Funino & 3v3

    Funino im Kinderfußball: Aufbau, Regeln, Coaching

    Funino ist eine kindgerechte Spielform im 3-gegen-3 mit vier Toren, die viele Ballkontakte und schnelle Entscheidungen ermöglicht. Hier findest du Aufbau, Regeln und Coaching-Tipps für einen gelungenen Einstieg.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 19 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Funino ist mehr als nur „kleines Fußballspielen“. Diese Kinderfußball-Spielform bringt viele Ballaktionen, schnelle Entscheidungen und jede Menge Tore zusammen – genau das, was Kinder im Grundlagenalter brauchen. Statt langer Wartezeiten und weniger Ballkontakte wie im klassischen 7-gegen-7 erleben die Kinder im Minifußball ständig neue Spielsituationen: Dribbeln, Passen, Umschalten, Tore erzielen und verteidigen. Klingt nach Chaos? Mit dem richtigen Aufbau und klaren Regeln entsteht ein strukturierter, kindgerechter Wettbewerb.

    Gerade für Einsteiger als Trainer oder Eltern ist Funino attraktiv: Du brauchst wenig Material, kannst viele Kinder gleichzeitig beschäftigen und sie lernen spielerisch die wichtigsten Prinzipien des Fußballs – ohne komplizierte Taktikvorträge.

    Was ist Funino – und warum passt es so gut in den Kinderfußball?

    Funino ist eine Spielform im 3-gegen-3 (bei den Jüngsten auch 2-gegen-2), gespielt auf mehreren kleinen Feldern mit vier Minitoren (je zwei pro Team). Das Ziel: Kinder sollen mehr Ballkontakte, mehr 1-gegen-1-Situationen und mehr Torabschlüsse bekommen.

    Funino geht auf Horst Wein zurück. In seiner Grundform spielen drei gegen drei ohne Abseits auf vier Minitore: Jedes Team verteidigt zwei nebeneinanderstehende Tore und greift die beiden gegenüberliegenden an, ein Tor zählt nur aus der 6-m-Schusszone. „Funino“ selbst ist übrigens kein Begriff aus dem DFB-Regelwerk. Das 3 gegen 3 auf vier Minitore, das seit 2024/25 zum DFB-Spielbetrieb der G- und F-Jugend gehört, ist an Funino angelehnt, hat aber eigene Maße und Rotationsregeln – die Unterschiede findest du weiter unten.

    Typische Effekte von Funino im Kinderfußball:

    • Viele Wiederholungen von Basistechniken (Annahme, Dribbling, Pass, Torschuss)
    • Schnelles Lernen durch Spiel statt durch lange Übungsreihen
    • Hohe Motivation, weil ständig etwas passiert
    • Bessere Spielintelligenz, weil Kinder ständig Lösungen finden müssen

    Warum ist das wichtig? Kinder in diesem Alter lernen vor allem über Erleben, Ausprobieren und Wiederholen. Funino liefert genau diese Lernumgebung.

    Funino Aufbau: Feld, Tore, Teams und Material

    Der Aufbau ist bewusst simpel – und genau das macht Funino so vereins- und elternfreundlich.

    Spielfeldgröße (Richtwerte)

    Je nach Alter und Leistungsstand kannst du variieren. Als Orientierung:

    AltersklasseFeldgröße (ca.)
    U6–U718 x 12 m
    U8–U922 x 15 m
    U10–U1126 x 18 m

    Wichtig: Lieber etwas kleiner starten. Ein zu großes Feld führt schnell dazu, dass Kinder „verlaufen“ und weniger in Zweikämpfe kommen.

    Zum Vergleich: Bei den Spielfesten der Landesverbände ist das 3-gegen-3-Feld meist rund 25 x 20 m groß (Spanne etwa 20 x 16 bis 28 x 22 m). Die kleineren Trainingsmaße oben erzeugen mehr Zweikämpfe; am Spieltag gilt das Maß deines Verbands – die Werte je Verband findest du im Vergleich der Landesverbände.

    Funino-Feldmaße im Überblick: Training, Spielbetrieb und Original

    Wer nach der „richtigen“ Funino-Feldgröße sucht, stößt auf ganz unterschiedliche Zahlen. Das liegt daran, dass drei verschiedene Felder gemeint sein können: dein Trainingsfeld, das Feld am Spieltag und Horst Weins Original. Die Tabelle trennt die Werte:

    WofürFeldgröße (ca.)ToreSchusszone
    Trainingfrei wählbar, Richtwerte siehe Tabelle oben4 Minitorenach Bedarf
    DFB-Spielbetrieb G-Jugend, 2 gegen 216 x 20 m4 MinitoreTore zählen ab der Mittellinie
    DFB-Spielbetrieb G- und F-Jugend, 3 gegen 325 x 20 m4 Minitore, max. 2,0 x 1,2 m6 m
    DFB-Spielbetrieb F- und E-Jugend, 4 gegen 4 / 5 gegen 540 x 25 m4 Minitore oder 2 Kleinfeldtore6 m bei Minitoren, bei Kleinfeldtoren ab der Mittellinie
    Funino-Original nach Horst Wein22 x 32 m4 Tore à 2 x 1 m, je Grundlinie 12 m auseinander6 m
    FUNino-Grundform im DFB-Trainingsportal32 x 25 m4 Minitore6 m

    Die Werte für den Spielbetrieb sind ca.-Angaben aus Anhang IV der DFB-Jugendordnung. Welche Teamgröße und welches Maß am Spieltag gilt, legt dein Landesverband in seinen Durchführungsbestimmungen fest.

    Für die U8 und U9 (F-Jugend) heißt das konkret: Im 3 gegen 3 auf vier Minitore spielen die Kinder auf ca. 25 x 20 m mit 6-m-Schusszone. Setzt dein Verband 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 an, wird das Feld mit ca. 40 x 25 m deutlich größer.

    Merke: Trainingsmaß und Spielfest-Maß sind zwei verschiedene Dinge. Im Training baust du das Feld passend zu deinem Ziel – kleiner, wenn du mehr Zweikämpfe willst. Am Spieltag gilt das Maß deines Landesverbands. Die Funino-Grundform nach Horst Wein ist mit rund 32 m Länge deutlich größer als das DFB-Feld im 3 gegen 3 (ca. 25 x 20 m).

    Tore und Markierungen

    • Pro Feld 4 Minitore (ohne Torwart), je 2 pro Team – die Verbände nennen dafür meist Maße zwischen etwa 1,2 x 0,8 m und höchstens 2 x 1,2 m
    • Tore stehen auf der Grundlinie, meist mit etwas Abstand zur Ecke
    • Feld mit Hütchen oder flachen Markierungsscheiben abstecken
    Abb. 1 · Funino-Feld: 3 gegen 3 ohne Torwart, je zwei Minitore auf beiden Grundlinien mit etwas Abstand zur Ecke — jedes Team greift beide gegnerischen Tore an.
    Eigenes TeamGegnerBall

    Material-Checkliste:

    • 4 Minitore pro Feld (oder Stangentore)
    • Hütchen/Markierungsteller
    • Bälle in ausreichender Zahl (damit es kaum Unterbrechungen gibt)
    • Leibchen in 2 Farben

    Funino-Feld aufbauen: Schritt für Schritt

    So steht ein Funino-Feld in wenigen Minuten, auch wenn du allein auf dem Platz bist:

    1. Maß festlegen: Fürs Training wählst du ein Feld aus der Tabelle oben, für Spielfest oder Festival nimmst du das Maß deines Verbands (DFB-Richtwert im 3 gegen 3: ca. 25 x 20 m).
    2. Ecken abstecken: Vier Hütchen oder Markierungsscheiben auf die Ecken legen. Im Training reicht Abschreiten, am Spieltag hilft ein Maßband.
    3. Minitore stellen: Je zwei Minitore auf beide Grundlinien, die Öffnung zeigt ins Feld. Im DFB-Spielbetrieb stehen sie 2 m von der Seitenlinie eingerückt. Fehlen dir Minitore, kannst du sie laut DFB durch Hütchen und Stangen ersetzen. Welche Tore sich für Training und Turnier eignen, zeigt der Beitrag Funino-Equipment: das richtige Material für Training und Turnier.
    4. Schusszonen markieren: 6 m vor jeder Grundlinie eine Linie aus flachen Markierungsscheiben quer über das ganze Feld legen. Nur aus dieser Zone zählt ein Tor.
    5. Mittellinie andeuten: Zwei Hütchen an den Seitenlinien reichen. Nach Horst Wein wird auf Höhe der Mittellinie gewechselt, dort warten also die Wechselkinder. Im 2 gegen 2 der G-Jugend ist die Mittellinie außerdem die Schusslinie.
    6. Außenbereich klären (am Spieltag): Zuschauer halten mindestens 3 m Abstand zum Feld, der DFB-Leitfaden empfiehlt für Eltern sogar 15 m.
    Abb. 2 · Funino-Feld mit Markierungen: gestrichelt die beiden 6-m-Schusszonen vor den Grundlinien und die Mittellinie, je zwei Minitore mit Abstand zur Seitenlinie, Hütchen an Ecken und Linienenden.

    Teams und Organisation

    Klassisch ist 3 gegen 3. Bei vielen Kindern kannst du mehrere Felder parallel aufbauen.

    Praxis-Tipp für Vereine:

    • Baue 2–4 Funino-Felder nebeneinander auf.
    • Spiele im Champions-League-Modus: Gewinner steigen ein Feld auf, Verlierer ein Feld ab.
    • So entstehen automatisch passende Duelle – ohne dass du ständig Teams neu erklären musst.

    Champions-League-Modus: So funktioniert das Auf- und Absteigen

    Der DFB-Leitfaden sieht für Spielfeste auf- und absteigende Felder vor, und viele Landesverbände spielen ihre Festivals in diesem Champions-League-Modus: Nach jedem Durchgang geht das Siegerteam ein Feld weiter, das unterlegene Team ein Feld zurück. Anhang IV der DFB-Jugendordnung lässt optional auch rollierende Felder zu. Einige Verbände und Kreise spielen stattdessen „jeder gegen jeden“ ohne Tabelle: Der Fußball-Verband Mittelrhein lässt das als Alternative zu, der Stadtverband Fußball Dresden spielt so bei den E- und F-Junioren. Maßgeblich ist die Ausschreibung deines Verbands. So setzt du den Modus um:

    1. Felder nummerieren: Baue die Felder nebeneinander auf und gib jedem eine Nummer. Feld 1 ist das oberste, das letzte Feld das unterste.
    2. Teams einteilen: Der DFB-Leitfaden empfiehlt, die Teams vorab nach Spielstärke einzuteilen, damit möglichst ausgeglichene Paarungen entstehen.
    3. Durchgang spielen: Alle Felder starten und enden gleichzeitig, am einfachsten auf deinen Pfiff.
    4. Auf- und absteigen: Der Sieger rückt ein Feld Richtung Feld 1, der Verlierer ein Feld zurück. Wer auf Feld 1 gewinnt oder auf dem letzten Feld verliert, bleibt stehen.
    5. Unentschieden klären: Aufsteigen darf das Team, das das letzte Tor erzielt hat. Steht es 0:0, entscheidet Stein-Schere-Papier.
    6. Pause einplanen: Zwischen den Runden sieht der DFB-Leitfaden drei Minuten Pause vor – Zeit zum Trinken und für den Feldwechsel.

    Nach ein paar Runden spielen so ganz von allein ähnlich starke Teams gegeneinander. Laut DFB wird in den Festivalformen jedes einzelne Spiel gewertet, die Ergebnisse werden aber nicht über den Spieltag hinaus festgehalten. Der Fußball-Verband Mittelrhein geht weiter: Dort werden Ergebnisse weder gesammelt noch ausgewertet.

    Merke: Champions-League-Modus heißt Auf- und Absteigen zwischen den Feldern. „Jeder gegen jeden“ ist ein eigener Modus, den manche Verbände stattdessen ansetzen – welcher gilt, steht in der Ausschreibung deines Verbands.

    Wie du daraus einen kompletten Spieltag mit mehreren Vereinen planst, zeigt die Anleitung Funino-Turnier organisieren.

    Funino-Regeln: Einfach, kindgerecht, schnell

    Die Regeln sind bewusst minimalistisch. Trotzdem lohnt es sich, sie klar zu kommunizieren – am besten kurz und positiv.

    Grundregeln (bewährter Standard)

    • 3 gegen 3, kein Torwart
    • Tore zählen in beide Minitore des Gegners
    • Keine festen Positionen – alle greifen an, alle verteidigen
    • Eindribbeln oder Einpassen statt Einwurf – auch nach Ausbällen und Toren (reduziert Unterbrechungen)
    • Schusszone: Tore zählen nur aus einer Zone von ca. 6 m vor der gegnerischen Grundlinie. Das verhindert Distanzschüsse aufs unbewachte Minitor und belohnt Dribbling und den letzten Pass. Manche Verbände lassen stattdessen Tore ab der Mittellinie zu.
    • Kurze Durchgänge von etwa 5–7 Minuten, dann neue Gegner
    • Rotation: Jedes Team hat 1–2 Wechselkinder, gewechselt wird fliegend nach jedem Tor bzw. spätestens nach 2–3 Minuten – so kommt jedes Kind auf gleich viel Spielzeit

    Je nach Verband gibt es Varianten der Funino-Regeln. Im Spielbetrieb der G- und F-Jugend laufen Spielfeste und Festivals ohne Ergebnislisten und Tabellen. Entscheidend ist: Die Regeln sollen Spielfluss erzeugen, nicht Diskussionen.

    Funino-Regeln im Vergleich: Horst Wein und DFB-Spielbetrieb

    Viele Regelübersichten vermischen Weins Original mit den Regeln aus dem DFB-Spielbetrieb. Im Training kannst du frei kombinieren, am Spieltag gelten die Regeln deines Verbands. Die wichtigsten Unterschiede:

    RegelFunino nach Horst WeinDFB-Spielbetrieb (3 gegen 3 auf vier Minitore)
    Kinder pro Team4, davon 3 auf dem Feld3 auf dem Feld, bis zu 2 Rotationskinder
    Torwartkeinerkeiner
    Tore4 Tore à 2 x 1 m4 Minitore, max. 2,0 x 1,2 m
    Torerzielungnur, wenn der Schütze in der 6-m-Zone stehtnur aus der 6-m-Schusszone
    Ball im AusPass oder Eindribbeln, Gegner mit 3 m AbstandEindribbeln oder Einpassen, Gegner mit 3 m Abstand, wenn nicht schnell fortgesetzt wird
    Eckegibt es nichtwird außerhalb der Schusszone eingedribbelt oder eingepasst
    Abseits und Elfmetergibt es nichtgibt es nicht
    Nach einem Torbeide Teams wechseln ein Kind in fester Reihenfolge; wie es weitergeht, regelt Weins Regelheft von 2004 nichtbeide Teams wechseln ein Kind in festgelegter Reihenfolge; das Team mit dem Gegentor dribbelt oder passt von der Grundlinie ein
    Spielzeit3 x 10 Minuten, am Turniertag 2 x 10 MinutenG-Jugend bis zu 7 x 7 Minuten, F-Jugend bis zu 7 Durchgänge à höchstens 10 Minuten
    Schiedsrichtereiner, möglichst unter 18 Jahrenkeiner – die Kinder entscheiden selbst
    BallGröße 4 (Super Light) oder 5 (Light)Größe 3 (290 g)

    Die verbindlichen Regeln für den Spielbetrieb stehen in Anhang IV der DFB-Jugendordnung, dein Landesverband konkretisiert sie in seinen Durchführungsbestimmungen. Wer eine Regelübersicht zum Ausdrucken für den Spieltag sucht, wird deshalb bei seinem Landesverband fündig.

    Fairplay-Regeln, die wirklich helfen

    Gerade im Anfängerbereich funktionieren einfache Leitplanken:

    • Nach einem Tor: Team, das das Tor kassiert hat, hat Ballbesitz
    • Bei Streit: Ball zum Trainer (kurz entscheiden, weiter geht’s)
    • Körperkontakt: Fair, kein Schubsen – ansonsten Freistoß oder Ballbesitzwechsel
    • Klarer Rückstand: Liegt ein Team drei Tore hinten, darf es ein zusätzliches Kind aufs Feld schicken, bis der Abstand kleiner ist – so regeln es mehrere Verbände bei ihren Festivals

    Coaching im Funino: Weniger steuern, mehr begleiten

    Funino ist ideal, um Coaching „modern“ zu denken: kurz, konkret, kindgerecht. Statt dauernd Anweisungen zu rufen, setzt du Impulse.

    Coaching-Prinzipien für Einsteiger

    • Lass spielen: Unterbrich selten, korrigiere gezielt
    • Coache Fragen statt Befehle: „Wo ist ein freies Tor?“ statt „Spiel nach rechts!“
    • Lobe Entscheidungen, nicht nur Tore: „Gute Idee, du hast den Kopf oben gehabt!“
    • Kurze Korrekturen in 5–10 Sekunden, dann sofort weiter

    Im Spielbetrieb der G- und F-Jugend ist diese Zurückhaltung sogar Regel: Nach den Fair-Play-Regeln der DFB-Jugendordnung geben Trainerinnen und Trainer nur die nötigsten Anweisungen, und zwar aus einer gemeinsamen Coaching-Zone. In der F-Jugend und jünger gibt es keinen Schiedsrichter – die Kinder entscheiden selbst. Beim Festival leitest du das Spiel gemeinsam mit dem Trainerteam des Gegners und greifst nur bei Bedarf ein.

    Welche Inhalte lernen Kinder im Funino automatisch?

    Funino liefert ständig typische Spielsituationen:

    • 1 gegen 1 (Angreifen/Verteidigen)
    • Doppelpässe und „Gib-und-geh“
    • Freilaufen und Passwinkel
    • Umschalten nach Ballgewinn/Ballverlust

    Wenn du gezielt 1 gegen 1 fördern willst, passt ergänzend ein Blick in unseren Beitrag zu 1 gegen 1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15) – viele Ideen lassen sich als Warm-up direkt vor Funino nutzen.

    Praktische Trainingsbeispiele rund um Funino

    Funino kann als Hauptteil einer Einheit laufen – oder als Turnierform am Ende. Für Einsteiger funktioniert ein klarer Ablauf besonders gut.

    Beispiel 1: „Ankommen & Spielen“ (10–15 Minuten)

    Ziel: Sofort Ballkontakte, wenig Erklärzeit.

    • 2 Funino-Felder aufbauen
    • Kinder kommen an, werden schnell in Teams eingeteilt
    • Freies Spielen, Trainer beobachtet

    Coaching-Fokus:

    • „Schau vor der Ballannahme kurz hoch.“
    • „Trau dich ins Dribbling.“

    Für passende Mini-Spiele zur Ballkontrolle eignet sich der Artikel Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).

    Beispiel 2: Funino mit Bonuspunkten (20 Minuten)

    Ziel: Passspiel und Spielintelligenz anbahnen. Regel-Idee:

    • Tor = 1 Punkt
    • Tor nach Doppelpass = 2 Punkte
    • Tor nach Seitenwechsel (von einem Tor zum anderen) = 2 Punkte

    Warum das wirkt: Kinder suchen Lösungen, ohne dass du starre Spielzüge vorgibst. Wenn du Doppelpass-Grundlagen vertiefen willst, hilft Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13).

    Beispiel 3: Funino „Schneller Abschluss“ (15–20 Minuten)

    Ziel: Mut zum Torschuss und saubere Abschlusstechnik. Regel-Idee:

    • Nach Ballgewinn muss innerhalb von 6 Sekunden ein Abschluss erfolgen (sonst Ballbesitzwechsel)

    Coaching-Fokus:

    • „Erster Kontakt nach vorn!“
    • „Schuss aus der Bewegung statt stehen bleiben.“

    Häufige Fehler beim Funino – und wie du sie vermeidest

    Auch wenn Funino simpel ist, schleichen sich typische Probleme ein.

    • Zu viele Kinder pro Feld: Dann sinken Ballkontakte. Lösung: Mehr Felder, kleinere Teams.
    • Zu große Felder: Kinder rennen nur hinterher. Lösung: Feld verkleinern, damit mehr 1 gegen 1 entsteht.
    • Zu viel Coaching von außen: Kinder werden passiv. Lösung: kurze Coachingfenster, sonst laufen lassen.
    • Unklare Regeln: Diskussionen bremsen. Lösung: 2–3 Kernregeln, konsequent anwenden.

    Funino in der Halle: Was ändert sich?

    Funino funktioniert in der Halle genauso gut wie draußen – mit konstanten Bedingungen, kurzen Wegen und hoher Intensität ist die Hallensaison sogar ideal für diese Spielform. Ein paar Anpassungen lohnen sich:

    • Feld: Orientierungswerte in der Halle sind etwas kompakter – U7/U8 ca. 18–22 x 12–16 m, U9/U10 ca. 20–25 x 14–18 m, U11 ca. 22–28 x 16–20 m. Oft geben die Hallenlinien den Rahmen vor; quer aufgebaut passen meist zwei Felder nebeneinander.
    • Ball: Ein Futsal- oder sprungreduzierter Hallenball hilft beim flachen Kombinieren.
    • Bande – mitspielen oder Ausball? Mit Bande läuft das Spiel flüssiger (weniger Unterbrechungen), dafür wird es an der Wand schnell körperlich. Ohne Bande gibt es mehr Struktur, aber häufigere Unterbrechungen. Bewährt in U7–U9: mit Bande spielen und eine klare Fairplay-Regel setzen – kein Schubsen, kein Festhalten, kein Blocken an der Wand.
    • Sicherheit: Harte Wände und glatter Boden erhöhen das Risiko. Grätschen verboten, Schulterchecks vermeiden (besonders an der Bande), Ball flach halten statt hoher „Befreiungsschläge“. Die Minitore stehen mit etwas Abstand zur Wand, damit niemand beim Abschluss gegen die Wand läuft.
    • Schusszone auch in der Halle: Die Zone vor jedem Minitor (Tor zählt nur bei Abschluss aus der Zone) passt du an die kürzere Feldlänge an. Sie verhindert Dauer-Distanzschüsse und fördert Ballmitnahme und den letzten Pass.

    Alles andere – Regeln, Coaching, Spielformen – bleibt wie oben beschrieben. Wer die Feldmaße genau planen will, findet Anhaltspunkte in der Übersicht der Spielfeldgrößen nach Altersklasse.

    Fazit: Funino als ideale Minifußball-Spielform für Einsteiger

    Funino bringt alles zusammen, was Kinder im Grundlagenalter brauchen: viele Ballaktionen, viele Tore, viele Entscheidungen. Mit einem einfachen Aufbau, klaren Funino-Regeln und einem zurückhaltenden Coaching schaffst du eine Lernumgebung, in der Kinder Fußball wirklich verstehen – durch Spielen.

    Wenn du als Trainer oder Elternteil den Kinderfußball spielorientierter, motivierender und entwicklungsfreundlicher gestalten willst, ist Funino eine der besten Stellschrauben – egal ob im Vereinstraining, auf dem Kleinfeldturnier oder als Spielform im Sportunterricht.

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    Häufig gestellte Fragen

    Funino eignet sich besonders für U6 bis U11, weil Kinder in diesem Alter über viele Wiederholungen im Spiel lernen. Je jünger die Kinder sind, desto kleiner sollten Feld und Teams gewählt werden (z. B. 2 gegen 2 oder 3 gegen 3), damit jedes Kind häufig am Ball ist.

    Für Einsteiger funktionieren wenige, klare Regeln am besten: 3 gegen 3 ohne Torwart, vier Minitore, Eindribbeln oder Einpassen statt Einwurf und schnelle Spielfortsetzung nach Toren (Ballbesitz für das Team, das ein Tor kassiert hat). Viele Verbände spielen zusätzlich mit einer Schusszone von ca. 6 m vor den Minitoren, damit Tore aus dem Dribbling oder nach dem letzten Pass entstehen statt aus der Distanz.

    Coache kurz und konkret: Lass lange Spielphasen laufen, unterbrich selten und stelle eher Fragen als Anweisungen (z. B. „Wo ist ein freies Tor?“). Lobe gute Entscheidungen, nicht nur Tore, und setze kleine Impulse wie „Kopf hoch vor der Annahme“ oder „erster Kontakt nach vorn“.

    Das hängt davon ab, wofür du das Feld brauchst. Im DFB-Spielbetrieb der G- und F-Jugend ist das Feld für das 3 gegen 3 ca. 25 x 20 m groß, mit einer 6-m-Schusszone vor jeder Grundlinie – dein Landesverband kann davon abweichen. Die Funino-Grundform nach Horst Wein ist mit rund 32 m Länge deutlich größer als dieses DFB-Feld. Im Training darfst du bewusst kleiner bauen, damit mehr Zweikämpfe entstehen.

    Mehrere Felder werden durchnummeriert. Nach jedem Durchgang steigt das Siegerteam ein Feld auf, das unterlegene Team ein Feld ab. Bei Unentschieden steigt das Team auf, das das letzte Tor erzielt hat, bei 0:0 entscheidet Stein-Schere-Papier. Nach ein paar Runden spielen so ganz von allein ähnlich starke Teams gegeneinander.

    Nein, den Begriff Funino verwendet das DFB-Regelwerk nicht. Funino geht auf Horst Wein zurück. Das 3 gegen 3 auf vier Minitore aus dem DFB-Spielbetrieb der G- und F-Jugend ist daran angelehnt, hat aber eigene, kleinere Maße und eigene Rotationsregeln. Verbindlich für den Spieltag sind die Regeln aus Anhang IV der DFB-Jugendordnung und die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands.

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