Orientierung im Futsal: Scannen lernen in 5 Spielen
Mit diesen 5 kurzen Futsal-Spielen lernen Kinder den Schulterblick und verbessern ihre Orientierung in der Halle. Ideal für Beginner-Teams mit wenig Aufwand und vielen Wiederholungen.
Warum Scannen im Futsal so wichtig ist
Futsal ist schnell, eng und voller Richtungswechsel. Genau deshalb entscheidet Orientierung oft über Ballverluste oder clevere Lösungen. Mit „Scannen“ ist gemeint: kurz den Kopf drehen, Informationen sammeln und dann handeln – also der berühmte Blick über die Schulter, bevor der Ball kommt oder während der Ballführung. Kinder lernen damit, bessere Entscheidungen in der Halle zu treffen: Wo ist Druck? Wo ist ein Mitspieler frei? Wo ist der Raum?
Die folgende Übung ist eine kompakte Spielesammlung (Beginner), die du als Hauptteil oder als Schwerpunkt-Block im Training nutzen kannst. Du bekommst 5 kleine Spiele, die alle das gleiche Ziel haben: Scanning Fußball Kinder spielerisch aufbauen – ohne lange Theorie.
Übungsname & Ziel
Übungsname: Orientierung im Futsal: Scannen lernen in 5 Spielen
Ziel:
- Kinder gewöhnen sich an den Blick über Schulter vor Ballannahme und Pass
- schnelleres Erkennen von freien Räumen und Gegenspielern (Orientierung Futsal)
- bessere Entscheidungen Halle: passen, dribbeln, abschirmen, drehen
Organisation: Material, Spieleranzahl, Dauer
Spieleranzahl: min. 6, ideal 8–12 (2 Teams)
Dauer: 20–30 Minuten (5 Spiele à 3–5 Minuten + kurze Wechsel)
Benötigte Materialien (nur das Nötigste):
- 1 Futsalball oder Hallenball
- 12–20 Hütchen (für Feld, Zonen, Tore)
- 8 Leibchen (2 Farben)
Feldgröße: ca. 20 x 15 m (je nach Hallengröße anpassen)
Schritt-für-Schritt Anleitung (5 Spiele)
Vorbereitung (einmalig)
Markiere ein Rechteck (ca. 20 x 15 m). Teile die Gruppe in zwei Teams ein. Jedes Spiel läuft kurz, mit hoher Wiederholungszahl.
1) „Schulterblick-Punkt“ im 3-gegen-3
Idee: Punkte gibt es nur, wenn sichtbar gescannt wurde.
- Spiele 3-gegen-3 (oder 4-gegen-4) auf zwei kleine Hütchentore.
- Regel: Ein Tor zählt nur, wenn der Torschütze vor dem letzten Pass einen klaren Schulterblick zeigt (kurz Kopf drehen).
- Trainer beobachtet: Schulterblick = Bonuspunkt oder Tor zählt.
- Nach 3–4 Minuten Teams/Partner durchmischen.
2) „Farbcode“: Pass nur nach Scan
Idee: Scannen wird zur Aufgabe vor jedem Pass.
- Lege 4 Hütchen in den Ecken (z. B. rot/gelb/blau/grün oder einfach 4 Farben/Markierungen).
- Während des Spiels ruft der Trainer alle 10–15 Sekunden eine Farbe.
- Regel: Bevor ein Spieler passt, muss er kurz scannen und mit der Hand auf die gerufene Ecke zeigen (Mini-Check).
- Wird ohne Scan gepasst: Ballbesitz wechselt.
3) „Rücken-Zahl“: Anspiel in den freien Raum
Idee: Wahrnehmen, was hinter einem passiert.
- Spiele 3-gegen-3 im Feld.
- Jeder Spieler bekommt heimlich eine Zahl (1–3) zugewiesen (Trainer flüstert oder zeigt kurz).
- Regel: Wer den Ball erhält, muss vor der Annahme kurz scannen und anschließend laut eine Zahl nennen, die er bei einem Mitspieler „gesehen“ hat.
- Erst dann darf er weiterpassen/dribbeln.
4) „Zonen öffnen“: Erst schauen, dann reinspielen
Idee: Orientierung auf Raum statt nur Gegner.
- Markiere in der Mitte eine kleine Zone (z. B. 4 x 4 m) mit Hütchen.
- Regel: Ein Punkt, wenn ein Pass in die Zone gespielt wird und der Empfänger schon vorher gescannt hat (Schulterblick sichtbar).
- Verteidiger dürfen die Zone betreten, aber nicht dauerhaft darin stehen (max. 2 Sekunden), damit Bewegung entsteht.
5) „Konter-Fenster“: Umschalten mit Kopf oben
Idee: Nach Ballgewinn sofort orientieren.
- Normales Spiel 4-gegen-4 auf zwei Tore.
- Zusatzregel: Nach Ballgewinn hat das Team 5 Sekunden Konter-Fenster. Ein Tor in dieser Zeit zählt doppelt.
- Coaching-Fokus: Nach Ballgewinn erst scannen, dann Entscheidung: schneller Pass, Dribbling oder sichern.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
U7–U8 (ganz leicht)
- Spiele 2-gegen-2 oder 3-gegen-3, weniger Regeln gleichzeitig
- Schulterblick reicht als „Kopf drehen“ – kein Strafpunkt, sondern Lobpunkt
- Nutze statt Zahlen eine einfache Aufgabe: „Zeig kurz zur Wand“ oder „Nenn eine Farbe“
Passend dazu: Wenn deinem Team noch Ballgefühl fehlt, kombiniere den Block mit Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11), damit Scannen und erster Kontakt zusammen wachsen.
U9–U11 (Standard)
- 3-gegen-3/4-gegen-4, Regeln wie oben
- Bonuspunkt nur bei Scan + offene Körperstellung (seitlich zum Feld)
- Begrenze Kontakte (z. B. max. 3), damit Entscheidungen schneller werden
U12+ (anspruchsvoller)
- „Scan-Zwang“: Ballannahme zählt nur, wenn vorher gescannt wurde
- Gegnerdruck erhöhen: Feld etwas kleiner, intensiveres Pressing
- Zusätzliche Aufgabe: nach Scan bewusst „klatschen lassen“ (Direktspiel) oder Drehung in die offene Seite
Coaching-Tipps (damit Scanning wirklich hängen bleibt)
- Fordere klare Trigger: „Vor Annahme: Schulterblick!“ – kurz, wiederholbar, nicht als Vortrag.
- Achte auf offene Körperstellung: seitlich stehen, damit Kinder Ball und Feld gleichzeitig sehen.
- Stelle Fragen statt Monolog: „Wo war der freie Raum? Wer stand im Rücken?“
- Lobe das Verhalten, nicht nur das Ergebnis: Ein guter Schulterblick ist auch dann wertvoll, wenn der Pass mal nicht ankommt.
Wenn du zusätzlich das Dribbling unter Gegnerdruck verbessern willst, passt als Anschluss Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele. Für Hallen-spezifische Abschlüsse kannst du später Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) einbauen.
Häufige Fehler (und wie du sie schnell löst)
- Kinder schauen nur auf den Ball: Erlaube kurze „Ball-freie Sekunden“: erst Scan, dann Ball.
- Scan wird übertrieben (zu lange Kopf weg): Ziel ist ein kurzer Blick, kein Umdrehen.
- Zu viele Regeln auf einmal: Lieber 1 Spiel = 1 Fokus. Qualität vor Komplexität.
FAQ
Wie oft sollten Kinder im Futsal scannen?
Im Idealfall vor jeder Ballannahme und zusätzlich während der Ballführung in kurzen Momenten. Bei Kindern reicht am Anfang: mindestens ein Schulterblick, bevor sie den Ball verarbeiten.
Woran erkennst du als Trainer, ob Scannen wirklich passiert?
Achte auf sichtbare Kopfbewegung, eine offenere Körperstellung und schnellere Entscheidungen (z. B. weniger „Stoppen und dann erst schauen“). Hilfreich sind Bonuspunkte: So wird Scannen messbar.
Was, wenn Kinder trotz Schulterblick falsche Entscheidungen treffen?
Das ist normal. Scannen liefert nur Informationen – die Verarbeitung braucht Zeit. Bleib konsequent beim Verhalten (Schulterblick, Körperstellung) und reduziere Druck/Tempo, bis die Entscheidungen besser werden.
Passt diese Übung auch ohne Futsal-spezifische Tore?
Ja. Zwei kleine Hütchentore reichen völlig. Wichtig ist die Enge und die hohe Ballkontaktzahl – beides bekommst du auch ohne Hallentore hin.