3 Einkick-Spielzüge für Kinder (E–C-Jugend)
Drei einfache Einkick-Spielzüge für die Halle, die Kinder in E–C-Jugend schnell verstehen und sicher umsetzen. Mit klaren Laufwegen, Varianten und Coaching-Tipps für dein Training.
Einkick (Kick-in) statt Einwurf: In der Halle ist das eine echte Torchance – wenn dein Team eine einfache Idee hat. Die folgenden 3 Einkick-Spielzüge sind bewusst einsteigertauglich: leicht zu merken, schnell aufzubauen und für E–C-Jugend geeignet. Du brauchst keine Taktiktafel – nur klare Laufwege, gutes Timing und saubere erste Kontakte. Klingt simpel? Ist es auch – und genau deshalb funktioniert es.
Übungsname & Ziel
Übungsname: 3 Einkick-Spielzüge für Kinder (E–C-Jugend)
Ziel:
- Kinder lernen drei feste Abläufe für den Einkick: Wer steht wo, wer läuft wann, wohin geht der Ball?
- Verbesserung von Freilaufverhalten, erstem Kontakt und Torabschluss nach kurzer Kombination
- Schnell und regelgerecht einkicken statt „Ball hinlegen und überlegen“
Warum lohnt sich das? In der Halle liegt fast jeder Einkick in der gegnerischen Hälfte in Tornähe – ein einfacher Spielzug kann Spiele entscheiden.
Merke – Einkick nach Futsal-Regeln: Ball ruht auf der Seitenlinie, Ausführung innerhalb von 4 Sekunden, Gegner mindestens 5 m entfernt. Direkt ins Tor zählt nicht, und der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer ihn berührt hat. Mehr dazu: 4-Sekunden-Regel im Futsal.
Benötigte Materialien, Spieleranzahl, Dauer
Materialien:
- 3–4 Bälle (für schnellen Nachschub)
- 4 Markierungshütchen (für Startpositionen)
- 1 Hallen- oder Futsaltor mit Torwart, alternativ 1–2 Minitore
- 1 Minitor auf der Gegenseite (Mittellinie oder gegenüberliegende Grundlinie) als Konterziel für die Verteidiger
- Leibchen in 2 Farben
Spieleranzahl:
- Minimum: 6 (3 Angreifer inklusive Einkicker gegen 2 Verteidiger und 1 Torwart)
- Maximum: 12 (zwei Angriffsgruppen wechseln sich ab)
Dauer: 25 Minuten (Ablauf siehe unten)
Feld/Ort: halbe Halle oder ein 20x15-m-Feld; eine Seitenlinie ist die Einkick-Zone
Aufbau
- Markiere an einer Seitenlinie einen Einkick-Punkt (Hütchen).
- Stelle 2–3 Hütchen im Feld als Orientierung für Laufwege (z. B. „kurz“, „Mitte“, „lang“).
- Rollen: A = Einkicker, B = Anspieler, C = Tiefenläufer. Nach jedem Einkick rotieren die Rollen; Einkicks abwechselnd von links und rechts.
Methodischer Ablauf (25 Minuten)
- Erklären und Trockenlauf (3 Min): Spielzug 1 langsam zeigen, dann im Spieltempo.
- Ohne Gegner (5 Min): alle drei Spielzüge, jeder mindestens zweimal pro Gruppe.
- Mit zwei halbaktiven Verteidigern (6 Min): Sie dürfen nur Passwege zustellen, nicht attackieren; der Torwart spielt voll mit.
- Spielform mit vollem Druck (10 Min): siehe „Trainingsform“ unten.
- Auswertung (1 Min): „Welcher Spielzug hat heute am besten geklappt – und warum?“
Tipp: Wenn dein Team beim ersten Kontakt noch unsauber ist, bau vorher 5 Minuten Technik ein – passend ist z. B. unser Guide zu Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11).
Schritt-für-Schritt Anleitung (3 Kick-in Varianten)
1) Einkick-Spielzug „Klatschen & Tief“ (sicherer Start)
Idee: kurzer Pass, sofortiger Rückpass („Klatschen“), dann Pass in die Tiefe.
- Spieler A führt den Einkick aus.
- Spieler B bietet sich kurz an (1–2 m ins Feld, seitlich offen).
- A spielt flach auf B und tritt sofort ins Feld.
- B lässt direkt klatschen zurück auf A (ein Kontakt, wenn möglich) – erlaubt, weil B den Ball zwischendurch berührt hat.
- Gleichzeitig startet Spieler C tief Richtung Tor/zweiter Pfosten.
- A spielt den Pass in den Lauf von C.
- Abschluss von C (direkt oder mit einem Kontakt).
2) Einkick-Spielzug „Locken & Steil“ (Platz schaffen)
Idee: C lockt seinen Gegenspieler mit einem Scheinlauf zum Ball, dreht dann ab und wird von B in die Tiefe geschickt.
- A am Ball, B steht 3–4 m im Feld zentral.
- C startet zunächst Richtung Ball und zieht damit einen Gegenspieler mit.
- B bleibt ruhig, dreht den Körper seitlich (offene Stellung).
- A passt scharf auf B.
- Im Moment des Passes dreht C ab und startet hinter seinen Gegenspieler in die Tiefe.
- B spielt steil in den freien Raum auf den startenden C.
- C nimmt mit dem ersten Kontakt Richtung Tor mit und schließt ab.
3) Einkick-Spielzug „Hinterlaufen zur Grundlinie“ (für Chancen am zweiten Pfosten)
Idee: Pass kurz, dann Hinterlaufen (Overlap) und flache Hereingabe.
- A spielt den Einkick kurz auf B.
- Direkt nach dem Pass läuft A ins Feld und außen an B vorbei Richtung Grundlinie (Hinterlaufen).
- B legt in den Lauf von A (ein Kontakt oder zwei Kontakte).
- A geht bis zur Grundlinie und spielt flach in den Rückraum oder an den zweiten Pfosten.
- C läuft in den Strafraum nach: erster Pfosten / zweiter Pfosten je nach Verteidigung.
- Abschluss von C.
Wenn dein Team beim Abschluss noch zu hektisch ist, helfen klare Zielbilder – siehe Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13).
Trainingsform: So wird daraus eine echte Übung
- 3 gegen 3 plus Torwart (ab 8 Kindern 4 gegen 4 plus Torwart), Runden à 4 Minuten, danach 1 Minute Pause und Rollentausch.
- Jede Mannschaft bekommt pro Runde 2 zusätzliche Einkicks, die zwingend als Spielzug 1–3 ausgeführt werden; der Einkicker sagt die Nummer an.
- Punkte-System:
- 1 Punkt, wenn der Spielzug sauber durchläuft
- 2 Punkte, wenn ein Torschuss aufs Tor entsteht
- 3 Punkte, wenn ein Tor fällt
- Die Verteidiger bekommen 1 Punkt, wenn sie den Ball erobern und ins Konter-Minitor spielen.
- Die 4-Sekunden-Regel gilt: Wer zu lange zögert, gibt den Ball ab.
So bleiben Kinder motiviert – und du trainierst Standards unter realem Druck.
Variationen nach Altersgruppe
E-Jugend (U10/U11)
- Erlaube 2 Kontakte für die „Klatsch“-Aktion
- Verteidiger halten 6 statt 5 m Abstand (mehr Zeit)
- Fokus: Positionen merken und flach passen
D-Jugend (U12/U13)
- Direkter Druck: Verteidiger dürfen sofort attackieren
- Zusatzregel: Abschluss innerhalb von 6 Sekunden nach Einkick
- Fokus: Timing und Körperstellung (offen zum Feld)
C-Jugend (U14/U15)
- Baue Täuschungen ein (kurz antäuschen, dann lang)
- Variiere Zielräume: Rückraum statt zweiter Pfosten
- Fokus: Passschärfe, Kommunikation und Anschlussaktion nach Ballverlust (Restabsicherung)
Für das Thema Absicherung nach misslungenem Standard passt auch Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
Coaching-Tipps (damit der Einkick-Spielzug wirklich sitzt)
- Vor dem Einkick scannen: „Wo ist Platz – kurz oder tief?“
- Ball sofort auf die Linie legen – dann sind die 4 Sekunden kein Problem.
- Offene Stellung beim Anspieler: Körper so drehen, dass ein Pass nach vorne möglich bleibt.
- Timing statt Sprinten: Erst starten, wenn der Passgeber den Kopf hebt.
- Einkicker spielt mit: Nach dem Pass sofort ins Feld – er ist die nächste Anspielstation.
- Flache Pässe in der Halle bevorzugen (kontrollierbar, weniger Abpraller).
Typische Fehler – und wie du sie korrigierst
- Alle stehen am Ball: Die Hütchen „kurz“, „Mitte“, „lang“ geben jedem Kind seinen Startpunkt, bevor der Ball liegt.
- Der Tiefenläufer startet zu früh und der Verteidiger läuft mit: erst entgegenkommen, dann explosiv in die Tiefe, sobald der Passgeber den Kopf hebt.
- Der Einkick ist zu weich: Innenseite, Standbein neben den Ball, flach und mit Tempo spielen.
- Nach dem Standard ist keiner hinten: Ab D-Jugend bleibt ein vorher bestimmter Spieler als Absicherung zurück.
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