Freistoß-Varianten im Kinderfußball: 6 Ideen
Diese Übung liefert dir 6 leicht umsetzbare Freistoß-Varianten für den Kinderfußball. Mit klaren Rollen, einfachen Laufwegen und Coaching-Tipps trainierst du Standards im Kleinfeld strukturiert und kindgerecht.
Standards entscheiden auch im Kinderfußball Spiele – aber nur, wenn Kinder verstehen, was sie tun und warum. Gerade im Kleinfeld (U9–U11) sind Freistöße oft chaotisch: Alle laufen zum Ball, niemand sichert ab, der Schütze schießt „einfach mal“. Mit den folgenden 6 Freistoß-Varianten für Kinder gibst du deinem Team klare Rollen, einfache Laufwege und schnelle Erfolgserlebnisse. Das passt perfekt für beginner und lässt sich in jedes Freistoß Training U11 integrieren.
Übung: „Freistoß-Varianten im Kinderfußball – 6 Ideen“
Ziel der Übung
- Kinder lernen einfache Standardabläufe (Anspiel, Laufweg, Abschluss)
- Verbesserung von Passqualität über kurze Distanz und Torschuss unter leichtem Druck
- Orientierung: Wer macht was? (Schütze, Mitspieler, Block/Screen, Nachschuss)
Material, Spieleranzahl, Dauer
- Material: 1 Tor, 1 Ball (plus Ersatzball neben dem Ausführungsort), 4–8 Hütchen/Markierungsteller (für Ballposition, Laufwege, Startpunkte)
- Spieleranzahl: min. 4, max. 12 (optimal 6–10)
- Dauer: 20–25 Minuten (6 Varianten à 3–4 Minuten inkl. kurzer Erklärung)
Tipp: Nutze passende Feldgrößen für dein Alter – siehe Spielfeldgrößen nach Altersklasse.
Aufbau
- Stelle ein Tor auf (Kleinfeldtor oder Jugendtor).
- Markiere 2–3 typische Freistoßpositionen:
- zentral (ca. 10–16 m)
- halbrechts/halblinks (ca. 10–18 m)
- Optional: 1–3 Verteidiger als „Mauer“ (passiv starten, später aktiv).
Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Freistoß-Ideen)
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Kurzer Doppelpass (Anspiel – Klatschen – Schuss)
- Schütze passt seitlich auf Mitspieler A.
- A lässt direkt („klatschen“) zurück.
- Schütze schießt flach oder halbhoch aufs Tor.
- Coaching-Frage: „Schaffst du es, nach dem Pass direkt in den Schuss zu kommen?“
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Blindside-Laufweg (Abseitsfrei im Kleinfeld, aber Timing zählt)
- Schütze spielt einen kurzen Pass auf A.
- B startet im Rücken der „Mauer“ Richtung Tor.
- A steckt durch in den Lauf von B, Abschluss.
- Hinweis: Im Kleinfeld gibt’s oft kein Abseits – trotzdem hilft Timing. Wenn du Abseits erklärst, nutze Abseits einfach erklärt für Kinder.
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Antäuschen & Rollen (Schussfenster öffnen)
- Schütze läuft an, tut so als schießt, rollt aber kurz seitlich auf A.
- A nimmt mit dem ersten Kontakt Richtung Tor und schließt ab.
- Fokus: Täuschung ohne Theater – kurz, klar, sauber.
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Block/Screen light (ohne Halten!)
- A stellt sich seitlich neben die Mauer (Arme unten, Abstand halten).
- Schütze passt flach auf B.
- B schießt direkt oder nach einem Kontakt.
- Wichtig: Kinder lernen „Blocken“ als Positionieren, nicht als Rempeln.
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Chip/Heber auf den zweiten Pfosten (für Fortgeschrittene in beginner-Form)
- Schütze hebt den Ball weich Richtung zweiter Pfosten.
- A startet ein, versucht Direktabschluss oder legt zurück.
- Für Einsteiger reicht: „Ball über die Mauer, nicht zu hoch.“
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Rebound-Variante (Nachschuss sichern)
- Schütze schießt bewusst flach aufs Tor (Torwart/Abpraller provozieren).
- A und B starten nach dem Schuss in den Strafraum: einer kurzer Pfosten, einer zentral.
- Ziel: zweiter Ball. Viele Kinder bleiben nach dem Schuss stehen – hier lernen sie: Aktion zu Ende spielen.
Variationen nach Altersgruppe
U7–U8 (sehr einfach)
- Nur Varianten 1 und 6.
- Verteidiger/Mauer nur als Hütchenreihe.
- Abschluss aus kurzer Distanz, damit Erfolgserlebnisse entstehen.
U9–U11 (Kleinfeld-Standards)
- Varianten 1–4 regelmäßig rotieren.
- Mauer mit 1–3 aktiven Verteidigern (starten erst nach dem Pass).
- Rollen klar verteilen: Schütze, A, B, Nachschuss.
U12+ (mehr Entscheidung)
- Alle 6 Varianten, Verteidiger sofort aktiv.
- Zusatzregel: Team darf frei wählen, welche Variante gespielt wird (Handzeichen/Codewort).
Coaching-Tipps (damit es wirklich funktioniert)
- Einfach halten: Lieber 2 Varianten sauber als 6 chaotisch.
- Klare Schlüsselwörter: „Kurz!“, „Klatsch!“, „Steck!“ – Kinder merken sich das.
- Pass vor Power: Ein Freistoß scheitert bei Kindern meist am ersten Pass, nicht am Schuss.
- Laufwege markieren: Hütchen als Startpunkte helfen enorm.
- Schussqualität trainieren: Kombiniere diese Einheit mit Torschuss aus der Bewegung, damit Abschlüsse nach Pass wirklich sitzen.
Häufige Fehler – und schnelle Lösungen
- Alle laufen zum Ball: Gib feste Rollen und wechsle nach jedem Versuch.
- Zu lange Erklärungen: Maximal 20–30 Sekunden erklären, dann ausprobieren lassen.
- Schüsse zu hoch: Zielzonen ansagen („unter die Latte ist schwer – spiel lieber flach in die Ecke“).
FAQ
Wie viele Freistoß-Varianten sollten Kinder wirklich können?
Für beginner reichen 2–3 feste Varianten, die regelmäßig wiederholt werden. Kinder profitieren mehr von Wiederholung als von ständig neuen Abläufen. Sobald die Grundideen sitzen (kurz spielen, Laufweg, Abschluss, Nachschuss), kannst du schrittweise erweitern.
Wie trainierst du Freistöße im Kleinfeld, wenn es keine „perfekten“ Freistoßpositionen gibt?
Markiere im Training typische Zonen (zentral/halbrechts/halblinks) mit Hütchen und starte jede Wiederholung von dort. So entstehen Automatismen für Standards Kleinfeld, auch wenn die Spielsituation später leicht anders aussieht.
Was ist wichtiger: direkter Freistoßschuss oder ausgespielte Variante?
Im Kinderfußball ist die ausgespielte Variante oft sinnvoller, weil sie Passspiel, Timing und Entscheidungsverhalten schult. Direkte Schüsse kannst du trotzdem einbauen – aber als Teil eines Plans (z. B. Variante 6 mit Nachschuss), nicht als „Hau einfach drauf“.