Regelwerk & Wissen

    Direkter vs. indirekter Freistoß erklärt

    Direkter Freistoß heißt: Tor darf sofort fallen. Indirekter Freistoß heißt: Erst nach einer zweiten Ballberührung zählt ein Treffer – erkennbar am Armzeichen des Schiris.

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    12. Jan. 2026
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    Aktualisiert: 20. Juli 2026
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    5 Min. Lesezeit

    Ein direkter Freistoß darf sofort ins Tor geschossen werden. Ein indirekter Freistoß zählt erst dann als Tor, wenn mindestens ein weiterer Spieler den Ball berührt hat.

    Direkter vs. indirekter Freistoß: Was ist der Unterschied?

    Der wichtigste Unterschied ist die Tor-Erlaubnis:

    • Direkter Freistoß: Tor direkt möglich (Ball berührt nur den Schützen).
    • Indirekter Freistoß: Tor nicht direkt möglich (Ball muss vorher noch jemanden berühren).

    Für Kinder ist das eine einfache Merkhilfe: Direkt = direkt aufs Tor, indirekt = erst abspielen oder abfälschen lassen. Klingt simpel – aber wann gibt es welche Variante?

    Bei beiden Varianten gilt übrigens die Doppelberührungs-Regel: Der Ausführende darf den Ball nicht zweimal hintereinander spielen. Erst wenn ein anderer Spieler (egal aus welchem Team) den Ball berührt hat, darf der Schütze wieder ran.

    Wann gibt es einen direkten Freistoß?

    Ein direkter Freistoß wird bei Vergehen gegen einen Gegner und bei Handspiel gegeben. Die klassischen Auslöser:

    • Treten oder Beinstellen (auch der Versuch)
    • Anspringen, Rempeln, Stoßen
    • Schlagen (auch der Versuch)
    • Halten (z. B. am Trikot ziehen)
    • Gegner anspucken
    • Grätschen mit Kontakt oder rücksichtsloses Einsteigen
    • Absichtliches Handspiel

    Im Kinderfußball pfeifen Schiris oft etwas „pädagogischer“: Sicherheit und Fairness stehen im Vordergrund. Trotzdem hilft es deinem Kind, die Grundidee zu kennen: Wer den Gegner unfair am Spielen hindert, verursacht einen direkten Freistoß.

    Wann gibt es einen indirekten Freistoß?

    Ein indirekter Freistoß wird bei technischen Regelverstößen oder Situationen ohne klassisches Foul gegeben. Die häufigsten Fälle:

    • Gefährliches Spiel ohne Kontakt (z. B. sehr hohes Bein in Kopfhöhe)
    • Behinderung des Gegners ohne Ballkontakt (in den Laufweg stellen)
    • Abseits – die wohl häufigste Ursache für indirekte Freistöße überhaupt; wie die Regel funktioniert, liest du in Abseits einfach erklärt für Kinder
    • Verbotener Rückpass: Der Torwart nimmt einen absichtlichen Fuß-Rückpass mit den Händen auf – alle Details in Rückpassregel einfach erklärt

    Gerade im Kinderfußball ist das wichtig, weil viele dieser Aktionen aus Unwissen passieren. Ein indirekter Freistoß wirkt dann wie ein „Neustart“: Ballbesitz ja – aber kein direkter Hammer ins Tor.

    Übrigens: Hält der Torwart den Ball zu lange fest, gibt es seit der Saison 2025/26 keinen indirekten Freistoß mehr, sondern Eckball für den Gegner (8-Sekunden-Regel) – eine der wenigen Regeländerungen der letzten Jahre.

    Handzeichen Schiedsrichter: Woran erkennst du den indirekten Freistoß?

    Beim indirekten Freistoß zeigt der Schiedsrichter den Arm senkrecht nach oben. Dieses Handzeichen bleibt oben, bis der Ball von einem zweiten Spieler berührt wurde oder ins Aus geht.

    Beim direkten Freistoß gibt es dieses Hochhalten nicht – der Schiri zeigt nur mit dem Arm die Spielrichtung an. Alle Gesten im Überblick: Schiedsrichterzeichen: Was bedeuten die Gesten?

    Abstand und Ausführung im Kinderfußball

    Die klassischen 9,15 m Abstand der Gegner gelten auf dem Großfeld. Im Kinderfußball wird der Abstand an die Feldgröße angepasst – üblich sind 5 oder 7 m, je nach Verband und Spielform. Bei Freistößen nahe am Tor lässt der Schiedsrichter die Ausführung außerdem oft erst auf Pfiff zu – das sorgt für Ordnung und eine faire Chance.

    Sonderfall Strafraum: Elfmeter oder nicht?

    Hier hängt alles an der Art des Vergehens:

    • Direktes Freistoß-Vergehen im eigenen Strafraum (Foul, Handspiel) → Elfmeter für den Gegner. Alles dazu in Elfmeter - Das musst du wissen.
    • Indirektes Vergehen im eigenen Strafraum (z. B. verbotener Rückpass) → indirekter Freistoß im Strafraum, niemals Elfmeter. Dann stellt sich die verteidigende Mannschaft oft komplett auf die Torlinie – für Kinder eine der spannendsten Situationen überhaupt!

    Noch ein Sonderfall: Geht ein Freistoß direkt ins eigene Tor, zählt das Eigentor nicht – es gibt Eckstoß für den Gegner.

    Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht erklärt)

    Beispiel 1: Direkter Freistoß

    Ein Kind wird beim Dribbling klar am Trikot gezogen. Der Schiri pfeift: direkter Freistoß. Das Team darf direkt aufs Tor schießen.

    Beispiel 2: Indirekter Freistoß

    Ein Kind versucht den Ball zu spielen, hebt dabei das Bein sehr hoch und gefährdet den Gegner – ohne Kontakt. Der Schiri pfeift: indirekter Freistoß. Jetzt ist eine kurze Variante sinnvoll: antippen, passen, schießen.

    Beispiel 3: Indirekt „vergessen“ – und alle sind verwirrt

    Der Ball geht direkt ins Tor, aber der Schiri hatte den Arm oben. Dann zählt das Tor nicht – es gibt Abstoß für den Gegner. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Handzeichen des Schiedsrichters.

    Mini-Tipp für Trainer und Eltern

    Beim indirekten Freistoß hilft Kindern ein klares Kommando: „Antippen – Schuss!“ So wird aus der Regel schnell eine einfache Standardlösung.

    Zum Üben reichen zwei Mini-Standards: Bei „Tippen & Schießen“ tippt Spieler 1 den Ball seitlich an, Spieler 2 schließt direkt ab. Bei „Tippen & Dribbeln“ nimmt Spieler 2 den Ball nach dem Antippen mit 2–3 Kontakten mit und schließt dann ab oder passt – so lernen Kinder, dass ein indirekter Freistoß auch eine Spieleröffnung sein kann.

    Häufig gestellte Fragen

    Nein. Beim indirekten Freistoß muss der Ball vor dem Torerfolg mindestens einen weiteren Spieler berühren. Geht der Ball ohne zweite Berührung ins Tor, wird das Tor nicht anerkannt.

    Der Schiedsrichter hält einen Arm senkrecht nach oben. Dieses Zeichen bleibt oben, bis der Ball von einem zweiten Spieler berührt wurde oder die Aktion beendet ist (z. B. Ausball).

    Typisch sind Fouls mit Körperkontakt oder unfairen Aktionen wie Treten, Stoßen, Halten oder ein klares Handspiel (je nach Situation). Im Kinderfußball wird dabei oft besonders auf Sicherheit und Fairness geachtet.

    Ähnliche Begriffe im Lexikon

    direkter freistoß
    indirekter freistoß
    freistoß regel
    handzeichen schiedsrichter
    kinderfußball regeln