Fußballregeln

    Kinderfußball-Regeln: 25 häufige Fragen (DACH)

    Welche Regeln gelten im Kinderfußball wirklich – und was unterscheidet DFB, ÖFB und SFV? Hier findest du 25 typische Fragen mit klaren, kindgerechten Antworten und Praxistipps.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Okt. 2026 · 18 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Kinderfußball lebt von Spaß, Bewegung und einfachen Regeln. Trotzdem tauchen bei Eltern und Trainerteams immer wieder dieselben Fragen auf: Gilt Abseits schon? Wie streng sind Einwürfe? Darf der Torwart den Ball in die Hand nehmen? Und warum unterscheiden sich die Formate zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz? Hier findest du 25 kurze Antworten für den Alltag am Spielfeldrand.

    Eine Sache vorweg, damit du die Antworten richtig einordnest: Im Kinderfußball werden Regeln bewusst altersgerecht vereinfacht. Es geht nicht um Regelkunde, sondern um viele Ballaktionen, Fairness und Spielfreude. Die Verbände (DFB, ÖFB, SFV) geben einen Rahmen vor, aber Landesverbände, Kreise und Turnierleitungen dürfen im Detail abweichen. Die verbindliche Quelle ist immer die Ausschreibung deiner Liga oder deines Turniers. Verlass dich also nicht blind auf „das war letztes Jahr so“, sondern lies vorher kurz nach.

    Die wichtigsten Fußballregeln für Kinder unterscheiden sich in einem Punkt grundlegend vom Erwachsenenfußball: Sie sind nach Altersklassen gestaffelt. Spielerzahl, Feld, Ball, Spielzeit und Spielfortsetzungen wachsen mit den Kindern mit. Wer die Regeln für eine G-Jugend kennt, kennt deshalb noch nicht die Regeln der E-Jugend. Die Antworten unten nennen darum, wo es sinnvoll ist, konkrete Werte je Altersklasse und für alle drei Verbände.

    Spielformen und Feldgrößen: Was gilt in welcher Altersklasse?

    1. Wie viele Kinder spielen in welcher Altersstufe?

    Grundsatz: je jünger, desto kleiner die Teams. In der G-Jugend (Bambini) und F-Jugend wird in kleinen Formen gespielt, in der E-Jugend folgt der Übergang zu etwas größeren Mannschaften. Die genaue Spieleranzahl regelt dein Landesverband. Warum das so ist, erklärt der Überblick zu den neuen Spielformen im Kinderfußball.

    Zur Orientierung die Rahmenwerte der drei Verbände: Der DFB sieht für die G-Jugend Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore vor, für die F-Jugend Drei-gegen-Drei bis Fünf-gegen-Fünf und für die E-Jugend Vier-gegen-Vier bis Sieben-gegen-Sieben; welche Form gespielt wird, legt der Landesverband fest. Der ÖFB staffelt in seinen Vorschriften für den Nachwuchsspielbetrieb (gültig ab 1.7.2026) ähnlich: U6 im 2er-Fußball, U7 und U8 im 3er-Fußball auf vier Minitore, U9 und U10 im 5er-Fußball, U11 und U12 im 7er-Fußball. In der Schweiz laufen die Kategorien G, F und E unter dem Turnierformat „play more football“, das Spiele auf kleinem und größerem Feld an einem Spieltag kombiniert.

    AltersklasseDFB (Rahmen nach Anhang IV)ÖFBSFV
    G-Jugend / U6–U72 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitore, ohne TorwartU6 2er-, U7 3er-Fußball ohne Torhüter2 gegen 2 und 3 gegen 3 ohne Torspieler
    F-Jugend / U8–U93 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5U8 3er-, U9 5er-Fußball (4 + Torhüter)Kleinfeld 3 gegen 3, Grossfeld 4 gegen 4 mit Torspieler
    E-Jugend / U10–U114 gegen 4 bis 7 gegen 7U10 5er-, U11 7er-Fußball (6 + Torhüter)Kleinfeld 3 gegen 3, Grossfeld 6 gegen 6 mit Torspieler

    2. Was ist Funino und ist das „echter“ Fußball?

    Funino ist eine Spielform mit kleinen Teams (oft 3 gegen 3) und mehreren Minitoren ohne feste Torhüter. Kinder kommen dabei viel häufiger an den Ball und treffen ständig Entscheidungen. Das ist echter Fußball, nur kindgerecht verdichtet. Details im Leitfaden Funino im Kinderfußball.

    3. Wie groß sind Spielfeld und Tore?

    Feld- und Torgrößen sind je Altersklasse und Verband unterschiedlich und stehen in der Ausschreibung. Als Faustregel gilt: kleines Kind, kleines Feld, kleines Tor. Miss lieber einmal kurz nach, statt Maße zu raten.

    4. Welche Ballgröße ist die richtige?

    Auch die Ballgröße hängt vom Alter ab. Ein zu großer oder zu harter Ball bremst die Technik und macht Kindern das Spielen schwer. Frag im Verein nach der empfohlenen Größe für dein Team.

    Die gängige Staffelung in Zahlen: Bambini und G-Jugend spielen mit Größe 3 (ca. 290 g). Beim DFB ist das seit 2024/25 verbindlich geregelt: Auch die F-Jugend spielt mit Größe 3 (290 g), die E-Jugend mit Größe 4 (350 g). Für die D-Jugend empfiehlt der DFB Größe 4 oder 5 mit 350 g. In Österreich spielen U6 bis U8 mit Größe 3 und U9 bis U14 mit Größe 4, in der Schweiz ist in der F-Kategorie ein Ball der Größe 4 mit 290 g vorgesehen. Ab der C-Jugend gilt der Erwachsenenball Größe 5 mit 410 bis 450 g, so wie ihn Regel 2 des offiziellen Regelwerks beschreibt. Beispiel für eine Verbandsregel: Der Fußball-Verband Mittelrhein schreibt seit der Saison 2015/16 für Bambini und F-Junioren Größe 3 mit ca. 290 g vor, für E- und D-Junioren Größe 4 mit ca. 350 g und ab der C-Jugend Größe 5. Welche Größe wo genau gespielt wird und worauf du beim Kauf achtest, steht in der Übersicht Welche Fußballgröße für welches Alter?.

    5. Warum spielen wir keine 11 gegen 11 mehr?

    Weil viele Kinder auf einem großen Feld kaum Ballkontakte bekommen. Kleine Formen sorgen für mehr Aktionen, mehr Tore und schnelleres Lernen. Passende Grundordnungen findest du unter Formationen im Kinderfußball.

    Spielfortsetzungen: Einkick, Einrollen, Abstoß und Co.

    6. Gibt es im Kinderfußball noch den klassischen Einwurf?

    In vielen jüngeren Altersklassen wird der Einwurf durch einen Einkick ersetzt: Der Ball wird vom Boden eingespielt statt mit den Händen geworfen. So üben Kinder gleich das Passen. Wie das genau abläuft, zeigt Einkick statt Einwurf. Ab wann wieder klassisch eingeworfen wird, steht in deiner Ausschreibung.

    Beim DFB ist der Übergang klar benannt: In den Spielformen Zwei-gegen-Zwei, Drei-gegen-Drei und Fünf-gegen-Fünf wird nach einem Ausball immer per Einschießen oder Eindribbeln fortgesetzt. Erst im Sieben-gegen-Sieben der E-Jugend kommt der Einwurf zum ersten Mal ins Spiel. Das ist der DFB-Rahmen: Einige Landesverbände verzichten in der E-Jugend ganz auf den Einwurf, zum Beispiel Bayern (auch im Sieben-gegen-Sieben), Baden, Hamburg und der Mittelrhein. In Österreich wird ab der U11 eingeworfen, in der Schweiz ab der Kategorie D, dort wahlweise auch flach mit dem Fuß.

    Einwurf-Regeln für Kinder: die fünf Punkte, die zählen

    Sobald klassisch eingeworfen wird, gelten die Einwurf-Regeln aus Regel 15 des offiziellen Regelwerks (IFAB), das auch DFB, ÖFB und SFV anwenden. Für Kinder reichen fünf Punkte:

    1. Stehen und zum Feld schauen. Der Einwurf wird im Stand ausgeführt, das Gesicht zum Spielfeld.
    2. Beide Füße am Boden. Ein Teil jedes Fußes berührt die Seitenlinie oder den Boden außerhalb der Linie. Abheben oder ein Fuß in der Luft ist der häufigste Kinderfehler.
    3. Beide Hände, von hinten über den Kopf. Der Ball wird mit beiden Händen geworfen und muss dabei von hinten über den Kopf geführt werden.
    4. Vom richtigen Ort. Eingeworfen wird an der Stelle, an der der Ball das Feld verlassen hat. Die Gegner halten mindestens 2 Meter Abstand.
    5. Kein direktes Tor, kein Doppelkontakt. Aus einem Einwurf kann kein Tor direkt erzielt werden (ins gegnerische Tor gibt es Abstoß, ins eigene Tor Eckstoß). Der Einwerfer darf den Ball erst wieder berühren, nachdem ein anderes Kind ihn gespielt hat.

    Ein falsch ausgeführter Einwurf wird laut Regelwerk mit Einwurf für die andere Mannschaft bestraft. Im Kinderfußball darf ein falscher Einwurf in mehreren Verbänden nach einer kurzen Erklärung wiederholt werden, etwa in der E-Jugend in Berlin (7er-Liga, einmal), im Rheinland (E7), in Schleswig-Holstein und in Westfalen; Thüringen empfiehlt die Wiederholung beim ersten falschen Einwurf je Halbzeit. Ob deine Liga das so handhabt, steht in der Ausschreibung.

    7. Wie wird der Ball vom Tor wieder ins Spiel gebracht?

    Statt eines langen Abstoßes wird in jungen Jahrgängen oft eingerollt oder kurz eingepasst. Das fördert ruhigen Spielaufbau statt langer Schläge. Mehr dazu unter Einrollen statt Abstoß.

    8. Muss der Gegner Abstand halten?

    Ja. Bei Spielfortsetzungen muss die gegnerische Mannschaft einen Abstand einhalten, damit das Kind den Ball in Ruhe ins Spiel bringen kann. Nach den Fußballregeln sind es beim Freistoß und Eckstoß 9,15 m, beim Einwurf 2 m. In den DFB-Festivalformen hält der Gegner mindestens 3 m Abstand, wenn nicht schnell fortgesetzt wird, in Österreich (U6–U10) 3 Schrittlängen, in der Schweiz (G–E) 5 Kinderschritte. Manche Landesverbände legen eigene Werte fest, der Niederrhein etwa 4 m beim Eindribbeln.

    9. Wie läuft der Anstoß ab?

    Der Anstoß eröffnet das Spiel und die zweite Halbzeit mit getauschten Seiten. Die Grundlagen dazu findest du unter Anstoß und Seitenwahl.

    10. Wie führt man eine Ecke kindgerecht aus?

    Eine Ecke wird aus dem Eckbereich eingespielt, der Gegner hält Abstand. In jungen Jahrgängen darf statt Schuss auch eingepasst oder eingedribbelt werden, wenn die Ausschreibung das vorsieht. Praxisnah erklärt in Eckball im Kinderfußball.

    11. Was passiert bei einem Foul in Tornähe?

    Es gibt Freistöße, im Kinderbereich meist ohne große Mauer-Rituale. Die verschiedenen Arten erklärt Freistoß-Regeln im Kinderfußball.

    Regel-Klassiker kindgerecht: Abseits, Handspiel, Rückpass

    12. Gilt im Kinderfußball schon Abseits?

    In den jüngsten Altersklassen wird meist kein Abseits gepfiffen. Das nimmt Druck raus und lässt Kinder frei nach vorne spielen. Ob in der E-Jugend im Sieben-gegen-Sieben mit Abseits gespielt wird, legt beim DFB nicht die Jugendordnung fest, sondern dein Landesverband – die Unterschiede zeigt der Landesverbands-Vergleich. In Österreich gilt Abseits ab der U11, in der Schweiz ab der Kategorie D (dort ab der Mittellinie). Ab wann Abseits gilt und wie du es Kindern erklärst, steht in Abseitsregel kindgerecht erklärt.

    13. Wann ist Handspiel ein Foul?

    Nicht jede Ball-Hand-Berührung ist strafbar. Es kommt darauf an, ob die Bewegung absichtlich war und die Hand den Körper unnatürlich vergrößert hat. Für Kinder reicht meist eine einfache Faustregel, siehe Handspiel: Wann ist es ein Foul?.

    14. Darf der Torwart einen Rückpass in die Hand nehmen?

    Ein bewusst mit dem Fuß zugespielter Rückpass darf vom Torwart nicht in die Hand genommen werden. Im Kinderfußball hängt das vom Verband ab: In der F-Jugend setzen viele Landesverbände die Regel aus (zum Beispiel Bayern, Hessen und Westfalen), in der E-Jugend gilt sie meist, Ausnahmen sind unter anderem Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In Österreich gilt sie ab der U9. Kompakt erklärt unter Rückpassregel zum Torwart.

    15. Wie erklärst du eine Regel im Training am besten?

    Eine Regel pro Einheit, ein Satz Erklärung, dann spielen lassen. Kinder lernen über Situationen, nicht über Vorträge. Positive Sprache hilft: „Geh zwei Schritte zurück“ statt „Das darfst du nicht“.

    16. Was, wenn zwei Regeln im Turnier unterschiedlich sind?

    Vertrau der aktuellen Ausschreibung und frag im Zweifel vor dem Anpfiff die Spielleitung. Zehn Sekunden Nachfragen ersparen dir zehn Minuten Diskussion.

    Standards und Torwart: Elfmeter, Schiri, Aufgaben

    17. Gibt es Elfmeter im Kinderfußball?

    In den DFB-Festivalformen (2 gegen 2 bis 5 gegen 5) gibt es keinen Elfmeter, ebenso wenig im österreichischen 2er- und 3er-Fußball (U6–U8) und auf dem Schweizer Kleinfeld. Wo Strafstöße vorkommen, ist die Distanz oft verkürzt: im ÖFB-5er-Fußball 6 m, im 7er-Fußball 8 m. Wie das für Kinder aussieht, zeigt Elfmeter: Regeln und Ablauf für Kinder.

    18. Braucht jedes Spiel einen Schiedsrichter?

    Nein. Nach der DFB-Jugendordnung spielen die F-Jugend und jüngere Altersklassen ohne Schiedsrichter: Die Kinder entscheiden gemeinsam, die Trainer moderieren nach den Fair-Play-Regeln. In der E-Jugend entscheidet der Landesverband. Wie das funktioniert, zeigt Kinderfußball ohne Schiedsrichter. Welche Aufgaben ein Schiri hat, erklärt Schiedsrichter und ihre Aufgaben.

    19. Darf der Torwart überall im Feld mitspielen?

    Ja, der Torwart darf sich am Spiel beteiligen. Die Hände darf er nur im eigenen Strafraum benutzen. In torwartlosen Funino-Formen entfällt diese Frage komplett.

    20. Wie coache ich fair vom Rand?

    Ruhig, ermutigend, ohne Dauerkommando. Der Ton der Erwachsenen prägt das Spiel stärker als jede Regel. Mehr dazu unter Fair Play im Kinderfußball.

    Ausrüstung und Strafen: Was Eltern zusätzlich fragen

    Sind Schienbeinschoner im Kinderfußball Pflicht?

    Ja, im Spiel schon. Regel 4 der Fußball-Regeln 2026/27 zählt Schienbeinschoner zur zwingend vorgeschriebenen Ausrüstung. Sie müssen aus geeignetem Material bestehen, groß genug sein, um angemessen zu schützen, und vollständig von den Stutzen abgedeckt werden. Für Größe und Eignung ist der Spieler selbst verantwortlich, bei Kindern also praktisch die Eltern. Eine Mindestgröße schreibt die Regel nicht vor. Beim Kauf hilft die Produktnorm DIN EN 13061: Achte darauf, dass der Schoner das Schienbein wirklich abdeckt. Für das Training sagt Regel 4 nichts. Trotzdem gilt: Wer in Zweikämpfe geht, sollte auch im Training Schienbeinschoner tragen.

    Darf mein Kind mit Schmuck oder Ohrsteckern spielen?

    Seit den Fußball-Regeln 2026/27 gibt es auf dem Feld kein generelles Schmuckverbot mehr. Regel 4 erlaubt Accessoires, wenn sie ungefährlich sind und sicher abgedeckt werden. Gefährliche Gegenstände müssen dagegen entfernt werden und dürfen weder abgeklebt noch abgedeckt werden. Die Grundregel bleibt: Schmuck vor dem Spiel ablegen. Nur Teile, die sich kaum entfernen lassen, dürfen abgedeckt getragen werden, und ob ein Teil gefährlich ist, entscheidet der Schiedsrichter. In der Halle nach Futsal-Regeln ist es strenger: Dort ist jeglicher Schmuck verboten, und Abkleben ist nicht erlaubt.

    AusrüstungFeldfußball (Regel 4, 2026/27)Futsal (FIFA-Regeln 2025/26)
    SchienbeinschonerPflicht, von den Stutzen abgedecktPflicht, von den Stutzen abgedeckt
    Schmuck, Ohrstecker, Bänderablegen; ungefährliche, schwer entfernbare Teile sicher abgedeckt erlaubtverboten, Abkleben nicht erlaubt
    Gefährliche Gegenständeentfernen, Abkleben oder Abdecken nicht erlaubtnicht erlaubt

    Für Kinder ist „Schmuck ab vor dem Training“ trotzdem eine sinnvolle Sicherheitsregel im Team, auch wenn die Spielregel inzwischen lockerer ist.

    Gibt es im Kinderfußball Gelbe Karten und Zeitstrafen?

    In den kleinen Spielformen ohne Schiedsrichter spielen Karten praktisch keine Rolle. Sobald gepfiffen wird, gilt in Deutschland die DFB-Jugendordnung: Bei Unsportlichkeit von Kindern und Jugendlichen gibt es Erziehungsmaßnahmen, Geldstrafen sind unzulässig. Ein einmaliger Feldverweis auf Zeit von 5 Minuten ist in allen Jugendspielen für geringe Vergehen zulässig. Ob und wie dein Landesverband die Zeitstrafe tatsächlich einsetzt, steht in seinen Durchführungsbestimmungen. Der Bayerische Fußball-Verband etwa hat die Zeitstrafe zur Saison 2026/27 auch im Jugendbereich abgeschafft. In Österreich darf der Schiedsrichter ab der U11 eine blaue Karte zeigen: 5 Minuten Zeitausschluss, höchstens einmal pro Spieler und Spiel. Ein erneuter Verstoß führt zur blau-roten Karte und damit zum Ausschluss, das Kind darf aber ersetzt werden.

    Merke: Schienbeinschoner gehören im Spiel immer dazu, Schmuck kommt vorher ab, und Strafen im Kinderfußball sollen erziehen, nicht bestrafen. Die Details regelt die Ausschreibung bzw. dein Verband.

    Organisation: Spielzeit, Wechsel, Ergebnis

    21. Wie lange dauert ein Kinderspiel?

    Kurz und in mehreren Abschnitten, damit alle oft spielen. Die genauen Zeiten je Altersklasse findest du in der Übersicht Spielzeit im Jugendfußball.

    Ein paar Anhaltspunkte, damit du den Spieltag planen kannst. In den DFB-Spielformen dauert ein einzelnes Spiel der G-Jugend maximal sieben Minuten, gespielt werden bis zu sieben Durchgänge hintereinander. Die F-Jugend spielt auf Minitore bis zu zehn Minuten pro Durchgang, auf Kleinfeldtore zehn bis zwölf Minuten pro Spiel, die E-Jugend im Ligaspielbetrieb 4 x 15 Minuten. Pflichtspiele im früheren klassischen Format sind seit 2024/25 nicht mehr vorgesehen: Die Spieldauer für G- bis E-Jugend regelt verbindlich Anhang IV der DFB-Jugendordnung. Die alten Werte (F-Jugend 2 x 20, E-Jugend 2 x 25 Minuten) galten bis 2023/24; in der E-Jugend ist 2 x 25 Minuten nur noch als Option im Ligaspielbetrieb zulässig. Ab der D-Jugend gilt der DFB-Rahmen von 2 x 30 Minuten.

    In Österreich regeln die ÖFB-Vorschriften für den Nachwuchsspielbetrieb nicht nur die Dauer, sondern auch die Einsatzzeit: Bei U11 und U12 wird die Spielzeit in Drittel aufgeteilt, und jedes nominierte Kind muss mindestens ein Drittel (mindestens 20 Minuten) spielen. Bei U9 und U10 sind es Viertel mit mindestens einem Viertel (mindestens 12 Minuten) pro Kind. Bei U7 und U8 wird spätestens alle zwei Minuten auf ein gemeinsames Signal des Trainers gewechselt, wenn Rotationsspieler da sind. In der Schweiz bestimmt das Turnierformat „play more football“ den Spieltag: mehrere kurze Spiele auf kleinem und größerem Feld statt eines langen Spiels. Die Minuten pro Spiel legt der SFV landesweit einheitlich fest: in der G-Kategorie 10 Minuten, in F 12 Minuten, in E 8 bis 10 Minuten auf dem Kleinfeld und 15 Minuten auf dem Grossfeld, bei insgesamt 120 Minuten Turnierzeit.

    22. Wie funktionieren Wechsel?

    Im Kinderfußball wird meist frei gewechselt, oft sogar fliegend während des Spiels. In den DFB-Festivalformen der G- und F-Jugend wird rotiert: nach jedem Tor oder spätestens nach zwei Minuten. So bekommt jedes Kind Einsatzzeit. Die Regeln dazu erklärt Auswechslungen im Kinderfußball.

    23. Sollten wirklich alle Kinder gleich viel spielen?

    Ja, faire Einsatzzeiten sind im Kinderfußball Standard und pädagogisch sinnvoll. Wie du das ohne Stress organisierst, zeigt Einsatzzeiten fair regeln.

    24. Gibt es Tabellen und Meisterschaften?

    In den jüngsten Jahrgängen bewusst nicht. Statt Tabelle stehen Spielfeste im Vordergrund, bei denen jedes Kind gewinnt. Hintergrund in Bambini-Turnierformate: Festival statt Tabelle.

    Der ÖFB hat das sogar ausdrücklich festgeschrieben: Im Kinderfußball (U6 bis U12) dürfen keine Tabellen geführt werden. Dazu kommt eine Powerplay-Regel: Liegt eine Mannschaft mit vier Toren zurück, darf sie ein zusätzliches Kind einwechseln, bis der Rückstand wieder drei Tore beträgt. So bleiben Spiele auch bei ungleichen Teams für alle spielbar. Der DFB-Leitfaden kennt eine ähnliche Variante für F- und E-Jugend: Liegt ein Team mit drei Toren zurück, darf es ein zusätzliches Kind bringen, bis der Spielstand wieder ausgeglichen ist.

    25. Wo finde ich die verbindlichen Regeln für mein Team?

    Immer in der aktuellen Ausschreibung deiner Liga oder deines Turniers plus den Vorgaben deines Landesverbands (DFB, ÖFB, SFV). Frag im Zweifel deinen Jugendleiter oder die Spielleitung vor Ort.

    Kurz zusammengefasst

    Kinderfußball-Regeln wirken auf den ersten Blick unübersichtlich, sind im Kern aber simpel: kindgerecht, sicher, fair und mit vielen Ballaktionen. Wenn du dich an die Ausschreibung hältst, Regeln in kleinen Portionen erklärst und den Fair-Play-Gedanken vorlebst, laufen Spiele ruhiger, und Kinder entwickeln ganz nebenbei ein starkes Spielverständnis. Bei Detailfragen hilft dir der jeweils verlinkte Ratgeber weiter.

    Mehr zur Bambini (U7)

    Alles zur Bambini (U7) im Überblick →Alle Übungen für die Bambini (U7) →

    Häufig gestellte Fragen

    In Deutschland spielen G- und F-Jugend ohne Abseits. Ob in der E-Jugend Abseits gilt, legt der Landesverband fest: Fast alle verzichten darauf, im Saarland ist für die E-Jugend keine Ausnahme vorgesehen. In der D-Jugend ist es je nach Verband unterschiedlich. In Österreich gilt Abseits ab der U11, in der Schweiz ab der Kategorie D ab der Mittellinie. Verbindlich ist die Ausschreibung deines Wettbewerbs.

    Einwürfe werden im Kinderfußball häufig weniger streng bewertet, weil die Technik motorisch anspruchsvoll ist. Oft dürfen Kinder den Einwurf nach kurzer Korrektur wiederholen. In manchen Wettbewerben wird der Einwurf sogar durch Eindribbeln oder Einpassen ersetzt, um den Spielfluss zu erhöhen und Diskussionen zu vermeiden.

    Ein Kopfballverbot gibt es in Deutschland nicht. Die DFB-Jugendordnung legt aber fest, dass Kopfbälle im Kinderfußball (G- bis E-Jugend) noch kein Trainingsschwerpunkt sein sollen; kindgerechte Spielformen und leichte Bälle reduzieren sie ohnehin auf ein Minimum. Für eine verlässliche Einordnung solltest du die aktuellen Vorgaben deines Verbands sowie die jeweilige Wettbewerbsordnung prüfen.

    Im Kern sind es fünf Punkte: kleine Teams auf kleinen Feldern (vom 2-gegen-2 der Bambini bis zum 7-gegen-7 der E-Jugend), kein Abseits in den jüngsten Jahrgängen (in der E-Jugend entscheidet das der Landesverband), Einschießen oder Eindribbeln statt Einwurf in den kleinen Spielformen, freie und fliegende Wechsel für faire Einsatzzeiten sowie Spielfeste ohne Tabellen. Verbindlich ist immer die Ausschreibung deiner Liga oder deines Turniers.

    In den DFB-Spielformen dauert ein F-Jugend-Spiel auf Minitore bis zu zehn Minuten, auf Kleinfeldtore zehn bis zwölf Minuten; am Spieltag werden mehrere solcher Spiele hintereinander gespielt. Die früher üblichen 2 x 20 Minuten galten nur bis 2023/24, seit 2024/25 regelt Anhang IV der DFB-Jugendordnung die Spieldauer. Die G-Jugend spielt Durchgänge von maximal sieben Minuten, die E-Jugend im 7-gegen-7 4 x 15 Minuten. Die verbindlichen Zeiten stehen in der Ausschreibung deines Landesverbands.

    Nach Regel 15 des offiziellen Regelwerks steht das Kind mit dem Gesicht zum Feld, ein Teil jedes Fußes berührt die Seitenlinie oder den Boden dahinter, und der Ball wird mit beiden Händen von hinten über den Kopf an der Stelle eingeworfen, an der er das Feld verlassen hat. Gegner halten mindestens 2 Meter Abstand, ein direktes Tor ist nicht möglich. Nach DFB-Rahmen kommt der Einwurf erst im 7-gegen-7 der E-Jugend ins Spiel, vorher wird eingeschossen oder eingedribbelt; einige Verbände wie Bayern verzichten auch dort darauf.

    Im Spiel ja: Regel 4 der Fußball-Regeln 2026/27 zählt Schienbeinschoner zur zwingend vorgeschriebenen Ausrüstung. Sie müssen aus geeignetem Material bestehen, ausreichend schützen und vollständig von den Stutzen abgedeckt sein; eine Mindestgröße gibt die Regel nicht vor. Für das Training schreibt Regel 4 nichts vor, Schienbeinschoner sind dort aber dringend zu empfehlen.

    Seit den Fußball-Regeln 2026/27 gibt es auf dem Feld kein generelles Schmuckverbot mehr: Ungefährliche Accessoires dürfen getragen werden, wenn sie sicher abgedeckt sind, gefährliche Gegenstände müssen ab. Grundsätzlich gilt weiter: Schmuck vor dem Spiel ablegen, im Zweifel entscheidet der Schiedsrichter. Im Futsal ist jeglicher Schmuck verboten, Abkleben ist dort nicht erlaubt.

    Weiterlesen

    kinderfußball regeln
    dfb öfb sfv regeln
    fußballregeln kinder
    jugendfußball regeln faq
    kinderfußball faq