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale (Deutschland)

    • Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG): Seit dem 1. Januar 2026 können nebenberufliche Trainer:innen bis zu 3.300 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei als Aufwandsentschädigung erhalten (vorher 3.000 Euro).
    • Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG): Für andere Vereinsaufgaben – etwa Organisation oder Kassenführung – sind seit 2026 bis zu 960 Euro pro Jahr steuerfrei möglich (vorher 840 Euro).
    • Voraussetzung ist jeweils eine nebenberufliche Tätigkeit für einen gemeinnützigen Verein. Beide Pauschalen lassen sich kombinieren – allerdings nur für unterschiedliche Tätigkeiten (z. B. Training plus Kassenführung), nicht doppelt für dieselbe Aufgabe.

    Für dein Recruiting heißt das: Du kannst ehrlich sagen, dass Ehrenamt kein „Nullkostenjob“ sein muss. Wichtig ist Transparenz – legt im Vorstand fest, wer welche Pauschale in welcher Höhe erhält, und kommuniziert das einheitlich. In Österreich und der Schweiz gelten eigene steuerliche Regeln; kläre die Details dort mit deinem Verband oder einer Steuerberatung.

    Haftung und Versicherung

    • Haftung: Vereinsmitglieder, die unentgeltlich oder für höchstens 3.300 Euro im Jahr für den Verein tätig sind, haften dem Verein seit 2026 nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit und können bei Ansprüchen Dritter Freistellung vom Verein verlangen (§ 31b BGB). Für Trainer ohne Vereinsmitgliedschaft gilt das nicht – ein guter Grund, neue Leute als Mitglied aufzunehmen.
    • Unfallversicherung: Über die Sportversicherung des Landessportbunds (meist ARAG) sind Übungsleiter und Trainer laut WLSB-Vertrag auch ohne Mitgliedschaft versichert, einschließlich des direkten Wegs zum Training. Automatisch gesetzlich unfallversichert sind Ehrenamtliche im Sportverein dagegen nicht; gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger können sich freiwillig bei der VBG versichern. Details klärst du mit dem Versicherungsbüro deines Landessportbunds.

    Erweitertes Führungszeugnis und Kinderschutz

    Wer im Kinder- und Jugendbereich trainiert, braucht neben Motivation auch einen sauberen formalen Rahmen. Bewährt haben sich drei Bausteine:

    • Erweitertes Führungszeugnis für Trainer:innen und Betreuer:innen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Ob und für wen es nötig ist, regelt die Vereinbarung mit dem Jugendamt nach § 72a SGB VIII bzw. das Schutzkonzept deines Vereins – entscheidend sind Art, Intensität und Dauer des Kontakts (z. B. regelmäßige Gruppen, Fahrdienste, Umkleiden). Für Vereinsfahrten mit Übernachtung empfiehlt die Deutsche Sportjugend die Einsicht generell. Für Ehrenamtliche ist die Beantragung kostenfrei, wenn der Verein einen entsprechenden Nachweis ausstellt.
    • Klare Konsequenz: Wer einschlägig vorbestraft ist, darf im Verein nicht mit Kindern arbeiten. Und wer die vorgesehene Einsicht verweigert, übernimmt keine kinderbezogene Aufgabe.
    • Feste Ansprechpersonen für Kinderschutz, ein vom Vorstand beschlossener Verhaltenskodex und kurze Schulungen für das Trainerteam.

    Für dein Onboarding bedeutet das: Nimm das Führungszeugnis von Anfang an in die Willkommensmappe auf; wie Antrag und Dokumentation laufen, erklärt Erweitertes Führungszeugnis im Verein. Eine Vorlage für Regeln zu Nähe und Distanz findest du im Verhaltenskodex für Trainer im Kinderfußball. Wer das als Selbstverständlichkeit statt als Misstrauensvotum kommuniziert, stärkt das Vertrauen der Eltern und schützt Kinder wie Trainer:innen gleichermaßen.

    Kommunikation mit Eltern: Partner statt Publikum

    Eltern sind keine Störfaktoren, sondern Ressourcen. Klare Absprachen verhindern Frust.

    • Kick-off-Infobrief: Ziele, Spielzeitmodell, Kommunikationswege.
    • Mithilfeplan: Fahrdienst, Trikotwäsche, Catering – Rollen rotieren.
    • Sichtbares Feedback: „Heute hat das Aufwärmen von Frau Müller super funktioniert, danke!“

    Was hat das mit Recruiting zu tun? Wer sich gesehen fühlt, steigt eher ein. Viele Co-Trainer:innen kommen über kleine Aufgaben ins Team.

    Digitale Organisation leicht gemacht

    • Teamkalender: Training, Spiele, Abwesenheiten – alle sehen’s.
    • Vorlagen-Ordner: Einheiten, Spielformen, Elternbriefe – sauber sortiert.
    • Kurze Retro nach jedem Block (10 Min): Was lief? Was ändern wir?

    Das reduziert Chaos und schafft Sicherheit – besonders für neue Leute.

    Mini-Toolbox: Sofort umsetzbare Schritte

    • Heute: Liste mit 10 potenziellen Personen erstellen und gezielt ansprechen.
    • Diese Woche: Rollenprofil und Schnupperangebot posten (Social Media + Aushang + Eltern-Chat).
    • Diesen Monat: Onboarding-Mappe bauen (Kontaktliste, Hallenplan, 6 Übungen, Feedbackbogen).
    • Diese Saison: Patenmodell, Quartalsworkshop, Abschlussdank etablieren.

    Häufige Stolperfallen – und bessere Lösungen

    StolperfalleBessere Lösung
    „Wer kann, soll einfach kommen“Klare Zeitfenster und Micro-Rollen.
    „Mach du mal die E-Jugend“Co-Coaching statt Einzelverantwortung.
    „Fortbildung später“Erste Einheit sofort liefern, Fortbildung häppchenweise.
    „Danke per Rundmail“persönliches Dankeschön, konkret auf Leistung bezogen.

    Fazit: Finden ist wichtig – binden ist entscheidend

    Ehrenamtliche Trainer finden heißt: Zielgruppen klar ansprechen, Einstieg niedrigschwellig machen, erste Erfolgserlebnisse ermöglichen. Ehrenamtliche Trainer binden heißt: Planbarkeit, Wertschätzung, Qualifizierung und Mitgestaltung konsequent leben. Wer das systematisch angeht, gewinnt nicht nur mehr Trainer:innen – er baut eine Kultur, in der Menschen bleiben wollen. Und genau diese Kultur spüren Kinder, Eltern und der ganze Verein – jeden Trainingstag.

    Häufig gestellte Fragen

    Für den Einstieg reichen oft 1–2 Einheiten pro Woche à 60–90 Minuten plus gelegentliche Spieltage. Mit Micro-Rollen (z. B. Aufwärm-Coach) kann der Umfang weiter reduziert werden. Wichtig ist die Planbarkeit: feste Termine, Vertretungspool und klare Aufgaben.

    Nein. Für Bambini bis E-Jugend gibt es auf Kreisebene in aller Regel keine Lizenzpflicht. Für den Einstieg genügen eine strukturierte Einarbeitung, einfache Übungsformen und Co-Coaching. Mittelfristig lohnt sich das Kindertrainer-Zertifikat (20 Lerneinheiten) oder der DFB-Basis-Coach als erster Baustein der C-Lizenz – der Verein sollte Zeit und Kosten unterstützen.

    Ja. In Deutschland können nebenberufliche Trainer:innen über die Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG) seit dem 1. Januar 2026 bis zu 3.300 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei erhalten. Für andere Vereinsaufgaben gibt es zusätzlich die Ehrenamtspauschale von bis zu 960 Euro jährlich. Voraussetzung ist eine nebenberufliche Tätigkeit für einen gemeinnützigen Verein; beide Pauschalen sind nur für unterschiedliche Tätigkeiten kombinierbar.

    Ob und für wen ein erweitertes Führungszeugnis nötig ist, regelt die Vereinbarung deines Vereins mit dem Jugendamt (§ 72a SGB VIII) bzw. euer Schutzkonzept. Maßgeblich sind Art, Intensität und Dauer des Kontakts zu Kindern – wer regelmäßig ein Team trainiert, Kinder zu Spielen fährt oder bei Fahrten mit Übernachtung dabei ist, sollte es in aller Regel vorlegen. Für Ehrenamtliche ist die Beantragung kostenfrei, wenn der Verein einen entsprechenden Nachweis ausstellt. Nimm das Thema fest ins Onboarding auf und kombiniere es mit festen Ansprechpersonen und einem Verhaltenskodex.

    Sorge für Wertschätzung (persönliches Feedback, sichtbare Anerkennung), Planbarkeit (Kalender, Vertretungen) und Entwicklung (Workshops, Patenmodell). Biete Mitgestaltungsmöglichkeiten und akzeptiere Pausen. Ein verlässliches Onboarding und regelmäßige Kurz-Retros stärken die Bindung.

    Am wirkungsvollsten ist die persönliche Ansprache im Vereinsumfeld: Elternabende, Heimspiele, ehemalige Spieler:innen. Ergänze das durch Social Media, Aushänge an Schulen/Kitas und Kontakte zu Hochschulen. Eine klare Rollenbeschreibung mit kleinem Schnupperangebot erhöht die Zusagequote deutlich.

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