Angreifen

    Außenbahn-Dynamik: Flanken und Hinterlaufen (U16/U17)

    Diese Übung verbessert das Zusammenspiel auf dem Flügel: Hinterlaufen, Pass in den Raum, Flanke aus Bewegung und Abschluss im Strafraum. Ideal für U16/U17 mit klaren Variationen und Coaching-Punkten.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Sept. 2026
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    Grundaufbau: Flügelkorridor bis zum Strafraum mit Großtor, Flankengeber, hinterlaufendem Spieler und Abnehmer, 6–14 Spieler.

    Übungsname & Ziel

    Außenbahn-Dynamik: Flanken und Hinterlaufen (U16/U17)

    In dieser Übung trainierst du mit deinem Team die typischen Abläufe auf dem Flügel: Hinterlaufen (Overlap), Timing im Passspiel, Flanken unter Gegnerdruck und Abschluss im Strafraum. Gerade in U16/U17 entscheidet oft nicht die einzelne Aktion, sondern die saubere Abstimmung zwischen Außenspieler und Außenverteidiger: Wann wird der Ball festgemacht? Wann startet der Lauf? Und wie kommt die Flanke so, dass sie wirklich ankommt?

    Warum ist das so wichtig? Weil viele Teams zwar „außen durch“ kommen, aber dann zu spät flanken oder ohne klare Zielzone. Diese Übung gibt dir eine einfache Struktur, die du schnell auf dein Spielsystem übertragen kannst.

    Tipp zur Einordnung: Wenn du vorher Grundlagen im Zusammenspiel legen willst, hilft dir auch unser Beitrag zum Angriff im 2-gegen-1: Pass oder Dribbling? (U9+).


    Organisation

    Material

    • 1 Großtor mit Torwart (oder 2 Minitore als Alternative ohne Torwart)
    • 6–10 Hütchen zum Markieren von Startpunkten/Zonen
    • 6–10 Bälle (damit der Ablauf flüssig bleibt)
    • 4 Leibchen (für Verteidiger/Neutralspieler, je nach Variante)

    Spieleranzahl

    • Minimum: 7 (2 Flügelpaare, 1 Zielspieler, 1 Verteidiger, 1 Torwart; die Anspielstation übernimmst du)
    • Optimal: 10–14 (beide Flügel aufgebaut, mehrere Abschlussspieler)

    Dauer

    • 20–25 Minuten (Hauptteil), optional +10 Minuten Spielform
    • Belastung: 4 Blöcke à 5 Minuten, nach jedem Block wechselt die Seite. Jeder Hinterlauf ist ein Sprint über 30–40 m. Die Rotation muss so viel Pause lassen (mindestens 30–45 Sekunden bis zur nächsten eigenen Aktion), dass der nächste Lauf wieder mit vollem Tempo kommt. Sonst trainierst du müde Flanken.

    Feldgröße

    • Flügelkorridor bis Strafraum: ca. 35–45 m Länge, 12–18 m Breite (an die Platzgröße anpassen)

    Aufbau

    • Markiere auf einer Seite einen Startpunkt für den Außenspieler (Flügel) und einen leicht tieferen/inneren Startpunkt für den Außenverteidiger.
    • Lege im Halbraum (10–15 m vor dem Startpunkt) eine Anspielstation (z. B. neutraler Spieler oder Trainer) fest.
    • Im Strafraum positionierst du 1–3 Zielspieler (Stürmer/10er), die auf Flanken abschließen.
    • Optional: Stelle 1 Verteidiger in den Strafraum (beginnend passiv, später aktiv).
    • Mit 10–14 Spielern baust du beide Flügel auf und startest abwechselnd links und rechts. Die Zielspieler bekommen so doppelt so viele Flanken, und jede Seite hat Erholungszeit.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Start & erster Pass: Außenspieler dribbelt kurz an und spielt einen Pass zur Anspielstation im Halbraum.
    2. Klatsch & Auslösen: Anspielstation lässt prallen (Klatschpass) zurück oder spielt diagonal in den Lauf des Außenspielers.
    3. Hinterlaufen timen: Mit dem ersten Kontakt des Außenspielers nach dem Klatschpass startet der Außenverteidiger das Hinterlaufen mit hohem Tempo.
    4. Entscheidung am Flügel: Außenspieler spielt in den Lauf des Hinterläufers (Außenverteidiger) – möglichst in den Raum, nicht auf den Fuß. Sobald ein Verteidiger aktiv ist (Variante 2 und 3), wird daraus eine echte Entscheidung: Läuft der Verteidiger mit dem Hinterläufer mit, zieht der Außenspieler selbst nach innen und flankt oder schießt aus dem Halbraum.
    5. Flanke aus Bewegung: Außenverteidiger nimmt maximal 1–2 Kontakte und flankt aus dem Lauf in eine vorher definierte Zielzone (z. B. erster Pfosten/Elfmeterpunkt/zweiter Pfosten).
    6. Abschluss: Zielspieler greifen die Flanke an und schließen direkt ab (1 Kontakt) oder mit 2 Kontakten. Wertung in der Grundform: 1 Punkt für eine Flanke aus dem Flankenkorridor in die angesagte Zielzone, 2 Punkte für ein Tor.
    7. Rotation: Außenspieler wird Außenverteidiger, Außenverteidiger wird Zielspieler, Zielspieler rückt zur Anspielstation (oder zurück in die Reihe). So bleiben alle Rollen aktiv.

    Wenn du den Abschluss noch stärker fokussieren willst, kombiniere das mit Prinzipien aus Torschuss aus der Bewegung, damit die Spieler nach der Flanke nicht „stehen bleiben“, sondern dynamisch abschließen.


    Variationen (für verschiedene Altersgruppen)

    Variante 1: U13–U15 (einfacher Einstieg)

    • Verteidiger im Strafraum passiv (nur Raumgefühl geben).
    • Flanke nur flach in den Rückraum (Elfmeterpunkt-Zone).
    • Ziel: saubere Technik und klare Laufwege statt Tempo.

    Variante 2: U16/U17 (Standard)

    • 1 Verteidiger im Strafraum wird aktiv.
    • Flanke frei wählbar: flach, halbhoch, hoch.
    • Zielspieler müssen Zonen besetzen: erster Pfosten, zentral, zweiter Pfosten.
    2
    Abb. 1 · Variante 2, Strafraum besetzen: Der Außenverteidiger flankt nach dem Hinterlaufen, die drei Zielspieler teilen sich auf erster Pfosten, Elfmeterpunkt und zweiter Pfosten auf — hier als Beispiel die Flanke in die Mitte.
    Eigenes TeamGegnerBallPassLaufweg

    Variante 3: U18/Aktiv (höherer Druck)

    • Zusätzlich ein Verfolger: Ein Verteidiger startet 2–3 Sekunden später hinter dem Außenverteidiger und versucht, die Flanke zu blocken.
    • Punkte-System: 1 Punkt für gefährliche Flanke, 2 Punkte für Tor, 1 Punkt für Verteidiger bei Block/Klärung.

    Extra-Taktikimpuls: Achte darauf, dass deine Mannschaft trotz Flankenfokus nicht „ausgekontert“ wird. Grundlagen zur Absicherung findest du in Restverteidigung einfach erklärt (U12+).


    Coaching-Tipps (so wird’s wirklich spielnah)

    • Timing vor Tempo: Der Hinterläufer startet nicht „irgendwann“, sondern genau beim ersten Kontakt des Außenspielers.
    • Pass in den Raum: Der Ball zum Hinterläufer muss führend sein – sonst verliert ihr Dynamik.
    • Kopf hoch vor der Flanke: Außenverteidiger soll kurz scannen: Wo ist Überzahl? Welche Zielzone ist frei?
    • Zielzonen klar machen: Vereinbare 2–3 Flankenziele (z. B. erster Pfosten und Rückraum). Ohne Ziel wird die Flanke Zufall.
    • Abschluss aggressiv attackieren: Zielspieler starten nicht zu früh. Frage im Coaching: „Kommst du mit Tempo in die Zone – oder wartest du auf den Ball?“

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Fehler: Hinterlaufen ohne Sprint → Korrektur: Startsignal festlegen (erster Kontakt) und Sprintstrecke kurz halten.
    • Fehler: Flanke zu spät/zu nah am Tor → Korrektur: Flankenkorridor markieren (z. B. 5–8 m vor Grundlinie).
    • Fehler: Strafraum leer oder alle laufen zum ersten Pfosten → Korrektur: Rollen verteilen: 1. Pfosten, Elfmeterpunkt, 2. Pfosten.
    • Fehler: Der Außenspieler passt, bevor der Hinterläufer auf seiner Höhe ist, der Ball rollt ins Leere oder der Läufer muss abbremsen → Korrektur: Ball kontrollieren, kurz nach innen andribbeln und so den Verteidiger binden, dann in den Lauf passen.

    Mehr Passspiel-Übungen

    Mehr Übungen für die B-Jugend (U16/U17)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Plane pro Spieler etwa 6–10 Aktionen in seiner jeweiligen Rolle ein, bevor du rotierst. So bleibt die Intensität hoch und die technische Qualität stabil.

    Am stabilsten ist die flache Flanke in den Rückraum (Elfmeterpunkt-Zone). Sie ist leichter zu treffen, reduziert Luftzweikämpfe und führt oft zu klaren Abschlüssen aus zentraler Position.

    Gib dem Flankengeber mehr Raum (früherer Pass in den Lauf), markiere einen Flankenkorridor und fordere eine schnellere Ausführung: Flanke mit dem zweiten Kontakt. Zusätzlich kann ein Verlagerungs- oder Täuschmoment (Pass antäuschen, dann in den Lauf spielen) den Blockdruck reduzieren.