Technik

    An- und Mitnahme im Futsal: erster Kontakt gewinnt

    Diese Futsal-Übung verbessert den ersten Kontakt unter Druck: Kinder lernen, den Ball in den freien Raum mitzunehmen und den Gegner abzuschirmen. Mit Varianten für U7 bis U13+ und klaren Coaching-Tipps für die Halle.

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    12. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    4 Min. Lesezeit
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    Grundaufbau: Hütchenfeld in der Halle, Zuspiel auf den Annehmer unter Druck eines Verteidigers, 6–12 Spieler, Feld 12x18 m.

    Im Futsal entscheidet oft der erste Kontakt: Der Ball ist schwerer, springt weniger – und der Gegner steht meist schon im Rücken. Willst du, dass dein Team in der Halle ruhiger wird und trotzdem schneller spielt? Dann lohnt sich eine Übung, die Annahme Futsal und Mitnahme unter Druck ganz gezielt trainiert.

    Übungsname & Ziel: „Erster Kontakt gewinnt – Wand & Druck“

    Ziel: Kinder verbessern den ersten Kontakt Fußball-typisch für Futsal: Ball so an- und mitnehmen, dass sie vom Gegner weg oder in den freien Raum kommen. Gleichzeitig lernen sie, vor der Ballannahme kurz zu scannen (Blick lösen) und den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen.

    Tipp: Wenn du noch mehr spielerische Ideen für den ersten Kontakt suchst, schau in die Sammlung Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    • Material: 8–12 Hütchen (für Zonen/Tore), 1 Ball pro Gruppe (Futsalball oder normaler Ball)
    • Spieleranzahl: 6–12 (ideal in 2 Gruppen)
    • Dauer: 18–22 Minuten (Hauptteil)
    • Feld: ca. 12x18 m (Hallenhälfte oder markierter Bereich)

    Aufbau

    • Markiere ein Rechteck (ca. 12x18 m).
    • Stelle an beiden Grundlinien je 2 kleine Hütchentore (Breite 1–1,5 m) auf.
    • Teile die Spieler in Paare ein.
    • Pro Paar: 1 Spieler ist Anspieler (Wand), 1 Spieler ist Empfänger. Zusätzlich gibt es pro Feldseite 1–2 Jäger (Verteidiger), die Druck machen.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startposition: Der Empfänger steht 6–8 m vor dem Anspieler. Ein Jäger steht seitlich versetzt 2–3 m neben dem Empfänger (nicht direkt dahinter – Druck soll realistisch, aber fair sein).
    2. Pass einspielen: Der Anspieler passt flach zum Empfänger.
    3. Vororientierung: Noch bevor der Ball ankommt, macht der Empfänger einen kurzen Scan: Wo ist der Jäger? Welches der zwei Hütchentore ist frei?
    4. Erster Kontakt als Mitnahme: Der Empfänger nimmt den Ball mit dem ersten Kontakt in eine Richtung mit – Ziel: weg vom Druck und in Richtung eines freien Hütchentors.
    5. Abschirm-Aktion: Direkt nach der Mitnahme nutzt der Empfänger den Körper als Schutz (Schulter leicht rein, Knie gebeugt), damit der Jäger nicht sofort den Ball spitzeln kann.
    6. Abschluss: Der Empfänger dribbelt 3–5 m und spielt dann durch eines der Hütchentore (oder dribbelt durch, je nach Niveau).
    7. Punktesystem:
      • 1 Punkt, wenn der erste Kontakt klar weg vom Gegner erfolgt.
      • +1 Punkt, wenn der Ball kontrolliert durch ein Tor gespielt/gedribbelt wird.
      • Jäger bekommt 1 Punkt bei Ballgewinn oder wenn der Empfänger den Ball ins Aus verliert.
    8. Rotation: Nach 4–5 Aktionen wechseln: Empfänger → Anspieler, Jäger rotiert nach festem Rhythmus.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7–U9 (Einsteigerfreundlich)

    • Jäger startet 2 Sekunden später (Trainer zählt an), damit der Fokus wirklich auf der sauberen Annahme im Futsal liegt.
    • Erlaubt sind 2 Kontakte: annehmen – mitnehmen – dann erst Richtung Tor.
    • Tore größer machen (2 m), Erfolgserlebnisse steigern.

    U10–U12 (mehr Druck, mehr Entscheidungen)

    • Jäger darf sofort pressen: Mitnahme unter Druck wird zur Hauptaufgabe.
    • Nur 1 Kontakt bis zur Mitnahme (kein Stoppen).
    • Anspieler variiert den Pass: leicht links/rechts, manchmal etwas härter.

    U13+ (spielnah)

    • Nach der Mitnahme muss der Empfänger einen Pass in ein Minitor spielen (statt Dribbling). So entsteht Tempo wie im Futsal.
    • Zweiter Jäger kommt dazu: Empfänger muss noch schneller scannen und den ersten Kontakt bewusster setzen.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen solltest)

    • "Schau vor dem Kontakt!" Kurz Kopf heben, Gegner und Tor sehen – sonst wird der erste Kontakt Zufall.
    • Offene Stellung: Seitlich zum Ball stehen, damit beide Tore im Blick bleiben.
    • Kontaktqualität: Erster Kontakt weich, aber aktiv – nicht stoppen, sondern in den Raum schieben.
    • Körper zwischen Ball und Gegner: Knie gebeugt, Schulter rein, Ball am fußnahen „sicheren“ Fuß führen.

    Du willst das Thema Mitnahme direkt in eine Spielform übertragen? Kombiniere diese Übung später mit einem Abschluss aus der Bewegung, wie in Torschuss aus der Bewegung. Und wenn deine Kinder generell noch mehr Ballgefühl brauchen, passt als Ergänzung auch Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele.

    Häufige Fehler – und schnelle Korrekturen

    • Ball wird tot gestoppt: Erinnere an „Kontakt nach vorne/seitlich“ statt „unter den Fuß ziehen“.
    • Empfänger steht frontal: Markiere eine kleine „Startlinie“ schräg, damit offene Stellung automatisch entsteht.
    • Zu große Mitnahme: Regel: Ball darf nach Kontakt nicht weiter als 1–1,5 m wegrollen (je nach Alter).

    Mehr Übungen für die F-Jugend (U8/U9)

    Häufig gestellte Fragen

    Am effektivsten trainierst du den ersten Kontakt, wenn nach dem Pass sofort eine Entscheidung nötig ist: Mitnahme weg vom Gegner, offene Stellung und ein klares Ziel (z. B. Minitor). Genau dieser Zeitdruck macht die Annahme futsaltypisch und spielnah.

    Beides ist sinnvoll. Die Sohle eignet sich, um den Ball kurz zu kontrollieren oder zu ziehen, die Innenseite ist stark für die Mitnahme in den Raum. Für Anfänger ist wichtig: nicht „tot stoppen“, sondern den Ball mit dem ersten Kontakt so bewegen, dass ein Vorteil entsteht.

    Du kannst den Druck steuern: Jäger startet später, Abstand wird größer oder es sind zwei Kontakte erlaubt. Für starke Kinder erhöhst du den Druck (sofortiges Pressing, 1-Kontakt-Regel, zweiter Jäger) oder verlangst nach der Mitnahme einen schnellen Pass in ein Minitor.