Körperstellung: offen vs. geschlossen erklärt
Die Körperstellung entscheidet, ob dein Kind beim ersten Kontakt Überblick und Tempo gewinnt. Hier lernst du offene und geschlossene Stellung einfach erklärt – mit Beispielen und Coaching-Tipps.
KI-generiertes SymbolbildDie Körperstellung beschreibt im Fußball, wie du deinen Körper zum Ball, zum Spielfeld und zu Gegnern ausrichtest – besonders wichtig sind die offene Stellung und die geschlossene Stellung.
| Offene Stellung | Geschlossene Stellung | |
|---|---|---|
| Körper | Halb ins Feld gedreht, Hüfte und Schultern geöffnet | Frontal zum Passgeber, Spielfeld im Rücken |
| Blick | Ball und Spielfeld gleichzeitig | Vor allem der Ball |
| Annahme | Mit dem ballfernen Fuß in Spielrichtung | Ballsichernd, danach aufdrehen |
| Sinnvoll, wenn | Du nach vorn spielen willst und Platz hast | Ein Gegner eng im Rücken steht |
Hier geht es um die Körperstellung mit Ball, also bei der Ballannahme. Wie Verteidiger sich zum Gegner stellen, erklärt Verteidigen im 1 gegen 1: Körperstellung und Timing.
Was bedeutet „offene“ und „geschlossene“ Körperstellung?
Wenn Kinder im Training „Dreh dich auf!“ oder „Steh offen!“ hören, geht es fast immer um Blickfeld und Anschlussaktion.
Offene Stellung (offene Körperstellung)
Bei der offenen Stellung ist der Körper leicht seitlich gedreht. Ein Fuß zeigt eher in Spielrichtung, Schultern und Hüfte sind „geöffnet“. Das Ziel: Du kannst Ball und Spielfeld gleichzeitig sehen. Das DFB-Trainerportal beschreibt die offene (spieloffene) Stellung so: Der Spieler steht bei der Ballan- und -mitnahme mit Blick Richtung gegnerisches Tor bzw. ins Spielfeld und kann deshalb schneller weiterspielen. Wie die Mitnahme aus der offenen Stellung im Detail klappt, zeigt Offene Stellung: So nimmst du den Ball mit.
Typische Merkmale:
- Seitliche Position zum Ball (nicht frontal)
- Kopf kann schnell „scannen“ (kurz schauen: Wo sind Mitspieler/Gegner?)
- Erster Kontakt (Ballannahme) geht oft nach vorn oder zur Seite, nicht zurück
Warum ist das so stark?
- Du brauchst weniger Zeit zum Drehen.
- Du erkennst schneller freie Räume.
- Du kannst leichter passen, dribbeln oder schießen.
Geschlossene Stellung (geschlossene Körperstellung)
Bei der geschlossenen Stellung steht der Körper eher frontal zum Ball oder sogar so, dass du mit dem Rücken/der Schulter zum Spielfeld „zu“ bist. Du siehst dann häufig nur den Ball – und weniger, was um dich herum passiert.
Typische Merkmale:
- Beide Füße zeigen eher zum Ball/zum Passgeber
- Du musst dich nach der Annahme oft erst aufdrehen
- Gegner können leichter Druck machen, weil du weniger Überblick hast
Wichtig: Geschlossen ist nicht immer „falsch“. Manchmal schützt eine geschlossene Stellung den Ball (z. B. wenn ein Gegner direkt im Rücken steht). Entscheidend ist: Passt die Stellung zur Situation?
Kinderfußball: einfache Beispiele aus Training und Spiel
Beispiel 1: Ballannahme am Flügel
Ein Kind bekommt einen Pass außen an der Linie. Mit offener Stellung kann es den Ball mit dem äußeren Fuß annehmen und direkt nach vorne mitnehmen – ideal für ein anschließendes Dribbling.
Praxisidee: Kombiniere das mit Spielformen aus unserem Beitrag Dribbeln lernen U7: 8 kindgerechte Spiele, indem du Punkte gibst, wenn die Annahme in offener Stellung gelingt.
Beispiel 2: Pass ins Zentrum unter Gegnerdruck
Kommt der Pass ins Zentrum und ein Gegner sitzt eng im Rücken, hilft kurzzeitig eine geschlossene Stellung, um den Ball abzuschirmen (siehe Ball abschirmen). Danach folgt das Aufdrehen (mit einem Kontakt oder nach einem kleinen „Sicherungs-Kontakt“) – Techniken dafür in Drehung mit Ball: „Aufdrehen“ einfach erklärt.
Beispiel 3: Abschluss nach Ballannahme
Bei der Ballannahme vor dem Tor entscheidet die Körperstellung oft über den Tempo-Vorteil. Offene Stellung ermöglicht: annehmen → mitnehmen → schießen.
Passend dazu: Schau dir an, wie du Anschlussaktionen trainierst bei Torschuss aus der Bewegung.
Coaching-Tipps: So erklärst du es kindgerecht
- Nutze Bilder: „Bauch zeigt halb ins Feld“ (offen) vs. „Bauch zeigt zum Passgeber“ (geschlossen).
- Stelle eine Frage: „Kannst du Ball und Tor gleichzeitig sehen?“
- Einfache Regel: Offen, wenn du nach vorn spielen willst. Geschlossen, wenn du den Ball schützen musst.
- Erwarte am Anfang nicht zu viel Überblick: In einer kleinen Studie mit 8- bis 10-Jährigen schauten technisch schwächere Kinder tendenziell mehr auf den Ball. Blick und Technik wachsen zusammen.
Spielformen, die Umschauen und offene Annahme belohnen, findest du in Annahme unter Druck: 8 Scanning-Spiele (U10–U15).
Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)
- Abseits (Orientierung und Timing im Spiel): Abseits einfach erklärt für Kinder
- Ballannahme / erster Kontakt (auch „First Touch“): eng verbunden mit Körperstellung und Spielrichtung – siehe Ballmitnahme: erster Kontakt in den Raum
- Scanning (Schulterblick, Vororientierung): kurzes Umschauen VOR der Annahme; hilft, schneller die offene Stellung einzunehmen. Der DFB setzt solche Aufgaben schon im E-Junioren-Training ein.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Offene Stellung
Offene Stellung ist eine seitlich geöffnete Körperstellung, bei der du Ball und Spielfeld siehst und den ersten Kontakt direkt in mehrere Richtungen spielen kannst.
Aufdrehen
Aufdrehen im Fußball bedeutet: Du nimmst den Ball so an, dass du dich direkt in Spielrichtung drehst – weg vom Gegner, hin zu freiem Raum oder zum Tor.
Ballkontrolle
Ballkontrolle bedeutet, den Ball so anzunehmen und zu stoppen, dass er sofort spielbar bleibt – ohne wegzuspringen oder verloren zu gehen.
Ballmitnahme
Ballmitnahme ist die Ballannahme mit Richtung: Der erste Kontakt lenkt den Ball kontrolliert in den freien Raum, damit du direkt weiterspielen kannst.
Querlage
Querlage ist eine seitliche Körperstellung beim Schuss, bei der Hüfte und Schultern quer zum Ball stehen, um stabiler und sauberer abzuschließen.
Luftzweikampf
Ein Luftzweikampf ist ein Duell um den Ball, wenn er in der Luft ist – oft als Kopfballduell sichtbar. Zwei Spieler versuchen dabei, den Ball zuerst oder besser zu erreichen, ohne unfair zu werden.