Funino-Varianten: Spielformen für U6 bis U9
Funino-Varianten sind kindgerechte Spielformen wie 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 auf kleinen Feldern. Sie sorgen für viele Ballkontakte, Tore und schnelle Lernmomente in U6 bis U9.
KI-generiertes SymbolbildFunino-Varianten sind unterschiedliche Spiel- und Turnierformen auf kleinen Feldern (meist 3 gegen 3 oder 4 gegen 4), die Kindern von U6 bis U9 viele Ballkontakte, Tore und Entscheidungen ermöglichen.
Was bedeutet „Funino-Varianten“ im Kinderfußball?
Funino geht auf den Trainer Horst Wein zurück und steht im Kern für kleine Teams, kleine Felder und vier Tore: Im Grundspiel treten 3 gegen 3 ohne Torwart an, jedes Team verteidigt zwei Minitore und greift die beiden gegenüberliegenden an. Tore zählen nur aus der 6-m-Schusszone vor den gegnerischen Toren, Abseits, Ecke und Elfmeter gibt es nicht. Der Begriff „Funino-Varianten“ beschreibt alle Abwandlungen dieser Idee: Du passt Feldgröße, Teamgröße, Toranzahl und Regeln so an, dass Kinder in U6, U7, U8 und U9 optimal lernen – ohne lange Wartezeiten und ohne Überforderung.
Warum ist das so wichtig? Kinder in diesem Alter lernen Fußball vor allem über Wiederholung in echten Spielsituationen: Dribbeln, Passen, Freilaufen, Tore schießen, Ball erobern. Der DFB begründet seine Kinder-Spielformen genau damit: Im früheren 7 gegen 7 kamen langsamere Kinder kaum an den Ball. Funino-Varianten drehen das um: mehr Aktionen pro Kind.
Merke: „Funino“ ist kein Begriff aus dem DFB-Regelwerk. Das 3 gegen 3 auf vier Minitore, das G- und F-Jugend im DFB-Spielbetrieb spielen, ist an Funino angelehnt, hat aber eigene Maße und Rotationsregeln. In Österreich nennen Wien, Niederösterreich und Salzburg ihre Spielform ausdrücklich Funino, in der Schweiz heißt das Wettspielformat „play more football“.
Typische Funino-Varianten für U6 bis U9
Die Werte in der Tabelle sind Richtwerte aus der DFB-Jugendordnung (Anhang IV) und aus Weins Originalregeln. Was dein Landesverband vorgibt, steht in seinen Durchführungsbestimmungen.
| Variante | Für wen | Feld (ca.) | Tore | Torwart | Torregel |
|---|---|---|---|---|---|
| 2 gegen 2 auf 4 Minitore | U6/U7 (G-Jugend) | 16 × 20 m | 4 Minitore | nein | Tore ab der Mittellinie |
| 3 gegen 3 auf 4 Minitore (DFB) | U6 bis U9 (G/F) | 25 × 20 m | 4 Minitore, max. 2 × 1,2 m | nein | nur aus der 6-m-Schusszone |
| Funino nach Horst Wein | Training und Turnier | 20–25 m breit, 6-m-Zonen plus 13–18 m Mitte | 4 Tore à 2 × 1 m | nein | nur aus der Schusszone |
| 3+1 gegen 3+1 auf 2 Kleinfeldtore | U8/U9 (F-Jugend), Fortgeschrittene | laut Verband | 2 Kleinfeldtore, möglichst 1,65 m hoch | ja | laut Verband |
| 4 gegen 4 / 5 gegen 5 | U8/U9 (F-Jugend) | 40 × 25 m | 4 Minitore oder 2 Kleinfeldtore | nur bei Kleinfeldtoren | Schusszone bzw. ab Mittellinie |
3 gegen 3 auf 4 Tore (klassisches Funino)
- Aufbau: Zwei Minitore pro Teamseite (insgesamt 4), kein Torwart
- Ziel: Tore auf beide gegnerische Tore, aber nur aus der Schusszone
- Lerneffekt: Kinder müssen Köpfe heben, weil es mehrere Abschlussmöglichkeiten gibt. Das fördert Orientierung und Entscheidungsfähigkeit.
3 gegen 3 mit Endzonen (Dribbel-Tor)
- Regel: Ein Punkt zählt, wenn ein Kind mit Ball in eine Endzone dribbelt
- Vorteil: Perfekt für U6/U7 im Training, weil es Dribbling-Mut belohnt und Zweikämpfe spielerisch provoziert.
4 gegen 4 auf zwei Tore (Übergangsvariante)
- Aufbau: Zwei Minitore oder zwei Kleinfeldtore, je nach Alter und Schusskraft. Mit Kleinfeldtoren und Torwart ist das streng genommen kein Funino mehr, sondern die nächste Stufe.
- Coaching-Idee: Mehr Mitspieler bedeutet mehr Passoptionen – aber immer noch viele Ballkontakte.
Funino-Festival (Mehrfeld-Turnier)
- Organisation: Mehrere kleine Felder nebeneinander. Nach jedem Durchgang steigt das Siegerteam ein Feld auf, das unterlegene Team eines ab („Champions-League-Modus“). Wie das im Detail läuft, erklärt Champions-League-Modus beim Funino-Festival.
- Spielzeit: In der G-Jugend sieht der DFB im 3 gegen 3 sieben Durchgänge à 7 Minuten vor, in der F-Jugend auf Minitore bis zu sieben Durchgänge à höchstens 10 Minuten.
- Rotation: Im 2 gegen 2 und 3 gegen 3 wechseln beide Teams nach jedem Tor einen Spieler in fester Reihenfolge ein. Im 3 gegen 3 sind höchstens zwei Rotationsspieler pro Team vorgesehen, sonst kommt ein weiteres Feld dazu.
- Warum sinnvoll? Kurze Spiele halten die Intensität hoch. Und jedes Kind erlebt viele Neustarts, statt nach einem Gegentor lange zu „leiden“.
Praxisbeispiele: So erkennst du den Nutzen sofort
- Ein Kind schießt häufiger aufs Tor und verbessert spielerisch den Torschuss aus der Bewegung – passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
- In der Halle kannst du Funino-Varianten mit Zieltoren kombinieren, um Schusspräzision zu trainieren: Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
- Eltern fragen oft: „Gibt es da Abseits?“ Im Funino und in den DFB-Festivalformen gibt es kein Abseits – gut erklärt hier: Abseits einfach erklärt für Kinder.
- Im Aus wird nicht eingeworfen, sondern eingedribbelt oder eingepasst. Ein Einwurf kommt im DFB-Rahmen erst im 7 gegen 7 der E-Jugend vor.
Wichtige Stellschrauben (damit es wirklich kindgerecht bleibt)
- Feldgröße: Lieber zu klein starten als zu groß. Exakte Maße rechnet dir der Spielfeld-Rechner für die Bambini und die F-Jugend aus.
- Spielzeit: Kurze Durchgänge, dann rotieren oder Feld wechseln.
- Regeln: Wenige, klare Regeln. Kinder sollen spielen, nicht diskutieren.
- Coaching: Kurz, positiv, mit Leitfragen: „Wo ist ein freies Tor?“, „Kannst du dribbeln oder passt du?“
Wie du Funino Schritt für Schritt aufbaust und coachst, steht ausführlich in Funino im Kinderfußball: Aufbau, Regeln, Coaching.
Verwandte Begriffe
- Minifußball: Oberbegriff für kleine Spielformen im Kinderbereich.
- 3 gegen 3/4 gegen 4: Bezeichnet Teamgrößen, oft synonym zu Funino-Settings.
- Festival-Spieltag: Turnierform mit vielen kurzen Spielen, Auf- und Abstieg und ohne Tabelle über den Spieltag hinaus.
- 3 Felder: Organisationsform mit mehreren parallelen Funino-Feldern, siehe Funino: Was bedeutet „3 Felder“ im Training?
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