Torwarttraining

    Abwurf-Technik für Torhüter

    Mit dieser Anfänger-Übung trainierst du den Torwart Abwurf Schritt für Schritt: Griff, Ausholen, Schritt nach vorn und zielgenaues Werfen in den Lauf. Ideal für Kinder und Jugendtorhüter mit klaren Varianten und Coaching-Tipps.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Sept. 2026
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    Grundaufbau: Torhüter mit Ball vor dem Tor, markierte Zielzonen für den Abwurf auf Mitspieler, 4–12 Spieler, Feld 20x25 m.

    Ein sauberer Torwart-Abwurf ist im Kinderfußball oft der schnellste Weg, um nach einer Ballaufnahme sofort ins Umschaltspiel zu kommen. Gleichzeitig ist die Bewegung für Anfänger leicht zu lernen – wenn du sie in klare Teil-Schritte zerlegst. Diese Übung trainiert die Grundtechnik im Tor (Körperhaltung, Griff, Ausholbewegung) und sorgt dafür, dass Abwürfe nicht „irgendwie“ nach vorne fliegen, sondern gezielt beim Mitspieler ankommen.

    Übungsname und Ziel

    Übungsname: Ziel-Abwurf mit Laufwegen

    Ziel:

    • Technikgrundlagen für den Torwart-Abwurf festigen: Rollabwurf für kurze, Überarm-Abwurf für mittlere Distanzen
    • Genauigkeit und Timing verbessern (Abwurf in den Lauf)
    • Nach dem Fangen schnell das eigene Spiel eröffnen (einfaches Umschalten)

    Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Materialien:

    • 8–12 Hütchen (für Zonen und Laufwege)
    • 4–8 Bälle (damit wenig Wartezeit entsteht)
    • 2 Mini-Tore oder 2 Markierungstore (optional)
    • Leibchen (optional, für Zielspieler-Gruppen)

    Spieleranzahl: min. 4, max. 12. Ab 7 Kindern baust du eine zweite, gespiegelte Station auf, damit pro Station ein Torwart und 3–5 Zielspieler arbeiten und niemand lange wartet.

    Dauer: 12–18 Minuten (ideal: 15 Minuten)

    Feldgröße: ca. 20 x 25 Meter (an Alter/Leistungsstand anpassen)

    Aufbau

    • Markiere vor dem Torwart (oder Startpunkt) drei Zielzonen mit Hütchen: links, zentral, rechts – jeweils ca. 8–12 Meter entfernt.
    • In jeder Zone steht mindestens ein Zielspieler.
    • Zusätzlich legst du je Zone einen kurzen Laufkorridor an (2 Hütchen als „Gasse“), durch den der Zielspieler entgegenstartet.

    Welche Wurfart wann?

    WurfartDistanzKnackpunkt
    Rollabwurf (wie beim Bowling)bis ca. 10 mtief in die Knie, Ball erst am Boden loslassen, damit er nicht aufspringt
    Überarm-Abwurfca. 10–20 mAusholen nach hinten oben, Schritt mit dem Gegenbein, flach bis mittelhoch

    Die Schritte unten beschreiben den Überarm-Abwurf. Jüngere Kinder und alle kurzen Zuspiele starten mit dem Rollabwurf.

    Tipp: Wenn du das Training insgesamt runder machen willst, kombiniere diese Einheit später mit Grundlagen aus der Fußarbeit für junge Torhüter – gute Schritte machen den Abwurf deutlich stabiler.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Startposition einnehmen

      • Torhüter steht aufrecht, Ball sicher in beiden Händen vor dem Körper.
      • Kurzer Blick: „Wo ist der Mitspieler frei?“ (Kopf hoch statt nur auf den Ball schauen).
    2. Zielspieler startet in den Lauf

      • Trainer gibt ein Kommando („Links!“, „Mitte!“, „Rechts!“) oder zeigt mit der Hand.
      • Zielspieler läuft durch die markierte Gasse leicht entgegen oder seitlich (realistischer Laufweg).
    3. Ausholen und Körper drehen

      • Wurfarm geht nach hinten oben, der Ball liegt stabil in der Hand. Kleine Hände: Ball in der Handfläche, Handgelenk abgewinkelt, der Ball lehnt am Unterarm.
      • Gegenarm zeigt grob in Richtung Ziel (hilft bei der Orientierung).
      • Oberkörper dreht leicht ein, Gewicht auf dem hinteren Bein.
    4. Abwurf aus dem Schritt

      • Torhüter macht einen klaren Schritt nach vorn mit dem Gegenbein (Rechtshänder: links) und verlagert das Gewicht nach vorn.
      • Abwurf über Schulterhöhe, Ball wird „geführt“ (nicht nur fallen gelassen).
      • Ziel: Ball flach bis mittelhoch in den Lauf – kein hoher Bogen.
    5. Mitspieler kontrolliert und spielt weiter

      • Zielspieler nimmt den Ball mit maximal zwei Kontakten mit.
      • Treffer zählt, wenn der Ball in der angesagten Zone ankommt und der Zielspieler ihn so kontrollieren kann.
      • Optionaler Anschluss: kurzer Pass in ein Minitor oder zu einem zweiten Spieler.
    6. Rotation

      • Nach 3–4 Würfen wechseln: neuer Torhüter, neue Zielspieler. Im Kinderfußball kommt jedes Kind einmal ins Tor.
      • Achte auf viele Wiederholungen: Anfänger lernen über saubere, häufige Versuche.
    Abb. 1 · Torwart-Abwurf in drei Phasen: Ball vor dem Körper, ausholen mit Gewicht hinten, Schritt nach vorn und Abwurf über Schulterhöhe — flach bis mittelhoch in den Lauf
    Abb. 1 · Torwart-Abwurf in drei Phasen: Ball vor dem Körper, ausholen mit Gewicht hinten, Schritt nach vorn und Abwurf über Schulterhöhe — flach bis mittelhoch in den Lauf

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U7/U8 (ganz leicht)

    • Distanz auf 6–8 Meter verkürzen und nur mit dem Rollabwurf arbeiten.
    • Zielzonen größer machen.
    • Zielspieler steht zunächst statisch (ohne Laufweg), erst später in den Lauf.

    U9/U10 (Standard)

    • Laufweg verpflichtend: Zielspieler startet auf Trainerkommando.
    • Punkte-System: 1 Punkt, wenn der Ball in der Zone ankommt; 2 Punkte, wenn er in den Lauf passt.

    U11/U12 (anspruchsvoller)

    • Vor dem Abwurf muss der Torhüter ein kurzes „Scan“-Signal geben: Kopf hoch, eine Sekunde schauen.
    • Ein „Störer“ (passiver Gegenspieler) darf die Zone zustellen, ohne zu tackeln.
    • Anschlussaktion: Zielspieler dribbelt an und schließt ab (Verknüpfung mit Torschuss aus der Bewegung).

    Coaching-Tipps

    • Griff sichern: Ball fest, Finger gespreizt. Unsicherer Griff führt zu Streuwürfen.
    • Schritt nach vorn = Power & Richtung: Schritt mit dem Gegenbein; ohne Gewichtsverlagerung bleibt der Abwurf kurz oder ungenau.
    • Ellbogen hoch, Handgelenk aktiv: Das Handgelenk gibt die letzte Richtungskorrektur.
    • Blick vor dem Wurf: Erst schauen, dann werfen. Viele Kinder werfen „blind“.
    • Klare Kommandos fördern: Torhüter darf den Mitspieler ansprechen („Leo, geh!“). Das verbessert Spielintelligenz und Selbstvertrauen.

    Wenn ein Kind nach Fehlwürfen frustriert reagiert: Fehler gehören dazu – gerade bei Technik. Hilfreiche Impulse findest du im Artikel Umgang mit Niederlagen im Kinderfußball, denn mentale Stabilität ist auch im Tor wichtig.

    Häufige Fehlerbilder (und schnelle Korrekturen)

    • Ball segelt zu hoch: Ausholbewegung kürzer, Ziel tiefer anvisieren, Handgelenk nach vorn „schnippen“.
    • Wurf zu kurz: Deutlichere Gewichtsverlagerung und Schritt nach vorn; Distanz vorübergehend reduzieren.
    • Streuung links/rechts: Gegenarm zur Orientierung nutzen, Stand stabilisieren, nicht im Rückwärtslehnen werfen.
    • Schritt mit dem falschen Bein: Wurfarm und Schrittbein auf derselben Seite blockieren die Drehung. Ansage „Rechte Hand wirft, linker Fuß geht“.
    • Rollabwurf springt: Ball wird aus Hüfthöhe fallen gelassen. Tiefer in die Knie, Ball am Boden „ablegen“.

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    Mehr Übungen für die Bambini (U7)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Als grobe Orientierung: Anfänger in der U7/U8 zielen zunächst mit dem Rollabwurf auf 6–8 Meter, U9/U10 häufig auf 8–12 Meter. Entscheidend ist weniger die Weite als die Kontrolle: Der Ball soll flach bis mittelhoch beim Mitspieler ankommen und idealerweise in den Lauf gespielt werden. Erst wenn die Technik stabil ist, erhöhst du die Distanz.

    Typisch sind zu hohe Bogenwürfe, Streuung links/rechts und zu kurze Würfe. Meist fehlt entweder die Gewichtsverlagerung (Schritt nach vorn), ein stabiler Griff oder der Blick zum Ziel vor dem Wurf. Korrigiere zuerst die Basis: sicherer Griff, klarer Schritt nach vorn, Gegenarm zur Orientierung und ein aktives Handgelenk im Abwurf.

    Plane 10–15 Minuten pro Einheit ein und baue viele Wiederholungen ohne lange Wartezeiten ein (mehrere Bälle, mehrere Zielzonen). Kombiniere den Abwurf mit Anschlussaktionen wie Ballmitnahme, Pass oder Abschluss, damit Kinder den Abwurf als Start des Spielaufbaus verstehen – nicht als isolierte Wurfbewegung.