Funino & 3v3

    Funino: Torwart-Rotation 3 gegen 3 (U8–U11)

    Diese Funino-Spielform im 3 gegen 3 sorgt für viele Abschlüsse und lässt alle Kinder regelmäßig die Torwartrolle übernehmen. Mit klarer Rotation, einfachen Regeln und passenden Variationen für U8 bis U11.

    fbTobias Brenner · aktualisiert 26. Okt. 2026
    Grundaufbau: Funino-Feld ca. 18 x 25 m, vier Minitore, 3 gegen 3 — ein rotierendes Kind sichert als mitspielender Torhüter.

    Übungsname und Ziel

    Funino: Torwart-Rotation 3 gegen 3 (U8–U11) ist eine kindgerechte Spielform, in der alle Kinder regelmäßig die Torwartrolle übernehmen – ohne lange Wartezeiten und ohne „Spezialisierungsdruck“. Warum Rotation schon ab den Bambini sinnvoll ist, zeigt Torwart im Bambini: rotieren statt spezialisieren. Ziel ist, dass dein Team im 3-gegen-3 viele Abschlüsse, viele Toraktionen und gleichzeitig sichere Basics im Tor erlebt: Stellungsspiel, Reaktion, Mut zum Ball und schnelles Umschalten nach Ballgewinn.

    Wichtig zur Einordnung: Im regulären Funino spielt niemand im Tor. Diese Spielform ist eine bewusste Trainingsvariante: Ein rotierendes Kind pro Team sichert die beiden Minitore als mitspielender Torhüter ab. So sammeln alle Kinder Torwart-Erfahrung, ohne dass jemand dauerhaft „ins Tor gestellt“ wird.

    Warum ist das so wertvoll? Kinder in diesem Alter lernen besonders schnell durch Wiederholung in echten Spielsituationen. Und genau das liefert Funino: viele Ballkontakte, viele Entscheidungen, viel Spaß.

    Benötigte Materialien, Spieleranzahl, Dauer

    Material

    • 4 Minitore (oder 2 Minitore + 2 markierte Tore mit Hütchen)
    • Hütchen/Markierungsteller zur Feldbegrenzung und für die beiden Torwartzonen
    • 1–2 Bälle (einer im Spiel, einer als Reserve neben dem Feld)
    • Leibchen in 2 Farben

    Spieleranzahl

    • Minimum: 6 Spieler (2 Teams à 3)
    • Optimal: 8–12 Spieler (zwei Felder parallel möglich)
    • Maximum sinnvoll: 16 Spieler (2 Felder à 3 gegen 3 + Rotationsspieler)

    Dauer

    • 20–25 Minuten als Hauptteil (ideal nach einem kurzen Aufwärmen), z. B. 4–5 Runden à 4 Minuten mit je 1 Minute Trinkpause

    Feldgröße

    • ca. 18 x 25 m pro Feld (je nach Alter/Leistungsstand anpassen)

    Aufbau und Regeln (Funino-Grundidee)

    • Pro Feld spielen 3 gegen 3.
    • Jedes Team greift auf zwei Minitore an (links/rechts). So entstehen automatisch freie Räume und viele Entscheidungen.
    • Torwart-Rotation: Ein Kind pro Team ist jeweils „Torhüter“ – aber nicht klassisch im großen Tor, sondern als tornahe Absicherung vor den beiden Minitoren.
    • Torwartzone: Vor jedem Torpaar markierst du eine Zone von ca. 3 m Tiefe. Nur dort darf der Torhüter den Ball mit den Händen spielen. Angreifer betreten die gegnerische Torwartzone nicht – Tore zählen nur bei Abschluss von außerhalb. Das schützt den Torhüter vor Zusammenstößen und Schüssen aus kürzester Distanz.

    Wichtig: Der Torhüter bleibt mitspielend. Er darf (und soll) Pässe anbieten, Bälle abfangen und das Spiel eröffnen – außerhalb seiner Zone spielt er wie ein Feldspieler nur mit dem Fuß.

    Schritt-für-Schritt Anleitung

    1. Feld markieren und Tore stellen: Zwei Minitore pro Grundlinie mit 3–5 m Abstand, davor die Torwartzone.
    2. Teams einteilen: Zwei Teams à 3 Spieler. Jedes Team bestimmt einen Start-Torwart.
    3. Spiel starten: Anstoß oder Einspiel durch den Trainer. Freies Spiel auf beide Tore.
    4. Rotation festlegen:
      • Variante A (sehr einfach): Nach jedem Gegentor wechselt im Team, das das Tor kassiert hat, der Torwart mit einem Feldspieler.
      • Variante B (flüssiger): Alle 1–2 Minuten Wechsel auf Trainerkommando.
    5. Zielbedingung: Ein Tor zählt, wenn der Ball von außerhalb der Torwartzone ins Minitor geht. Hält oder fängt der Torhüter den Ball, eröffnet er sofort mit Pass, Abwurf oder Andribbeln.
    6. Torwart-Aufgaben klar machen:
      • Grundstellung (leicht gebeugte Knie, Hände vor dem Körper)
      • „Ball sehen – Tor sehen – Gegner sehen“ (Orientierung)
      • Nach Ballgewinn: schnell abspielen oder andribbeln
    7. Coaching in kurzen Impulsen: Nicht dauernd stoppen. Lieber 1–2 klare Hinweise pro Rotation.
    8. Bälle schnell ins Spiel: Reserveball bereitlegen, damit das Tempo hoch bleibt.

    Variationen für verschiedene Altersgruppen

    U8 (Einsteiger, viel Sicherheit)

    • Rotation nur nach Gegentoren, damit der Wechsel logisch bleibt.
    • Torwart darf den Ball in der Torwartzone mit den Händen aufnehmen (vereinfacht das Erfolgserlebnis).
    • Tore zählen nur, wenn der Abschluss unterhalb Kniehöhe bleibt (fördert kontrollierte Schüsse und schützt den Torhüter).

    U9–U10 (mehr Spielintelligenz)

    • Rotation alle 2 Minuten – so lernen Kinder, schnell umzuschalten und Rollen anzunehmen.
    • Torwart darf den Ball nur fangen, wenn er vorher von einem Gegner geschossen wurde (kein „Aufheben“ von Dribblings).
    • Bonusregel: Tor zählt doppelt, wenn der Angriff über den Torwart eröffnet wurde (fördert Spielaufbau).

    U11 (mehr Tempo und Präzision)

    • Torwart spielt komplett fußballnah: Fangen nur bei klaren Schüssen, sonst mit dem Fuß lösen.
    • Zusätzliche Regel: Nach Ballgewinn muss innerhalb von 5 Sekunden ein Abschluss erfolgen (Umschaltmoment schärfen).
    • Schärferes Coaching zur Schusstechnik: Nutze Impulse aus Torschuss aus der Bewegung, um Abschlüsse im Lauf sauberer zu machen.

    Coaching-Tipps (was du aktiv coachen kannst)

    • Torwart-Grundstellung: „Tief, Hände vor, auf den Ball.“ Kinder stehen sonst schnell zu aufrecht. Wie Kinder richtig stehen, zeigt Torwart-Grundstellung: So stehen Kinder richtig.
    • Stellungsspiel: Der Torwart sichert nicht nur ein Tor ab, sondern „schiebt“ zur Ballseite. Frage: „Welches Tor ist gerade gefährlicher?“
    • Mut & Timing: Lobe aktives Herauskommen bis an den Zonenrand. Viele Kinder bleiben zu passiv auf der Linie.
    • Fangen: Flache Bälle mit beiden Händen und dem Körper dahinter sichern, statt nur mit den Füßen zu stoppen.
    • Spieleröffnung: Nach Ballgewinn sofort Kopf hoch: „Kannst du flach eröffnen statt blind wegzuschießen?“
    • Schussqualität fördern: Wenn viele Abschlüsse daneben gehen, helfen kurze Zielspiele aus Schusspräzision in der Halle: 8 Zielspiele (U8–U13) – auch draußen übertragbar.

    Häufige Fehler – und schnelle Lösungen

    • Der Torwart „klebt“ auf der Torlinie: Gib die Aufgabe: „Stell dich vorne in deine Zone, leicht zur Ballseite verschoben.“
    • Der Torwart spielt nicht mit: Belohne Eröffnungen über den Torwart mit einem Bonuspunkt (siehe U9–U10).
    • Zu wenig Abschlüsse: Erlaube Abschlüsse aus jeder Entfernung außerhalb der Torwartzone, reduziere die Feldgröße leicht oder gib eine Abschlussregel (z. B. nach 3 Pässen muss geschossen werden).
    • Harte Schüsse aus kurzer Distanz: Achte konsequent auf die Torwartzone; bei ängstlichen Kindern gilt zusätzlich die Kniehöhen-Regel.
    • Kinder wollen nicht ins Tor: Mache Rotation zur festen Regel und betone: „Alle sind heute mal Torwart – das gehört dazu.“ Kurze, planbare Zeitfenster (1–2 Minuten) senken die Hemmschwelle.

    Mehr Übungen für die F-Jugend (U8/U9)

    Hintergrundwissen

    Häufig gestellte Fragen

    Für U8 ist eine Rotation nach jedem Gegentor ideal, weil sie leicht verständlich ist. Ab U9–U11 funktioniert ein Zeitwechsel (z. B. alle 2 Minuten) besser, damit die Kinder häufiger Rollenwechsel und Umschaltmomente erleben, ohne dass der Spielfluss ständig stoppt.

    In U8 kannst du Handspiel in der markierten Torwartzone erlauben, um Mut, Fangtechnik und Erfolgserlebnisse zu fördern. In U9–U11 solltest du das Handspiel schrittweise einschränken (z. B. nur bei klaren Schüssen), damit die Spieleröffnung mit dem Fuß und das Mitspielen stärker im Vordergrund stehen. Außerhalb der Zone spielt der Torhüter immer nur mit dem Fuß.

    Gib dem stärkeren Team Zusatzaufgaben (z. B. Tor zählt nur nach Pass über den Torwart) oder vergrößere dem schwächeren Team den Raum leicht, damit es mehr Zeit für Entscheidungen hat. So bleibt die Intensität hoch und beide Teams sammeln passende Erfolgserlebnisse.

    Nein. Im regulären Funino wird 3 gegen 3 auf vier Minitore ohne Torwart gespielt. Die Torwart-Rotation ist eine bewusste Trainingsvariante: Ein mitspielender Torhüter pro Team, der regelmäßig wechselt, damit alle Kinder Torwart-Erfahrung sammeln. Im Spielbetrieb gilt weiter die Form ohne Torwart.