Taktik

    Restverteidigung absichern: 6 Konter-Übungen (U16/U17)

    Mit diesen 6 einfachen Konter-Übungen trainierst du in der U16/U17 eine stabile Restverteidigung und schnelles Umschalten nach Ballverlust. Inklusive Aufbau, Variationen und Coaching-Punkten für die Praxis.

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    25. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    5 Min. Lesezeit
    Grundaufbau: drei Zonen, 6 gegen 6 – der Angriff läuft rechts, zwei Sichernde bleiben gestaffelt in der Sicherungszone links.

    Restverteidigung entscheidet oft darüber, ob dein Team nach eigenem Ballverlust stabil bleibt oder in einen schnellen Konter läuft. Gerade in der U16/U17 sind Tempo, Tiefenläufe und präzise erste Pässe so stark, dass ein einziger schlechter Moment reicht. Wie schaffst du es also, dass beim eigenen Angriff immer genug Absicherung dahinter bleibt – ohne die Offensive zu „fesseln“?

    Unten findest du 6 einfache Konter-Übungen (Beginner), die das Prinzip „Restverteidigung absichern“ klar und praxisnah trainieren. Wenn du das Grundprinzip noch einmal kompakt nachlesen willst, hilft dir auch: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: 6-Zonen-Konter: Restverteidigung unter Druck

    Ziel:

    • Restverteidigung organisieren (Abstände, Staffelung, Absicherung hinter dem Ball)
    • Umschalten nach Ballverlust: sofortiger Sprint in Tiefe + „Ball/Passweg zuerst“
    • Konter verteidigen: Verzögern, lenken, Überzahl herstellen
    • Saubere Konterauslösung der Angreifer (erster Pass, Tiefenlauf, Abschluss)

    Warum diese Übung so gut funktioniert: Du erzeugst wiederholt typische Spielsituationen – Angriff läuft, Ball geht verloren, Gegner kontert – und gibst der Restverteidigung klare Aufgaben.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Material (wirklich nötig):

    • 12–16 Hütchen (Zonen markieren)
    • 2 Minitore oder 1 Großtor (je nach Platz)
    • Leibchen (2 Teams)
    • 6–10 Bälle (für schnelle Wiederholungen)

    Spieleranzahl: min. 10, ideal 12–16

    Dauer: 20–25 Minuten (Hauptteil)

    Feldgröße: ca. 35 x 45 m (anpassbar)

    Aufbau

    Markiere ein Feld (35x45 m) und teile es mit Hütchen in 3 horizontale Zonen:

    • Angriffszone (vorn, Richtung Tore)
    • Mittelfeldzone
    • Sicherungszone (hinten)

    Stelle in der Angriffszone zwei Minitore (oder ein Großtor). Hinter der Mittelfeldzone (Sicherungszone) markierst du zwei Kontertore (Minitore) oder eine Konterlinie, über die gedribbelt werden darf.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung (nummeriert)

    1. Teams einteilen: 6v6 (oder 7v7). Ein Team ist zunächst „Ballbesitzteam“, das andere „Konterteam“.
    2. Restverteidigung festlegen: Beim Ballbesitzteam müssen mindestens 2 Spieler in der Sicherungszone bleiben (Innenverteidiger/Sechser-Rolle). Das ist die Restverteidigung.
    3. Ballbesitz starten: Ballbesitzteam baut über Mittelfeldzone in die Angriffszone auf und versucht, in 8–12 Sekunden zum Abschluss zu kommen.
    4. Trigger Ballverlust: Sobald das Konterteam den Ball gewinnt (Abfangen, Tackling, erzwungener Fehlpass), startet sofort der Konter Richtung Kontertore/ Konterlinie.
    5. Aufgabe Restverteidigung: Die Sicherungsspieler dürfen sofort herausrücken, müssen aber zuerst verzögern und lenken: Passweg in die Tiefe schließen, Gegner nach außen leiten, Zeit gewinnen.
    6. Rückwärtspressing aktivieren: Alle anderen Ballbesitzspieler sprinten ins Gegenpressing/ Rückwärtspressing und versuchen, die Überzahl wiederherzustellen.
    7. Punktesystem:
      • Ballbesitzteam Tor = 1 Punkt
      • Konterteam Kontertor/ Konterlinie = 1 Punkt
      • Bonuspunkt für Ballbesitzteam, wenn nach Ballverlust innerhalb von 5 Sekunden der Ball zurückerobert wird (optional)
    8. Wechsel nach 3–4 Minuten: Rollen tauschen oder neue Teams mischen.

    Tipp: Wenn du Grundlagen zu Pressing-Auslösern (Trigger) und Spielaufbau suchst, passt das thematisch sehr gut zu: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.

    6 Konter-Übungen/Progressionen (einfach steigerbar)

    1) „2 bleiben“ (Basisregel)

    • Regel: Immer 2 Spieler in der Sicherungszone.
    • Fokus: Positionsdisziplin und Abstände.

    2) „3 bleiben bei Flügelangriff“

    • Wenn der Ball am Flügel ist, müssen 3 Spieler absichern.
    • Fokus: Spielnahe Absicherung, diagonale Staffelung.

    3) Konter nur über Mitte erlaubt

    • Konterteam darf nur durch die Mittelfeldzone kontern.
    • Fokus: Restverteidigung lernt, Zentrum zu schließen.

    4) Konter nur über Außen erlaubt

    • Konterteam muss über außen kontern.
    • Fokus: Lenken und Seitenlinie als „12. Mann“ nutzen.

    5) Zeitdruck im Angriff

    • Ballbesitzteam muss in 10 Sekunden abschließen.
    • Effekt: Mehr Ballverluste durch Risiko – realistischer Umschaltstress.

    6) Abschluss nach Konter mit Pflichtpass

    • Konterteam muss vor dem Torabschluss mindestens 1 Pass spielen.
    • Fokus: Restverteidigung antizipiert Passlinien statt nur hinterherzulaufen.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    Für U14/U15 (leichter)

    • Feld etwas kleiner (30x40 m)
    • Konter erst nach 2 Sekunden Verzögerung starten (Trainer zählt an)
    • Restverteidigung: „2 bleiben“ ohne Zusatzregeln

    Für U16/U17 (wie beschrieben)

    • Freies Kontern, Bonuspunkt für Ballrückeroberung in 5 Sekunden
    • Klare Kommunikation einfordern: „Ich sichere!“, „Lenk nach außen!“

    Für U18/Leistungsbereich (schwerer)

    • Konter mit max. 6 Sekunden bis Abschluss
    • Kontertore weiter auseinander (größere Breite, mehr Laufarbeit)
    • Restverteidigung muss aktiv Abseitslinie organisieren (wenn Großtor + Linie möglich)
    • 3-Sekunden-Gegenpressing-Regel: Nach Ballverlust dürfen die ballnahen Spieler 3 Sekunden aggressiv nachjagen; gelingt die Rückeroberung in dieser Zeit, gibt es 1 Punkt für das ballverlierende Team. Danach gilt: sofort hinter den Ball und die Restverteidigung unterstützen.
    • Konter nur gültig nach vertikalem Pass – schult die Passqualität im Umschalten und zwingt die Restverteidigung, Passlinien in die Tiefe zu antizipieren.
    • Positionsspezifische Variation: Innenverteidiger/Sechser starten in der Sicherungszone (klare Rollen), Außenverteidiger dürfen im Angriff hoch schieben, trainieren nach Ballverlust aber die Sprint-Rückwärtsbewegung in die letzte Linie.

    Coaching-Tipps (was du konkret coachen solltest)

    • Abstände: Restverteidigung nicht auf einer Linie kleben – lieber gestaffelt (einer sichert tiefer, einer kann attackieren).
    • Erster Schritt nach Ballverlust: nicht meckern oder stehen bleiben – sofort sprinten und Passweg schließen.
    • Verzögern statt „ins Leere“ grätschen: Wer den Ballführenden nicht sicher gewinnt, muss ihn lenken und Zeit kaufen.
    • Kommunikation: Wer übernimmt den Ballführenden, wer deckt Tiefe? Kurze Kommandos reichen.

    Für die Offensivseite kannst du den Abschluss-Aspekt ergänzen, z. B. über saubere Schüsse aus dem Lauf: Torschuss aus der Bewegung.

    Mehr Übungen für die B-Jugend (U16/U17)

    Häufig gestellte Fragen

    Restverteidigung beschreibt die Absicherung hinter dem Ball während des eigenen Angriffs. In der U16/U17 sind Tempo und Tiefenläufe so stark, dass nach Ballverlust schnell ein 1-gegen-1 oder eine Unterzahlsituation entsteht. Eine gute Restverteidigung schließt Passwege in die Tiefe, verzögert den Konter und gibt dem Team Zeit, in die Defensive zurückzukommen.

    Für Einsteiger-Regeln im Jugendtraining funktioniert oft: mindestens 2 Spieler bleiben zur Absicherung. Bei Flügelangriffen, riskantem Spielaufbau oder wenn der Gegner sehr schnell umschaltet, sind 3 Absicherer sinnvoll. Entscheidend ist die Staffelung: ein Spieler kann attackieren, ein anderer sichert tiefer die Tiefe und den Raum hinter dem ersten Verteidiger.

    Bewährt sind kurze, klare Cues: „Zentrum zu!“, „Tiefe sichern!“, „Lenk nach außen!“ und „5 Sekunden Vollgas!“. So bekommen die Spieler eine Priorität: erst Passweg in die Tiefe schließen, dann den Ballführenden lenken und Zeit gewinnen, bis Unterstützung durch Rückwärtspressing da ist.