Funino im Kinderfußball: Aufbau, Regeln, Coaching
Funino ist eine kindgerechte Spielform im 3-gegen-3 mit vier Toren, die viele Ballkontakte und schnelle Entscheidungen ermöglicht. Hier findest du Aufbau, Regeln und Coaching-Tipps für einen gelungenen Einstieg.
Funino ist mehr als nur „kleines Fußballspielen“. Diese Kinderfußball-Spielform bringt viele Ballaktionen, schnelle Entscheidungen und jede Menge Tore zusammen – genau das, was Kinder im Grundlagenalter brauchen. Statt langer Wartezeiten und weniger Ballkontakte wie im klassischen 7-gegen-7 erleben die Kinder im Minifußball ständig neue Spielsituationen: Dribbeln, Passen, Umschalten, Tore erzielen und verteidigen. Klingt nach Chaos? Mit dem richtigen Aufbau und klaren Regeln entsteht ein strukturierter, kindgerechter Wettbewerb.
Gerade für Einsteiger als Trainer oder Eltern ist Funino attraktiv: Du brauchst wenig Material, kannst viele Kinder gleichzeitig beschäftigen und sie lernen spielerisch die wichtigsten Prinzipien des Fußballs – ohne komplizierte Taktikvorträge.
Was ist Funino – und warum passt es so gut in den Kinderfußball?
Funino ist eine Spielform im 3-gegen-3 (häufig auch 4-gegen-4), gespielt auf mehreren kleinen Feldern mit vier Minitoren (je zwei pro Team). Das Ziel: Kinder sollen mehr Ballkontakte, mehr 1-gegen-1-Situationen und mehr Torabschlüsse bekommen.
Typische Effekte von Funino im Kinderfußball:
- Viele Wiederholungen von Basistechniken (Annahme, Dribbling, Pass, Torschuss)
- Schnelles Lernen durch Spiel statt durch lange Übungsreihen
- Hohe Motivation, weil ständig etwas passiert
- Bessere Spielintelligenz, weil Kinder ständig Lösungen finden müssen
Warum ist das wichtig? Kinder in diesem Alter lernen vor allem über Erleben, Ausprobieren und Wiederholen. Funino liefert genau diese Lernumgebung.
Funino Aufbau: Feld, Tore, Teams und Material
Der Aufbau ist bewusst simpel – und genau das macht Funino so vereins- und elternfreundlich.
Spielfeldgröße (Richtwerte)
Je nach Alter und Leistungsstand kannst du variieren. Als Orientierung:
- U6–U7: ca. 18 x 12 m
- U8–U9: ca. 22 x 15 m
- U10–U11: ca. 26 x 18 m
Wichtig: Lieber etwas kleiner starten. Ein zu großes Feld führt schnell dazu, dass Kinder „verlaufen“ und weniger in Zweikämpfe kommen.
Tore und Markierungen
- Pro Feld 4 Minitore (ohne Torwart), je 2 pro Team
- Tore stehen auf der Grundlinie, meist mit etwas Abstand zur Ecke
- Feld mit Hütchen oder flachen Markierungsscheiben abstecken
Material-Checkliste:
- 4 Minitore pro Feld (oder Stangentore)
- Hütchen/Markierungsteller
- Bälle in ausreichender Zahl (damit es kaum Unterbrechungen gibt)
- Leibchen in 2 Farben
Teams und Organisation
Klassisch ist 3v3. Bei vielen Kindern kannst du mehrere Felder parallel aufbauen.
Praxis-Tipp für Vereine:
- Baue 2–4 Funino-Felder nebeneinander auf.
- Spiele im Champions-League-Modus: Gewinner steigen ein Feld auf, Verlierer ein Feld ab.
- So entstehen automatisch passende Duelle – ohne dass du ständig Teams neu erklären musst.
Funino Regeln: Einfach, kindgerecht, schnell
Die Regeln sind bewusst minimalistisch. Trotzdem lohnt es sich, sie klar zu kommunizieren – am besten kurz und positiv.
Grundregeln (bewährter Standard)
- 3 gegen 3, kein Torwart
- Tore zählen in beide Minitore des Gegners
- Keine festen Positionen – alle greifen an, alle verteidigen
- Einrollen oder Eindribbeln statt weiter Einwurf (reduziert Unterbrechungen)
- Tor nur nach Überspielen einer Mittellinie (optional, verhindert „Abstauber-Tore“ direkt vorm Tor)
Je nach Verband/Region gibt es Varianten der Funino Regeln. Entscheidend ist: Die Regeln sollen Spielfluss erzeugen, nicht Diskussionen.
Fairplay-Regeln, die wirklich helfen
Gerade im Anfängerbereich funktionieren einfache Leitplanken:
- Nach einem Tor: Team, das das Tor kassiert hat, hat Ballbesitz
- Bei Streit: Ball zum Trainer (kurz entscheiden, weiter geht’s)
- Körperkontakt: Fair, kein Schubsen – ansonsten Freistoß oder Ballbesitzwechsel
Rhetorische Frage, die du dir als Coach stellen kannst: Müssen Kinder jede Regel wie im Erwachsenenfußball lernen – oder sollen sie zuerst lernen, zu spielen?
Coaching im Funino: Weniger steuern, mehr begleiten
Funino ist ideal, um Coaching „modern“ zu denken: kurz, konkret, kindgerecht. Statt dauernd Anweisungen zu rufen, setzt du Impulse.
Coaching-Prinzipien für Beginner
- Lass spielen: Unterbrich selten, korrigiere gezielt
- Coache Fragen statt Befehle: „Wo ist ein freies Tor?“ statt „Spiel nach rechts!“
- Lobe Entscheidungen, nicht nur Tore: „Gute Idee, du hast den Kopf oben gehabt!“
- Kurze Korrekturen in 5–10 Sekunden, dann sofort weiter
Welche Inhalte lernen Kinder im Funino automatisch?
Funino liefert ständig typische Spielsituationen:
- 1v1 (Angreifen/Verteidigen)
- Doppelpässe und „Gib-und-geh“
- Freilaufen und Passwinkel
- Umschalten nach Ballgewinn/Ballverlust
Wenn du gezielt 1v1 fördern willst, passt ergänzend ein Blick in unseren Beitrag zu 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15) – viele Ideen lassen sich als Warm-up direkt vor Funino nutzen.
Praktische Trainingsbeispiele rund um Funino
Funino kann als Hauptteil einer Einheit laufen – oder als Turnierform am Ende. Für Beginner funktioniert ein klarer Ablauf besonders gut.
Beispiel 1: „Ankommen & Spielen“ (10–15 Minuten)
Ziel: Sofort Ballkontakte, wenig Erklärzeit.
- 2 Funino-Felder aufbauen
- Kinder kommen an, werden schnell in Teams eingeteilt
- Freies Spielen, Trainer beobachtet
Coaching-Fokus:
- „Schau vor der Ballannahme kurz hoch.“
- „Trau dich ins Dribbling.“
Für passende Mini-Spiele zur Ballkontrolle eignet sich der Artikel Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).
Beispiel 2: Funino mit Bonuspunkten (20 Minuten)
Ziel: Passspiel und Spielintelligenz anbahnen. Regel-Idee:
- Tor = 1 Punkt
- Tor nach Doppelpass = 2 Punkte
- Tor nach Seitenwechsel (von einem Tor zum anderen) = 2 Punkte
Warum das wirkt: Kinder suchen Lösungen, ohne dass du starre Spielzüge vorgibst. Wenn du Doppelpass-Grundlagen vertiefen willst, hilft Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13).
Beispiel 3: Funino „Schneller Abschluss“ (15–20 Minuten)
Ziel: Mut zum Torschuss und saubere Abschlusstechnik. Regel-Idee:
- Nach Ballgewinn muss innerhalb von 6 Sekunden ein Abschluss erfolgen (sonst Ballbesitzwechsel)
Coaching-Fokus:
- „Erster Kontakt nach vorn!“
- „Schuss aus der Bewegung statt stehen bleiben.“
Häufige Fehler beim Funino – und wie du sie vermeidest
Auch wenn Funino simpel ist, schleichen sich typische Probleme ein.
- Zu viele Kinder pro Feld: Dann sinken Ballkontakte. Lösung: Mehr Felder, kleinere Teams.
- Zu große Felder: Kinder rennen nur hinterher. Lösung: Feld verkleinern, damit mehr 1v1 entsteht.
- Zu viel Coaching von außen: Kinder werden passiv. Lösung: kurze Coachingfenster, sonst laufen lassen.
- Unklare Regeln: Diskussionen bremsen. Lösung: 2–3 Kernregeln, konsequent anwenden.
Fazit: Funino als ideale Minifußball-Spielform für Beginner
Funino bringt alles zusammen, was Kinder im Grundlagenalter brauchen: viele Ballaktionen, viele Tore, viele Entscheidungen. Mit einem einfachen Aufbau, klaren Funino Regeln und einem zurückhaltenden Coaching schaffst du eine Lernumgebung, in der Kinder Fußball wirklich verstehen – durch Spielen.
Wenn du als Trainer oder Elternteil den Kinderfußball spielorientierter, motivierender und entwicklungsfreundlicher gestalten willst, ist Funino eine der besten Stellschrauben – egal ob im Vereinstraining, auf dem Kleinfeldturnier oder als Spielform im Sportunterricht.
FAQ: Funino im Kinderfußball
Ab welchem Alter ist Funino sinnvoll?
Funino passt besonders gut für U6 bis U11, weil Kinder in diesem Alter stark über Spielaktionen lernen. Je jünger die Kinder sind, desto kleiner sollten Feld und Teams sein (z. B. 2v2 oder 3v3), damit alle häufig am Ball sind.
Muss Funino immer 3 gegen 3 sein?
Nein. 3v3 ist der Standard, aber je nach Gruppengröße und Platz kannst du auch 2v2 (für sehr junge Kinder) oder 4v4 spielen. Wichtig ist, dass jedes Kind regelmäßig in 1v1- und Abschlussaktionen kommt.
Warum hat Funino vier Tore statt zwei?
Vier Tore fördern Spielintelligenz und Wahrnehmung: Kinder müssen den Kopf heben, freie Tore erkennen und Entscheidungen treffen. Gleichzeitig entstehen mehr Passwinkel und weniger „Stau“ vor einem einzigen Tor.
Wie lange sollte ein Funino-Spiel dauern?
Für Beginner sind 3–6 Minuten pro Spiel ideal. Kurze Spiele halten die Intensität hoch. Danach kannst du Teams rotieren lassen oder im Auf-/Abstiegssystem wechseln.
Braucht Funino einen Schiedsrichter?
Meist nicht. Funino funktioniert sehr gut mit Fairplay und einfachen Regeln. Als Trainer solltest du nur kurz eingreifen, wenn es unklar wird – dann sofort wieder laufen lassen, damit der Spielfluss erhalten bleibt.