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    Kreuzen im Angriff: Laufwege für 2 Stürmer

    Kreuzen im Angriff hilft zwei Stürmern, Zuordnungen zu sprengen und Räume für Pässe oder Abschlüsse zu öffnen. Mit einfachen Regeln, vier Laufweg-Mustern und Anfänger-Übungen setzt du das schnell im Kinderfußball um.

    Tobias Brenner
    14. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    7 Min.

    Zwei Stürmer, ein Ziel: Räume öffnen, Gegenspieler binden und klare Torchancen erzeugen. Genau dafür ist „Kreuzen im Angriff“ ein super Einstieg – auch im Kinderfußball. Die Idee ist simpel: Zwei Angreifer laufen bewusst gekreuzte Laufwege, um die Abwehr zu verwirren. Wer übernimmt wen? Wer bleibt kompakt? Und wann entsteht der freie Weg zum Tor?

    Damit das Kreuzen wirklich hilft (und nicht nur nach „wildem Durcheinander“ aussieht), brauchen Kinder klare, leicht merkbare Regeln. In diesem Artikel bekommst du einfache Laufweg-Muster, Coachingpunkte und Übungsformen für Anfänger – damit dein Team das Kreuzen Schritt für Schritt versteht und im Spiel anwendet.

    Was bedeutet „Kreuzen“ im Angriff?

    Beim Kreuzen tauschen zwei Stürmer ihre Positionen durch überlappende oder schneidende Laufwege. Ziel ist nicht „schön laufen“, sondern:

    • Zuordnungen in der Abwehr zu stören (Wer folgt? Wer übergibt?)
    • Räume für Dribbling, Pass oder Abschluss zu öffnen
    • Kommunikation zwischen den Stürmern zu verbessern
    • Tempo in den letzten 20 Metern zu erzeugen

    Gerade im Kinderfußball reagieren Verteidiger oft instinktiv: Sie laufen dem Ball hinterher oder „kleben“ an einem Gegenspieler. Kreuzen nutzt genau diese typischen Verhaltensmuster.

    Für welche Altersklassen passt das?

    Für Beginner funktioniert Kreuzen besonders gut ab etwa U9/U10, sobald Kinder die Grundidee von Freilaufen und Zusammenspiel kennen. In U7/U8 kann es als spielerische Laufaufgabe funktionieren, aber ohne zu viele taktische Details.

    Wichtig: Kinder sollen nicht „taktisch denken wie Erwachsene“, sondern ein klares Bild bekommen: „Wenn du kreuzt, kann dein Mitspieler frei werden.“

    Die 3 Grundregeln, damit Kreuzen klappt

    Bevor du Laufwege trainierst, helfen drei einfache Regeln. Du kannst sie als „Teamcode“ einführen.

    • Regel 1: Einer kommt kurz, einer geht tief. Wenn beide gleichzeitig zum Ball kommen, wird es eng. Wenn beide gleichzeitig tief starten, fehlt die Anspielstation.
    • Regel 2: Kreuzen heißt: Tempo + Entscheidung. Kein gemütliches Joggen. Ein Kreuzlauf ohne Tempo erzeugt keine Reaktion beim Verteidiger.
    • Regel 3: Nach dem Kreuzen sofort eine Aktion. Pass, Dribbling oder Abschluss – nicht stehen bleiben.

    Als Ergänzung passt der Blick auf das Thema Überzahl: Wenn nach dem Kreuzen kurzzeitig ein Verteidiger unsicher ist, entsteht oft ein 2-gegen-1. Dazu passt auch unser Artikel Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+).

    Laufwege für 2 Stürmer: 4 einfache Kreuz-Muster

    Hier kommen vier Muster, die du direkt in Training und Spiel einbauen kannst. Wichtig: Nutze am Anfang klare Begriffe (z. B. „Kurz“, „Tief“, „Kreuz“), damit Kinder sofort wissen, was gemeint ist.

    1) „Kurz–Tief-Kreuz“ (der Klassiker)

    Ablauf:

    • Stürmer A kommt kurz zum Ball (bietet sich an)
    • Stürmer B startet tief hinter die Kette
    • A kreuzt nach dem Kurzkommen leicht in den Raum von B oder zieht einen Verteidiger mit

    Warum es funktioniert:

    • Ein Verteidiger folgt oft A nach vorne → hinter ihm öffnet sich Raum
    • B bekommt den Tiefenlauf in den Rücken der Abwehr

    Coachingpunkte:

    • A muss seitlich kurz kommen (nicht direkt auf den Ball zu), damit ein Passwinkel entsteht
    • B startet erst, wenn A den Verteidiger „bindet“

    2) „Doppelkreuz“ (Positionswechsel mit Abschlussidee)

    Ablauf:

    • Beide Stürmer starten nebeneinander
    • A kreuzt vor B in Richtung ballnaher Halbraum
    • B kreuzt hinter A in Richtung ballferner Halbraum

    Warum es funktioniert:

    • Verteidiger müssen übergeben – das klappt bei Kindern oft nicht sauber
    • Der ballführende Spieler kann in den freien Halbraum passen oder selbst andribbeln

    Typischer Fehler: Beide laufen zu eng. Dann blocken sie sich gegenseitig.

    Tipp: Markiere mit Hütchen zwei „Korridore“ (links/rechts), durch die gekreuzt werden soll.

    3) „Block-Kreuz light“ (ohne Foul, aber mit Effekt)

    Im Erwachsenenfußball sieht man oft harte Blocks. Im Kinderfußball geht es fair und einfach:

    Ablauf:

    • A kreuzt und läuft knapp am Verteidiger vorbei
    • Der Verteidiger muss kurz ausweichen oder wird langsamer
    • B nutzt den Moment und startet in den freien Raum

    Coachingpunkte:

    • Kein Schubsen, kein Haken stellen
    • A schaut nach dem Kreuzen sofort: „Kann ich selbst angespielt werden?“

    4) „Kreuzen nach Dribbling“ (wenn der Ballführer Druck anzieht)

    Kreuzen muss nicht nur ohne Ball passieren. Auch nach einem Dribbling kann es stark sein.

    Ablauf:

    • Ein Stürmer dribbelt an (zieht Gegenspieler)
    • Der zweite Stürmer kreuzt hinter dem Ballführer in den freien Raum
    • Pass in den Lauf oder Steckpass

    Wenn dein Team hier noch unsicher ist, hilft es, das Dribbling- und 1v1-Verhalten zu schulen. Passend dazu: 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).

    Praktische Übungsformen (beginnerfreundlich)

    Damit Kinder Kreuzen verstehen, brauchen sie Wiederholungen in Spielformen – nicht lange Taktikvorträge. Hier sind drei einfache Trainingsideen.

    Übung 1: „Kreuz und Abschluss“ (ohne Gegner)

    Organisation:

    • 2 Stürmer, 1 Zuspieler (Trainer oder Kind)
    • Start an zwei Hütchen (links/rechts), Tor mit Torwart oder Minitor

    Ablauf:

    • Stürmer kreuzen (vorher festlegen: A kurz, B tief)
    • Zuspieler spielt in den Lauf
    • Abschluss aus der Bewegung

    Coachingpunkte:

    • Timing: Pass erst, wenn der Laufweg wirklich frei ist
    • Erster Kontakt Richtung Tor

    Zum Abschluss-Thema passt auch: Torschuss aus der Bewegung.

    Übung 2: 2-gegen-1 mit Kreuzstart

    Organisation:

    • 2 Angreifer gegen 1 Verteidiger
    • Startposition nebeneinander, Ball beim Trainer

    Ablauf:

    • Trainer spielt an
    • Angreifer müssen vor dem ersten Pass einmal kreuzen
    • Danach freies 2-gegen-1 bis Abschluss

    Warum gut für Anfänger?

    • Kinder sehen sofort, ob das Kreuzen einen Vorteil bringt
    • Der Verteidiger reagiert sichtbar (folgt er? bleibt er?)

    Übung 3: 4-gegen-4 mit „Kreuz-Bonus“

    Regel: Ein Tor zählt doppelt, wenn es nach einem erkennbaren Kreuzlauf der beiden vordersten Spieler fällt.

    Vorteile:

    • Kreuzen wird nicht erzwungen, aber belohnt
    • Kinder suchen aktiv nach dem Moment, statt mechanisch zu laufen

    Coachingfrage: „Was ist leichter: Kreuzen ohne Ball oder Kreuzen, wenn der Ball schon unter Druck ist?“

    Häufige Probleme – und einfache Lösungen

    Gerade bei Beginnern tauchen typische Fehler auf. Mit klaren Korrekturen bekommst du schnell Fortschritt.

    • Beide Stürmer laufen zum Ball
      • Lösung: „Einer kurz, einer tief“ als feste Ansage. Rollen nach jedem Angriff tauschen.
    • Kreuzen ohne Tempo
      • Lösung: Startsignal (Klatschen/Pfiff) und Wettbewerb: „Wer kreuzt am schnellsten sauber?“
    • Zu frühes Kreuzen (noch weit weg vom Tor)
      • Lösung: Kreuzen erst ab einer markierten Zone (z. B. ab 20 Metern)
    • Kein Blickkontakt/keine Kommunikation
      • Lösung: Einfache Kommandos: „Kurz!“, „Tief!“, „Jetzt!“

    Was ist mit Abseits?

    Sobald Kinder im 7-gegen-7 oder 9-gegen-9 mit Abseits spielen, wird Timing noch wichtiger. Kreuzen kann Abseits sogar begünstigen, wenn der Tiefenlauf zu früh startet.

    Einfacher Merksatz für Kinder: „Erst schauen, dann starten.“ Wenn du das Thema kindgerecht erklären willst, hilft: Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Fazit: Kreuzen ist simpel – wenn du es klar machst

    Kreuzen im Angriff ist für zwei Stürmer eine der leichtesten Methoden, um ohne komplizierte Taktik Unordnung in die Abwehr zu bringen. Entscheidend sind klare Rollen (kurz/tief), Tempo und ein schneller Abschluss nach dem Laufweg. Trainiere es zuerst ohne Gegner, dann im 2-gegen-1 und schließlich in kleinen Spielen mit Bonusregeln. So verstehen Kinder nicht nur wie sie laufen sollen, sondern auch warum – und genau das macht den Unterschied im Spiel.

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