Tiefenlauf: Begriff einfach erklärt (U10+)
Der Tiefenlauf ist ein Lauf hinter die Abwehr, um anspielbar zu werden und Torgefahr zu erzeugen. Mit gutem Timing und klaren Auslösern lernen Kinder schnell, wie sie dem Angriff Tiefe geben.
Ein Tiefenlauf ist ein Laufweg hinter die gegnerische Abwehr – also „in die Tiefe“ Richtung Tor. Ziel ist es, anspielbar zu werden und Räume zu nutzen.
Tiefenlauf im Fußball: einfach erklärt (U10+)
Ein Tiefenlauf bedeutet: Ein Kind startet im richtigen Moment vom Ball weg nach vorne, meist zwischen oder hinter die Verteidiger. Dadurch entsteht Tempo in der Offensive und der Gegner muss sich entscheiden: Mitlaufen oder absichern? Genau diese Entscheidung öffnet oft Passwege.
Wichtig: Ein Tiefenlauf ist nicht einfach „schnell nach vorne rennen“. Er ist ein geplanter Laufweg mit einem klaren Zweck:
- Raum gewinnen: Hinter die Abwehr kommen.
- Abwehr binden: Verteidiger werden nach hinten gedrückt.
- Passfenster öffnen: Der Mitspieler am Ball bekommt eine klare Option.
- Torgefahr erzeugen: Nach einem Pass kann direkt abgeschlossen werden.
Woran erkennt dein Kind einen guten Moment zum „in die Tiefe laufen“?
Kinder in U10/U11 lernen gerade, den Kopf zu heben und Situationen zu lesen. Hilfreiche, einfache Auslöser sind:
- Der Mitspieler am Ball hat Zeit und Blick nach vorne.
- Ein Verteidiger steht zu weit weg oder schaut nur auf den Ball.
- Zwischen zwei Abwehrspielern entsteht eine Lücke.
- Der Ballführende dribbelt an und zieht Gegner: Jetzt kann ein Lauf hinter die Kette starten.
Timing: Warum „zu früh“ und „zu spät“ problematisch ist
Startet der Lauf zu früh, ist der Passweg noch zu und das Kind steht schnell im Abseits (je nach Spielmodus). Startet der Lauf zu spät, ist der Raum schon wieder geschlossen. Deshalb gilt als Merksatz: Erst schauen, dann starten – und zwar mit maximaler Geschwindigkeit.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U10+)
Beispiel 1: Flügelspieler gibt dem Angriff Tiefe
Der Ball ist außen. Ein Kind ohne Ball startet diagonal hinter den Außenverteidiger Richtung Tor. Der Pass kann als Steilpass kommen – oder der Lauf zieht einen Verteidiger weg, sodass innen Platz entsteht.
Beispiel 2: 2-gegen-1 richtig nutzen
Im 2-gegen-1 kann ein Kind den Verteidiger binden, während das andere in die Tiefe läuft. So wird aus „nebeneinander laufen“ eine echte Torchance. Passend dazu: Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+)
Beispiel 3: Tiefenlauf nach 1v1
Gewinnt ein Kind ein Dribbling, lohnt sich oft ein sofortiger Tiefenlauf eines Mitspielers: Der Gegner ist kurz unsortiert. Wenn dein Team viele Dribbler hat, helfen auch Finten-Spiele: 1v1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15)
Typische Fehler – und einfache Coaching-Sätze
- Fehler: Geradeaus in den Verteidiger laufen.
- Coaching: „Lauf schräg in den freien Raum!“
- Fehler: Tiefenlauf ohne Blickkontakt.
- Coaching: „Erst schauen, dann starten!“
- Fehler: Nach dem Lauf stehen bleiben.
- Coaching: „Nachsetzen! Weiterlaufen bis zum Abschluss.“
Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)
- Abseits: Ein Tiefenlauf ist eng mit der Abseitsregel verbunden – besonders in U11/U12. Verständlich erklärt hier: Abseits einfach erklärt für Kinder
- Steilpass: Der Pass in den Lauf hinter die Kette (oft der „Belohnungs-Pass“ für den Tiefenlauf).
- Breite geben: Außen bleiben, um Räume innen zu öffnen (Gegenteil von „alles in die Mitte“).
Fazit: Warum Tiefenläufe im Kinderfußball so wertvoll sind
Ein Tiefenlauf gibt deinem Team Tempo, Klarheit und Torgefahr. Für Kinder ist es ein leicht verständliches Prinzip: „Wenn dein Mitspieler nach vorne schauen kann, biete dich hinter der Abwehr an.“ Mit einfachen Auslösern, gutem Timing und mutigen Sprints wird „Angriff Tiefe geben“ schnell zu einer echten Stärke.
Häufig gestellte Fragen
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Übungen zu "Tiefenlauf: Begriff einfach erklärt (U10+)"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an