Training & Übungen

    Führungsqualitäten entwickeln: Kapitäns-Training (U18/U19)

    Diese Spielform macht aus Kommunikation eine echte Führungsaufgabe: Kapitäne steuern Tempo, Organisation und Umschalten im 6v6. Mit Punktesystem, Zonenregeln und Variationen für unterschiedliche Leistungsstände.

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    25. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    4 Min. Lesezeit
    Grundaufbau: Rechteckfeld 35x25 m in drei Zonen, je ein Minitor pro Grundlinie, 4v4 bis 8v8 — ein Kapitän pro Team führt sein Team.

    Übungsname & Ziel: „Kapitäns-Kommunikation im 6v6 – Führen unter Druck“

    Wer übernimmt Verantwortung, wenn das Spiel kippt? Und wie lernen U18/U19-Spieler, als Kapitän oder Führungsspieler klar zu kommunizieren, ohne zu dominieren? Diese Übung verbindet eine kleine Spielform mit festen Führungsaufgaben: Steuern, coachen, Entscheidungen treffen, Team stabilisieren. Der Fokus liegt auf Leadership im Spiel – also auf Verhalten, Sprache und Handlungsfähigkeit in echten Spielsituationen.

    Damit die Intensität stimmt, starte mit einem sauberen Einstieg. Wie in unserem Guide zum Aufwärmen im Kinderfußball - So geht es richtig beschrieben, helfen kurze Aktivierungen und Ballkontakte, damit Kommunikation und Entscheidungsfindung direkt auf Betriebstemperatur kommen.

    Benötigte Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Material

    • 12–16 Hütchen/Markierungsteller (für Feld & Zonen)
    • 2 Leibchensätze (2 Farben)
    • 2 Minitore oder 2 Jugendtore (je nach Platz)
    • 1 Ball pro Feld (plus Ersatzbälle am Rand)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 8 Spieler (4v4)
    • Optimal: 12 Spieler (6v6)
    • Maximum: 16 Spieler (8v8, dann Feld vergrößern)

    Dauer

    • 20–25 Minuten (Hauptteil), optional in 2 Blöcken à 10–12 Minuten

    Feldgröße

    • ca. 35x25 m (bei 6v6). Bei 8v8 eher 45x30 m.

    Aufbau

    • Markiere ein Rechteckfeld.
    • Stelle an beiden Grundlinien je ein Tor (Mini- oder Jugendtor).
    • Teile das Feld in drei horizontale Zonen (Abwehr/Mitte/Angriff) mit Hütchenlinien.
    • Pro Team wird ein Kapitän bestimmt (Leibchen über dem Leibchen oder Armbinde).

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Teams einteilen & Kapitän festlegen

      • 2 Teams (z. B. 6 gegen 6).
      • Pro Team ein Kapitän, der während der Runde klare Führungsaufgaben hat.
    2. Führungsauftrag erklären (kurz & messbar) Der Kapitän muss in jeder Ballbesitzphase aktiv coachen:

      • 3 klare Kommandos pro Angriff (z. B. „Dreh auf!“, „Klatsch!“, „Sicher!“, „Tempo!“)
      • 1 Korrektur in der Defensive (z. B. „Schieb rüber!“, „Innen zu!“)
      • 1 positives Signal nach Ballverlust („Weiter!“, „Nächste Aktion!“)
    3. Spielform starten: freies Spiel mit Zonenregel

      • Normales Spiel auf Tore.
      • Zonenregel: Ein Team darf erst abschließen, wenn der Ball mindestens einmal durch die Mittelzone gespielt wurde.
      • Ziel: Kapitän muss das Team lenken, wann Tempo gemacht wird und wann Sicherheit nötig ist.
    4. Leadership-Punktesystem einführen Zusätzlich zu Toren sammelt jedes Team „Leadership-Punkte“:

      • +1 Punkt, wenn der Kapitän eine sichtbare Umorganisation nach Ballverlust anstößt (z. B. sofortiges Gegenpressing oder Rückzug).
      • +1 Punkt, wenn der Kapitän einen Mitspieler konkret coacht (Name + Aktion: „Ben, klatsch auf Jonas!“).
      • -1 Punkt bei Meckern, Schuldzuweisungen oder unklarer Kommunikation.
    5. Coaching-Stopps: 20 Sekunden, dann weiter

      • Alle 3–4 Minuten kurzer Stopp.
      • Frage an den Kapitän: „Was brauchst du von deinem Team?“ und ans Team: „Was brauchst du vom Kapitän?“
      • Danach sofort weiter spielen.
    6. Kapitän wechseln

      • Nach 6–8 Minuten neuer Kapitän.
      • So lernen mehrere Spieler, Verantwortung zu übernehmen.

    Variationen (für verschiedene Altersgruppen)

    U16/U17 (leichter)

    • Leadership-Auftrag vereinfachen:
      • Nur 2 Kommandos pro Angriff
      • Kein Punktesystem, stattdessen kurze Reflexion: „Welche Ansage hat geholfen?“

    U18/U19 (Standard)

    • Wie oben beschrieben, mit Zonenregel + Leadership-Punkten.

    Leistungsstark / Herren-Übergang (schwerer)

    • Zusatzregel: Nach Ballverlust zählt ein Tor nur, wenn zuvor eine Umschaltaktion klar angesagt wurde (z. B. „Drauf!“ fürs Gegenpressing oder „Raus!“ für Rückzug).
    • Optional: 1 Joker in der Mitte, den der Kapitän aktiv einbinden muss.

    Coaching-Tipps (so führst du Führung)

    • Achte auf kurze, klare Sprache: ein Verb, eine Richtung („Schieb!“, „Dreh!“, „Sicher!“). Keine langen Sätze.
    • Fordere Namensnennung ein: Kommunikation wird sofort präziser und persönlicher.
    • Beobachte, ob der Kapitän auch ohne Ball führt (Positionskorrekturen, Ruhe, Tempo steuern).
    • Korrigiere die Tonlage: bestimmt, nicht aggressiv. Führung heißt nicht Lautstärke.
    • Nutze Spielsituationen als Anker: Bei vielen 1v1-Duellen hilft es, wenn der Kapitän die Absicherung organisiert. Passend dazu lohnt sich der Blick auf 1 gegen 1 Situationen meistern.

    Praxis-Transfer: Warum das auch technisch besser macht

    Gute Führung verbessert nicht nur die Stimmung, sondern auch die Qualität der Aktionen: Spieler scannen früher, entscheiden schneller und spielen mutiger. Wenn du den offensiven Teil weiter ausbauen willst, kombiniere die Spielform im Anschluss mit einem klaren Abschlussfokus wie beim Torschuss aus der Bewegung – dann wird aus Kommunikation direkt Output.

    Mehr Übungen für die A-Jugend (U18/U19)

    Häufig gestellte Fragen

    Setze nicht nur auf die lautesten Spieler. Lass verschiedene Spielertypen führen: taktisch starke, ruhige oder emotional stabile Spieler. So lernt das Team, dass Führung über klare Entscheidungen, hilfreiche Kommunikation und Vorbildverhalten funktioniert – nicht nur über Lautstärke.

    Führe eine einfache Kommunikationsregel ein: erst Lösung, dann Feedback. Ansagen sollen konkret und handlungsorientiert sein (z. B. „Schieb rüber!“ statt „Was machst du da?“). Mit einem Punktesystem (Minuspunkt bei Schuldzuweisung) lenkst du Verhalten schnell in eine konstruktive Richtung.

    Achte auf messbare Signale: klare, kurze Kommandos mit Namensnennung, sichtbare Teamorganisation (Abstände, Kompaktheit) und bessere Reaktionen nach Ballverlust. Wenn das Team schneller umschaltet und nach Fehlern stabil bleibt, zeigt das echten Fortschritt in Leadership.