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    Langpass & Seitenwechsel: 6 Übungen (U12–U19)

    Diese Beginner-Übung verbessert Langpass, Diagonalball und Seitenwechsel mit klarem Aufbau und spielnahen Varianten für U12 bis U19. Du bekommst Coaching-Tipps, Fehlerkorrekturen und Progressionen für dein Passspieltraining.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    4 Min.

    Übungsname & Ziel: „Diagonal-Shift“ – Langpass & Seitenwechsel unter Kontrolle

    Ein sauberer Langpass oder ein mutiger Seitenwechsel kann ein Spiel sofort öffnen: Der Gegner schiebt oft ballorientiert, Räume entstehen auf der ballfernen Seite. Genau hier setzt diese Langpass Übung an. Du trainierst mit deinem Team das Passspiel über lange Distanzen, die Ballmitnahme nach dem Diagonalball und das schnelle Nachrücken – alles im Beginner-Setup, aber mit klarer Spielnähe für U12 bis U19.

    Warum ist das so wichtig? Weil ein Seitenwechsel nur dann wirklich hilft, wenn er präzise, rechtzeitig und mit einem guten ersten Kontakt gespielt wird. Wenn dein Team beim Annehmen noch „sortiert“, ist der Vorteil wieder weg. Passend dazu lohnt sich ergänzend ein Blick auf Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) – viele Prinzipien gelten auch für ältere Jahrgänge.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 8 Hütchen (für 2 Quadrate + Zielzonen)
    • 2–4 Bälle (damit der Ablauf flüssig bleibt)
    • 4 Markierungsstangen oder 4 zusätzliche Hütchen (als „Gates“/Tore in den Zielzonen, optional aber empfehlenswert)

    Spieleranzahl (min–max): 8–16

    Dauer: 18–25 Minuten (Hauptteil)

    Feldgröße: ca. 30 x 40 m (U12 eher 25 x 35 m, U17–U19 eher 35 x 45 m)

    Aufbau

    • Markiere zwei Quadrate (je ca. 12 x 12 m) links und rechts, mit einem Abstand von 12–18 m dazwischen.
    • Hinter jedem Quadrat markierst du eine Zielzone (ca. 6–8 m tief). In die Zielzone stellst du optional ein Hütchentor (Gate).
    • Teile die Spieler in zwei Gruppen: Gruppe A im linken Quadrat, Gruppe B im rechten Quadrat. Je Quadrat 4–8 Spieler.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startpass im Quadrat: Gruppe A spielt sich im linken Quadrat 3–5 Pässe zu (freies Passspiel, maximal 2 Kontakte für Beginner).
    2. Blick heben & Trigger: Nach dem letzten Kurzpass ruft der Trainer „Switch!“ oder ein Spieler gibt das Kommando. Ziel: Kopf hoch, ballferne Seite scannen.
    3. Diagonalball/Seitenwechsel: Ein Spieler aus Gruppe A spielt den Langpass (flach oder halbhoch) in das rechte Quadrat zu Gruppe B.
    4. Erster Kontakt in Spielrichtung: Der erste Spieler von Gruppe B nimmt den Ball offen mit (idealerweise in Richtung Zielzone) und sichert ihn mit dem Körper.
    5. Zielaktion: Gruppe B spielt 1–2 kurze Pässe und spielt dann in die Zielzone (oder durch das Gate). Das ist der „Punkt“.
    6. Rückwechsel: Direkt danach erfolgt der nächste Seitenwechsel Training-Moment: Gruppe B wechselt wieder per Diagonalball zurück zu Gruppe A.
    7. Rhythmus halten: Nach 2–3 Minuten kurz stoppen: Coaching-Impulse geben, dann weiter.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U12–U13 (Einsteigerfreundlich)

    • Erlaube 3 Kontakte im Quadrat.
    • Langpass darf flach gespielt werden (leichter zu kontrollieren).
    • Zielzone größer machen (8–10 m), Gate breiter.

    U14–U15 (mehr Spielnähe im Passspiel)

    • Max. 2 Kontakte im Quadrat.
    • Vorgabe: Langpass muss diagonal in den Lauf gespielt werden (klassische Diagonalball Übung).
    • Zusatzregel: Der Empfänger muss den Ball mit dem ersten Kontakt aus dem „Druck“ lösen (offene Stellung).

    U16–U19 (Tempo, Präzision, Entscheidungsfindung)

    • Ein „Joker-Verteidiger“ pro Quadrat (passiv startend), der Pässe zustellt.
    • Punkt nur, wenn der Switch nach maximal 6 Sekunden erfolgt.
    • Zielzone nur durch Direktspiel oder „Klatschen lassen“ erreichbar (guter Übergang zu Kombinationen; ergänzend passt Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13) als Methodik-Baustein).

    Coaching-Tipps (damit der Seitenwechsel wirklich wirkt)

    • Kopf hoch vor dem Langpass: Erst scannen, dann spielen. Wer blind schlägt, verliert den Ball.
    • Offene Körperstellung beim Annehmen: Der erste Kontakt entscheidet, ob Tempo entsteht.
    • Passschärfe & Flugkurve: Flach und hart bei engem Raum, halbhoch bei Gegnerdruck – aber immer kontrolliert.
    • Kommunikation: Klare Kommandos („Dreh!“, „Zeit!“, „Switch!“) beschleunigen Entscheidungen.
    • Nachrücken organisieren: Nach dem Switch müssen 1–2 Spieler sofort in Anschlusspositionen kommen.

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Langpass zu hoch/zu weich: Distanz verkürzen oder Ball flach fordern, dann schrittweise steigern.
    • Annahme mit geschlossenem Körper: Empfänger vor dem Pass seitlich stellen lassen („Schulter zur Seitenlinie“).
    • Zu viele Kontakte: Kontaktlimit setzen, aber Feldgröße anpassen, damit Erfolg möglich bleibt.

    Wenn du danach den Transfer Richtung Torabschluss willst, kombiniere die Übung mit einem Abschluss nach Seitenwechsel – dafür eignet sich Torschuss aus der Bewegung als Anschlussformat.

    FAQ

    Wie oft solltest du Langpass- und Seitenwechsel-Muster trainieren?

    2–3 kurze Blöcke pro Woche reichen oft, wenn du sie konsequent in Spielformen wieder aufgreifst. Qualität vor Quantität: lieber 15 Minuten sauber als 40 Minuten „Schlagen und Hoffen“.

    Flacher Langpass oder hoher Diagonalball – was ist besser?

    Für Beginner ist flach meist stabiler und leichter zu kontrollieren. Der halbhohe Diagonalball wird wichtig, wenn Gegner Passwege am Boden schließen. Entscheidend ist die Spielsituation: Raum, Gegnerdruck, Anschlussoptionen.

    Wie bringst du U15-Spielern bei, den Seitenwechsel rechtzeitig zu erkennen?

    Arbeite mit klaren Triggern: Gegner schiebt stark zur Ballseite, ballferner Außen ist frei, oder das Zentrum ist dicht. Fordere aktives Scannen („Schulterblick“) und belohne schnelle, mutige Entscheidungen mit Punkten.

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    Mehr Übungen für die D-Jugend (U12/U13)

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