Blocken: Schuss- und Passwege im Team verteidigen
Blocken heißt, Schuss- und Passwege durch kluge Positionierung zu schließen. Der Begriff hilft Kindern, sicher und im Team zu verteidigen – ohne riskante Aktionen.
Blocken bedeutet im Fußball, dass du als Verteidiger einen Schuss- oder Passweg so zustellst, dass der Ball nicht (oder nur schlechter) zum Ziel kommt. Dabei geht es um Timing, Körperstellung und Team-Abstimmung.
Was bedeutet „Blocken“ im Fußball?
Blocken ist eine aktive Abwehraktion ohne Ballgewinn-Pflicht: Du musst den Ball nicht erobern, sondern verhinderst, dass er gefährlich gespielt werden kann. Im Kinderfußball ist das besonders wichtig, weil viele Tore nach einfachen Pässen in die Mitte oder nach schnellen Abschlüssen entstehen.
Wichtig: Blocken ist nicht gleich „draufspringen“. Du arbeitest kontrolliert, bleibst stabil und schützt dich.
Schuss blocken
Beim Schuss blocken stellst du dich so in den Schusskanal, dass der Gegner nicht frei aufs Tor schießen kann. Du verkleinerst den Winkel und zwingst ihn zu einem schlechteren Abschluss.
Typische Coachingpunkte für Anfänger:
- Abstand halten: Nicht zu nah, sonst wirst du leicht ausgespielt.
- Seitliche Stellung: Leicht seitlich, damit du reagieren kannst.
- Körperspannung: Knie leicht gebeugt, Arme nah am Körper (Handspiel vermeiden).
- Mutig, aber sicher: Der Körper blockt – nicht der Kopf.
Merke: Beim Blocken entscheidet die Armhaltung über Handspiel. Schiedsrichter prüfen unter anderem, ob der Arm zur Bewegung passt oder ob sich der Spieler bewusst breit macht. Wer die Arme beim Blocken eng am Körper hält, vergrößert seinen Körper nicht unnatürlich.
Wie Abschlüsse entstehen, siehst du gut in der Übung Torschuss aus der Bewegung: Genau diese Situationen willst du als Verteidiger früher „schließen“.
Passweg blocken
Beim Passweg blocken positionierst du dich zwischen Ball und möglichem Empfänger. Du deckst also nicht nur den Gegner, sondern vor allem die Linie, auf der der Pass gespielt werden soll. Der Empfänger steht dann in deinem Deckungsschatten.
Das hilft besonders gegen:
- Steckpässe in die Mitte
- Querpass vor dem Tor
- Pässe in den Rücken der Abwehr
Eine einfache Regel für Kinder: „Steh so, dass du Ball und Gegenspieler sehen kannst.“ Wer einen Passweg zustellt, muss beides ständig im Blick behalten – mit einem kurzen Schulterblick, wenn der Gegenspieler hinter dir steht.
Blocken im Team: einer macht Druck, einer blockt
Richtig stark wird Blocken, wenn zwei Kinder ihre Aufgaben klar verteilen:
- Druck-Spieler: läuft den Ballführer an, verkleinert den Raum und zwingt ihn zu einer Entscheidung.
- Block-Spieler: steht leicht versetzt dahinter in der wahrscheinlichen Schussbahn und ist bereit, den Abschluss zu blocken.
Wichtig: Nicht beide gleichzeitig draufgehen. Sonst reicht ein Haken, und die Abwehr ist offen. Die wahrscheinliche Schussbahn liest der Block-Spieler aus zwei Fragen: Wo steht das Tor? Welcher Fuß ist der Schussfuß? Kurze Kommandos helfen bei der Absprache: „Ich hab Druck!“ – „Ich sichere!“
Timing: erst stellen, dann blocken
Kinder profitieren von einer einfachen Reihenfolge:
- Abstand halten (nicht zu nah, sonst wird man leicht ausgespielt)
- Schuss-/Passweg schließen (in die Linie kommen)
- Im Moment der Ballabgabe stabil sein
Warum ist das so wichtig? Wer zu früh springt oder rutscht, öffnet oft genau die Lücke, die der Gegner sucht.
Womit wird geblockt?
Im Kinderfußball wird meist geblockt mit:
- Fuß/Schienbein bei flachen Pässen und Schüssen
- Oberschenkel bei halbhohen Bällen
- Rumpf (Bauch/Brust) nur, wenn der Ball kontrollierbar und nicht zu hart ist
Rutschen/Grätschen ist für Kinder kein Lernziel: Wer rutscht, liegt am Boden und ist aus dem Spiel, und das Verletzungsrisiko für beide Spieler steigt. In manchen Kreisen ist Grätschen im Kinderfußball ausdrücklich verboten (z. B. Kreis Aachen), in der Halle oft ebenfalls (z. B. Hamburger Hallenrunden). Sauberer ist ein stabiler Schritt in die Linie.
Merke: Bekommt ein Kind beim Blocken einen harten Schuss an den Kopf und wirkt danach anders als sonst (Kopfschmerz, Schwindel, Gleichgewichtsprobleme, Verwirrtheit), besteht Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Dann gilt: im Zweifel raus, nicht mehr mitspielen, erst nach ärztlicher Abklärung zurück und das Kind nicht allein nach Hause schicken. Eine Bewusstlosigkeit muss dafür nicht vorliegen. Bei Bewusstlosigkeit oder sich verschlechternden Beschwerden sofort Notruf 112.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U11)
Kinder lernen Blocken am besten in klaren Spielsituationen:
- U9 im Funino: Tore zählen nur aus der 6-m-Schusszone. Ein Kind dribbelt auf die Zone zu. Der Verteidiger kommt seitlich in die Linie, bleibt stabil – der Schuss prallt ans Schienbein und geht ins Aus. Gefahr gebannt, das Team kann sich neu sortieren.
- U11 im 7 gegen 7 (6 Feldspieler plus Torwart): Ein Pass soll durch die Mitte in die Tiefe gespielt werden. Der Verteidiger erkennt den Passweg, stellt den Körper zwischen Ball und Zielspieler und blockt den Pass mit dem Fuß – danach sofort umschalten: erster Kontakt weg vom Druck, dann Pass.
- Allein gegen zwei Angreifer (2 gegen 1) Richtung Tor: Der Verteidiger blockt zuerst den Passweg zum Mitspieler und stellt dann den Schuss. Dazu passen die Grundlagen aus Abwehr im 2-gegen-1: Coachingpunkte & 6 Spiele.
- 1 gegen 1 am Flügel: Der Verteidiger lenkt nach außen und blockt den Pass in die Mitte. Mehr dazu findest du in Verteidigen im 1 gegen 1: 8 Duellspiele (U10–U15).
- Einfache Eckball-Situation (U10+): Ein Spieler blockt den kurzen Pass, ein anderer den Schussweg am Strafraumrand. Orientierung gibt dir Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+).
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Zu früh springen oder grätschen: Der Gegner spielt einfach vorbei.
- Nur dem Ball hinterherlaufen: Dann bleiben Passwege offen.
- Arme zu weit weg vom Körper: Risiko für Handspiel.
Besser: Erst Position sichern, dann Druck machen – und im Team absprechen: Wer blockt Pass, wer blockt Schuss?
Merksatz für Kinder
„Erst stellen, dann blocken: Linie zu – Körper stabil – Arme dran.“
Verwandte Begriffe
- Zustellen: Raum und Linie schließen, ohne direkt anzugreifen (siehe Deckungsschatten).
- Lenken: Den Gegner in eine ungefährliche Richtung führen (siehe Abwehrseite lenken).
- Doppeln: Zu zweit verteidigen, einer lenkt, einer greift zu (siehe Doppeln in der Abwehr).
- Restverteidigung: Absicherung hinter dem Ball (siehe Restverteidigung einfach erklärt (U12+)).
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Zentrum schließen
Zentrum schließen bedeutet, dass dein Team den Raum in der Mitte vor dem eigenen Tor konsequent schützt und Pässe und Dribblings durch die Mitte verhindert.
Deckungsschatten: Gegner decken ohne Tackling
Der Deckungsschatten ist der Bereich hinter dir (aus Sicht des Balles), den du mit deiner Körperposition abdeckst, sodass ein Pass zu einem Gegenspieler schwer oder unmöglich wird.
Herausrücken
Herausrücken bedeutet im Fußball, dass ein Verteidiger seine Position bewusst verlässt, um den ballführenden Gegner aktiv zu attackieren und Zeit sowie Raum zu nehmen.
Innenverteidiger
Der Innenverteidiger ist ein Abwehrspieler in der Mitte der Defensive. Seine Hauptaufgabe: Tore verhindern, indem er Angriffe früh stoppt und den Raum vor dem eigenen Tor sichert.
Übergeben
Übergeben bedeutet im Verteidigen: Du gibst deinen Gegenspieler an einen Mitspieler ab, weil er in dessen Raum läuft, und übernimmst selbst wieder deinen Bereich oder einen anderen Gegner.
Restverteidigung
Restverteidigung bedeutet: Während dein Team angreift, bleiben einige Spieler so abgesichert, dass ein gegnerischer Konter sofort gestoppt werden kann.