Direkter vs. indirekter Freistoß erklärt
Direkter Freistoß heißt: Tor darf sofort fallen. Indirekter Freistoß heißt: Erst nach einer zweiten Ballberührung zählt ein Treffer – erkennbar am Armzeichen des Schiris.
KI-generiertes SymbolbildEin direkter Freistoß darf sofort ins Tor geschossen werden. Ein indirekter Freistoß zählt erst dann als Tor, wenn nach dem Schützen noch ein anderer Spieler den Ball berührt hat – egal aus welchem Team.
Direkter vs. indirekter Freistoß: Was ist der Unterschied?
Der wichtigste Unterschied ist die Tor-Erlaubnis:
- Direkter Freistoß: Tor direkt möglich (Ball berührt nur den Schützen).
- Indirekter Freistoß: Tor nicht direkt möglich (Ball muss vorher noch jemanden berühren).
Für Kinder ist das eine einfache Merkhilfe: Direkt = direkt aufs Tor, indirekt = erst abspielen oder abfälschen lassen. Klingt simpel – aber wann gibt es welche Variante?
Bei beiden Varianten gilt übrigens die Doppelberührungs-Regel: Der Ausführende darf den Ball nicht zweimal hintereinander spielen. Erst wenn ein anderer Spieler (egal aus welchem Team) den Ball berührt hat, darf der Schütze wieder ran.
Wann gibt es einen direkten Freistoß?
Ein direkter Freistoß wird bei Vergehen gegen einen Gegner und bei Handspiel gegeben. Die klassischen Auslöser:
- Treten oder Beinstellen (auch der Versuch)
- Anspringen, Rempeln, Stoßen
- Schlagen (auch der Versuch)
- Halten (z. B. am Trikot ziehen)
- Gegner anspucken
- Grätschen mit Kontakt oder rücksichtsloses Einsteigen
- Strafbares Handspiel (zum Beispiel absichtlich oder mit unnatürlich vergrößerter Körperfläche)
Ob dabei eine Karte dazukommt, hängt von der Schwere ab: Ein fahrlässiges Foul gibt nur Freistoß, ein rücksichtsloses zusätzlich Gelb, ein übermäßig hartes Rot (Regel 12). In der F-Jugend und jünger wird laut DFB-Jugendordnung ohne Schiedsrichter gespielt, die Kinder entscheiden selbst. Trotzdem hilft es deinem Kind, die Grundidee zu kennen: Wer den Gegner unfair am Spielen hindert, verursacht einen direkten Freistoß.
Wann gibt es einen indirekten Freistoß?
Ein indirekter Freistoß wird bei technischen Regelverstößen oder Situationen ohne klassisches Foul gegeben. Die häufigsten Fälle:
- Gefährliches Spiel ohne Kontakt (z. B. sehr hohes Bein in Kopfhöhe)
- Behinderung des Gegners ohne Körperkontakt, wenn der Ball nicht in Spielnähe ist (sich in den Laufweg stellen) – mit Körperkontakt wird daraus ein direkter Freistoß
- Abseits – eine häufige Ursache für indirekte Freistöße; wie die Regel funktioniert, liest du in Abseits einfach erklärt für Kinder
- Verbotener Rückpass: Der Torwart nimmt einen absichtlichen Fuß-Rückpass mit den Händen auf – alle Details in Rückpassregel einfach erklärt. Im Kinderfußball gilt die Rückpassregel je nach Landesverband ab der F-, E- oder erst ab der D-Jugend.
- Verbale Vergehen bei laufendem Spiel, etwa Protestieren oder Beleidigen – eine Karte kann zusätzlich kommen. Mehr dazu in Fair Play: Was ist „Meckern“ beim Schiri?
- Den Torwart behindern, während er den Ball aus den Händen freigeben will, oder gegen den Ball treten, wenn er ihn freigibt
Gerade im Kinderfußball ist das wichtig, weil viele dieser Aktionen aus Unwissen passieren. Ein indirekter Freistoß wirkt dann wie ein „Neustart“: Ballbesitz ja – aber kein direkter Hammer ins Tor.
Übrigens: Hält der Torwart den Ball zu lange fest, gibt es seit der Saison 2025/26 keinen indirekten Freistoß mehr, sondern Eckball für den Gegner (8-Sekunden-Regel).
Handspiel: direkter oder indirekter Freistoß?
Ein strafbares Handspiel eines Feldspielers gibt immer einen direkten Freistoß – im eigenen Strafraum einen Elfmeter. Beim Torwart kommt es darauf an, wo er steht und wie der Ball zu ihm kam:
- Torwart außerhalb des eigenen Strafraums: Dort ist er ein Feldspieler. Spielt er den Ball mit der Hand, gibt es direkten Freistoß.
- Torwart im eigenen Strafraum nach Rückpass oder Einwurf: Nimmt er einen absichtlichen Fuß-Rückpass oder einen direkt zugeworfenen Einwurf eines Mitspielers mit der Hand auf, gibt es indirekten Freistoß.
- Torwart im eigenen Strafraum nach dem Freigeben: Hat er den Ball aus der Hand gegeben und fasst ihn wieder an, bevor ein anderer Spieler am Ball war, gibt es ebenfalls indirekten Freistoß.
Diese Fälle stehen in Regel 12 der IFAB-Spielregeln. Ein Handspiel des Torwarts im eigenen Strafraum führt deshalb nie zu einem Elfmeter.
Handzeichen des Schiedsrichters: Woran erkennst du den indirekten Freistoß?
Beim indirekten Freistoß zeigt der Schiedsrichter den Arm senkrecht nach oben. Dieses Handzeichen bleibt oben, bis der Ball nach dem Freistoß einen anderen Spieler berührt hat, ins Aus geht oder sicher nicht mehr direkt ins Tor gehen kann.
Beim direkten Freistoß gibt es dieses Hochhalten nicht. Alle Gesten im Überblick: Schiedsrichterzeichen: Was bedeuten die Gesten?
Und wenn der Schiedsrichter den Arm vergisst?
Auch das regelt die IFAB-Regel 13: Zeigt der Schiedsrichter einen indirekten Freistoß nicht an und der Ball geht direkt ins Tor, wird der indirekte Freistoß wiederholt. Dein Team verliert also nichts, weil der Schiri das Zeichen vergessen hat. Hochgehalten wird der Arm, bis der Ball einen anderen Spieler berührt, ins Aus geht oder sicher ist, dass er nicht direkt ins Tor geht.
Abstand und Ausführung im Kinderfußball
Die klassischen 9,15 m Abstand der Gegner gelten auf dem Großfeld. Im Kinderfußball legt jeder Verband eigene Werte fest: In den DFB-Festivalformen sind es 3 m, im Rheinland bei den E7-Junioren 5 m, in Württemberg auf dem Kleinspielfeld 7 m. Maßgeblich ist die Bestimmung deines Verbands bzw. Kreises für die Saison 2026/27. Bilden drei oder mehr Verteidiger eine Mauer, müssen die Angreifer seit den Spielregeln 2019/20 mindestens 1 m Abstand zur Mauer halten, sonst gibt es indirekten Freistoß für die Verteidiger. Bei Freistößen nahe am Tor lässt der Schiedsrichter die Ausführung außerdem oft erst auf Pfiff zu – das sorgt für Ordnung und eine faire Chance.
Auch ob ein Freistoß direkt oder indirekt ist, regeln im Kinderfußball Verband oder Kreis selbst. In den DFB-Festivalformen zählen Tore nach einer Spielfortsetzung nur indirekt, der Ball muss also vorher noch an- oder abgespielt werden. In der E-Jugend gehen die Verbände auseinander: Der Fußballverband Rheinland (E7) und der SHFV kennen nur direkte Freistöße (im Rheinland mit Ausnahme des Rückpass-Verstoßes), in Westfalen sind in der E-Jugend alle Freistöße indirekt, im bayerischen Minifußball gibt es gar keinen direkten Freistoß. Frag im Zweifel bei deinem Verband oder Kreis nach.
Sonderfall Strafraum: Elfmeter oder nicht?
Hier hängt alles an der Art des Vergehens:
- Direktes Freistoß-Vergehen im eigenen Strafraum (Foul, Handspiel) → Elfmeter für den Gegner. Alles dazu in Elfmeter - Das musst du wissen.
- Indirektes Vergehen im eigenen Strafraum (z. B. verbotener Rückpass) → indirekter Freistoß im Strafraum, niemals Elfmeter. Dann stellt sich die verteidigende Mannschaft oft komplett auf die Torlinie – für Kinder eine der spannendsten Situationen überhaupt!
Noch ein Sonderfall: Geht ein Freistoß direkt ins eigene Tor, zählt das Eigentor nicht – es gibt Eckstoß für den Gegner.
Beispiele aus dem Kinderfußball (leicht erklärt)
Beispiel 1: Direkter Freistoß
Ein Kind wird beim Dribbling klar am Trikot gezogen. Der Schiri pfeift: direkter Freistoß. Das Team darf direkt aufs Tor schießen.
Beispiel 2: Indirekter Freistoß
Ein Kind versucht den Ball zu spielen, hebt dabei das Bein sehr hoch und gefährdet den Gegner – ohne Kontakt. Der Schiri pfeift: indirekter Freistoß. Jetzt ist eine kurze Variante sinnvoll: antippen, passen, schießen.
Beispiel 3: Indirekt „vergessen“ – und alle sind verwirrt
Der Ball geht direkt ins Tor, aber der Schiri hatte den Arm oben. Dann zählt das Tor nicht – es gibt Abstoß für den Gegner. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Handzeichen des Schiedsrichters.
Verwandte Begriffe (mit Links)
- Wenn das Foul im Strafraum passiert, wird oft ein Strafstoß fällig – siehe Elfmeter - Das musst du wissen.
- Allgemeine Übersicht zu Varianten, Abstand und Mauer findest du in Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball.
- Häufige Regelfrage bei Standards: Wann steht jemand „im Abseits“? Das erklärt Abseits einfach erklärt für Kinder.
Mini-Tipp für Trainer und Eltern
Beim indirekten Freistoß hilft Kindern ein klares Kommando: „Antippen – Schuss!“ So wird aus der Regel schnell eine einfache Standardlösung. Wichtig: Der Ball muss sich beim Antippen sichtbar bewegen, sonst ist er noch nicht im Spiel.
Zum Üben reichen zwei Mini-Standards: Bei „Tippen & Schießen“ tippt Spieler 1 den Ball seitlich an, Spieler 2 schließt direkt ab. Bei „Tippen & Dribbeln“ nimmt Spieler 2 den Ball nach dem Antippen mit 2–3 Kontakten mit und schließt dann ab oder passt – so lernen Kinder, dass ein indirekter Freistoß auch eine Spieleröffnung sein kann. Weitere Ideen findest du in Freistoß-Varianten: 5 einfache Ideen für Kinder.
Weitere Regeln im Kinderfußball
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Freistoß - Regeln und Arten im Kinderfußball
Ein Freistoß ist eine Methode, das Spiel nach einem Foul oder einem Regelverstoß wieder aufzunehmen.
Rückpassregel
Die Rückpassregel bedeutet: Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich mit dem Fuß zum eigenen Torwart zurück, darf der Torwart den Ball nicht mit den Händen aufnehmen.
Handspiel - Wann ist es ein Foul?
Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit Hand oder Arm berührt – und diese Berührung nach den Regeln als unerlaubt bewertet wird.
Vorteil
Der Vorteil (Vorteilsregel) bedeutet: Der Schiedsrichter pfeift ein Foul nicht sofort, wenn die gefoulte Mannschaft trotzdem besser weiterspielen kann.
Neunmeterlinie
Markierung für den Abstand von 9,15 m zum Elfmeterpunkt, wichtig für korrekte Positionen bei Elfmetern und Standards.
Organisationsfoul
Ein Organisationsfoul ist ein absichtliches, meist „kleines“ Foul, mit dem eine Mannschaft einen gefährlichen Angriff stoppt oder Zeit gewinnt, um sich wieder zu ordnen.