Altersgerechtes Training

    E-Jugend Training: Technik plus erstes Teamspiel

    Im E-Jugend Training (U10/U11) entwickelst du Technik am besten in spielnahen Situationen. Mit einfachen Spielformen lernen Kinder Freilaufen, Passspiel und erste Teamprinzipien – ohne Taktik-Überforderung.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026 · 19 Min.
    KI-generiertes Symbolbild

    Kinder in der E-Jugend (U10/U11) sind in einer spannenden Phase: Technik lässt sich jetzt schnell verbessern – und gleichzeitig entsteht das erste echte Verständnis für Teamspiel. Genau hier liegt die große Chance im E-Jugend-Training: Du verbindest Ballbeherrschung, Dribbling und Passspiel mit einfachen, kindgerechten Prinzipien wie Freilaufen, „Kopf hoch“ und „gemeinsam angreifen, gemeinsam verteidigen“. Aber wie gelingt das, ohne die Kinder mit Taktik zu überladen?

    Dieser Artikel zeigt dir ein einsteigerfreundliches Konzept für das E-Jugend-Training: klare Ziele, einfache Coachingpunkte und sofort umsetzbare Spielformen, die Technik und Teamspiel gleichzeitig fördern.

    Merke: Gutes E-Jugend-Training heißt: kurz erklären, viel spielen, Technik gegen Gegner üben. Der DFB empfiehlt mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche und für das E-Junioren-Training Spielformen, die nicht größer als 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter sind.

    Was Kinder in U10/U11 wirklich brauchen

    Im Training der U10 und U11 profitieren Kinder besonders von vielen Ballaktionen und wiederholbaren Situationen. Lange Erklärungen, feste Laufwege oder starre Spielzüge bremsen eher. Besser: kleine Spiele, viele Entscheidungen, kurze Korrekturen.

    Wichtige Trainingsziele im Überblick:

    • Technik festigen: erster Kontakt, Dribbling, Passen, Ballmitnahme, Torschuss
    • Freilaufen: nach dem Abspiel wieder anspielbar werden
    • Orientierung: kurz vor Ballannahme schauen („Scan“)
    • Mut & Kreativität: 1-gegen-1 suchen, aber auch abspielen lernen
    • Fairness & Teamverhalten: miteinander sprechen, helfen, Regeln akzeptieren

    Der rote Faden: Technik im Team-Kontext

    Technik isoliert zu üben ist okay – aber in der E-Jugend sollte sie schnell in Spielsituationen auftauchen. Denn im Spiel zählt nicht nur „kann das Kind dribbeln?“, sondern: Wann dribbelt es? Wohin? Und sieht es den Mitspieler?

    Ein guter Merksatz für dein Training:

    • Technik + Entscheidung + Spielnähe = nachhaltige Entwicklung

    Trainingsprinzipien für Einsteiger: So bleibt es kindgerecht

    Gerade als Einsteiger im Trainerjob hilft eine einfache Struktur. Damit das Training flüssig bleibt, orientiere dich an diesen Leitlinien:

    • Kurze Erklärungen (max. 20–30 Sekunden), dann spielen lassen
    • Viele Wiederholungen, aber mit kleinen Variationen
    • Kleine Felder für mehr Ballkontakte
    • Wettkampf-Charakter (Punkte, Zeit, Teams) – aber ohne Druck
    • Coaching in Bildern: „Mach dich breit“, „Zeig dich“, „Tür aufdrehen“ (offene Stellung)

    Tipp: Wenn du an der Ballannahme arbeiten willst, nutze Mini-Spiele statt Hütchen-Parcours. Wie in unserem Guide zur Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) beschrieben, lernen Kinder den ersten Kontakt am schnellsten in echten Duellen und Passsituationen.

    Spielformen 2026/27: Training passend zum Kinderfußball planen

    Seit der Saison 2024/2025 gelten die neuen DFB-Spielformen bundesweit im Kinderfußball. In der E-Jugend werden je nach Landesverband, Wettbewerb und Kinderzahl vor allem 5-gegen-5 bis 7-gegen-7 angeboten. Die konkrete Organisation kann regional abweichen – etwa bei Feldgröße, Toren oder Spielzeit. Prüfe deshalb vor Saisonbeginn die Ausschreibung deines Fußballverbands.

    Was in der E-Jugend bei Spielform, Spielzeit, Ballgröße und Sonderregeln gilt, fasst unser Ratgeber E-Jugend-Regeln im Überblick zusammen.

    Für das Training ist die Richtung klar: Kleine Teams bringen mehr Dribblings, Pässe und Abschlüsse pro Kind. Ein 4-gegen-4 eignet sich für technische Schwerpunkte häufig besser als ein frühes 7-gegen-7 über den halben Platz. Übertrage die Ideen anschließend in ein 5-gegen-5 oder 7-gegen-7, damit die Kinder ihre Erfahrungen im typischen Vereinsformat anwenden.

    Häufiger Anfängerfehler: Schon im Training feste Positionen für das Wochenende einzuüben. In U10/U11 funktioniert Rotation besser. Lass Kinder innerhalb von zwei bis drei Wochen als Verteidiger, Angreifer und – wenn sie möchten – im Tor spielen. So lernen sie verschiedene Blickwinkel kennen, statt nur einen schmalen Aufgabenbereich.

    Was der DFB für das E-Jugend-Training empfiehlt

    Die E-Jugend steht laut DFB im Übergang vom Spiel- zum Lernalter: Zum ersten Mal lassen sich Trainingsphasen gezielt zum Üben nutzen, das Spielen bleibt aber an erster Stelle. Die DFB-Jugendordnung fasst die Leitidee für diese Altersklasse so zusammen: „Fußball verstehen – unterschiedliche Situationen meistern“.

    Für deine Planung sind vor allem diese Empfehlungen wichtig:

    BausteinEmpfehlung für die E-JugendQuelle
    AusbildungszieleFußballspielen in kleinen Teams auf kleinen Feldern, Geschicklichkeit und Schnelligkeit am Ball, Beidfüßigkeit, erste taktische Regeln zur Raumaufteilung; ein Schwerpunkt ist das 1 gegen 1DFB-Trainerportal „Training und Service“
    Größe der Spielformen im Traininghöchstens 4 plus Torhüter gegen 4 plus TorhüterDFB, Trainingsphilosophie Deutschland
    Trainingshäufigkeitmindestens zwei Einheiten pro WocheDFB, Trainingsphilosophie Deutschland
    Spielzeit pro Wochemindestens 48 Minuten netto pro Kind in kleinen Spielformen (gilt von der U8 bis zur U16)DFB, Trainingsphilosophie Deutschland
    QualitätsmerkmaleFreude, Intensität und WiederholungDFB, Trainingsphilosophie Deutschland

    Die Obergrenze von 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter gilt für das Training. Im Spielbetrieb der E-Jugend lässt der DFB-Rahmen bis zum 7 gegen 7 zu; welche Form angesetzt wird, regelt dein Landesverband. Das Vereinsformat, etwa ein 5-gegen-5 oder 7-gegen-7, lernen die Kinder am Spieltag kennen: Dort wenden sie an, was sie im Training in kleinen Teams geübt haben.

    Als Muster beschreibt der DFB die „beste Trainingseinheit“ mit 90 Minuten: 15 Minuten Aktivierung, 30 Minuten Spielblock mit kleinen Spielformen auf Tore, 15 Minuten Zwischenblock für Technik und Athletik und noch einmal 30 Minuten Spielblock. Eine feste Trainingsdauer je Altersklasse schreibt der DFB nicht vor. Die 60 bis 75 Minuten der folgenden Beispieleinheit sind ein Praxiswert, keine Verbandsvorgabe.

    Die Beispieleinheit nutzt dieselben Bausteine in kürzerer Form: Das Dribbel-Fangspiel übernimmt die Aktivierung, in der der DFB viel Dribbling empfiehlt, weil Dribbeln schwerer zu erlernen ist als Passspiel. Pass – Mitnahme – Pass und der Torschuss entsprechen dem Zwischenblock, in dem Inhalte wie Torschüsse gesondert geübt werden, damit genug Wiederholungen zusammenkommen. Das 4-gegen-4 auf Tore ist dein Spielblock; das 3-gegen-1/4-gegen-2 bereitet ihn als Überzahlform ohne Tore vor. Reihenfolge und Spielanteil weichen vom DFB-Muster ab: Dort entfallen 60 der 90 Minuten auf zwei Spielblöcke, in der Beispieleinheit sind es 20 bis 25 Minuten Spiel auf Tore. Willst du näher an dieses Muster heran, gib dem 4-gegen-4 mehr Zeit und kürze dafür die Technik im Duo.

    Beispiel-Trainingseinheit (60–75 Minuten): Technik plus erstes Teamspiel

    Diese Einheit ist bewusst einfach aufgebaut und passt zum Schwerpunkt „Technik plus erstes Teamspiel“.

    PhaseDauerInhalt
    1. Ankommen & Aktivierung10 MinutenDribbel-Fangspiel
    2. Technik im Duo12–15 MinutenPass – Mitnahme – Pass
    3. Technik trifft Team15 Minuten3-gegen-1 / 4-gegen-2 mit Freilaufen
    4. Hauptteil20–25 Minuten4-gegen-4 mit Zonen
    5. Abschluss8–10 MinutenTorschuss mit Verfolger

    Organisation bei 10 bis 16 Kindern

    Plane möglichst so, dass kein Kind länger als 30 Sekunden wartet. Bei 12 Kindern kannst du drei Gruppen mit je vier Spielern bilden; bei 16 Kindern funktionieren vier Gruppen. Baue zwei kleine Felder parallel auf und lege mindestens einen Ball pro Kind bereit.

    Fehlt ein zweiter Trainer? Kein Problem. Nutze auf beiden Feldern dieselben Regeln und ändere immer nur eine Aufgabe. Das ist in der typischen Vereinsrealität mit einem Trainer und 14 Kindern leichter zu steuern als ein Stationsbetrieb mit vier verschiedenen Übungen.

    Sind die Leistungsunterschiede groß, teile die beiden Felder nach Entwicklungsstand ein. Der DFB empfiehlt dafür eine Einteilung in die Niveaus „Gold“, „Silber“ und „Bronze“: Stärkere spielen gegen Stärkere, und kein Kind wird aussortiert.

    1) Ankommen & Aktivierung (10 Minuten): Dribbel-Fangspiel

    Organisation: 20x20 Meter, jedes Kind mit Ball. 2 Fänger ohne Ball.

    Ablauf:

    • Alle dribbeln frei.
    • Fänger versuchen, einen Ball wegzuspitzeln oder den Dribbler zu berühren.
    • Wer „gefangen“ ist, macht 5 Ballkontakte (z. B. Sohlenzieher) und spielt weiter.

    Coachingpunkte:

    • Kopf hoch: kurz hochschauen, bevor du in Räume dribbelst
    • Ball nah am Fuß in engen Situationen
    • Richtungswechsel statt nur geradeaus

    Variation für Fortgeschrittene: nur mit dem schwächeren Fuß dribbeln oder nach jedem Richtungswechsel eine Finte.

    Wenn du noch mehr Ideen für kindgerechte Dribbelspiele suchst, schau dir auch Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele an – viele Spiele lassen sich direkt auf U10/U11 anpassen.

    2) Technik im Duo (12–15 Minuten): Pass – Mitnahme – Pass

    Organisation: Paare, 8–12 Meter Abstand, 2 Hütchentore pro Paar (links/rechts).

    Ablauf:

    • A passt zu B.
    • B nimmt in die offene Richtung mit (z. B. durch linkes oder rechtes Hütchentor) und passt zurück.
    • Nach 60 Sekunden Rollen wechseln: Wer bestimmt die Richtung?

    Coachingpunkte (einfach & wirksam):

    • Erster Kontakt weg vom Gegner – auch wenn kein Gegner da ist, wird es so zur Gewohnheit
    • Offene Stellung: nicht mit dem Rücken zum Feld annehmen
    • Passqualität: flach, zum Fuß, nicht zu hart

    Typische Frage an die Kinder: „Kannst du den Ball so mitnehmen, dass du sofort weiterspielen kannst?“

    3) Technik trifft Team: 3-gegen-1 / 4-gegen-2 mit Freilaufen (15 Minuten)

    Organisation: 12x12 Meter für das 3-gegen-1, 15x15 Meter für das 4-gegen-2; Gruppen zu 4 oder 6. In der Mitte 1–2 Verteidiger.

    Ablauf:

    • Ballhalten: Angreifer spielen sich den Ball zu.
    • Nach jedem Pass muss sich der Passgeber neu anbieten (Freilaufen).
    • Verteidiger wechseln nach Ballgewinn oder nach 60–90 Sekunden.

    Regeln, die Teamspiel fördern:

    • 1 Punkt für 5 Pässe am Stück
    • 1 Extrapunkt, wenn ein Kind nach dem Pass sichtbar den Raum wechselt („neue Linie“)

    Coaching fürs Freilaufen:

    • Nicht hinter dem Gegner verstecken: seitlich lösen, sichtbar werden
    • Dreiecke bilden: immer zwei Anspielstationen schaffen
    • Nach dem Pass nicht stehen bleiben: „Pass & Go“

    Nicht jeden Fehlpass stoppen. Frage lieber kurz: „Wo hättest du dich anbieten können, damit der Pass leichter wird?“

    Passt die Aufgabe nicht? Bei mehr als fünf Ballverlusten in 60 Sekunden vergrößerst du das Feld um etwa 2 Meter oder nimmst einen Verteidiger heraus. Gelingen zehn Pässe fast ohne Druck, wird das Feld kleiner. Diese Anpassung funktioniert in der Praxis besser als eine lange neue Erklärung.

    4) Hauptteil (20–25 Minuten): 4-gegen-4 mit Zonen – erstes Teamspiel ohne Taktik-Overload

    Organisation: 30x22 Meter (anpassen), 4 gegen 4 auf zwei Minitore oder 3 plus Torhüter gegen 3 plus Torhüter auf zwei Tore. Markiere optional zwei Flügelzonen mit je 2–3 Metern Breite.

    Spielidee: Freilaufen und Breite geben, ohne feste Positionen zu erzwingen.

    Regeln (einfach):

    • Tor zählt doppelt, wenn vorher ein Pass in eine Flügelzone gespielt wurde
    • Alternativ: Tor zählt doppelt, wenn mindestens 3 verschiedene Kinder am Angriff beteiligt waren
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    Schritt 0 / 3
    Abb. 1 · 4-gegen-4 mit Flügelzonen: Die Mitte ist zugestellt, also passt 6 in die obere Flügelzone zu 7, 7 legt nach innen auf 9, und 9 schließt ab — weil der Angriff über den Flügel lief, zählt das Tor doppelt.
    Eigenes TeamGegnerBallPass

    Coachingpunkte:

    • Breite: „Mach das Feld groß“ – nicht alle zum Ball
    • Tiefe: Ein Kind darf ruhig vorne lauern, aber nicht dauerhaft; Positionen wechseln
    • Umschalten: nach Ballverlust sofort 3 Sekunden zurückarbeiten

    Praxis-Tipp: Frag in kurzen Pausen: „Wie könnt ihr dem Ballführer helfen – nah oder eher weit?“ So lernen Kinder, dass Freilaufen nicht nur wegrennen bedeutet, sondern clever Räume besetzen.

    Lass 3–4 Minuten frei spielen, bevor du eine Zusatzregel einführst. Bleibt das Feld trotz Flügelbonus eng, markiere die Außenzonen deutlicher oder starte jeden neuen Ball dort. Entferne die Regel wieder, sobald die Kinder selbstständig Breite herstellen.

    Spiele den Hauptteil in mehreren Durchgängen von etwa 3–4 Minuten netto mit jeweils 1–2 Minuten Pause. So beschreibt die Trainingsphilosophie Deutschland des DFB die Belastung im Spielblock, und die Intensität bleibt hoch.

    5) Abschluss (8–10 Minuten): Torschuss unter Zeitdruck

    Organisation: Zwei Tore mit Torhüter, vor jedem Tor zwei Reihen mit je 3 Kindern, jedes Kind mit eigenem Ball. Startpunkt etwa 20 Meter vor dem Tor; Torhüter wechseln alle 2 Minuten.

    Ablauf:

    • Kind aus Reihe A dribbelt an, legt sich den Ball vor und schließt ab.
    • Zeitdruck: Das erste Kind aus Reihe B startet ohne Ball 2 Meter dahinter als Verfolger, sobald A den ersten Kontakt macht. Holt es A ein, ist der Angriff vorbei.
    • Danach tauschen die beiden die Reihen, das nächste Paar startet sofort.
    • Variation: vorher ein kurzer Pass von einem Mitspieler, dann Abschluss.

    Coachingpunkte:

    • Schuss aus der Bewegung statt lange stoppen
    • Standbein neben den Ball, Oberkörper leicht über den Ball

    Als Ergänzung passt der Artikel Torschuss aus der Bewegung ideal, weil Kinder in U10/U11 genau davon profitieren: weniger Ausholen, mehr flüssige Abschlüsse.

    E-Jugend-Training über mehrere Wochen: Übungen nach Schwerpunkten

    Die Beispieleinheit ist deine Einstiegseinheit vor Woche 1: Mit ihr lernen die Kinder den Ablauf aus Aktivierung, Technik im Duo, Überzahlspiel, Hauptteil und Abschluss kennen. Ab Woche 1 behältst du diesen Ablauf bei und tauschst nur den Schwerpunkt im Hauptteil. Die Kinder kennen den Rahmen dann schon, und du sparst Erklärzeit. Trainierst du wie vom DFB empfohlen mindestens zweimal pro Woche, wiederholst du in der zweiten Einheit den Wochenschwerpunkt mit einer Variation, etwa mit neu gemischten Teams oder einer anderen Zusatzregel.

    WocheSchwerpunktSpielform im HauptteilZusatzregel
    1Dribbling und 1 gegen 11 gegen 1 auf zwei Minitore, mehrere Felder mit etwa 15x10 Metern parallelTor zählt doppelt nach einem Richtungswechsel oder einer Finte
    2Passspiel und Freilaufen4 gegen 2 im Quadrat, danach 4 gegen 4 auf vier MinitoreTor zählt doppelt nach einem Doppelpass
    3Torschuss3 plus Torhüter gegen 3 plus Torhüter auf zwei Tore, kleines FeldAbschluss nur aus der Bewegung; ein Tor mit dem ersten Kontakt zählt doppelt
    4Spielaufbau und Umschalten4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter mit Aufbau über den Torhüter (siehe unten)Tor innerhalb von 5 Sekunden nach Ballgewinn zählt doppelt

    Dass Woche 1 mit dem 1 gegen 1 beginnt, hat einen Grund: Der DFB nennt es als einen Schwerpunkt der Ausbildung in der E-Jugend. In Woche 2 kannst du Doppelpass und Spiel über den Dritten einbauen – laut DFB-Trainerportal lassen sich diese Formen des Zusammenspiels mit E-Junioren schon gut trainieren. Frei dribbeln, schießen und passen bleibt trotzdem erlaubt: Die Zusatzregel belohnt, sie zwingt nicht.

    Nach vier Wochen beginnst du wieder mit Woche 1 – mit etwas kleineren Feldern, mehr Gegnerdruck oder dem schwächeren Fuß als Zusatzaufgabe.

    Spielaufbau in der E-Jugend trainieren: 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter

    Organisation: Feld wie im Hauptteil (etwa 30x22 Meter), zwei Tore mit Torhütern, je vier Feldspieler. Markiere mit Hütchen eine Rückzugslinie, zum Beispiel die Mittellinie des Trainingsfelds.

    Ablauf:

    1. Jeder neue Ball startet beim Torhüter.
    2. Das verteidigende Team zieht sich hinter die Rückzugslinie zurück.
    3. Der Torhüter eröffnet flach per Pass oder dribbelt selbst an.
    4. Sobald ein Feldspieler den Ball berührt hat, darf das andere Team angreifen.
    5. Ein Tor zählt doppelt, wenn der Angriff beim Torhüter begonnen hat und vor dem Abschluss mindestens zwei Pässe gespielt wurden.

    Coachingpunkte:

    • Zwei Anspielstationen: Zwei Kinder lösen sich seitlich neben dem Tor, damit der Torhüter wählen kann
    • Offene Stellung: den ersten Kontakt schon Richtung Spielfeld mitnehmen
    • Mut statt Befreiungsschlag: Ein Ballverlust nach einem mutigen flachen Pass bleibt ohne Kritik

    Die Rückzugsregel ist an den Spielbetrieb angelehnt: In den Festivalformen des DFB-Leitfadens für den Kinderfußball werden Abstoß und Anstoß nach einem Gegentor per Eindribbeln oder Einpassen von der Grundlinie ausgeführt, und die gegnerische Mannschaft muss sich aus der Schusszone beziehungsweise hinter die Mittellinie zurückziehen. Wie Spielfortsetzungen im 7 gegen 7 aussehen, regeln die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands.

    Wechsle die Torhüterrolle nach jedem Durchgang. Weitere Ideen, wie Kinder Breite und Dreiecke im Aufbau nutzen, findest du im Artikel Spielaufbau im Kinderfußball: 3 einfache Prinzipien.

    Häufige Fehler im E-Jugend-Training – und wie du sie vermeidest

    Gerade in den ersten Trainerjahren tauchen ähnliche Stolpersteine auf. Mit kleinen Anpassungen bekommst du schnell mehr Qualität ins Training.

    • Zu große Felder → Kinder haben weniger Ballkontakte. Lösung: kleiner starten, später vergrößern.
    • Zu viel Coaching → Kinder werden passiv. Lösung: maximal 1 Coachingpunkt pro Spielform.
    • Nur Technik ohne Gegnerdruck → klappt im Spiel nicht. Lösung: Technik früh in 1-gegen-1 oder Überzahlformen einbauen.
    • Alle rennen zum Ball → typisches U10-Problem. Lösung: Breite mit Zonen oder Extrapunkten belohnen.
    • Lange Warteschlangen → einzelne Kinder schießen, der Rest schaut zu. Lösung: zwei Tore oder Stationen parallel nutzen.
    • Leistungsunterschiede ignorieren → Anfänger verlieren schnell den Mut. Lösung: Feldgröße, Gegnerzahl oder Kontaktvorgaben pro Gruppe anpassen.

    Checkliste für deine nächste E-Jugend-Einheit

    • Die Felder stehen vor Trainingsbeginn, die Teams sind eingeteilt.
    • Nach spätestens einer Minute Erklärung rollt der Ball.
    • Jedes Kind hat in der Aktivierung einen eigenen Ball.
    • Keine Spielform ist größer als 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter.
    • Kein Kind wartet länger als 30 Sekunden.
    • Pro Spielform gibst du nur einen Coachingpunkt.

    Die ersten vier Punkte folgen den Empfehlungen des DFB für das Kindertraining, die letzten beiden fassen die Tipps aus diesem Artikel zusammen.

    Fazit: Technik entwickeln und Teamspiel anbahnen

    Gutes E-Jugend-Training verbindet Technik mit ersten Teamprinzipien, ohne die Kinder mit Taktik zu überfordern. Wenn du viele Ballkontakte, kleine Spielformen und klare Mini-Regeln nutzt, lernen Kinder fast automatisch: anbieten, freilaufen, zusammenspielen.

    Kurz gesagt: spielen lassen, gezielt beobachten und nur dort eingreifen, wo ein klarer Impuls hilft. So entsteht aus vielen Einzelspielern Schritt für Schritt ein Team – und die Technik wird spielstark, nicht nur schön im Training.

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    Häufig gestellte Fragen

    Für U10/U11 sind 60 bis 75 Minuten meist ideal. Wichtig ist weniger die Länge als die Qualität: viele Ballkontakte, kurze Erklärungen und spielformorientiertes Training. Bei jüngeren oder sehr heterogenen Gruppen können auch 60 Minuten völlig ausreichen. Die 60 bis 75 Minuten sind ein Praxiswert, keine DFB-Vorgabe: Die „beste Trainingseinheit“, die der DFB als Muster beschreibt, ist auf 90 Minuten angelegt.

    Freilaufen lernen Kinder am besten über Regeln in kleinen Spielen: z. B. 3-gegen-1/4-gegen-2 mit der Vorgabe „Nach dem Pass neu anbieten“ oder mit Extrapunkten, wenn der Passgeber den Raum wechselt. Nutze einfache Bilder wie „Mach dich sichtbar“ und „Bilde ein Dreieck“, statt feste Laufwege zu verlangen.

    Feste Positionen sind in U10/U11 meist nicht nötig und können Entwicklung bremsen. Besser ist Rotation: Kinder sammeln Erfahrungen in Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Du kannst grobe Rollen erklären (z. B. „Breite geben“, „Absichern“), aber ohne starre Zuordnung über ein ganzes Spiel.

    Der DFB empfiehlt in seiner Trainingsphilosophie Deutschland, dass jede Nachwuchsmannschaft mindestens zweimal pro Woche trainiert. Zusätzlich soll jedes Kind ab der U8 pro Woche mindestens 48 Minuten netto in kleinen Spielformen spielen. Darüber hinaus rät der DFB zu weiteren Angeboten außerhalb des Mannschaftstrainings, etwa Fußball in der Schule oder anderen Sportarten.

    Am besten Spielformen mit Gegner und Entscheidung: Dribbel-Fangspiele zur Aktivierung, 1 gegen 1 auf Minitore, 3 gegen 1 oder 4 gegen 2 zum Freilaufen und 4 gegen 4 auf zwei Tore. Kurze isolierte Übungen wie Pass – Mitnahme – Pass oder Torschuss aus der Bewegung ergänzen das. Für das E-Junioren-Training empfiehlt der DFB Spielformen bis höchstens 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter.

    Mit einer Spielform 4 plus Torhüter gegen 4 plus Torhüter, in der jeder neue Ball beim Torhüter startet und sich das gegnerische Team bei der Eröffnung hinter eine Linie zurückzieht. Zwei Kinder lösen sich seitlich neben dem Tor, damit der Torhüter zwei Anspielstationen hat. Belohne mutige flache Pässe, statt Ballverluste nach einem Aufbauversuch zu kritisieren.

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