Technik

    Langpass & Seitenwechsel: 6 Übungen (U12–U19)

    Diese Beginner-Übung verbessert Langpass, Diagonalball und Seitenwechsel mit klarem Aufbau und spielnahen Varianten für U12 bis U19. Du bekommst Coaching-Tipps, Fehlerkorrekturen und Progressionen für dein Passspieltraining.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 24. Sept. 2026
    Grundaufbau: zwei 12x12-m-Quadrate im Abstand von 12–18 m – Kurzpassspiel im Quadrat, dann der flache Langpass zur anderen Gruppe.

    Ein sauberer Langpass oder ein mutiger Seitenwechsel kann ein Spiel sofort öffnen: Der Gegner verschiebt ballorientiert, auf der ballfernen Seite entsteht Raum. Die folgenden 6 Übungen bauen Langpass und Seitenwechsel Schritt für Schritt auf: vom Langpass im Paar über den „Diagonal-Shift“ zwischen zwei Quadraten bis zur Spielform, in der der Seitenwechsel gegen echte Gegenspieler gelingen muss. Das Setup ist einsteigerfreundlich und trotzdem spielnah, für U12 bis U19.

    Ein Seitenwechsel hilft nur, wenn er präzise, rechtzeitig und mit einem guten ersten Kontakt kommt. Für die Annahme lohnt sich ergänzend ein Blick auf Ballkontrolle 1. Kontakt: 10 Mini-Spiele (U7–U11) – viele Prinzipien gelten auch für ältere Jahrgänge.

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien

    • 8 Hütchen für die zwei Quadrate, dazu Hütchen für Zielzonen und Spielfeld
    • 1 Ball pro Paar für Übung 1, danach 4–6 Bälle (Reserve an beiden Quadraten)
    • 4 Markierungsstangen oder 4 zusätzliche Hütchen (als „Gates“ in den Zielzonen)
    • Leibchen für Verteidiger und Spielform

    Spieleranzahl (min–max): 8–16

    Dauer: Pro Einheit wählst du 2–3 der 6 Übungen, zusammen 20–25 Minuten Hauptteil. Langpässe erst nach dem Aufwärmen spielen und die Distanz in den ersten Minuten steigern.

    Feldgröße: ca. 30 x 40 m (U12 eher 25 x 35 m, U17–U19 eher 35 x 45 m)

    Aufbau (Grundform „Diagonal-Shift“)

    • Markiere zwei Quadrate (je ca. 12 x 12 m) links und rechts, mit einem Abstand von 12–18 m dazwischen. Der Langpass ist damit 25–30 m lang.
    • Hinter jedem Quadrat markierst du eine Zielzone (ca. 6–8 m tief) mit einem Hütchentor (Gate) als Eingang.
    • Teile die Spieler in zwei Gruppen: Gruppe A im linken Quadrat, Gruppe B im rechten Quadrat. Je Quadrat 4–6 Spieler. Ab 12 Spielern baust du eine zweite Station auf, sonst warten zu viele.

    Die 6 Übungen im Überblick

    Nr.ÜbungSchwerpunktAb
    1Langpass im PaarTechnik, Flugkurve, MitnahmeU12
    2Diagonal-Shift (Grundform)Seitenwechsel mit ZielaktionU12
    3Diagonal-Shift in den LaufDiagonalball, offene MitnahmeU14
    4Diagonal-Shift gegen JokerSeitenwechsel unter DruckU15
    5Diagonal-Shift auf ZeitEntscheidung in 6 SekundenU16
    6Spielform mit SeitenzonenSeitenwechsel im SpielU12

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    Übung 1: Langpass im Paar

    1. Zwei Spieler stehen sich in 20 m (U12) bis 30 m (U17–U19) gegenüber.
    2. A spielt den Langpass flach und scharf, B nimmt ihn mit dem ersten Kontakt zur Seite mit und spielt mit dem zweiten Kontakt zurück.
    3. Nach 6 Pässen wechselt die Flugkurve: halbhoch mit dem Innenspann. B verarbeitet den Ball mit dem ersten Kontakt auf den Boden.
    4. 3–4 Minuten, dann Distanz um 5 m erhöhen.

    Übung 2: Diagonal-Shift (Grundform)

    1. Startpass im Quadrat: Gruppe A spielt sich im linken Quadrat 3–5 Pässe zu (maximal 2 Kontakte).
    2. Trigger: Ein Spieler ruft „Switch!“, alle heben den Kopf und scannen die ballferne Seite.
    3. Seitenwechsel: Ein Spieler aus Gruppe A spielt den Langpass (flach oder halbhoch) in das rechte Quadrat zu Gruppe B.
    4. Nachrücken: Der Passgeber sprintet dem Ball hinterher und spielt ab jetzt im rechten Quadrat mit. So wird das Nachrücken nach dem Seitenwechsel zur Gewohnheit, und die Gruppen tauschen laufend durch.
    5. Erster Kontakt in Spielrichtung: Der Empfänger aus Gruppe B nimmt den Ball offen mit, idealerweise in Richtung Zielzone, und sichert ihn mit dem Körper.
    6. Zielaktion: Gruppe B spielt 1–2 kurze Pässe, dann dribbelt ein Spieler durch das Gate in die Zielzone. Das ist der „Punkt“. Danach dribbelt er zurück ins Quadrat.
    7. Rückwechsel: Direkt danach wechselt Gruppe B per Langpass zurück zu Gruppe A, der Passgeber rückt wieder nach.
    8. Nach 2–3 Minuten kurz stoppen, einen Coaching-Impuls geben, weiter.

    Übung 3: Diagonal-Shift in den Lauf

    Verschiebe das rechte Quadrat um ca. 10 m nach vorn. Der Seitenwechsel wird damit zum echten Diagonalball. Er muss in den Lauf gespielt werden: Der Empfänger startet aus dem Quadrat nach vorn und nimmt den Ball in der Bewegung mit. Maximal 2 Kontakte im Quadrat. Der Empfänger muss den Ball mit dem ersten Kontakt aus dem Druck lösen (offene Stellung).

    Übung 4: Diagonal-Shift gegen Joker

    In jedem Quadrat steht ein Verteidiger (Leibchen). Er startet passiv und wird dann aktiv: Er stellt Pässe zu und läuft den Langpassgeber an. Gewinnt er den Ball, tauscht er mit dem Spieler, der ihn verloren hat. Ein Punkt zählt nur, wenn der Seitenwechsel trotz Verteidiger gelingt.

    Übung 5: Diagonal-Shift auf Zeit

    Wie Übung 4, aber ein Punkt zählt nur, wenn der Seitenwechsel maximal 6 Sekunden nach dem ersten Kontakt im Quadrat gespielt wird. Die Zielzone erreicht die Gruppe nur über Direktspiel oder „Klatschen lassen“, ein guter Übergang zu Kombinationen (ergänzend passt Doppelpass lernen: 9 Spielformen (U8–U13) als Methodik-Baustein).

    Übung 6: Spielform mit Seitenzonen

    1. Feld ca. 40 x 35 m, je ein Tor mit Torhüter. An beiden Seitenlinien markierst du eine 5 m breite Außenzone.
    2. 5 gegen 5 plus je ein Torhüter, bei 8–10 Spielern 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 plus Torhüter. In den Außenzonen darf nicht angegriffen werden.
    3. Ein Tor zählt doppelt, wenn der Angriff vorher über einen Seitenwechsel von einer Außenzone in die andere lief.
    4. Provokationsregel: Solange der Ball auf einer Seite ist, muss ein Angreifer in der gegenüberliegenden Außenzone breit bleiben. Rückt er ein, gibt es den Ball für den Gegner.
    5. 3 Durchgänge à 4 Minuten, dazwischen 1–2 Minuten Pause.

    Variationen: leichter und schwerer

    Leichter (U12–U13, Einsteiger):

    • Erlaube 3 Kontakte im Quadrat.
    • Langpass darf flach gespielt werden (leichter zu kontrollieren), Abstand der Quadrate auf 10 m verkürzen.
    • Zielzone größer machen (8–10 m), Gate breiter.

    Schwerer (U16–U19):

    • Übung 4 mit zwei Verteidigern pro Quadrat.
    • In der Spielform zählt ein Tor nur doppelt, wenn der Seitenwechsel mit einem direkten Langpass von Zone zu Zone gelingt.

    Coaching-Tipps (damit der Seitenwechsel wirklich wirkt)

    • Kopf hoch vor dem Langpass: Erst scannen, dann spielen. Wer blind schlägt, verliert den Ball.
    • Offene Körperstellung beim Annehmen: Der erste Kontakt entscheidet, ob Tempo entsteht.
    • Passschärfe & Flugkurve: Flach und scharf, wenn der Passweg am Boden frei ist; halbhoch, wenn ein Gegner den flachen Weg zustellt – aber immer kontrolliert.
    • Ballferne Seite breit halten: Ein Seitenwechsel braucht einen Empfänger, der vorher breit steht. Wer zu früh einrückt, nimmt dem Team die Option.
    • Nachrücken organisieren: Nach dem Switch müssen 1–2 Spieler sofort in Anschlusspositionen kommen.

    Häufige Fehler & schnelle Korrekturen

    • Langpass zu hoch/zu weich: Distanz verkürzen oder Ball flach fordern, dann schrittweise steigern.
    • Langpass springt beim Empfänger weg: Standbein neben den Ball, Oberkörper über den Ball, Treffpunkt Ballmitte. Zurück zu Übung 1.
    • Annahme mit geschlossenem Körper: Empfänger vor dem Pass seitlich stellen lassen („Schulter zur Seitenlinie“).
    • Passgeber bleibt nach dem Seitenwechsel stehen: Regel aus Übung 2 konsequent einfordern: Wer wechselt, rückt nach.

    Wenn du danach den Transfer Richtung Torabschluss willst, kombiniere die Übung mit einem Abschluss nach Seitenwechsel – dafür eignet sich Torschuss aus der Bewegung als Anschlussformat.

    Mehr Langpass-Übungen

    Mehr Übungen für die D-Jugend (U12/U13)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Plane 2–3 kurze Blöcke pro Woche (10–20 Minuten) ein und verknüpfe sie mit Spielformen. So lernen die Spieler nicht nur die Technik, sondern auch das Timing und die Entscheidung, wann ein Seitenwechsel wirklich sinnvoll ist.

    Für Einsteiger ist ein flacher, scharfer Pass meist die beste Wahl, weil die Ballkontrolle leichter fällt. Halbhohe Diagonalbälle sind sinnvoll, wenn Gegner Passwege am Boden zustellen – dann entscheidet die Spielsituation über die passende Flugkurve.

    Füge pro Quadrat einen Verteidiger hinzu, der Passwege aktiv zustellt, und setze Zeitlimits für den Wechsel. Zusätzlich helfen Kontaktbegrenzungen und kleinere Zielzonen, damit Tempo, Präzision und offene Stellung unter Gegnerdruck gefordert werden.