Futsal & Hallenfußball

    3 Einkick-Spielzüge für Kinder (E–C-Jugend)

    Drei einfache Einkick-Spielzüge für die Halle, die Kinder in E–C-Jugend schnell verstehen und sicher umsetzen. Mit klaren Laufwegen, Varianten und Coaching-Tipps für dein Training.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
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    Grundaufbau: Kleinfeld mit Minitor und Einkick-Zone an der Seitenlinie, drei Spieler im Spielzug, 6–12 Kinder, Feld 20x15 m.

    Einkick (Kick-in) statt Einwurf: In der Halle ist das eine echte Torchance – wenn dein Team eine einfache Idee hat. Die folgenden 3 Einkick-Spielzüge sind bewusst einsteigertauglich: leicht zu merken, schnell aufzubauen und für E–C-Jugend geeignet. Du brauchst keine Taktiktafel – nur klare Laufwege, gutes Timing und saubere erste Kontakte. Klingt simpel? Ist es auch – und genau deshalb funktioniert es.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: 3 Einkick-Spielzüge für Kinder (E–C-Jugend)

    Ziel:

    • Kinder lernen drei feste Abläufe für den Einkick: Wer steht wo, wer läuft wann, wohin geht der Ball?
    • Verbesserung von Freilaufverhalten, erstem Kontakt und Torabschluss nach kurzer Kombination
    • Schnell und regelgerecht einkicken statt „Ball hinlegen und überlegen“

    Warum lohnt sich das? In der Halle liegt fast jeder Einkick in der gegnerischen Hälfte in Tornähe – ein einfacher Spielzug kann Spiele entscheiden.

    Merke – Einkick nach Futsal-Regeln: Ball ruht auf der Seitenlinie, Ausführung innerhalb von 4 Sekunden, Gegner mindestens 5 m entfernt. Direkt ins Tor zählt nicht, und der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer ihn berührt hat. Mehr dazu: 4-Sekunden-Regel im Futsal.

    Benötigte Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Materialien:

    • 3–4 Bälle (für schnellen Nachschub)
    • 4 Markierungshütchen (für Startpositionen)
    • 1 Hallen- oder Futsaltor mit Torwart, alternativ 1–2 Minitore
    • 1 Minitor auf der Gegenseite (Mittellinie oder gegenüberliegende Grundlinie) als Konterziel für die Verteidiger
    • Leibchen in 2 Farben

    Spieleranzahl:

    • Minimum: 6 (3 Angreifer inklusive Einkicker gegen 2 Verteidiger und 1 Torwart)
    • Maximum: 12 (zwei Angriffsgruppen wechseln sich ab)

    Dauer: 25 Minuten (Ablauf siehe unten)

    Feld/Ort: halbe Halle oder ein 20x15-m-Feld; eine Seitenlinie ist die Einkick-Zone

    Aufbau

    • Markiere an einer Seitenlinie einen Einkick-Punkt (Hütchen).
    • Stelle 2–3 Hütchen im Feld als Orientierung für Laufwege (z. B. „kurz“, „Mitte“, „lang“).
    • Rollen: A = Einkicker, B = Anspieler, C = Tiefenläufer. Nach jedem Einkick rotieren die Rollen; Einkicks abwechselnd von links und rechts.

    Methodischer Ablauf (25 Minuten)

    1. Erklären und Trockenlauf (3 Min): Spielzug 1 langsam zeigen, dann im Spieltempo.
    2. Ohne Gegner (5 Min): alle drei Spielzüge, jeder mindestens zweimal pro Gruppe.
    3. Mit zwei halbaktiven Verteidigern (6 Min): Sie dürfen nur Passwege zustellen, nicht attackieren; der Torwart spielt voll mit.
    4. Spielform mit vollem Druck (10 Min): siehe „Trainingsform“ unten.
    5. Auswertung (1 Min): „Welcher Spielzug hat heute am besten geklappt – und warum?“

    Tipp: Wenn dein Team beim ersten Kontakt noch unsauber ist, bau vorher 5 Minuten Technik ein – passend ist z. B. unser Guide zu Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).

    Schritt-für-Schritt Anleitung (3 Kick-in Varianten)

    1) Einkick-Spielzug „Klatschen & Tief“ (sicherer Start)

    Idee: kurzer Pass, sofortiger Rückpass („Klatschen“), dann Pass in die Tiefe.

    1. Spieler A führt den Einkick aus.
    2. Spieler B bietet sich kurz an (1–2 m ins Feld, seitlich offen).
    3. A spielt flach auf B und tritt sofort ins Feld.
    4. B lässt direkt klatschen zurück auf A (ein Kontakt, wenn möglich) – erlaubt, weil B den Ball zwischendurch berührt hat.
    5. Gleichzeitig startet Spieler C tief Richtung Tor/zweiter Pfosten.
    6. A spielt den Pass in den Lauf von C.
    7. Abschluss von C (direkt oder mit einem Kontakt).

    2) Einkick-Spielzug „Locken & Steil“ (Platz schaffen)

    Idee: C lockt seinen Gegenspieler mit einem Scheinlauf zum Ball, dreht dann ab und wird von B in die Tiefe geschickt.

    1. A am Ball, B steht 3–4 m im Feld zentral.
    2. C startet zunächst Richtung Ball und zieht damit einen Gegenspieler mit.
    3. B bleibt ruhig, dreht den Körper seitlich (offene Stellung).
    4. A passt scharf auf B.
    5. Im Moment des Passes dreht C ab und startet hinter seinen Gegenspieler in die Tiefe.
    6. B spielt steil in den freien Raum auf den startenden C.
    7. C nimmt mit dem ersten Kontakt Richtung Tor mit und schließt ab.

    3) Einkick-Spielzug „Hinterlaufen zur Grundlinie“ (für Chancen am zweiten Pfosten)

    Idee: Pass kurz, dann Hinterlaufen (Overlap) und flache Hereingabe.

    1. A spielt den Einkick kurz auf B.
    2. Direkt nach dem Pass läuft A ins Feld und außen an B vorbei Richtung Grundlinie (Hinterlaufen).
    3. B legt in den Lauf von A (ein Kontakt oder zwei Kontakte).
    4. A geht bis zur Grundlinie und spielt flach in den Rückraum oder an den zweiten Pfosten.
    5. C läuft in den Strafraum nach: erster Pfosten / zweiter Pfosten je nach Verteidigung.
    6. Abschluss von C.
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    Abb. 1 · Einkick-Spielzug 3 „Hinterlaufen zur Grundlinie“: kurzer Pass auf B, A hinterläuft bis zur Grundlinie und legt flach an den zweiten Pfosten — das Hinterlaufen schafft die Überzahl an der Grundlinie.

    Wenn dein Team beim Abschluss noch zu hektisch ist, helfen klare Zielbilder – siehe Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).

    Trainingsform: So wird daraus eine echte Übung

    • 3 gegen 3 plus Torwart (ab 8 Kindern 4 gegen 4 plus Torwart), Runden à 4 Minuten, danach 1 Minute Pause und Rollentausch.
    • Jede Mannschaft bekommt pro Runde 2 zusätzliche Einkicks, die zwingend als Spielzug 1–3 ausgeführt werden; der Einkicker sagt die Nummer an.
    • Punkte-System:
      • 1 Punkt, wenn der Spielzug sauber durchläuft
      • 2 Punkte, wenn ein Torschuss aufs Tor entsteht
      • 3 Punkte, wenn ein Tor fällt
      • Die Verteidiger bekommen 1 Punkt, wenn sie den Ball erobern und ins Konter-Minitor spielen.
    • Die 4-Sekunden-Regel gilt: Wer zu lange zögert, gibt den Ball ab.

    So bleiben Kinder motiviert – und du trainierst Standards unter realem Druck.

    Variationen nach Altersgruppe

    E-Jugend (U10/U11)

    • Erlaube 2 Kontakte für die „Klatsch“-Aktion
    • Verteidiger halten 6 statt 5 m Abstand (mehr Zeit)
    • Fokus: Positionen merken und flach passen

    D-Jugend (U12/U13)

    • Direkter Druck: Verteidiger dürfen sofort attackieren
    • Zusatzregel: Abschluss innerhalb von 6 Sekunden nach Einkick
    • Fokus: Timing und Körperstellung (offen zum Feld)

    C-Jugend (U14/U15)

    • Baue Täuschungen ein (kurz antäuschen, dann lang)
    • Variiere Zielräume: Rückraum statt zweiter Pfosten
    • Fokus: Passschärfe, Kommunikation und Anschlussaktion nach Ballverlust (Restabsicherung)

    Für das Thema Absicherung nach misslungenem Standard passt auch Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Coaching-Tipps (damit der Einkick-Spielzug wirklich sitzt)

    • Vor dem Einkick scannen: „Wo ist Platz – kurz oder tief?“
    • Ball sofort auf die Linie legen – dann sind die 4 Sekunden kein Problem.
    • Offene Stellung beim Anspieler: Körper so drehen, dass ein Pass nach vorne möglich bleibt.
    • Timing statt Sprinten: Erst starten, wenn der Passgeber den Kopf hebt.
    • Einkicker spielt mit: Nach dem Pass sofort ins Feld – er ist die nächste Anspielstation.
    • Flache Pässe in der Halle bevorzugen (kontrollierbar, weniger Abpraller).

    Typische Fehler – und wie du sie korrigierst

    • Alle stehen am Ball: Die Hütchen „kurz“, „Mitte“, „lang“ geben jedem Kind seinen Startpunkt, bevor der Ball liegt.
    • Der Tiefenläufer startet zu früh und der Verteidiger läuft mit: erst entgegenkommen, dann explosiv in die Tiefe, sobald der Passgeber den Kopf hebt.
    • Der Einkick ist zu weich: Innenseite, Standbein neben den Ball, flach und mit Tempo spielen.
    • Nach dem Standard ist keiner hinten: Ab D-Jugend bleibt ein vorher bestimmter Spieler als Absicherung zurück.

    Mehr Freilaufverhalten-Übungen

    Mehr Übungen für die E-Jugend (U10/U11)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Nach den Futsal-Regeln ruht der Ball auf der Seitenlinie, der Einkick muss innerhalb von 4 Sekunden ausgeführt werden, und die Gegner halten mindestens 5 m Abstand. Ein Tor direkt aus dem Einkick zählt nicht, und der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer Spieler ihn berührt hat. Bei Hallenturnieren mit eigenen Regeln kläre vorher ab, ob eingekickt oder eingeworfen wird.

    „Klatschen & Tief“ ist für Anfänger-Teams meist am leichtesten: kurzer Pass zum Anspieler, direkter Rückpass (Klatschen) und dann ein Pass in die Tiefe. Der Ablauf ist klar, risikoarm und erzeugt trotzdem schnell eine Torchance.

    2–3 feste Einkick-Spielzüge reichen in der Regel völlig. Kinder profitieren von Wiederholung, festen Rollen und einfachen Triggern (z. B. „kurz – klatsch – tief“). Erst wenn die Ausführung unter Druck stabil ist, lohnt sich eine Erweiterung.