Übungssammlung · 9 Spiele

    Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13)

    Diese Einheit zeigt dir 9 spielnahe Spielformen, mit denen Kinder von U8 bis U13 den Doppelpass sicher lernen. Mit klaren Regeln, Variationen und Coaching-Tipps bringst du das Kombinationsspiel schnell ins Match.

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    12. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    12 Min. Lesezeit
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    Grundaufbau: Rechteckfeld mit zwei bis drei Doppelpass-Zonen und Raum hinter dem Passempfänger, 6–16 Spieler, Feld 20x25 m.

    Ziel der Sammlung

    • Passspiel im Kinderfußball verbessern: flach, präzise und mit passendem Tempo
    • Freilaufen nach dem Abspiel automatisieren: sofort in den freien Raum starten
    • Kombinationsspiel aufbauen: wahrnehmen, entscheiden, ausführen
    • Mut zur Lösung „Doppelpass“ im Spiel entwickeln
    • Erkennen, wann ein Doppelpass sinnvoll ist – und wann Dribbling oder Rückpass besser passen

    Aufbau

    Markiere ein Rechteckfeld. Baue darin 2–3 „Doppelpass-Zonen“ auf, entweder mit kleinen Hütchentoren oder markierten Flächen. Je nach Spielform kommen Minitore oder Jugendtore hinzu. Entscheidend ist ausreichend Raum hinter dem Passempfänger: Die Kinder sollen nach dem Abspiel in die Tiefe starten können.

    Bei 12 oder mehr Kindern funktionieren zwei identische Felder besser als eine lange Warteschlange. Plane pro Gruppe höchstens 4–6 Spieler ein. So kommt jedes Kind in 5 Minuten auf etwa 8–12 Aktionen.

    Tipp: Wenn du danach in Richtung Abschluss gehen willst, kombiniere den Schwerpunkt direkt mit Torschuss aus der Bewegung. So wird aus dem Doppelpass eine echte Torchance.

    Die 9 Spiele – Schritt für Schritt

    1

    Partner-Doppelpass durch ein Hütchentor – ab U8

    4–6 Min
    • Zwei Kinder stehen sich gegenüber, zwischen ihnen befindet sich ein Hütchentor.
    • Kind A passt durch das Tor zu B.
    • B lässt mit einem Kontakt klatschen und spielt in den Lauf zurück.
    • A läuft nach dem Pass seitlich am Tor vorbei und nimmt den Ball mit.
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    Dreiecks-Doppelpass für U8–U10

    3–5 Min
    • Drei Kinder bilden ein Dreieck.
    • A passt zu B und startet sofort an B vorbei.
    • B klatscht in den Lauf von A.
    • A spielt weiter zu C. Danach beginnt C die nächste Aktion.
    3

    Doppelpass mit Richtungswechsel für U9–U11

    4–6 Min
    • Der Ablauf beginnt wie in Spielform 2.
    • Nach dem Doppelpass nimmt A den Ball mit dem ersten Kontakt in eine neue Richtung mit.
    • Danach folgt der Pass zu C.
    4

    „Wandspieler“ in der Zone für U9–U12

    8–10 Min
    • Zwei Teams spielen im 3 gegen 3 bis 5 gegen 5.
    • In der Mitte steht ein neutraler Wandspieler ohne direkten Gegnerdruck.
    • Ein Tor zählt nur, wenn vorher ein Doppelpass über den Wandspieler gelingt.
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    Abb. 1 · Wandspieler in der Zone: Der neutrale Wandspieler in der markierten Mittelzone ist ohne Gegnerdruck anspielbar — ein Tor zählt nur nach Doppelpass über ihn: anspielen (1), tief starten (2), Klatschball in den Lauf (3).
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    3-Zonen-Spiel: Doppelpass zum Zonenwechsel für U10–U13

    8–12 Min
    • Teile das Feld in drei Längszonen.
    • Das Ballbesitzteam darf erst in die nächste Zone spielen, wenn ein Doppelpass gelingt.
    • Danach läuft das Spiel bis zum Abschluss frei weiter.
    6

    2 gegen 1 auf Minitor nach Doppelpass für U10–U13

    6–10 Min

    Häufiger Anfängerfehler: Der Doppelpass wird erzwungen, obwohl der Verteidiger den Passweg geschlossen hat. Gib deshalb ab der zweiten Runde auch ein Dribbling frei. Das schult echte Entscheidungen statt eines starren Ablaufs.

    • Zwei Angreifer spielen gegen einen Verteidiger.
    • Die Angreifer sollen mindestens einen Doppelpass versuchen.
    • Danach dürfen sie auf das Minitor abschließen.
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    „Doppelpass-Joker“ im 4 gegen 4 für U9–U13

    8–12 Min
    • Gespielt wird im 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 auf zwei Minitore.
    • Ein Joker unterstützt immer das Team in Ballbesitz.
    • Doppelpass mit dem Joker und anschließendes Tor = 2 Punkte, normales Tor = 1 Punkt.
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    Schritt 0 / 3
    Abb. 2 · Doppelpass-Joker im 4 gegen 4, Beispielsituation: Der Verteidiger attackiert den Ballführenden (1) und der direkte Pass in die Tiefe ist zugestellt (abgeschwächte Linie) — die Antwort ist der Doppelpass über den Joker: anspielen und starten (2), Klatschball in den Lauf (3). Tor nach Joker-Doppelpass zählt 2 Punkte.
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    Doppelpass unter Zeitdruck für U11–U13

    8–10 Min
    • Freies Spiel im 4 gegen 4 bis 6 gegen 6.
    • Nach Ballgewinn hat das Team 8 Sekunden, um einen Doppelpass zu spielen.
    • Gelingt er, darf sofort auf das Tor gespielt werden.
    9

    Abschlussspiel: Tor zählt nur nach Doppelpass – U8–U13

    10–15 Min

    Diese Bonusregel hält das Spiel offen. Eine reine Pflichtvorgabe führt bei U8 und U9 häufig dazu, dass freie Torchancen abgebrochen werden.

    Für mehr Mut im direkten Duell, falls der Doppelpass nicht möglich ist, passt als Ergänzung 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).

    • Spiele in einer altersgerechten Teamgröße.
    • Regel: Ein Tor zählt nur, wenn in derselben Angriffsaktion ein Doppelpass vorkam.
    • Für jüngere Kinder funktioniert ein Bonuspunkt besser: Das Tor zählt immer, ein gelungener Doppelpass bringt einen Zusatzpunkt.

    Variationen nach Alter

    U8–U9 (Einsteiger)

    • Große Passabstände vermeiden: 6–8 m reichen.
    • Erlaube zwei Kontakte beim Klatschpass.
    • Zähle gelungene Doppelpass-Folgen als Wettbewerb: „Wie viele schafft ihr in 60 Sekunden?“
    • Nutze Bonuspunkte statt einer Doppelpass-Pflicht.

    U10–U11 (Fortgeschrittene Basics)

    • Klatschpass möglichst mit einem Kontakt spielen.
    • Laufweg klar coachen: nach innen antäuschen, außen starten.
    • Erste Gegnerformen im 2 gegen 1 oder 3 gegen 2 einbauen.
    • Spielfeldbreite so wählen, dass Dribbling und Pass echte Alternativen bleiben.

    U12–U13 (spielnah)

    Die Trainingsform sollte zum Wettbewerb passen: Im DFB-Kinderfußball gelten auch in der Saison 2026/27 je nach Altersklasse und Landesverband kleine Spielformen wie 3 gegen 3 und 5 gegen 5, in der E-Jugend teils auch 7 gegen 7. Trainiere Doppelpass-Situationen deshalb nicht nur in großen Feldern. Gerade im 3 gegen 3 entstehen kurze Abstände und viele direkte Anschlussaktionen.

    Coaching-Tipps

    • Offene Körperstellung: Erst den Raum prüfen, dann den Pass spielen.
    • Pass in den richtigen Fuß: Der erste Pass sollte den Mitspieler nicht vom Laufweg wegdrehen.
    • Klatschball in den Lauf: Nicht auf den stehenden Fuß zurückspielen, sondern 1–2 m in den Zielraum.
    • Timing des Starts: Nach dem Abspiel sofort beschleunigen. Wer wartet, nimmt dem Doppelpass seine Wirkung.
    • Tempowechsel nutzen: Vor dem Pass kurz verlangsamen, danach explosiv am Gegner vorbeistarten.
    • Kommunikation fördern: Kurze Kommandos wie „Klatsch!“, „Geh!“ oder der Name helfen besonders bei U8–U10.

    Häufige Fehler & Lösungen

    Fehler

    Der Klatschball kommt auf den stehenden Fuß zurück – der Tempovorteil des Doppelpasses verpufft.

    Lösung

    Eine kleine Zielzone 1–2 m vor dem Laufweg markieren. B spielt in diese Zone, nicht zum Startpunkt von A. Nach drei Durchgängen die Markierung wieder entfernen.

    Fehler

    Der Passgeber bleibt nach dem Abspiel stehen und schaut seinem Ball hinterher.

    Lösung

    Pass und Start als ein Kommando koppeln („Pass und geh!“). Im Wettbewerb zählt der Doppelpass nur, wenn A den Rückpass im Lauf erreicht – nicht im Stand.

    Fehler

    Die Kinder spielen den Doppelpass als Pflichtprogramm, auch wenn der Verteidiger den Passweg längst zugestellt hat.

    Lösung

    Dribbling und Rückpass als gleichwertige Optionen freigeben und mit Fragen coachen: „War der Weg frei? Was wäre noch gegangen?“ So entsteht Entscheidungstraining statt Choreografie.

    Beispiel-Ablauf für eine 70-Minuten-Einheit

    • 10 Minuten: freies Aufwärmspiel im 3 gegen 3 oder 4 gegen 4
    • 12 Minuten: Partner- und Dreiecks-Doppelpass, Wechsel nach 90 Sekunden
    • 15 Minuten: 2 gegen 1 mit Abschluss
    • 18 Minuten: Doppelpass-Joker im 4 gegen 4
    • 15 Minuten: freies Abschlussspiel mit Bonuspunkt

    Kurz coachen. Pro Unterbrechung reichen 20–30 Sekunden und ein klarer Hinweis. Funktioniert in der Praxis besser als eine lange Erklärung, bei der die Kinder auskühlen.

    Vom Doppelpass ins freie Spiel

    Der Transfer gelingt, wenn die Doppelpass-Regel im Abschlussspiel wieder auftaucht – als Bonuspunkt, nicht als Pflicht. Wer die Kombination methodisch weiter aufbauen will, findet in der Methodischen Reihe Kombinationsspiel & Doppelpass den kompletten Weg vom einfachen Zusammenspiel zur schnellen Kombination. Als Ergänzung fürs Passspiel unter Gegnerdruck passen außerdem die Rondo-Varianten: 7 Spiele für Ballbesitz (U8–U15) – dort trainieren die Kinder genau die Passqualität und Vororientierung, die ein Doppelpass im Spiel braucht.

    Häufig gestellte Fragen

    Nutze eine kurze Formel: „Pass – Lauf – zurück“. Zeig den Ablauf einmal langsam, markiere den Laufweg mit Hütchen und starte ohne Gegnerdruck. Erst wenn Passqualität und Laufweg stimmen, kommt ein Verteidiger dazu.

    Am besten funktionieren Partner- und Dreiecksformen ohne Gegner: kurze Distanzen (6–8 m), zwei Kontakte erlauben und als Wettbewerb zählen. So bekommen alle Kinder viele Wiederholungen, ohne dass Technikdruck entsteht.

    Baue eine klare Spielregel ein: „Tor zählt nur nach Doppelpass“ oder „Doppelpass gibt Extrapunkt“. Kombiniere das mit kleinen Feldern und neutralen Wandspielern, damit die Kinder die Lösung häufig sehen und mutig ausprobieren.