Technik

    Erster Kontakt perfektionieren: 6 Drills (U18/U19)

    Diese 6 beginner-freundlichen Drills verbessern den ersten Kontakt in U18/U19: offene Stellung, Vororientierung und Ballmitnahme unter Druck. Mit klaren Regeln, Variationen und Coaching-Tipps für dein Training.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
    Grundaufbau: 20x25-m-Feld mit zwei Minitoren an den Stirnseiten, Hütchen-Stationen als Passdreiecke, 6–20 Spieler.

    Der erste Kontakt entscheidet auf U18/U19-Niveau oft darüber, ob dein Team unter Druck sauber aufdrehen kann – oder ob der Ballverlust direkt zum Konter führt. Klingt nach „Basics“? Genau deshalb lohnt sich ein klarer Technikblock: einfache Abläufe, viele Wiederholungen, klare Coaching-Punkte. Die folgenden 6 Drills bauen vom ungestörten An- und Mitnehmen bis zur Entscheidung unter Gegnerdruck auf.

    Übungsname & Ziel

    Übungsname: Erster Kontakt perfektionieren – 6 Drills für U18/U19

    Ziel:

    • Sauberes An- und Mitnehmen (offener Fuß, passender Kontaktpunkt)
    • Vororientierung (kurzer Schulterblick vor der Ballannahme)
    • Erster Kontakt in den Raum statt „tot stoppen“
    • Handlungsschnelligkeit: annehmen – aufdrehen – passen/dribbeln

    Material, Spieleranzahl, Dauer

    Benötigte Materialien:

    • Bälle
    • Hütchen/Markierungsteller
    • 2 Minitore (oder 2 Zielzonen)
    • Leibchen (für Gegner/Teams)

    Spieleranzahl: min. 6, optimal 10–16, max. 20

    Dauer: 25 Minuten (6 Drills à 3–4 Minuten + kurze Wechsel und Trinkpause)

    Feldgröße: ca. 20x25 m (anpassbar)

    Tipp: Wenn du danach den Abschluss integrieren willst, passt die Verknüpfung mit Torschuss aus der Bewegung perfekt.

    Aufbau

    • Markiere ein Rechteck (20x25 m).
    • Lege 2 kleine Zielzonen oder Minitore an den Stirnseiten.
    • Stelle 4–6 „Stationen“ mit Hütchen (je nach Spielerzahl) so, dass Passdreiecke mit 10–12 m Seitenlänge entstehen.
    • Pro Station arbeitet eine Dreiergruppe (A, B, C). Rotation: Wer passt, läuft dem Ball nach und übernimmt die Position des Empfängers. So bleiben die Wege kurz und jeder ist alle paar Sekunden am Ball.
    • Die Minitore brauchst du ab Drill 5: Dort wird aus der Annahme ein Abschluss.

    Schritt-für-Schritt Anleitung (6 Drills)

    Drill 1: „Offene Stellung“ – Annehmen in Spielrichtung

    1. Spieler A passt flach zu Spieler B.
    2. Spieler B steht leicht seitlich (offene Stellung), nimmt mit dem ballfernen Fuß in die Vorwärtsrichtung mit.
    3. B passt direkt zu C weiter (oder zurück zu A, wenn nur 2er/3er-Gruppen).
    4. Nach jedem Pass: Position nachlaufen.

    Ziel: erster Kontakt in den Raum, nicht zum Ball.

    Drill 2: „Kontaktpunkt wechseln“ – Innen/Spann/Außen

    1. Gleiche Passform wie Drill 1.
    2. Trainer gibt vor: Annahme flacher Pässe nur mit der Innenseite, dann nur mit der Außenseite, dann mit der Sohle (anschließend sofort mitnehmen). In der letzten Minute spielt A halbhoch: Annahme mit Spann oder Oberschenkel.
    3. Nach Annahme: 2 Kontakte maximal (Annahme + Pass).

    Ziel: Fußgelenk stabilisieren, Ballgefühl verbessern.

    Drill 3: „Farbsignal“ – Vororientierung erzwingen

    1. Lege hinter dem Passempfänger links und rechts je ein farbiges Hütchen (z. B. rot/blau).
    2. Hinter dem Empfänger steht C. Während der Ball unterwegs ist, hebt C stumm einen Arm (links = rot, rechts = blau).
    3. Der Empfänger muss vor der Annahme per Schulterblick das Signal erkennen, den Ball annehmen und in Richtung des angezeigten Hütchens mitnehmen. Ruft der Passgeber die Farbe, braucht niemand den Schulterblick – deshalb kommt das Signal stumm von hinten.

    Ziel: Kopf hoch + erster Kontakt als Entscheidung.

    Drill 4: „Gates“ – Erster Kontakt durch ein Tor

    1. Baue 4–6 kleine Hütchentore („Gates“) im Feld.
    2. Pass von A zu B.
    3. B nimmt so mit, dass der Ball durch ein Gate geführt wird (1–2 Schritte), danach Pass zu C.
    4. Gate darf nicht zweimal hintereinander genutzt werden.

    Ziel: Mitnahme kontrollieren, Raum finden.

    Drill 5: „Annehmen unter Druck“ – passiver Gegner

    1. B bekommt einen Gegenspieler (D), der zunächst nur passiv stört (Armlänge Abstand).
    2. A passt zu B.
    3. B muss so annehmen, dass der Körper zwischen Ball und Gegner kommt (Abschirmung), dann aufdrehen oder klatschen lassen.
    4. Zielbedingung: Dreht B auf und trifft das Minitor an der Stirnseite, gibt es einen Punkt. Erobert D den Ball, kontert er auf das gegenüberliegende Minitor.
    5. Nach 60–90 Sekunden: Gegner wird aktiver, danach Rollen tauschen.

    Ziel: erster Kontakt + Körperstellung gegen Druck.

    Drill 6: „3 gegen 1/4 gegen 2 Rondo“ – erster Kontakt als Lösung

    1. Spiele ein 3 gegen 1 (leichter) oder 4 gegen 2 (etwas schwerer) in 10x10 m.
    2. Maximal 2 Kontakte: Annahme + Pass.
    3. Zielbedingung: 6 Pässe in Folge ergeben einen Punkt für die Ballbesitzer. Ein Punkt zählt doppelt, wenn in der Serie ein erster Kontakt weg vom Druck dabei war (Trainer ruft ihn laut an).
    4. Erobert ein Verteidiger den Ball oder geht der Ball ins Aus, wechselt der Spieler mit dem Fehler in die Mitte.

    Ziel: Technik in Spielform – realistische Entscheidungen.

    Wenn du das Thema „unter Druck sauber bleiben“ taktisch erweitern willst, hilft dir Restverteidigung einfach erklärt (U12+) als Anschluss, um Ballverluste und Absicherung mitzudenken.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U15/U16 (noch einfacher)

    • Größeres Feld (z. B. 25x30 m)
    • 3 Kontakte erlauben (Annahme – Mitnahme – Pass)
    • Gegner in Drill 5 nur passiv, im Rondo 4 gegen 1 statt 4 gegen 2

    U18/U19 (anspruchsvoller)

    • Kontaktlimit auf 1–2 Kontakte
    • Pässe mit höherem Tempo und aus größerer Distanz
    • In Drill 3 zusätzlich eine Anschlussaktion: nach Annahme Steilpass oder Klatsch + Tiefenlauf

    Erwachsene/Leistungsbereich

    • Rondo mit „Pressing-Trigger“: Nach schlechtem ersten Kontakt dürfen Verteidiger sofort doppeln

    Coaching-Tipps (damit der erste Kontakt wirklich besser wird)

    • Vororientierung einfordern: „Schulterblick, bevor der Ball kommt“ – sonst wird der Kontakt zufällig.
    • Offene Stellung coachen: Hüfte leicht zum nächsten Ziel öffnen, nicht frontal zum Pass stehen.
    • Kontaktqualität: erster Kontakt weich, aber zielgerichtet (nicht stoppen, sondern lenken).
    • Ballferner Fuß: häufig der sauberste Weg, um direkt in Spielrichtung mitzunehmen.
    • Tempo steigern, wenn die Technik sitzt: lieber kurz sauber als lang schlampig.

    Typische Fehler & schnelle Korrekturen

    • Frontal zum Passgeber stehen: Der Ball wird nur gestoppt. Korrektur: Hüfte zum nächsten Ziel öffnen, mit dem ballfernen Fuß annehmen.
    • Schulterblick zu spät (erst bei der Annahme): Korrektur: Blick, wenn der Passgeber zum Pass ausholt; in Drill 3 zählt nur die Mitnahme, die schon mit dem ersten Kontakt in die richtige Richtung geht.
    • Ball springt vom Fuß: Korrektur: Fuß dem Ball entgegen und im Kontakt leicht zurücknehmen, Fußgelenk fest.
    • Mitnahme zu weit vor: Korrektur: Der Ball bleibt nach dem ersten Kontakt innerhalb eines Schritts, damit der nächste Pass ohne Zusatzkontakt möglich ist.

    Für Regeneration und Energie vor intensiven Einheiten kann auch die Ernährung ein Hebel sein: Schau dir Nachmittags-Snacks: Energie vor dem Training an.

    Mehr Erster Kontakt-Übungen

    Mehr Übungen für die A-Jugend (U18/U19)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Plane pro Einheit 10–15 Minuten fokussiertes Techniktraining mit vielen sauberen Wiederholungen ein. Wichtig ist konsequentes Coaching zu offener Stellung, Schulterblick und Kontaktpunkt – sonst wiederholen Spieler nur Fehler.

    Ja, weil Grundlagen unter hohem Tempo und Gegnerdruck oft zuerst nachlassen. Einfache Drills mit Kontaktlimit und klaren Anschlussaktionen übertragen die Technik direkt in spielnahe Situationen.

    Häufig wird der Ball tot gestoppt oder zu weit vorgelegt. Korrigiere über offene Stellung, ballfernen Fuß und die Vorgabe „erster Kontakt in den Raum“ – immer passend zur nächsten Aktion (Pass, Dribbling, Aufdrehen).