Abwurf-Technik für Torhüter
Mit dieser Anfänger-Übung trainierst du den Torwart Abwurf Schritt für Schritt: Griff, Ausholen, Schritt nach vorn und zielgenaues Werfen in den Lauf. Ideal für Kinder und Jugendtorhüter mit klaren Varianten und Coaching-Tipps.
Ein sauberer Torwart Abwurf ist im Kinderfußball oft der schnellste Weg, um nach einer Ballaufnahme sofort ins Umschaltspiel zu kommen. Gleichzeitig ist die Bewegung für Anfänger leicht zu lernen – wenn du sie in klare Teil-Schritte zerlegst. Diese Übung trainiert Kinder Torwart Technik (Körperhaltung, Griff, Ausholbewegung) und sorgt dafür, dass Abwürfe nicht „irgendwie“ nach vorne fliegen, sondern gezielt beim Mitspieler ankommen.
Übungsname und Ziel
Übungsname: Ziel-Abwurf mit Laufwegen
Ziel:
- Technikgrundlagen für den Torwart Abwurf (Überarm-Abwurf) festigen
- Genauigkeit und Timing verbessern (Abwurf in den Lauf)
- Schnelle Spielverlagerung nach Ballgewinn einleiten (einfaches Umschalten)
Materialien, Spieleranzahl, Dauer
Materialien:
- 8–12 Hütchen (für Zonen und Laufwege)
- 4–8 Bälle (damit wenig Wartezeit entsteht)
- 2 Mini-Tore oder 2 Markierungstore (optional)
- Leibchen (optional, für Zielspieler-Gruppen)
Spieleranzahl: min. 4, max. 12
Dauer: 12–18 Minuten (ideal: 15 Minuten)
Feldgröße: ca. 20 x 25 Meter (an Alter/Leistungsstand anpassen)
Aufbau
- Markiere vor dem Torwart (oder Startpunkt) drei Zielzonen mit Hütchen: links, zentral, rechts – jeweils ca. 8–12 Meter entfernt.
- In jeder Zone steht mindestens ein Zielspieler.
- Zusätzlich legst du je Zone einen kurzen Laufkorridor an (2 Hütchen als „Gasse“), durch den der Zielspieler entgegenstartet.
Tipp: Wenn du das Training insgesamt runder machen willst, kombiniere diese Einheit später mit Grundlagen aus der Fußarbeit für junge Torhüter – gute Schritte machen den Abwurf deutlich stabiler.
Schritt-für-Schritt Anleitung
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Startposition einnehmen
- Torhüter steht aufrecht, Ball sicher in beiden Händen vor dem Körper.
- Kurzer Blick: „Wo ist der Mitspieler frei?“ (Kopf hoch statt nur auf den Ball schauen).
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Zielspieler startet in den Lauf
- Trainer gibt ein Kommando („Links!“, „Mitte!“, „Rechts!“) oder zeigt mit der Hand.
- Zielspieler läuft durch die markierte Gasse leicht entgegen oder seitlich (realistischer Laufweg).
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Ausholen und Körper drehen
- Wurfarm geht nach hinten oben, der Ball liegt stabil in der Hand.
- Gegenarm zeigt grob in Richtung Ziel (hilft bei der Orientierung).
- Oberkörper dreht leicht ein, Gewicht auf dem hinteren Bein.
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Abwurf aus dem Schritt
- Torhüter macht einen klaren Schritt nach vorn (Gewichtsverlagerung).
- Abwurf über Schulterhöhe, Ball wird „geführt“ (nicht nur fallen gelassen).
- Ziel: Ball flach bis mittelhoch in den Lauf – kein hoher Bogen.
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Mitspieler kontrolliert und spielt weiter
- Zielspieler nimmt den Ball mit maximal zwei Kontakten mit.
- Optionaler Anschluss: kurzer Pass in ein Minitor oder zu einem zweiten Spieler.
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Rotation
- Nach 3–4 Würfen wechseln: neuer Torhüter, neue Zielspieler.
- Achte auf viele Wiederholungen: Anfänger lernen über saubere, häufige Versuche.
Variationen für verschiedene Altersgruppen
U7/U8 (ganz leicht)
- Distanz auf 6–8 Meter verkürzen.
- Zielzonen größer machen.
- Zielspieler steht zunächst statisch (ohne Laufweg), erst später in den Lauf.
U9/U10 (Standard)
- Laufweg verpflichtend: Zielspieler startet auf Trainerkommando.
- Punkte-System: 1 Punkt, wenn der Ball in der Zone ankommt; 2 Punkte, wenn er in den Lauf passt.
U11/U12 (anspruchsvoller)
- Vor dem Abwurf muss der Torhüter ein kurzes „Scan“-Signal geben: Kopf hoch, eine Sekunde schauen.
- Ein „Störer“ (passiver Gegenspieler) darf die Zone zustellen, ohne zu tackeln.
- Anschlussaktion: Zielspieler dribbelt an und schließt ab (Verknüpfung mit Torschuss aus der Bewegung).
Coaching-Tipps (Torwarttraining Abwurf)
- Griff sichern: Ball fest, Finger gespreizt. Unsicherer Griff führt zu Streuwürfen.
- Schritt nach vorn = Power & Richtung: Ohne Gewichtsverlagerung bleibt der Abwurf kurz oder ungenau.
- Ellbogen hoch, Handgelenk aktiv: Das Handgelenk gibt die letzte Richtungskorrektur.
- Blick vor dem Wurf: Erst schauen, dann werfen. Viele Kinder werfen „blind“.
- Klare Kommandos fördern: Torhüter darf den Mitspieler ansprechen („Leo, geh!“). Das verbessert Spielintelligenz und Selbstvertrauen.
Wenn ein Kind nach Fehlwürfen frustriert reagiert: Fehler gehören dazu – gerade bei Technik. Hilfreiche Impulse findest du im Artikel Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball, denn mentale Stabilität ist auch im Tor wichtig.
Häufige Fehlerbilder (und schnelle Korrekturen)
- Ball segelt zu hoch: Ausholbewegung kürzer, Ziel tiefer anvisieren, Handgelenk nach vorn „schnippen“.
- Wurf zu kurz: Deutlichere Gewichtsverlagerung und Schritt nach vorn; Distanz vorübergehend reduzieren.
- Streuung links/rechts: Gegenarm zur Orientierung nutzen, Stand stabilisieren, nicht im Rückwärtslehnen werfen.
FAQ
Wie weit sollten Kinder beim Torwart Abwurf werfen können?
Das hängt stark vom Alter ab. Für Anfänger reicht es, wenn der Ball kontrolliert 6–12 Meter beim Mitspieler ankommt. Erst wenn Technik und Timing stabil sind, lohnt sich mehr Distanz.
Überarm oder Unterarm – was ist besser im Kinderfußball?
Für den schnellen Spielaufbau ist der Überarm-Abwurf meist präziser und weiter. Der Unterarmwurf kann als sichere Alternative dienen, wenn Kinder noch Probleme mit Ausholen und Koordination haben.
Wie oft sollte man Abwürfe im Torwarttraining üben?
Besser kurz und regelmäßig als selten und lang: 10–15 Minuten mit vielen Wiederholungen pro Einheit reichen oft aus. Wichtig ist, dass die Würfe gezielt sind und nicht nur „weit nach vorne“.