Ballbesitz: Was heißt das im Kinderfußball?
Ballbesitz heißt im Kinderfußball, den Ball kontrolliert in den eigenen Reihen zu spielen. Du erfährst, warum „Ball halten“ ein Spielprinzip sein kann, was Rondos bringen und wie Ballbesitz zu Torchancen führt.
Ballbesitz bedeutet im Kinderfußball: Dein Team hat den Ball und kann damit spielen, passen, dribbeln oder aufs Tor schießen – während der Gegner versucht, ihn zurückzuerobern.
Was ist Ballbesitz im Kinderfußball?
Ballbesitz ist mehr als „den Ball haben“. Gemeint ist die kontrollierte Phase, in der ein Team den Ball bewusst nutzt, um eine Aktion vorzubereiten: einen sicheren Pass, ein Dribbling in freie Räume oder einen Abschluss. Gerade im Kinderfußball wird Ballbesitz oft mit „Ball halten“ gleichgesetzt – das kann stimmen, aber nur, wenn es einen Zweck hat.
Wichtig für Anfänger: Ballbesitz ist kein Selbstzweck. Die zentrale Frage lautet: Was macht dein Kind mit dem Ball, damit das Team besser wird? Manchmal ist der beste Ballbesitz ein kurzer, einfacher Pass – nicht das lange Dribbling.
Warum ist Ballbesitz ein Spielprinzip?
Als Ballbesitz-Spielprinzip beschreibt man eine gemeinsame Idee: Das Team versucht, den Ball möglichst oft in den eigenen Reihen zu halten, um
- Ruhe ins Spiel zu bringen,
- Räume zu finden,
- den Gegner in Bewegung zu bringen,
- und am Ende zu einer Torchance zu kommen.
Im Kinderfußball (z. B. U7–U11) ist Ballbesitz besonders wertvoll, weil Kinder dabei wichtige Grundlagen lernen:
- Orientierung: Wo sind Mitspieler, Gegner, Tor?
- Entscheidungen: Passen, dribbeln oder schießen?
- Technik unter Druck: erster Kontakt, Ballmitnahme, Passqualität
Ball halten: Wann ist es gut – und wann nicht?
„Ball halten“ klingt immer positiv. Aber: Ball halten ist nur dann sinnvoll, wenn es dem Team hilft.
Gutes Ball halten erkennst du daran, dass das Kind:
- den Ball abschirmt (Körper zwischen Ball und Gegner),
- den Kopf hebt und Optionen sucht,
- einen sicheren Pass vorbereitet oder Zeit schafft, bis Unterstützung kommt.
Unproduktives Ball halten passiert, wenn:
- das Kind sich festdribbelt,
- es keine Anschlussaktion gibt,
- das Team stehen bleibt.
Hier hilft Freilaufen: Mit einer cleveren Gegenbewegung (kurz weg, dann in den freien Raum) wird ein Passweg frei. Mehr dazu findest du in der Erklärung zur Gegenbewegung beim Freilaufen.
Beispiele aus dem Kinderfußball
Beispiel 1: „3 Pässe zählen“ im Spiel
Ein Trainer vereinbart: Drei Pässe am Stück geben einen Bonuspunkt. Plötzlich schauen Kinder mehr nach Mitspielern, spielen einfacher und bewegen sich besser. Ballbesitz wird zum Mittel, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Beispiel 2: Rondo – Bedeutung und Nutzen
Ein Rondo ist eine Übung wie „4 gegen 1“ oder „5 gegen 2“ in einem kleinen Feld. Ziel: den Ball in den eigenen Reihen halten. Die Rondo Bedeutung im Kinderfußball: Kinder lernen spielnah
- Passwinkel zu schaffen,
- den Ball mit wenigen Kontakten zu spielen,
- und nach Ballverlust sofort umzuschalten.
Beispiel 3: Ballbesitz bis zum Abschluss
Ballbesitz endet idealerweise mit einer Aktion Richtung Tor: Pass in den Lauf, Dribbling in die Lücke, Abschluss. Passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Pressing: Der Gegner setzt dich unter Druck, um Ballbesitz zu stören. (Für ältere Jahrgänge gut vertieft in Pressing & Spielaufbau Basics)
- Umschalten: Wechsel von Angriff zu Verteidigung nach Ballverlust (und umgekehrt).
- Restverteidigung: Absicherung, damit du bei Ballverlust nicht sofort ausgekontert wirst (siehe Restverteidigung einfach erklärt).
FAQ
Was ist wichtiger im Kinderfußball: Ballbesitz oder Tore?
Tore entscheiden Spiele, aber Ballbesitz fördert Technik und Spielverständnis. Am besten ist eine Balance: Ballbesitz mit Ziel Richtung Tor.
Wie lernen Kinder, den Ball besser zu halten?
Durch viele Spielformen mit Gegnerdruck: 1-gegen-1, 2-gegen-2, kleine Überzahlspiele und Rondos. Wichtig sind Kopf hoch, erster Kontakt und Abschirmung.
Was bedeutet „Rondo“ genau?
Rondo ist eine Pass- und Positionsspielform (z. B. 4 gegen 1). Das ballbesitzende Team hält den Ball, die Verteidiger versuchen zu erobern. Es schult Technik, Wahrnehmung und schnelles Entscheiden.
Wann sollte ein Kind lieber passen statt dribbeln?
Wenn ein Mitspieler frei steht, ein Gegner direkt Druck macht oder das Dribbling in eine Sackgasse führt. Ein früher Pass kann Ballbesitz sichern und eine bessere Torchance vorbereiten.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Übungen zu "Ballbesitz: Was heißt das im Kinderfußball?"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an