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    Regeln erklärt: indirekter Freistoß mit Beispielen

    Der indirekte Freistoß sorgt im Kinderfußball oft für Fragen: Darf man direkt aufs Tor schießen? Hier bekommst du Regeln, Schiedsrichterzeichen und leicht verständliche Beispiele.

    Tobias Brenner
    14. Jan. 2026
    Aktualisiert: 21. Jan. 2026
    9 Min.

    Ein indirekter Freistoß sorgt im Kinder- und Jugendfußball regelmäßig für Stirnrunzeln: Darf direkt aufs Tor geschossen werden? Warum hebt der Schiedsrichter den Arm? Und wieso zählt ein Treffer manchmal nicht, obwohl der Ball im Netz liegt? Wenn du die indirekter Freistoß Regeln einmal sauber verstanden hast, kannst du sie deinem Team oder deinem Kind schnell und stressfrei erklären – und vermeidest unnötige Diskussionen am Spielfeldrand.

    Gerade im Kinderfußball ist der indirekte Freistoß ein wichtiges Werkzeug, um unsportliches oder gefährliches Spiel zu ahnden, ohne gleich harte Strafen zu verhängen. Gleichzeitig lernen Kinder damit Spielregeln, Fairness und klare Abläufe. Klingt kompliziert? Ist es nicht – wenn du die Grundlogik kennst.

    Was ist ein indirekter Freistoß?

    Ein indirekter Freistoß ist ein Freistoß, bei dem ein Tor nicht direkt erzielt werden darf. Bevor ein Tor zählen kann, muss der Ball mindestens einen weiteren Spieler berühren – egal ob Mitspieler oder Gegenspieler.

    Wichtig für Einsteiger:

    • Direkter Freistoß: Tor kann direkt erzielt werden.
    • Indirekter Freistoß: Tor zählt erst nach einer zweiten Ballberührung.

    Wenn du dir einen Überblick über alle Freistoßarten im Nachwuchs holen willst, hilft dir auch dieser Beitrag: Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.

    Indirekter Freistoß Regeln: Das musst du wirklich wissen

    Die Grundregel ist simpel, aber die Details entscheiden oft über „Tor oder nicht Tor“.

    1) Wann ist ein Tor gültig?

    Ein Tor nach indirektem Freistoß ist nur gültig, wenn:

    • der Ball nach der Ausführung einen zweiten Spieler berührt (z. B. Abpraller, Kopf, Fuß, auch der Torwart),
    • und der Ball danach ins Tor geht.

    Geht der Ball direkt ins Tor, gilt:

    • ins gegnerische Tor direkt: kein Tor → es gibt Abstoß (nach IFAB-Regeln; im Kinderfußball je nach Spielform kann die Spielfortsetzung leicht variieren, meist aber Abstoß/Abwurf).
    • ins eigene Tor direkt: kein Eigentor → es gibt Eckstoß für den Gegner.

    2) Der Ball muss ruhig liegen

    Wie bei jedem Freistoß gilt: Der Ball muss ruhig liegen, bevor er gespielt wird. Im Kinderfußball wird das oft großzügig gehandhabt – trotzdem lohnt es sich, Kinder früh an saubere Ausführung zu gewöhnen.

    3) Abstand der Gegner

    Gegner müssen den vorgeschriebenen Abstand einhalten (klassisch 9,15 m). Im Kinderfußball wird der Abstand je nach Feldgröße angepasst (z. B. 5 m oder 7 m). Als Trainer solltest du dich an den jeweiligen Wettbewerbsregeln orientieren.

    4) Der Schiedsrichter kann „auf Pfiff“ anordnen

    Bei Situationen nahe am Tor oder wenn es unruhig wird, lässt der Schiedsrichter den Freistoß oft erst nach Pfiff ausführen. Das sorgt für Ordnung und klare Chancen.

    Schiedsrichterzeichen indirekt: Woran erkennst du den indirekten Freistoß?

    Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist das Schiedsrichterzeichen indirekt:

    • Der Schiedsrichter hebt einen Arm senkrecht nach oben.
    • Der Arm bleibt oben, bis:
      • der Ball von einem zweiten Spieler berührt wurde oder
      • der Ball aus dem Spiel ist.

    Praktischer Tipp für Eltern und Trainer: Wenn du den Arm oben siehst, erinnere die Kinder ruhig mit einem kurzen Hinweis wie „Zweiter Kontakt!“ – ohne zu coachen wie bei einer Standardsituation im Profifußball. Kinder sollen die Entscheidung selbst lernen.

    Typische Gründe für einen indirekten Freistoß im Kinderfußball

    Viele indirekte Freistöße entstehen durch technische oder sicherheitsrelevante Vergehen. Genau deshalb passt diese Spielfortsetzung so gut zum Nachwuchs: Sie ist „spürbar“, aber nicht überhart.

    Häufige Auslöser:

    • Gefährliches Spiel ohne Körperkontakt (z. B. hoher Fuß in Kopfhöhe, „Schere“ in der Nähe anderer Kinder)
    • Behinderung (z. B. den Laufweg blockieren ohne Ballspiel)
    • Torwartvergehen (je nach Altersklasse und Regelwerk):
      • Ball zu lange in der Hand halten
      • Ball nach absichtlichem Zuspiel mit dem Fuß aufnehmen (Rückpassregel – wird im Kinderfußball teils angepasst)
    • Abseits (führt zur Spielfortsetzung indirekter Freistoß)

    Wenn Abseits bei euch Thema ist, findest du eine kindgerechte Erklärung hier: Abseits einfach erklärt für Kinder.

    Indirekter Freistoß mit Beispielen: So wird’s verständlich

    Beispiele helfen Kindern am meisten, weil sie sofort sehen, was „zweite Berührung“ bedeutet.

    Beispiel 1: Direkter Schuss – zählt nicht

    Situation: Indirekter Freistoß 12 Meter vor dem Tor. Kind A schießt direkt aufs Tor, der Ball fliegt ohne weitere Berührung ins Netz.

    • Entscheidung: Kein Tor.
    • Spielfortsetzung: Abstoß (bzw. je nach Spielform entsprechende Torwartfortsetzung).

    Merksatz für Kinder: „Erst Tipp, dann Tor!“

    Beispiel 2: Antippen und Schuss – Tor zählt

    Situation: Indirekter Freistoß. Kind A tippt den Ball kurz an. Kind B schießt direkt danach aufs Tor, Ball geht rein.

    • Entscheidung: Tor zählt, weil der Ball zwei Spieler berührt hat.

    Trainer-Tipp: Übe das als Mini-Standard:

    • kurzer Pass (1–2 Meter)
    • Abschluss flach und kontrolliert

    Passend dazu kann ein Technik-Impuls helfen, damit der Abschluss nach dem zweiten Kontakt sauber kommt: Torschuss aus der Bewegung.

    Beispiel 3: Schuss prallt ab – Tor zählt

    Situation: Indirekter Freistoß, Kind A schießt aufs Tor. Der Torwart wehrt ab, der Ball springt zurück zu Kind A oder einem Mitspieler, der einschiebt.

    • Entscheidung: Tor zählt, weil der Ball den Torwart berührt hat (zweite Berührung).

    Beispiel 4: Indirekter Freistoß wegen Abseits

    Situation: Stürmer steht im Abseits und greift ins Spiel ein.

    • Entscheidung: Indirekter Freistoß für die verteidigende Mannschaft am Ort des Abseits (mit den Anpassungen je nach Regelwerk).

    Das ist für Kinder oft die erste Berührung mit „taktischen“ Regeln: Nicht alles ist Foul – manchmal ist es einfach eine Regelverletzung.

    Häufige Fehler – und wie du sie einfach vermeidest

    Im Spiel passieren beim indirekten Freistoß immer wieder dieselben Missverständnisse.

    Typische Fehler:

    • Kinder schießen direkt aufs Tor, obwohl indirekt angezeigt ist.
    • Der ausführende Spieler tippt an und schießt sofort nochmal selbst – das wäre zwar eine zweite Berührung, aber Achtung: Doppeltberührung ist nur erlaubt, wenn ein anderer Spieler den Ball dazwischen berührt. Spielt ein Spieler den Ball und berührt ihn direkt danach erneut, ist das in der Regel ein Vergehen.
    • Gegner laufen zu früh los, weil sie den Abstand nicht kennen.

    So hilfst du schnell:

    • Nutze klare Schlüsselwörter: „Arm oben = indirekt“, „Zweiter Kontakt“.
    • Lass Kinder im Training 2–3 Standardvarianten ausprobieren.
    • Erkläre kurz, warum die Regel fair ist: „Du bekommst eine Chance, aber nicht einfach einen freien Torschuss geschenkt.“

    Trainingstipps: Indirekten Freistoß kindgerecht üben

    Du brauchst kein Standard-Repertoire wie im Erwachsenenfußball. Zwei einfache Varianten reichen völlig.

    Variante A: „Tippen & Schießen“

    • 2 Spieler am Ball
    • Spieler 1 tippt seitlich an
    • Spieler 2 schießt direkt

    Coachingpunkte:

    • kurzer, sauberer Pass
    • schneller Abschluss
    • Blick zum Tor (Orientierung)

    Variante B: „Tippen & Dribbeln“

    • Spieler 1 tippt an
    • Spieler 2 dribbelt 2–3 Kontakte und schließt ab oder passt

    Warum sinnvoll? Kinder lernen, dass ein indirekter Freistoß nicht nur „Schuss“ bedeutet, sondern auch eine Spieleröffnung sein kann.

    Fazit: Indirekter Freistoß – einfach, wenn du das Prinzip kennst

    Der indirekte Freistoß ist im Kern eine Lernregel: Kein direktes Tor, erst zweite Berührung, klar erkennbar durch den hochgehobenen Arm des Schiedsrichters. Wenn du Kindern diese drei Punkte vermittelst und ein paar einfache Beispiele parat hast, wird aus Verwirrung schnell Sicherheit. Und genau das macht Kinderfußball aus: Regeln verstehen, fair spielen, Spaß haben.

    FAQ zum indirekten Freistoß

    Zählt ein Tor, wenn der Ball beim indirekten Freistoß direkt ins Tor geht?

    Nein. Bei einem indirekten Freistoß zählt ein Tor nicht, wenn der Ball ohne zweite Berührung direkt ins gegnerische Tor geht. Es geht dann in der Regel mit Abstoß weiter (im Kinderfußball je nach Spielform entsprechend).

    Woran erkennst du als Elternteil oder Trainer, dass der Freistoß indirekt ist?

    Am Schiedsrichterzeichen indirekt: Der Schiedsrichter hebt einen Arm senkrecht nach oben und hält ihn oben, bis ein zweiter Spieler den Ball berührt oder der Ball aus dem Spiel ist.

    Welche Vergehen führen im Kinderfußball häufig zu einem indirekten Freistoß?

    Typisch sind gefährliches Spiel (ohne Kontakt), Behinderung und je nach Regelwerk Torwartvergehen. Auch Abseits wird mit einem indirekten Freistoß fortgesetzt.

    Darf der ausführende Spieler den Ball zweimal spielen?

    Nicht direkt hintereinander. Spielt ein Kind den Ball an und berührt ihn sofort erneut, ohne dass ein anderer Spieler dazwischen am Ball war, ist das in der Regel eine Doppeltberührung und führt zu einem indirekten Freistoß für den Gegner.

    Häufig gestellte Fragen

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