Regelwerk & Wissen

    Abstoß - Wann und wie?

    Der Abstoß ist die Spielfortsetzung, wenn der Ball zuletzt vom Angreifer berührt wurde und über die Torauslinie geht. Hier lernst du die Abstoß Regeln, typische Kinderfußball-Beispiele und häufige Fehler kennen.

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    13. Okt. 2025
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    6 Min. Lesezeit

    Der Abstoß ist eine Spielfortsetzung, wenn der Ball zuletzt von der angreifenden Mannschaft berührt wurde und vollständig über die Torauslinie neben dem Tor geht – ohne dass ein Tor fällt.

    Abstoß: Wann gilt er? (Abstoß-Regeln)

    Ein Abstoß passiert immer dann, wenn:

    • der Ball komplett hinter der Torlinie (Torauslinie) ist,
    • kein Tor erzielt wurde,
    • ein Spieler der angreifenden Mannschaft den Ball zuletzt berührt hat.

    Klingt einfach. Doch was heißt „komplett“? Entscheidend ist: Der Ball muss mit seinem ganzen Umfang die Linie überqueren. Rollt er noch auf der Linie oder berührt sie, läuft das Spiel weiter. Genau dieselbe Logik gilt für ein Tor: Erst wenn der Ball vollständig über der Linie ist, zählt er.

    Abgrenzung: Abstoß oder Ecke?

    Viele Kinder fragen: „Warum gibt es jetzt Abstoß und nicht Ecke?“ Die Antwort ist eine der wichtigsten Abstoß-Regeln:

    • Letzter Kontakt AngriffAbstoß
    • Letzter Kontakt VerteidigungEckstoß

    Wenn also ein Verteidiger den Ball zuletzt berührt und der Ball neben dem Tor über die Torauslinie geht, gibt es Ecke statt Abstoß. Wie ein Eckstoß im Kinderfußball genau abläuft, liest du in Eckstoß-Regeln kindgerecht erklärt.

    Wie wird der Abstoß ausgeführt?

    Nach den Fußballregeln wird der Ball für den Abstoß an einer beliebigen Stelle im Torraum platziert. Dieser Bereich heißt umgangssprachlich „Fünfmeterraum“, ist nach den internationalen Maßen aber 5,50 Meter tief. Der Ball muss ruhig liegen. Anschließend darf ihn ein beliebiger Spieler der verteidigenden Mannschaft spielen – oft der Torwart, im Kinderfußball gerne auch ein Feldspieler.

    Wichtige Punkte für Einsteiger:

    • Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Er muss den Torraum nicht erst verlassen. Ein kurzer Pass zu einem Mitspieler ist deshalb erlaubt.
    • Nach den offiziellen IFAB-Regeln müssen sich die Gegner außerhalb des Strafraums befinden, bis der Ball im Spiel ist. Betritt ein Gegner den Strafraum zu früh und beeinflusst den Aufbau, kann der Abstoß wiederholt werden.
    • Ein Tor kann aus einem Abstoß direkt im gegnerischen Tor erzielt werden. Geht der Ball ohne weiteren Kontakt ins eigene Tor, zählt dagegen kein Eigentor: Das gegnerische Team erhält einen Eckstoß.
    • Der ausführende Spieler darf den Ball nicht sofort ein zweites Mal berühren. Erst muss ein anderer Spieler am Ball gewesen sein.
    • Aus einem Abstoß gibt es kein Abseits, wenn ein Mitspieler den Ball direkt erhält.

    Welche Regeln gelten im Kinderfußball?

    Hier lohnt sich der Blick in die jeweilige Wettbewerbsordnung. Im DFB-Bereich legen häufig die Landes- oder Kreisverbände Details fest; beim ÖFB und beim Schweizerischen Fussballverband gibt es ebenfalls altersabhängige Vorgaben. In Spielformen wie 5-gegen-5 oder 7-gegen-7 können eine Aufbaulinie, verkleinerte Strafräume oder ein Eindribbeln statt des klassischen Abstoßes vorgesehen sein.

    Kurz prüfen: Trainer sollten vor dem Spiel klären, ob der Ball geworfen, gepasst oder eingedribbelt werden darf und wie weit das andere Team zurückweichen muss. Die offiziellen Großfeldregeln gelten nicht automatisch unverändert für jede U7-, U9- oder U11-Runde.

    Im Minifußball nach DFB, ÖFB und SFV und im Funino-Konzept steht der ruhige Spielaufbau bewusst im Mittelpunkt: kurze Wege, viele Ballkontakte, wenig Hektik.

    Typische Kinderfußball-Situation

    Dein Kind schießt aufs Tor, der Ball geht knapp daneben und über die Linie. Jetzt gibt es Abstoß. Viele Teams nutzen das als Ruhemoment: Torwart oder Mitspieler spielen kurz zu einem Verteidiger, um den Spielaufbau zu starten. Genau hier lernen Kinder Freilaufen, erste Ballannahme und Passspiel unter wenig Druck.

    Eine einfache Orientierung hilft: Zwei Mitspieler bieten sich seitlich an, ein dritter bewegt sich etwas weiter nach vorne. So entstehen mehrere Passwege. Funktioniert in der Praxis besser als fünf Kinder, die gleichzeitig direkt vor dem Tor nach dem Ball rufen.

    Wie du diese Situationen gezielt trainierst, zeigen die 7 Spielformen für Abstöße und Spielaufbau (U9–U13). Und wenn du die Prinzipien dahinter verstehen willst, hilft dir Spielaufbau im Kinderfußball – 3 einfache Prinzipien.

    Für die Kinder ohne Ball lohnt sich ein Blick auf das Freilaufen im Strafraum: Wer sich anbietet, gibt dem ausführenden Spieler eine sichere Anspielstation – statt den Ball einfach lang nach vorne zu dreschen.

    Häufige Fehler – und wie du sie erkennst

    Gerade bei Anfängern passieren beim Abstoß typische Missverständnisse:

    • Ball liegt außerhalb des Torraums: Nach den offiziellen Regeln muss er an eine Stelle innerhalb des Torraums gelegt werden, bevor gespielt wird.
    • Der Ball rollt noch: Der Abstoß darf erst ausgeführt werden, wenn der Ball ruhig liegt.
    • Gegner stehen zu nah: Auf dem Großfeld müssen sie den Strafraum verlassen. In Kinderfußball-Formaten schickt der Spielleiter sie je nach lokaler Regel hinter die Aufbau- oder Mittellinie zurück.
    • Doppelberührung: Der ausführende Spieler passt den Ball an und berührt ihn erneut, bevor ein Mitspieler oder Gegner am Ball war.
    • Hektischer Befreiungsschlag: Kinder schlagen den Ball weg, obwohl ein kurzer Pass möglich wäre – und verschenken so den ruhigen Aufbau.

    Häufiger Anfängerfehler: Der Torwart wartet lange auf eine perfekte Lösung. Besser ist eine klare Entscheidung innerhalb von etwa 3 bis 5 Sekunden. Im Training helfen kurze Abstoß-Spielformen mit drei Anspielstationen und 6 bis 8 Wiederholungen pro Seite.

    Tipp für Eltern am Spielfeldrand: Statt „Schieß weit!“ hilft oft die ruhigere Frage: „Siehst du einen freien Mitspieler?“

    Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)

    Der Abstoß ist eine von mehreren Spielfortsetzungen. Diese Begriffe hängen eng zusammen:

    Mini-Merksatz für Kinder

    „Letzter Kontakt Angriff, Ball hinter der Linie: Abstoß!“

    Häufig gestellte Fragen

    Der letzte Ballkontakt entscheidet: Berührt ein Spieler der angreifenden Mannschaft den Ball zuletzt und geht der Ball neben dem Tor über die Torauslinie, gibt es Abstoß. War der letzte Kontakt bei einem Verteidiger, bekommt der Gegner einen Eckstoß. Merke dir einfach: Letzter Kontakt Angriff = Abstoß, letzter Kontakt Verteidigung = Ecke.

    Ja. Nach den aktuellen Regeln ist der Ball im Spiel, sobald er gespielt wurde und sich klar bewegt – er muss den Torraum nicht mehr erst verlassen. Dein Kind darf den Abstoß also sofort kurz zu einem Verteidiger im eigenen Strafraum passen und so einen ruhigen Spielaufbau starten, statt den Ball weit wegzuschlagen.

    Der Ball liegt für den Abstoß ruhend im Torraum, also im kleinen Fünfmeterraum direkt vor dem Tor. Er darf an einer beliebigen Stelle innerhalb dieses Raums platziert werden. Liegt er außerhalb, muss er korrekt zurückgelegt werden, bevor gespielt wird.

    Die Gegenspieler müssen einen vorgeschriebenen Abstand einhalten. In vielen Minifußball- und Funino-Formaten für U7 bis U11 gibt es dafür eine eigene Aufbaulinie oder Mittellinie, hinter die sich das gegnerische Team zurückzieht. So können die Kinder in Ruhe aufbauen, ohne sofort unter Druck zu geraten.

    Nach den offiziellen Regeln ist ein direktes Tor aus einem Abstoß grundsätzlich möglich. Im Kinderfußball wird das je nach Wettbewerb aber oft anders gehandhabt, weil weite Schläge dem Lernziel widersprechen. Dort geht es bewusst um kurzen, sicheren Spielaufbau statt um lange Befreiungsschläge.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    abstoß regeln
    abstoß kinderfußball
    torabstoß erklärung
    spielfortsetzung fußball
    fußballregeln für kinder