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    E-Jugend Training: Technik plus erstes Teamspiel

    Im E-Jugend Training (U10/U11) entwickelst du Technik am besten in spielnahen Situationen. Mit einfachen Spielformen lernen Kinder Freilaufen, Passspiel und erste Teamprinzipien – ohne Taktik-Überforderung.

    Tobias Brenner
    12. Jan. 2026
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    6 Min.

    Kinder in der E-Jugend (U10/U11) sind in einer spannenden Phase: Technik lässt sich jetzt schnell verbessern – und gleichzeitig entsteht das erste echte Verständnis für Teamspiel. Genau hier liegt die große Chance im E-Jugend Training: Du verbindest Ballbeherrschung, Dribbling und Passspiel mit einfachen, kindgerechten Prinzipien wie Freilaufen, „Kopf hoch“ und „gemeinsam angreifen, gemeinsam verteidigen“. Aber wie gelingt das, ohne die Kinder mit Taktik zu überladen?

    Dieser Artikel zeigt dir ein beginner-freundliches Konzept für E-Jugend Training: klare Ziele, einfache Coachingpunkte und sofort umsetzbare Spielformen, die Technik und Teamspiel gleichzeitig fördern.

    Was Kinder in U10/U11 wirklich brauchen

    Im U10 U11 Training profitieren Kinder besonders von vielen Ballaktionen und wiederholbaren Situationen. Lange Erklärungen, feste Laufwege oder starre Spielzüge bremsen eher. Besser: kleine Spiele, viele Entscheidungen, kurze Korrekturen.

    Wichtige Trainingsziele im Überblick:

    • Kinderfußball Technik festigen: erster Kontakt, Dribbling, Passen, Ballmitnahme, Torschuss
    • Freilaufen Kinder: nach dem Abspiel wieder anspielbar werden
    • Orientierung: kurz vor Ballannahme schauen („Scan“)
    • Mut & Kreativität: 1-gegen-1 suchen, aber auch abspielen lernen
    • Fairness & Teamverhalten: miteinander sprechen, helfen, Regeln akzeptieren

    Der rote Faden: Technik im Team-Kontext

    Technik isoliert zu üben ist okay – aber in der E-Jugend sollte sie schnell in Spielsituationen auftauchen. Denn im Spiel zählt nicht nur „kann das Kind dribbeln?“, sondern: Wann dribbelt es? Wohin? Und sieht es den Mitspieler?

    Ein guter Merksatz für dein Training:

    • Technik + Entscheidung + Spielnähe = nachhaltige Entwicklung

    Trainingsprinzipien für Anfänger: So bleibt es kindgerecht

    Gerade als Einsteiger im Trainerjob hilft eine einfache Struktur. Damit das Training flüssig bleibt, orientiere dich an diesen Leitlinien:

    • Kurze Erklärungen (max. 20–30 Sekunden), dann spielen lassen
    • Viele Wiederholungen, aber mit kleinen Variationen
    • Kleine Felder für mehr Ballkontakte
    • Wettkampf-Charakter (Punkte, Zeit, Teams) – aber ohne Druck
    • Coaching in Bildern: „Mach dich breit“, „Zeig dich“, „Tür aufdrehen“ (offene Stellung)

    Tipp: Wenn du an der Ballannahme arbeiten willst, nutze Mini-Spiele statt Hütchen-Parcours. Wie in unserem Guide zur Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) beschrieben, lernen Kinder den ersten Kontakt am schnellsten in echten Duellen und Passsituationen.

    Beispiel-Trainingseinheit (60–75 Minuten): Technik plus erstes Teamspiel

    Diese Einheit ist bewusst beginner-freundlich aufgebaut und passt perfekt zum Schwerpunkt „Technik plus erstes Teamspiel“.

    1) Ankommen & Aktivierung (10 Minuten): Dribbel-Fangspiel

    Organisation: 20x20 Meter, jedes Kind mit Ball. 2 Fänger ohne Ball.

    Ablauf:

    • Alle dribbeln frei.
    • Fänger versuchen, einen Ball wegzuspitzeln oder den Dribbler zu berühren.
    • Wer „gefangen“ ist, macht 5 Ballkontakte (z. B. Sohlenzieher) und spielt weiter.

    Coachingpunkte:

    • Kopf hoch: kurz hochschauen, bevor du in Räume dribbelst
    • Ball nah am Fuß in engen Situationen
    • Richtungswechsel statt nur geradeaus

    Variation für Fortgeschrittene: nur mit „schwachem“ Fuß dribbeln oder nach jedem Richtungswechsel eine Finte.

    Wenn du noch mehr Ideen für kindgerechte Dribbelspiele suchst, schau dir auch Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele an – viele Spiele lassen sich direkt auf U10/U11 anpassen.

    2) Technik im Duo (12–15 Minuten): Pass – Mitnahme – Pass

    Organisation: Paare, 8–12 Meter Abstand, 2 Hütchentore pro Paar (links/rechts).

    Ablauf:

    • A passt zu B.
    • B nimmt in die offene Richtung mit (z. B. durch linkes oder rechtes Hütchentor) und passt zurück.
    • Nach 60 Sekunden Rollen wechseln (wer bestimmt die Richtung?).

    Coachingpunkte (einfach & wirksam):

    • Erster Kontakt weg vom Gegner (auch wenn kein Gegner da ist: so wird’s zur Gewohnheit)
    • Offene Stellung: nicht „mit dem Rücken“ zum Feld annehmen
    • Passqualität: flach, zum Fuß, nicht zu hart

    Typische Frage an die Kinder: „Kannst du den Ball so mitnehmen, dass du sofort weiterspielen kannst?“

    3) Technik trifft Team: 3-gegen-1 / 4-gegen-2 mit Freilaufen (15 Minuten)

    Organisation: 12x12 Meter, Gruppen zu 4 oder 6. In der Mitte 1–2 Verteidiger.

    Ablauf:

    • Ballhalten: Angreifer spielen sich den Ball zu.
    • Nach jedem Pass muss sich der Passgeber neu anbieten (Freilaufen).
    • Verteidiger wechseln nach Ballgewinn oder nach 60–90 Sekunden.

    Regeln, die Teamspiel fördern:

    • 1 Punkt für 5 Pässe am Stück
    • 1 Extrapunkt, wenn ein Kind nach dem Pass sichtbar den Raum wechselt („neue Linie“)

    Coaching für „Freilaufen Kinder“:

    • Nicht hinter dem Gegner verstecken: seitlich lösen, sichtbar werden
    • Dreiecke bilden: immer zwei Anspielstationen schaffen
    • Nach dem Pass nicht stehen bleiben: „Pass & Go“

    Wichtig: Nicht jeden Fehlpass stoppen. Besser kurz fragen: „Wo hättest du dich anbieten können, damit der Pass leichter wird?“

    4) Hauptteil (20–25 Minuten): 4-gegen-4 mit Zonen – erstes Teamspiel ohne Taktik-Overload

    Organisation: 30x22 Meter (anpassen), zwei Tore mit Torhütern oder Minitore. Markiere optional zwei Flügelzonen (je 2–3 Meter breit).

    Spielidee: Freilaufen und Breite geben, ohne feste Positionen zu erzwingen.

    Regeln (einfach):

    • Tor zählt doppelt, wenn vorher ein Pass in eine Flügelzone gespielt wurde
    • Alternativ: Tor zählt doppelt, wenn mindestens 3 verschiedene Kinder am Angriff beteiligt waren

    Coachingpunkte:

    • Breite: „Mach das Feld groß“ (nicht alle zum Ball)
    • Tiefe: ein Kind darf ruhig „vorne lauern“, aber nicht dauerhaft – Rotation fördern
    • Umschalten: nach Ballverlust sofort 3 Sekunden zurückarbeiten

    Praxis-Tipp: Frag in kurzen Pausen: „Wie könnt ihr dem Ballführer helfen – nah oder eher weit?“ So lernen Kinder, dass Freilaufen nicht nur „weg rennen“ bedeutet, sondern clever Räume besetzen.

    5) Abschluss (8–10 Minuten): Torschuss unter Zeitdruck

    Organisation: Zwei Reihen, 1 Ball pro Reihe, je ein Tor.

    Ablauf:

    • Kind dribbelt an, legt sich den Ball vor und schließt ab.
    • Variation: vorher ein kurzer Pass von einem Mitspieler, dann Abschluss.

    Coachingpunkte:

    • Schuss aus der Bewegung statt lange stoppen
    • Standbein neben den Ball, Oberkörper leicht über den Ball

    Als Ergänzung passt der Artikel Torschuss aus der Bewegung ideal, weil Kinder in U10/U11 genau davon profitieren: weniger „Ausholen“, mehr flüssige Abschlüsse.

    Häufige Fehler im E-Jugend Training – und wie du sie vermeidest

    Gerade im beginner-Bereich tauchen ähnliche Stolpersteine auf. Mit kleinen Anpassungen bekommst du schnell mehr Qualität ins Training.

    • Zu große Felder → Kinder haben weniger Ballkontakte. Lösung: kleiner starten, später vergrößern.
    • Zu viel Coaching → Kinder werden passiv. Lösung: max. 1 Coachingpunkt pro Spielform.
    • Nur Technik ohne Gegnerdruck → klappt im Spiel nicht. Lösung: Technik früh in 1-gegen-1 oder Überzahlformen einbauen.
    • Alle rennen zum Ball → typisches U10-Problem. Lösung: Breite belohnen (Zonen, Extrapunkte).

    Fazit: Technik entwickeln und Teamspiel anbahnen

    Gutes E-Jugend Training verbindet Kinderfußball Technik mit ersten Teamprinzipien, ohne die Kinder mit Taktik zu überfordern. Wenn du viele Ballkontakte, kleine Spielformen und klare Mini-Regeln nutzt, lernen Kinder ganz automatisch: anbieten, freilaufen, zusammenspielen. Genau so entsteht aus „vielen Einzelspielern“ Schritt für Schritt ein Team – und die Technik wird spielstark, nicht nur „schön im Training“.

    Häufig gestellte Fragen

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