Offensivfoul: Regeln für Kinder erklärt
Ein Offensivfoul passiert, wenn die angreifende Mannschaft unfairen Körperkontakt nutzt. Hier lernst du typische Situationen wie Blocken, Schubsen und Rempeln kennen – mit kindgerechten Beispielen.
Ein Offensivfoul ist ein Foulspiel, das von der angreifenden Mannschaft begangen wird – also von dem Team, das gerade den Ball hat oder ein Tor vorbereiten will.
Was bedeutet Offensivfoul im Kinderfußball?
Im Fußball denken viele zuerst an Fouls in der Abwehr: Grätsche, Halten, Schubsen. Aber auch im Angriff kann ein Foul passieren. Ein Offensivfoul liegt vor, wenn ein Angreifer unfairen Körperkontakt nutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen – zum Beispiel beim Blocken oder beim Lösen vom Gegenspieler.
Wichtig für Kinder und Eltern: Fußball ist ein Kontakt-Sport, aber eben kein „Rugby“. Erlaubter Körperkontakt bedeutet meist: Schulter an Schulter im Laufduell, ohne Stoßen mit Armen oder Händen. Sobald ein Kind schiebt, rempelt (übermäßig), hält oder den Gegner absichtlich sperrt, wird daraus ein Foulspiel.
Typische Situationen: Wann pfeift der Schiri ein Offensivfoul?
1) Blocken/Sperren ohne Ball („Blocken Regel“)
Viele Offensivfouls entstehen, wenn ein Kind den Gegenspieler „in den Weg stellt“. Die Grundidee ist leicht zu merken:
- Du darfst laufen, wohin du willst.
- Du darfst aber nicht absichtlich den Gegner blockieren, wenn du nicht um den Ball kämpfst.
Ein „Sperren“ kann erlaubt sein, wenn beide um den Ball gehen und der Körperkontakt natürlich entsteht. Steht ein Kind jedoch bewusst im Weg, um den Verteidiger vom Ball oder Laufweg abzuhalten, pfeift der Schiri häufig.
2) Schubsen beim Freilaufen
Will sich ein Stürmer lösen und drückt mit den Händen den Verteidiger weg, ist das ein klassisches Angriff Foul. Frage, die du deinem Kind mitgeben kannst: „Würdest du den Kontakt auch machen, wenn kein Tor in Sicht wäre?“ Wenn die Antwort „nein“ ist, war es wahrscheinlich unfair.
3) Rempeln beim Kopfballduell oder in der Luft
Bei hohen Bällen kommt es schnell zu unkontrolliertem Kontakt. Gerade im Jugendbereich gelten hier oft zusätzliche Schutzregeln. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.
Was passiert nach einem Offensivfoul?
In den meisten Fällen gibt es:
- Freistoß für die verteidigende Mannschaft (indirekt oder direkt je nach Situation und Regelwerk)
- In härteren Fällen zusätzlich eine Verwarnung (Gelb) oder bei grobem Foulspiel auch mehr
Gerade im Kinderfußball erklären Schiris oft kurz, was falsch war. Das ist hilfreich – denn Kinder lernen Regeln am besten über konkrete Situationen.
Wenn du dir unsicher bist, wie Freistöße im Kinderfußball genau ausgeführt werden, hilft dir dieser Überblick: Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.
Beispiele aus dem Spiel (leicht verständlich)
- Ein Stürmer läuft in den Strafraum und stößt den Verteidiger mit beiden Händen weg, um frei zum Schuss zu kommen → Offensivfoul.
- Ein Kind stellt sich bei einem Konter seitlich vor den Verteidiger, ohne zum Ball zu gehen, damit der Mitspieler durchlaufen kann → oft Sperren/Blocken = Offensivfoul.
- Zwei Kinder sprinten Schulter an Schulter zum Ball, keiner nutzt Arme oder Hände, beide bleiben im Lauf → meist kein Foul, fairer Zweikampf.
Verwandte Begriffe
- Freistoß (Folge nach vielen Fouls): siehe Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball
- Elfmeter (wenn ein Foul der Abwehr im Strafraum passiert): Elfmeter - Das musst du wissen
- Abseits (kein Foul, aber häufige Unterbrechung): Abseits einfach erklärt für Kinder
FAQ: Häufige Fragen zum Offensivfoul
Wird ein Offensivfoul im Strafraum mit Elfmeter bestraft?
Nein. Begeht die angreifende Mannschaft ein Foul, bekommt die Abwehr den Freistoß – auch wenn es im Strafraum passiert.
Dürfen Kinder im Angriff „abschirmen“?
Ja, wenn der Ball in Spielnähe ist und das Abschirmen natürlich passiert (Körper zwischen Ball und Gegner). Absichtliches Blocken ohne Ballnähe führt eher zum Offensivfoul.
Was ist der beste Tipp, damit Kinder weniger Offensivfouls machen?
Kinder sollten lernen, mit den Füßen zu lösen statt mit den Händen: Richtungswechsel, Tempo, Körpertäuschung – so bleibt der Zweikampf fair und der Angriff läuft weiter.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Übungen zu "Offensivfoul: Regeln für Kinder erklärt"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an