Passen im Futsal: 5 Passarten für Kinder
Im Futsal entscheiden kurze Wege und schnelle Lösungen. Diese 5 Passarten helfen Kindern, in der Halle sicherer zu kombinieren – mit Übungen, Tipps und typischen Fehlern.
Futsal ist schnell, eng und technisch – genau deshalb ist Passen im Futsal für Kinder ein echter Gamechanger. In der Halle ist weniger Platz, der Ball rollt anders und Gegner sind sofort da. Wie kann dein Kind trotzdem Ruhe am Ball behalten und passende Lösungen finden? Mit wenigen, klaren Passarten, die sich leicht erklären und spielnah trainieren lassen.
Dieser Artikel zeigt dir fünf kindgerechte Passarten für Anfänger – inklusive typischer Fehler, Coaching-Tipps und Mini-Übungen. So wird aus „einfach nur wegpassen“ ein cleveres Passspiel in der Halle.
Warum Passen im Futsal für Kinder anders ist
Im Futsal gelten ein paar Bedingungen, die das Passspiel besonders machen:
- Wenig Raum, wenig Zeit: Der Gegner steht oft in 1–2 Metern Abstand.
- Harter, sprungreduzierter Ball: Ein Futsalball bleibt flacher – gut für präzise Pässe, aber Fehler werden sichtbarer.
- Viele Richtungswechsel: Kinder müssen den Körper schnell zum Ziel drehen.
- Mehr 1. Kontakte unter Druck: Der erste Kontakt entscheidet, ob ein Pass überhaupt möglich ist.
Gerade Anfänger profitieren davon, wenn du Passarten nicht als Theorie vermittelst, sondern als „Werkzeuge“: Welcher Pass hilft dir, wenn der Gegner nah ist? Welcher Pass ist sicher, wenn du Zeit hast?
Tipp: Wenn dein Training beim ersten Kontakt noch wackelt, hilft dir dieser Baustein enorm: Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).
Grundprinzipien für kindgerechtes Futsal-Passspiel
Bevor es zu den fünf Passarten geht, helfen drei einfache Regeln, die Kinder schnell verstehen:
- Zeig dich! Wer passt, braucht eine klare Anspielstation (seitlich, diagonal, hinter dem Gegner).
- Pass in den Lauf statt auf den Fuß, wenn der Mitspieler Platz hat.
- Flach und kurz ist im Futsal meist besser als hoch und hart.
Mini-Coaching-Sätze, die Kinder sofort umsetzen
- „Erst schauen, dann passen.“
- „Ball am Boden.“
- „Spiel dich frei – nicht verstecken.“
5 Passarten im Futsal: einfach erklärt für Kinder
Die folgenden Passarten sind bewusst beginner-friendly. Du kannst sie nacheinander einführen und immer wieder in Spielformen aufgreifen.
1) Innenseitpass (Basics, aber im Futsal Gold wert)
Der Innenseitpass ist der sicherste Pass für Kinder – und im Futsal die Grundlage für sauberes Kombinationsspiel.
So geht’s (einfach erklärt):
- Standbein neben den Ball
- Fußspitze vom Passfuß leicht hoch
- Mit der Innenseite flach durch den Ball schieben
Wann passt er besonders gut?
- Bei kurzen Distanzen (2–8 Meter)
- Wenn du Kontrolle statt Tempo brauchst
Typische Fehler:
- Ball wird „gestochen“ statt geschoben → ungenau
- Standbein zu weit weg → Ball springt oder rollt schief
Mini-Übung:
- 2er-Passen durch ein „Tor“ aus zwei Hütchen (1–1,5 m breit)
- Ziel: 10 Pässe am Stück ohne Hütchen zu berühren
2) Außenseitpass (schnell um die Ecke)
Der Außenseitpass ist im Futsal stark, weil er ohne große Ausholbewegung funktioniert. Kinder können damit überraschend „um den Gegner herum“ spielen.
So geht’s:
- Fuß leicht nach innen drehen
- Mit dem Außenrist flach anspielen
- Körper bleibt möglichst über dem Ball
Wann passt er?
- Wenn der Gegner innen zustellt
- Für diagonale Pässe in enge Räume
Typische Fehler:
- Zu viel Schwung → Ball springt weg
- Oberkörper fällt zurück → Ball hebt ab
Coaching-Tipp:
- „Kleiner Schwung, flacher Ball.“
3) Toe Poke Pass (Zehenpass) – die Futsal-Spezialwaffe
Der Toe Poke Pass (oft auch „Zehenpass“) ist typisch für Futsal: kurz antippen, schnell weg. Gerade für Kinder ist er spannend, weil er in engen Situationen funktioniert – ohne großen Bewegungsablauf.
So geht’s kindgerecht:
- Fußspitze zeigt zum Ziel
- Ball mit der Schuhspitze kurz und fest anstoßen
- Standbein stabil, Körper über dem Ball
Wann ist der Toe Poke Pass ideal?
- Wenn ein Gegner direkt neben dir steht
- Wenn du kaum ausholen kannst
- Für schnelle Steckpässe auf 2–5 Meter
Typische Fehler:
- Ball wird zu hart „geschossen“ → Mitspieler kann nicht kontrollieren
- Fußspitze trifft oben → Ball hebt ab
Mini-Übung:
- 3 Spieler in einem Dreieck (3–4 m Abstand)
- Nur Toe Poke Pässe, immer flach
- Zusatzregel: Vor dem Pass kurz „scannen“ (Kopf hoch)
4) Klatschpass (One-Touch) – schnell, aber nur mit guter Orientierung
Der Klatschpass bedeutet: Ball kommt an, wird direkt weitergespielt (One-Touch). Im Futsal ist das super, weil du Drucksituationen auflöst. Für Kinder ist es aber auch anspruchsvoll – deshalb langsam aufbauen.
So klappt’s im Anfängerbereich:
- Mitspieler ruft „Klatsch!“ an
- Passgeber spielt sauber auf den Fuß
- Empfänger lässt den Ball prallen: Innenseite, kurze Bewegung
Wann sinnvoll?
- Wenn du mit Rücken zum Gegner stehst
- Wenn du einen dritten Spieler freispielen willst
Typische Fehler:
- Klatsch ohne Blick → Ball geht ins Aus
- Zu harte Zuspiele → kein kontrollierter One-Touch möglich
Praxis-Tipp:
- Erst 2 Kontakte erlauben (annehmen + klatschen), dann One-Touch einführen.
Wenn Kinder in der Halle generell noch wenig trauen, hilft ein spielerischer Einstieg über Dribbling und Mut am Ball: Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.
5) Rückpass & Sicherheits-Pass (Spiel verlagern statt Risiko)
Im Kinder-Futsal wirkt ein Rückpass manchmal „langweilig“. In Wahrheit ist er ein Zeichen von Spielintelligenz: Druck rausnehmen, neu aufbauen, Gegner laufen lassen.
So erklärst du’s Kindern:
- „Wenn vorne zu ist: zurück und neu.“
- „Ein guter Rückpass ist ein Angriffspass, weil du Platz schaffst.“
Worauf achten?
- Rückpass flach und seitlich (nicht direkt vor das eigene Tor)
- Passwinkel so, dass der Mitspieler offen zum Feld steht
Typische Fehler:
- Rückpass zu zentral → gefährlich
- Rückpass ohne Absicherung → Ballverlust im Zentrum
Mini-Übung:
- 3 gegen 1 im Quadrat (6x6 m)
- Ziel: 6 Pässe halten, Rückpass zählt doppelt (fördert Geduld)
Häufige Probleme beim Passspiel in der Halle – und schnelle Lösungen
Kinder scheitern im Futsal-Passspiel oft an denselben Punkten. Diese „Fixes“ helfen sofort:
-
Problem: Der Ball springt weg.
- Lösung: Tempo rausnehmen, Pass flacher, erster Kontakt üben (siehe Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11)).
-
Problem: Kinder schauen nur auf den Ball.
- Lösung: „Kopf hoch“-Trigger einbauen (z. B. Farbe/Nummer rufen, bevor gepasst wird).
-
Problem: Nur der beste Spieler passt, andere verstecken sich.
- Lösung: Zonen- oder Kontaktregeln, die Bewegung belohnen (z. B. Tor zählt nur, wenn jedes Kind einmal den Ball hatte).
Passspiel ins Spiel bringen: 3 einfache Spielformen
Du willst, dass Kinder nicht nur in Übungen passen, sondern im Spiel? Dann helfen Spielformen mit klaren Zielen.
1) 3-gegen-3 mit Pass-Bonus
- Tor zählt immer
- Extra-Punkt, wenn vorher ein Klatschpass oder Toe Poke Pass gelingt
2) „Tore aus Pässen“ (Hütchentore)
- Mehrere kleine Hütchentore in der Halle
- Punkt gibt’s, wenn ein Pass durch ein Tor gespielt wird
- Fördert Passspiel Halle und Orientierung
3) Abschluss nach Passfolge
- 2 Pässe + Abschluss
- So entsteht automatisch die Brücke zum Torabschluss
Wenn du den Übergang zum Abschluss weiter ausbauen willst, passt dieser Artikel gut dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Fazit: Mit 5 Passarten zu mehr Sicherheit im Futsal
Für Kinder im Anfängerbereich ist Futsal passen dann erfolgreich, wenn es einfach, wiederholbar und spielnah bleibt. Der Innenseitpass gibt Sicherheit, Außenseite und Toe Poke Pass lösen enge Situationen, der Klatschpass bringt Tempo – und Rückpässe machen Teams ruhiger und schlauer.
Frag dich im Training immer wieder: Welche Passart löst genau das Problem, das Kinder gerade im Spiel haben? Wenn du so coachst, wird Passspiel in der Halle schnell zu einer echten Stärke.