Wandspieler: Begriff einfach erklärt (Kinderfußball)
Der Wandspieler ist eine einfache und effektive Lösung, um unter Druck schnell weiterzuspielen. Mit Klatschpass und klarem Freilaufen entstehen im Kinderfußball schnelle Angriffe und gute Torchancen.
Ein Wandspieler ist ein Mitspieler, der einen Pass direkt prallen lässt („klatschen“) oder mit wenigen Kontakten zurückspielt, damit ein Angriff schnell weiterläuft.
Was bedeutet „Wandspieler“ im Fußball?
Der Begriff kommt aus dem Bild einer „Wand“: Du spielst den Ball an, und er kommt sofort zurück. Im Kinderfußball hilft der Wandspieler besonders, wenn der ballführende Spieler unter Druck gerät. Statt lange zu dribbeln oder einen riskanten Pass zu spielen, nutzt dein Team einen sicheren „Rückprall-Pass“.
Wichtig: Ein Wandspieler steht nicht einfach nur rum. Er bietet sich clever an, stellt seinen Körper zwischen Gegner und Ball (kurz: abschirmen) und entscheidet schnell:
- Klatschpass (direkt zurück)
- Mitnahme (ein Kontakt zur Ballkontrolle, dann Pass)
- Drehen (wenn Platz ist, selbst nach vorne spielen)
Gerade für Anfänger ist der Wandspieler eine tolle Hilfe, weil er einfache Lösungen ermöglicht: Pass – Klatsch – weiter.
Drei Bedeutungen, die du auf dem Platz hörst
| Gemeint ist … | Beispiel |
|---|---|
| eine Rolle in einer Kombination | Beim Doppelpass ist der Mitspieler, der zurückspielt, der Wandspieler. Beim Spiel über den Dritten lässt der Wandspieler zu einem dritten Spieler klatschen. |
| ein neutraler Spieler im Training | Wandspieler stehen an der Seiten- oder Grundlinie und spielen immer mit dem Team in Ballbesitz, zum Beispiel im Funino 3 gegen 3 mit Wandspielern (U8–U11). Verwandt ist der Joker (Überzahlspieler). |
| ein Spielertyp | Ein vorderer Spieler, der Bälle mit dem Rücken zum Tor sichert und ablegt. Im Kinderfußball sind solche festen Rollen nicht vorgesehen; Leitsatz ist (etwa im WFV-Leitfaden für die Spielformen bis 5 gegen 5): Jedes Kind spielt auf jeder Position. |
So funktioniert der Klatschpass (einfach erklärt)
Beim klassischen Ablauf spielst du einen Pass auf den Wandspieler, läufst weiter und bekommst den Ball zurück. Das ist eng verwandt mit dem Doppelpass. Kennst du das Gefühl, wenn ein Gegner dich „zustellen“ will? Dann kann der Wandspieler dir den Druck abnehmen.
Damit es klappt, achte als Trainer oder Elternteil auf einfache Regeln:
- Pass flach und sauber auf den Fuß, am besten mit der Innenseite
- Wandspieler steht seitlich offen (Körper leicht gedreht)
- Kommunikation: „Klatsch!“ oder „Dreh!“
- Nach dem Abspiel sofort nachstarten (sonst bringt der Rückpass wenig)
Die Technik der Ablage selbst erklärt Sicher passen: der „Klatsch“-Pass, den kompletten Ablauf Wandpass: Doppelpass-Technik erklärt.
Beispiele aus dem Kinderfußball
Beispiel 1: Wandspieler im 2-gegen-1
Im 2-gegen-1 kann ein Kind den Verteidiger binden und dann auf den Wandspieler passen. Der lässt klatschen, und der erste Spieler hat wieder einen freien Fuß für den Abschluss oder den Pass in die Tiefe. Pass oder Dribbling – was ist besser? Das hängt von Druck und Raum ab, wie in unserem Artikel Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+) erklärt.
Beispiel 2: Wandspieler vor dem Tor
Ein Kind dribbelt Richtung Strafraum, wird bedrängt und spielt auf den Wandspieler zentral. Der klatscht zurück in den Lauf – und es entsteht ein Torschuss aus der Bewegung. Genau diese Dynamik findest du auch im Technikfokus Torschuss aus der Bewegung.
Beispiel 3: Wandspieler als „sichere Station“
Wenn dein Team keinen freien Pass nach vorne findet, kann der Wandspieler als kurze Anspielstation dienen. So bleibt der Ball in den eigenen Reihen, statt ihn wegzuschlagen. Das passt gut zu einfachen Prinzipien rund ums Spielverständnis (z. B. Raum nutzen, Gegner binden) und kann später Richtung Teamtaktik wachsen, etwa zum Spiel über den Dritten.
Merke: Doppelpass und Spiel über den Dritten lassen sich laut DFB-Trainerportal schon mit E- und D-Junioren gut trainieren. Im Kinderfußball sollen die Kinder trotzdem weiter frei dribbeln, schießen und passen dürfen – der Wandspieler ist eine zusätzliche Lösung, kein Pflichtweg.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Wandspieler steht hinter dem Gegner: Lösung: seitlich lösen, Abstand schaffen.
- Pass zu hart/zu hoch: Lösung: flacher Innenseitpass.
- Kein Nachlaufen: Lösung: „Pass und geh!“ als feste Regel.
- Zu viele Kontakte: Lösung: Ziel „1–2 Kontakte“ vereinbaren.
Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)
- 1 gegen 1: Wenn kein Wandspieler frei ist, brauchst du manchmal eine Finte. Siehe 1 gegen 1 als Angreifer: 8 Finten-Spiele (U10–U15).
- Doppelpass: Pass zum Wandspieler, am Gegner vorbeilaufen, Ball zurückbekommen – der Wandspieler ist ein Baustein davon.
- Anbieten/Freilaufen: Ohne Bewegung kein Wandspiel – siehe Anbieten & Freilaufen: Begriff einfach erklärt.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Rückraum
Der Rückraum ist der Raum vor dem Tor, den die Angreifer beim Sturm aufs Tor hinter sich lassen – meist zentral an der Strafraumgrenze.
Tiefenlauf einfach erklärt (Kinderfußball)
Tiefenlauf bedeutet: Ein Kind startet mit Tempo hinter die Abwehr – also „in die Tiefe“ – um anspielbar zu werden und Raum zu gewinnen.
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Steil-Klatsch-Steil
Passkombination aus Steilpass, Ablage („Klatsch“) und erneutem Steilpass in die Schnittstelle.
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Passmuster aus Anspiel, Klatschpass und Steilpass, bei dem die Laufwege wie ein „Y“ aussehen und schnell Raumgewinn erzeugen.
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Übungen zu "Wandspieler"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an