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    Gegenpressing kindgerecht erklärt (U10+)

    Gegenpressing bedeutet, nach Ballverlust sofort gemeinsam Druck auf den Ball zu machen. Für U10+ helfen einfache Regeln, kurze Abstände und klare Aufgaben, damit aus Chaos schnelle Ballgewinne werden.

    Tobias Brenner
    5. Nov. 2025
    Aktualisiert: 12. Jan. 2026
    3 Min.

    Gegenpressing bedeutet: Nach einem Ballverlust setzt dein Team sofort gemeinsam Druck auf den Ball, um ihn schnell zurückzugewinnen – statt erst nach hinten zu laufen.

    Gegenpressing kindgerecht erklärt (U10+)

    Gegenpressing (oft auch „Ballverlust sofort Druck“) ist eine einfache Idee: Wenn der Ball weg ist, wird nicht diskutiert, sondern gehandelt. Gerade im Kinderfußball hilft das, weil viele Tore nach Ballverlusten fallen. Warum also dem Gegner Zeit geben, den Kopf zu heben und zu passen?

    Was passiert beim Ballverlust?

    Kinder in diesem Alter verlieren den Ball häufig durch:

    • unsaubere erste Ballannahme
    • Dribblings in zu enge Räume
    • Pässe, die zu kurz oder zu langsam gespielt sind

    Beim Umschalten nach Ballverlust geht es um die ersten 3–5 Sekunden. In dieser kurzen Phase ist der Gegner oft noch ungeordnet: Der Ball ist zwar gewonnen, aber die Mitspieler stehen noch nicht richtig. Genau hier setzt Gegenpressing an.

    Die 3 einfachen Regeln für U10+

    Damit Gegenpressing Kinder nicht zu kompliziert wird, helfen klare Bilder und kurze Regeln:

    • Nächster Spieler zum Ball: Sofort hin, Tempo machen, „Stopp!“ für den Gegner.
    • Zweiter Spieler: Absichern und den wahrscheinlichsten Passweg schließen.
    • Alle anderen: Einrücken (Abstände kleiner machen), damit der Gegner keine einfachen Lösungen findet.

    Wichtig: Gegenpressing ist kein wildes Hinterherlaufen. Ziel ist Druck + Richtung: Den Gegner nach außen lenken oder in eine Ecke, wo er weniger Optionen hat.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht vorstellbar)

    Beispiel 1: Ballverlust im Dribbling

    Dein Kind dribbelt zentral, der Ball springt weg, ein Gegner nimmt ihn auf. Jetzt ist Gegenpressing ideal:

    • Der Ballverlierer dreht sofort um und attackiert.
    • Ein Mitspieler stellt den Pass nach vorne zu.
    • Ein weiterer sichert dahinter ab.

    So entsteht oft ein schneller Ballgewinn – oder zumindest ein Rückpass, der Tempo aus dem Angriff nimmt.

    Beispiel 2: Fehlpass im Spielaufbau

    Im eigenen Aufbau wird ein Pass abgefangen. Statt panisch zurückzusprinten, setzt das Team sofort Druck auf den Ballführenden. Das passt gut zu grundlegenden Prinzipien, wie sie im Artikel Spielaufbau im Kinderfußball: 3 einfache Prinzipien beschrieben werden: kurze Abstände und anspielbar bleiben helfen auch beim Gegenpressing.

    Wann ist Gegenpressing sinnvoll – und wann nicht?

    Gegenpressing im Pressing Kinderfußball ist sinnvoll, wenn:

    • mehrere Spieler nah am Ball sind
    • der Gegner mit dem ersten Kontakt unter Druck gerät
    • dein Team kompakt steht (nicht zu weit auseinander)

    Nicht sinnvoll ist es, wenn:

    • der Ballverlust passiert und alle weit weg sind
    • dein Team komplett offen steht (riesige Lücken)

    Dann gilt: kurz sichern, zurück in die Ordnung, erneut verteidigen.

    Verwandte Begriffe (kurz erklärt)

    • Pressing: Gezieltes Anlaufen des Gegners, um Ballgewinne zu erzwingen.
    • Umschalten: Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung (oder umgekehrt).
    • Restverteidigung: Spieler, die beim Angriff so stehen, dass sie Ballverluste absichern.

    Für Trainer ist außerdem wichtig: Gegenpressing klappt nur mit klarer Sprache und gemeinsamen Regeln. Tipps dazu findest du in Kommunikation mit Eltern als Trainer – denn auch Elternfragen („Warum rennen die alle drauf?“) tauchen am Spielfeldrand schnell auf.

    FAQ

    Was ist Gegenpressing einfach erklärt?

    Gegenpressing heißt: Nach Ballverlust sofort gemeinsam Druck machen, um den Ball schnell zurückzuholen oder den Gegner zu einem schlechten Pass zu zwingen.

    Ab welchem Alter ist Gegenpressing im Kinderfußball sinnvoll?

    Ab U10 ist es oft gut umsetzbar, weil Kinder Regeln besser verstehen und im Team koordinierter handeln können. Entscheidend sind kurze, klare Aufgaben statt komplexer Taktik.

    Was ist der häufigste Fehler beim Gegenpressing?

    Alle rennen blind zum Ball. Besser ist: Einer attackiert, ein zweiter schließt den Passweg, ein dritter sichert ab. So entsteht echter Druck statt Chaos.

    Häufig gestellte Fragen

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