Breitengeber & Tiefengeber einfach erklärt
Breitengeber und Tiefengeber helfen Kindern, das Spielfeld klug zu nutzen: außen breit stehen und nach vorne Tiefe geben. So entstehen Platz, Passwege und bessere Entscheidungen im Spiel.
Ein Breitengeber hält das Spielfeld breit, ein Tiefengeber sorgt für Tiefe in Richtung gegnerisches Tor. Beides hilft deiner Mannschaft bei der Raumaufteilung im Kinderfußball und macht Angriffe einfacher.
Was bedeuten Breitengeber und Tiefengeber?
Im Fußball geht es nicht nur darum, wo der Ball ist, sondern auch darum, wie dein Team den Raum nutzt. Genau hier kommen Breitengeber und Tiefengeber ins Spiel:
- Breitengeber: Ein Kind besetzt bewusst den Raum weit außen an der Seitenlinie, in der DFB-Sprache die Außenspur. Dadurch wird die gegnerische Abwehr auseinandergezogen und es entstehen mehr Passwege im Zentrum.
- Tiefengeber: Ein Kind besetzt den Raum weit vorne, an oder hinter der letzten Abwehrreihe des Gegners, und droht mit Läufen in deren Rücken. Das schafft eine Anspielstation nach vorne, drückt die Abwehr nach hinten und öffnet Platz vor ihr.
| Rolle | Wo? | Wozu? | Satz fürs Kind |
|---|---|---|---|
| Breitengeber | außen an der Seitenlinie | Abwehr auseinanderziehen, Passweg nach außen | „Stell dich so hin, dass wir das ganze Feld nutzen.“ |
| Tiefengeber | vorne an der letzten Abwehrreihe | Abwehr nach hinten drücken, Pass nach vorne ermöglichen | „Lauf so, dass wir nach vorne spielen können.“ |
Klingt taktisch? Ist es auch – aber kindgerecht gedacht heißt es oft einfach: „Mach das Feld groß!“
Warum sind Breite und Tiefe so wichtig?
Kinder ballen im Spiel gerne zusammen (der berühmte „Traubenfußball“). Breitengeber und Tiefengeber sind einfache Rollen, um das zu verhindern.
Breite und Tiefe sorgen für:
- mehr Platz am Ball (weniger Gegnerdruck)
- klarere Positionierung: Kinder wissen besser, wo sie hinlaufen können
- leichtere Entscheidungen: Pass nach außen? Pass in die Tiefe? Dribbling?
Gerade in kleinen Spielformen (3 gegen 3 auf vier Minitore, 5 gegen 5, 7 gegen 7) merkst du schnell: Steht niemand außen, wird’s eng. Läuft niemand tief, fehlt die Gefahr nach vorne.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U13)
Beispiel 1: 5-gegen-5 – „Außen frei!“
Dein rechter Flügel steht als Breitengeber breit. Der Ballführer in der Mitte hat plötzlich eine einfache Option:
- Pass nach außen → 1-gegen-1, Querpass oder Abschluss
- oder Gegner rückt raus → Zentrum wird frei
Beispiel 2: 7-gegen-7 – „Ein Kind bleibt tief“
Ein Stürmer oder offensiver Mittelfeldspieler agiert als Tiefengeber:
- er startet immer wieder in die Tiefe
- Verteidiger müssen mitlaufen
- dadurch entsteht Raum für Mitspieler, die nachrücken
Wo mit Abseits gespielt wird, muss der Tiefengeber sein Timing anpassen: Steht er im Moment des Passes in der gegnerischen Hälfte näher zur Torlinie als Ball und vorletzter Gegenspieler, droht Abseits. In den DFB-Festivalformen der G- bis E-Jugend gibt es kein Abseits, ob im 7 gegen 7 der E-Jugend Abseits gilt, regelt der Landesverband. Mehr in Abseits einfach erklärt für Kinder und Tiefenlauf einfach erklärt.
Beispiel 3: Umschalten nach Ballgewinn
Nach Balleroberung hilft eine klare Rollenidee:
- ein Kind sofort breit als Breitengeber anbieten
- ein Kind sofort tief als Tiefengeber starten
So wird aus „Ball wegschlagen“ ein strukturierter Angriff. Was in diesem Moment nach dem Ballgewinn passiert, erklärt Umschaltmoment: Was passiert nach Ballgewinn?; wie ältere Teams den Aufbau unter Druck lösen, zeigt C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.
So erklärst du es Kindern
Als Trainer arbeitest du am besten mit Bildern: Breitengeber = Flügel ausklappen, Tiefengeber = Pfeil nach vorne. Die Sätze aus der Tabelle oben reichen als Coaching, mehr Taktiksprache braucht es nicht.
Merke: Breitengeber und Tiefengeber sind Aufgaben im Moment, keine festen Positionen. Im Kinderfußball spielen alle Kinder auf allen Positionen (eine der „10 Goldenen Regeln“ des DFB). Wer gerade außen steht, gibt Breite; wer vorne frei ist, gibt Tiefe. Tauscht die Rollen bewusst durch.
Eine passende Spielform: 4 gegen 4 auf zwei Minitore, ein Tor zählt doppelt, wenn vorher ein Kind außen angespielt wurde oder ein Pass in den Lauf nach vorne kam.
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Raumaufteilung: Wie dein Team den Platz sinnvoll besetzt (statt alle zum Ball), siehe Raumaufteilung: Breite & Tiefe kindgerecht erklären und Breite und Tiefe: Grundprinzipien.
- Spielaufbau: Geplantes Herausspielen aus der eigenen Zone.
- Restverteidigung: Absicherung gegen Konter, wenn ihr angreift – mehr dazu in Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
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Ballnah bedeutet: Du positionierst dich in der Nähe des Balls, um direkt ins Spiel eingreifen zu können.
Raumaufteilung: Breite & Tiefe kindgerecht erklären
Raumaufteilung bedeutet im Kinderfußball: Dein Team verteilt sich so auf dem Feld, dass immer Spielräume entstehen – nach außen (Breite) und nach vorne beziehungsweise hinten (Tiefe).
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