Übergeben: Gegenspieler wechseln im Verteidigen
Übergeben hilft deinem Team, die Zuordnung im Verteidigen sauber zu wechseln, ohne Räume zu öffnen. Mit einfachen Signalen und Zonen-Denken wird das besonders im Kinderfußball schnell verständlich.
Übergeben bedeutet im Verteidigen: Du gibst deinen Gegenspieler an einen Mitspieler ab, weil er in dessen Raum läuft, und übernimmst selbst wieder deinen Bereich oder einen anderen Gegner. Das Gegenstück heißt Übernehmen.
Merke: Übergeben klappt mit drei Schritten: begleiten, rufen, abgeben. Erst wenn der Mitspieler sichtbar übernommen hat („Ich hab ihn!“), lässt du los. Ohne Signal kein Wechsel.
Was heißt „Übergeben“ im Kinderfußball?
Übergeben (oft auch „Gegner übergeben“ genannt) gehört zur Zuordnung im Fußball: Wer verteidigt gerade wen? Spieler verteidigen nicht stur „ihren“ Gegenspieler bis überallhin, sondern orientieren sich an Raum, Ball und Mitspielern. Läuft ein Angreifer aus deiner Nähe in den Bereich eines Mitspielers, ist es oft besser, ihn klar zu übergeben, statt hinterherzurennen und dabei Löcher zu reißen.
In Spielformen wie Funino, 5 gegen 5 oder 7 gegen 7 kreuzen sich ständig Laufwege, und es entsteht schnell Unordnung. Mit dem Prinzip „Übergeben“ bleibt dein Team kompakt. Es ist ein einfacher Einstieg in die Zonenverteidigung: Raum sichern, statt einem Gegner quer übers Feld zu folgen.
Warum ist Übergeben sinnvoll?
- Du hältst die Team-Form: weniger Lücken zwischen den Spielern.
- Du vermeidest Fehlzuordnungen: Nicht zwei Verteidiger hängen am selben Gegner ohne Ball, während ein anderer frei steht.
- Du schützt zentrale Räume: besonders vor dem Tor.
- Du sparst Wege: Niemand muss jedem Lauf quer übers Feld folgen.
So funktioniert Übergeben: einfache Regeln für Anfänger
Damit „übergeben verteidigen“ klappt, brauchen Kinder klare, kurze Leitplanken:
- Begleiten: Du läufst mit deinem Gegner mit, solange er in deinem Bereich ist.
- Rufen: An der Grenze zum Bereich des Mitspielers kommt ein kurzes Signal, zum Beispiel „Deiner!“.
- Bestätigen: Der Mitspieler antwortet („Ich hab ihn!“) und übernimmt sichtbar.
- Abgeben und orientieren: Erst jetzt löst du dich und sicherst deinen Raum oder den nächsten Gegner.
Zwei Grundsätze helfen dabei:
- Ballnähe entscheidet: Der ballnähere Verteidiger wird aktiv.
- Zone vor Mann: Wer in deinem Raum auftaucht, ist erst einmal „dein“ Gegner.
Eine gute Basis ist sauberes Zweikampfverhalten. Wer im Duell stabil steht, kann auch ruhiger übergeben. Passend dazu: Verteidigen im 1 gegen 1: 8 Duellspiele (U10–U15).
Beispiele aus dem Kinderfußball
Beispiel 1: Flügel-Lauf im 7 gegen 7
Ein Angreifer startet außen und zieht nach innen. Du begleitest ihn kurz, bis er in die Zone deines Innenverteidigers kommt. Dann:
- Du rufst „Deiner!“.
- Der Innenverteidiger übernimmt den Laufweg.
- Du sicherst den freien Raum außen oder orientierst dich zum nächsten Gegner.
Beispiel 2: Doppelpass am Strafraum
Zwei Angreifer spielen einen Doppelpass: Einer passt, läuft sich sofort am Gegenspieler vorbei frei und bekommt den Ball zurück. Wenn du dem ersten Spieler blind folgst, öffnest du oft die Mitte. Besser:
- Du bleibst ballorientiert in deiner Zone.
- Dein Mitspieler übernimmt den durchstartenden Gegner.
- Ihr verhindert gemeinsam das 2-gegen-1.
Dazu passt als nächster Schritt das Verständnis für Überzahl und Unterzahl: Abwehr im 2-gegen-1: Coachingpunkte & 6 Spiele.
Ab welchem Alter?
- G- und F-Jugend: In den kleinen Spielformen gibt es keine festen Positionen und Zonen. Übergeben ist hier noch kein Thema, wichtig ist das Duell.
- E-Jugend: Erste Raumregeln („Wer in deinen Bereich kommt, ist deiner“). Der DFB nennt Grundregeln zur Raumorientierung und -aufteilung als Ausbildungsziel der E-Jugend.
- ab D-Jugend: Gezieltes Übergeben und Übernehmen als gruppentaktische Grundlage, besonders im 7 gegen 7 und 9 gegen 9, wo Laufwege und Positionswechsel häufiger werden.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Keiner übernimmt: Übergeben ohne Blickkontakt oder Signal. Lösung: „Erst rufen, dann wechseln.“
- Zwei gehen ohne Absprache drauf: Beide attackieren, keiner sichert, der Passweg bleibt offen. Gemeinsam auf den Ballführer gehen ist nur als abgestimmtes Doppeln sinnvoll.
- Hinterherlaufen: Ein Kind folgt „seinem“ Gegner bis in fremde Zonen. Das ist der klassische Fehler bei reiner Manndeckung.
Verwandte Begriffe
- Zuordnung (wer verteidigt wen?): eng verbunden mit Übergeben und Raumaufteilung.
- Zonenverteidigung (raumorientiertes Verteidigen): Grundlage, damit Übergeben logisch wird.
- Kompakt stehen: kurze Abstände, damit eine Übergabe überhaupt möglich ist, siehe Kompakt stehen.
- Restverteidigung: Absicherung, die schon im eigenen Ballbesitz steht, damit ein Ballverlust nicht sofort zum Konter wird: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Gegenspieler stellen (innen/außen)
Den Angreifer im 1 gegen 1 so positioniert verteidigen, dass er nach innen oder nach außen dribbelt und dadurch weniger Optionen hat.
Abwehrseite lenken
Abwehrseite lenken bedeutet, den Angreifer im Zweikampf so zu steuern, dass er nach außen (zur Seitenlinie) dribbelt – weg vom Tor und weg von gefährlichen zentralen Räumen.
Deckungsschatten: Gegner decken ohne Tackling
Der Deckungsschatten ist der Bereich hinter dir (aus Sicht des Balles), den du mit deiner Körperposition abdeckst, sodass ein Pass zu einem Gegenspieler schwer oder unmöglich wird.
Blocken: Schuss- und Passwege im Team verteidigen
Blocken bedeutet im Fußball, dass du als Verteidiger einen Schuss- oder Passweg so zustellst, dass der Ball nicht (oder nur schlechter) zum Ziel kommt.
Herausrücken
Herausrücken bedeutet im Fußball, dass ein Verteidiger seine Position bewusst verlässt, um den ballführenden Gegner aktiv zu attackieren und Zeit sowie Raum zu nehmen.
Innenverteidiger
Der Innenverteidiger ist ein Abwehrspieler in der Mitte der Defensive. Seine Hauptaufgabe: Tore verhindern, indem er Angriffe früh stoppt und den Raum vor dem eigenen Tor sichert.
Übungen zu "Übergeben"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an