Nachspielzeit: Warum Spiele länger dauern
Nachspielzeit ist zusätzliche Spielzeit am Ende einer Halbzeit, um Unterbrechungen auszugleichen. Hier erfährst du leicht verständlich, warum das auch im Kinderfußball vorkommen kann.
KI-generiertes SymbolbildNachspielzeit (englisch „added time“) ist die zusätzliche Spielzeit am Ende einer Halbzeit, die der Schiedsrichter draufrechnet, um Zeitverluste auszugleichen.
Kurz gesagt: Eine feste Minutenzahl gibt es nicht. Der Schiedsrichter legt die Nachspielzeit in jeder Halbzeit selbst fest, angezeigt wird sie als Mindestzeit: Er darf sie verlängern, aber nicht kürzen. Im Kinderfußball ohne Schiedsrichter gibt es meist gar keine.
Was bedeutet Nachspielzeit genau?
Im Fußball läuft die Uhr zwar „durch“, aber das Spiel steht immer wieder kurz still: Ein Spieler muss behandelt werden, ein Ball wird gesucht, ein Wechsel dauert länger oder es gibt Diskussionen. Damit am Ende trotzdem ungefähr die geplante Spielzeit erreicht wird, kann der Schiedsrichter Nachspielzeit anzeigen.
Wichtig für dich als Trainer oder Elternteil: Nachspielzeit ist keine Strafe und auch kein „Bonus“ für ein Team. Sie ist ein Ausgleich für verlorene Minuten.
Warum gibt es Nachspielzeit?
Regel 7 der IFAB-Spielregeln sieht vor, dass der Schiedsrichter in jeder Halbzeit verlorene Zeit nachspielen lässt, zum Beispiel durch:
- Verletzungsbehandlungen auf dem Feld
- Auswechslungen
- Zeitspiel (z. B. besonders langsame Abstöße oder Einwürfe)
- Disziplinarmaßnahmen (Ermahnungen, Karten)
- Torjubel, wenn er sehr lange dauert
- Trink- und Kühlpausen, wo die Wettbewerbsbestimmungen sie erlauben (Trinkpause höchstens eine Minute, Kühlpause 90 Sekunden bis drei Minuten)
- Sonstige Unterbrechungen, etwa wenn ein Ball kaputtgeht
Wie viele Minuten Nachspielzeit gibt es?
Das entscheidet allein der Schiedsrichter nach dem, was in der Halbzeit verloren ging. Im Profifußball zeigt der vierte Offizielle am Ende der letzten Minute jeder Halbzeit an, wie viele Minuten mindestens nachgespielt werden. In Jugendspielen ohne vierten Offiziellen zeigt der Schiedsrichter die Nachspielzeit in der letzten Minute selbst an.
Warum „mindestens“? Weil auch in der Nachspielzeit wieder Unterbrechungen passieren können. Die angezeigte Zeit darf der Schiedsrichter deshalb verlängern, aber nicht kürzen.
Nachspielzeit im Kinderfußball: Was ist anders?
Im Kinderfußball sind die Spielzeiten kürzer, und oft gibt es gar keinen Schiedsrichter, der Nachspielzeit festlegen könnte. Die Spieldauer laut DFB-Regelheft (maßgeblich sind die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands):
| Altersklasse | Spieldauer laut DFB-Regelheft |
|---|---|
| A-Jugend (U19/U18) | 2 × 45 Minuten |
| B-Jugend (U17/U16) | 2 × 40 Minuten |
| C-Jugend (U15/U14) | 2 × 35 Minuten |
| D-Jugend (U13/U12) | 2 × 30 Minuten |
| E-Jugend (U11/U10) | 2 × 25 Minuten |
| F-Jugend (U9/U8) | 2 × 20 Minuten |
| G-Jugend (Bambini) | höchstens 2 × 20 Minuten |
In der G- und F-Jugend wird meist in Festival- und Turnierformen mit kurzen Einzelspielen gespielt, nach den Fair-Play-Regeln ohne Schiedsrichter. Eine angezeigte Nachspielzeit gibt es dort in der Regel nicht. Wenn sich ein Kind verletzt und kurz behandelt werden muss, lassen Spielleiter oder Trainer die Runde manchmal ein bisschen länger laufen, damit es fair bleibt. Alle Spielzeiten je Verband findest du in Spielzeit im Jugendfußball – alle Altersklassen.
In der Halle laufen Jugendturniere laut DFB-Futsal-Ordnung meist mit Bruttospielzeit (die Uhr läuft durch, Bambini 5–7 Minuten, F und E 10–12 Minuten). Im Futsal nach FIFA-Regeln wird die Uhr dagegen bei jeder Unterbrechung angehalten; dort braucht es keine Nachspielzeit.
Praxisbeispiel: Bei einem Freistoß dauert die Ausführung, weil erst Abstand hergestellt wird und der Ball falsch liegt. Das sind Sekunden, die sich summieren können. Passend dazu hilft dir der Überblick in Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.
Typische Spielsituationen, die zu Nachspielzeit führen
Verletzung und Behandlung
Gerade bei Kindern wird Sicherheit großgeschrieben. Wenn ein Kind nach einem Zweikampf liegen bleibt, steht das Spiel oft länger. Diese Zeit kann am Ende „draufkommen“. Wo nach den Spielregeln 2026/27 gespielt wird, muss ein auf dem Feld behandelter Spieler danach das Feld verlassen und darf erst eine Minute nach der Spielfortsetzung zurück.
Merke: Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung gilt „im Zweifel raus“: Das Kind spielt an diesem Tag nicht weiter und kehrt erst nach ärztlicher Abklärung zurück, egal wie viel Spielzeit noch bleibt.
Elfmeter kurz vor Schluss
Kommt es kurz vor Halbzeit- oder Spielende zu einem Strafstoß, wird verlängert, damit der Elfmeter noch ausgeführt werden kann. Mehr dazu findest du in Elfmeter - Das musst du wissen.
Zeitspiel und langsame Spielfortsetzung
Manchmal merkt ein Team: „Wir führen knapp.“ Dann werden Einwürfe oder Abstöße extra langsam ausgeführt. Wo nach den Spielregeln 2026/27 gespielt wird, kann der Schiedsrichter dabei einen Fünf-Sekunden-Countdown zeigen; danach geht der Einwurf an den Gegner bzw. der Gegner bekommt einen Eckstoß. Im Kinderfußball sollte der Spielleiter zusätzlich pädagogisch klar und ruhig eingreifen. Wie du als Trainer mit Zeitspiel umgehst, erklärt Zeitspiel im Kinderfußball: Regeln & Umgang.
Verwandte Begriffe
- Freistoß: Spielfortsetzung nach Foul/Handspiel – siehe Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball
- Elfmeter: Strafstoß nach Foul im Strafraum – siehe Elfmeter - Das musst du wissen
- Trinkpause: Wann und wie lange im Training, steht in Trinkpausen im Kindertraining
- Abseits: Regel zur Angriffsposition – verständlich erklärt in Abseits einfach erklärt für Kinder
Merksatz für Kinder
Die Nachspielzeit ist wie „Nachholen“: Wenn vorher Zeit verloren ging, wird sie am Ende drangehängt – damit es fair bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Spielzeit im Jugendfußball - Alle Altersklassen
Spielzeit im Jugendfußball bezeichnet die festgelegte Dauer eines Spiels (inklusive Halbzeiten und ggf.
Timeout
Ein Timeout ist eine kurze, offiziell erlaubte Spielunterbrechung, die ein Team beantragen kann, um sich schnell neu zu organisieren.
Direkter vs. indirekter Freistoß
Ein direkter Freistoß darf sofort ins Tor geschossen werden.
Handspiel - Wann ist es ein Foul?
Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit Hand oder Arm berührt – und diese Berührung nach den Regeln als unerlaubt bewertet wird.
Linienrichter (Schiedsrichter-Assistent)
Ein Linienrichter (offiziell: Schiedsrichter-Assistent) unterstützt den Schiedsrichter am Spielfeldrand – vor allem bei Abseits, Ausbällen und knappen Entscheidungen an der Seitenlinie.
Vorteil
Der Vorteil (Vorteilsregel) bedeutet: Der Schiedsrichter pfeift ein Foul nicht sofort, wenn die gefoulte Mannschaft trotzdem besser weiterspielen kann.