Foulspiel & 10-Meter: Futsal kindgerecht erklärt
Im Futsal werden bestimmte Fouls als kumulierte Fouls gezählt – und ab einer Grenze führt jedes weitere Foul zum 10‑Meter‑Strafstoß. Hier bekommst du eine kindgerechte Erklärung mit Praxisbeispielen und Coaching-Tipps für Training und Spiel.
Futsal ist schnell, technisch und macht Kindern in der Halle richtig Spaß. Gleichzeitig sorgt eine Regel immer wieder für Fragezeichen bei Eltern und Trainern: Foulspiel, Foulkonto und der 10‑Meter‑Strafstoß. Warum gibt es im Futsal überhaupt ein „Foulkonto“? Und wieso kann ein Team plötzlich einen 10‑Meter bekommen, obwohl das Foul gar nicht im Strafraum war?
Damit du es kindgerecht erklären kannst, hilft ein klares Bild: Im Futsal sollen Kinder mutig verteidigen, aber ohne ständiges Halten, Stoßen oder „Stop-Fouls“. Deshalb zählen bestimmte Fouls zusammen – und ab einem Punkt wird es richtig teuer.
Was zählt im Futsal als Foulspiel?
Im Grundsatz gilt: Ein Futsal Foul ist alles, was unfair oder gefährlich ist und den Gegner regelwidrig behindert. Viele Situationen kennst du aus dem Fußball – im Futsal werden sie wegen Tempo und Hallenboden aber oft schneller heikel.
Typische Futsal-Fouls (einfach erklärt)
- Treten oder Beinstellen: Auch „leichtes Haken“ zählt.
- Schubsen oder Rempeln: Besonders, wenn der Gegner keine Chance hat, stabil zu stehen.
- Halten/Ziehen am Trikot oder Arm.
- Grätschen in den Gegner: In vielen Jugend-Hallenrunden ist Grätschen generell eingeschränkt oder verboten – prüfe die Turnierregeln.
- Handspiel (wie im Fußball abhängig von Absicht und Armhaltung).
Wichtig für Kinder: Nicht jede Berührung ist gleich ein Foul. Die Schiedsrichter achten vor allem auf Unfairness, Risiko und Vorteil. Eine gute Leitfrage für dein Team: „Kann der Gegner danach noch sicher weiterspielen – oder wurde er unfair gestoppt?“
Das Futsal Foulkonto: Was bedeutet „kumulierte Fouls“?
Im Futsal gibt es kumulierte Fouls. Das bedeutet: Bestimmte direkte Freistöße werden mitgezählt – pro Team und pro Halbzeit.
Du kannst es Kindern so erklären:
- Jedes Team hat in einer Halbzeit ein „Foul-Konto“.
- Jedes gezählte Foul ist wie ein Strich.
- Ab einem bestimmten Strich gibt es statt normalem Freistoß einen 10 Meter Strafstoß.
Genau dieses Zählsystem wird oft als Futsal Foulkonto bezeichnet.
Welche Fouls zählen ins Foulkonto?
Gezählt werden in der Regel direkte Freistoß-Fouls (also Fouls, für die es einen direkten Freistoß gibt: treten, schubsen, halten, beinstellen, Handspiel etc.).
Nicht in dieses Konto fallen typischerweise:
- indirekte Freistöße (z. B. technische Vergehen)
- Verwarnungen ohne direkten Freistoß (kommt selten vor)
Tipp für die Praxis: Lass dein Team wissen, dass es nicht um „hart“ oder „weich“ geht, sondern um die Art des Fouls. Ein „kleines Halten“ kann genauso zählen wie ein deutlicher Rempler.
Der 10 Meter Strafstoß im Futsal: Wann gibt’s ihn?
Der 10 Meter Strafstoß (oft auch „10‑Meter“ genannt) ist eine Spezialregel im Futsal. Er kommt ins Spiel, wenn ein Team in einer Halbzeit zu viele kumulierte Fouls sammelt.
In vielen Regelwerken gilt:
- Ab dem 6. kumulierten Foul in einer Halbzeit gibt es einen 10 Meter Strafstoß.
- Jedes weitere kumulierte Foul (7., 8., …) führt erneut zu einem 10‑Meter.
Das ist der Kern: Der 10‑Meter ist eine Art „Team-Strafe“, damit Mannschaften nicht durch viele kleine Fouls das Spiel kaputt machen.
10 Meter trotz Foul weit weg vom Tor – wie kann das sein?
Genau das ist der Punkt, den Kinder oft nicht verstehen: Der 10‑Meter entsteht nicht, weil das Foul im Strafraum war, sondern weil das Team zu viele Fouls gesammelt hat.
Kindgerechtes Beispiel:
- Team Blau hat schon 5 gezählte Fouls.
- Jetzt hält ein Spieler in der eigenen Hälfte kurz am Trikot, damit der Gegner nicht kontern kann.
- Das ist das 6. Foul.
- Ergebnis: 10‑Meter‑Strafstoß für Team Rot.
Frage an dein Team: „Lohnt sich dieses Halten wirklich, wenn es am Ende einen fast sicheren Torschuss aus 10 Metern gibt?“
Unterschied: Strafstoß (6 m) vs. 10‑Meter (kumulierte Fouls)
Im Futsal gibt es zwei „große“ Standards, die leicht verwechselt werden:
- 6‑Meter‑Strafstoß: Wenn ein Foul im Strafraum passiert (wie im Fußball).
- 10‑Meter‑Strafstoß: Wenn ein Team zu viele kumulierte Fouls in der Halbzeit hat (meist ab dem 6.).
Merksatz für Kinder:
- „Im Strafraum = 6 Meter.“
- „Zu viele Team-Fouls = 10 Meter.“
So erklärst du das Foulkonto kindgerecht (ohne Regel-Vortrag)
Kinder lernen Regeln am besten über Bilder und kurze Wiederholungen.
1) Das „Strichliste“-Bild
- Trainer oder Kapitän zählt laut mit: „Das war Foul Nummer 3.“
- Nach jedem gezählten Foul machst du sichtbar einen Strich (z. B. auf einem Zettel).
- Ab Strich 6: „Jetzt gibt’s bei jedem weiteren Foul 10 Meter.“
2) Die „Ampel“-Logik
- Grün (0–2 Fouls): normal verteidigen, sauber bleiben.
- Gelb (3–5 Fouls): vorsichtiger, keine unnötigen Stop-Fouls.
- Rot (ab 6): kein Ziehen, kein Halten – lieber Laufduell.
3) Verknüpfe es mit Verteidigungs-Technik
Viele Fouls entstehen, weil Kinder im 1 gegen 1 zu spät kommen oder die Füße kreuzen. Hilfreich sind einfache Duellregeln und saubere Stellung.
Passend dazu: In unserem Beitrag Verteidigen im 1v1: 8 Duellspiele (U10–U15) findest du Spielformen, die Körperstellung, Abstand und Timing verbessern – und damit ganz automatisch Fouls reduzieren.
Praktische Spielsituationen: Was ist schlau, wenn das Foulkonto voll ist?
Wenn dein Team bei 4 oder 5 kumulierten Fouls steht, wird Spielintelligenz wichtig.
Situation A: Gegner kontert – „taktisches Foul“ ja oder nein?
Im Feldfußball wird ein taktisches Foul manchmal in Kauf genommen. Im Futsal ist das oft ein Eigentor in Zeitlupe.
Besser:
- Rückwärts sprinten und Passwege schließen statt ziehen.
- Den Gegner nach außen lenken.
- Torwart und letzter Spieler sprechen: „Links! Rechts! Zeit!“
Situation B: 2 gegen 1 verteidigen ohne Foul
Viele 10‑Meter entstehen, weil im 2 gegen 1 panisch gegrätscht oder gehalten wird.
Coachingpunkte:
- Ballführenden stellen, aber nicht reinstechen.
- Passlinie zum Mitspieler blocken.
- Geduldig bleiben: „Erst lenken, dann attackieren.“
Dazu passt: Abwehr im 2-gegen-1: Coachingpunkte & 6 Spiele hilft dir, genau diese Momente sauber zu trainieren.
Situation C: Standards verteidigen ohne unnötige Fouls
In der Halle entstehen viele Fouls bei Standards, weil Spieler zu eng stehen oder schieben.
Tipp:
- Klare Aufgaben: Wer blockt den Schussweg? Wer deckt den zweiten Pfosten?
- Hände „am Körper“, nicht am Gegner.
Als Ergänzung lohnt sich: Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+) – viele Prinzipien lassen sich auf Hallen-Standards übertragen.
10‑Meter schießen und halten: einfache Tipps für Kinder
Der 10‑Meter ist psychologisch: viel Druck, wenig Anlauf, alle schauen zu.
Für Schützen
- Ruhiger Anlauf (2–4 Schritte reichen).
- Innenrist für Kontrolle oder Spann für Härte – aber lieber platziert als „voll drauf“.
- Vor dem Schuss entscheiden: „Links oder rechts?“ Dann dabei bleiben.
Wenn du Schusstechnik in der Halle spielerisch trainieren willst, hilft dir Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
Für Torhüter
- Groß machen, aber nicht zu früh springen.
- Auf den Standfuß achten (zeigt oft die Ecke an).
- Nach dem Ball schnell umschalten: Futsal bleibt schnell.
Häufige Missverständnisse (und wie du sie auflöst)
- „Das war doch kein hartes Foul!“ → Entscheidend ist, ob es ein direktes Freistoß-Foul ist. Auch leichtes Halten zählt.
- „Warum 10 Meter, das war doch im Mittelfeld?“ → Weil es um die Anzahl der kumulierten Fouls geht, nicht um den Ort.
- „Dann verteidigen wir lieber gar nicht mehr.“ → Doch, aber sauber: Abstand, seitlich stellen, Passwege schließen.
Fazit: Foulkonto verstehen heißt fairer und besser verteidigen
Wenn Kinder das Futsal Foulkonto und die Logik der kumulierten Fouls verstehen, spielen sie automatisch cleverer: weniger Halten, weniger Rempeln, mehr Laufarbeit und bessere Stellung. Der 10 Meter Strafstoß ist dabei kein „Zufall“, sondern eine klare Konsequenz für zu viele direkte Freistoß-Fouls in einer Halbzeit.
Dein Ziel als Trainer oder Elternteil: Erkläre die Regel mit einfachen Bildern (Strichliste/Ampel), trainiere sauberes 1v1- und 2v1-Verteidigen – und schon wird aus „Warum pfeift der das?!“ ein echtes Spielverständnis.
Häufig gestellte Fragen
Verwandte Artikel
Abwehrseite lenken: Gegner nach außen führen
Beim Abwehrseite lenken führst du den Angreifer bewusst nach außen, um die Mitte zu schützen. Das macht Abschlüsse schwerer und gibt deinem Team Zeit zum Absichern.
Zentrum schließen: Bedeutung im Verteidigen
„Zentrum schließen“ heißt: Die Mitte vor dem eigenen Tor sichern und gefährliche Pässe nach innen verhindern. Mit klarer Positionierung und guter Körperstellung lenkst du Angriffe nach außen und verteidigst einfacher.
Klärungsaktion: Ball wegschlagen – wann sinnvoll?
Eine Klärungsaktion bringt den Ball schnell aus der Gefahrenzone, wenn vor dem Tor Druck entsteht. Mit einfachen Regeln lernen Kinder, wann Sicherheit wichtiger ist als ein riskanter Pass.