Druck machen: Was heißt das im Kinderfußball?
„Druck machen“ heißt im Kinderfußball: den Ballführenden aktiv stören, Zeit und Raum verkleinern und den Gegner lenken. Mit einfachen Regeln lernen Kinder kontrolliertes Attackieren statt wildem Anrennen.
„Druck machen“ heißt: Den ballführenden Gegner aktiv attackieren, Zeit und Raum verkleinern und ihn zu einer schlechten Aktion zwingen.
Druck machen bedeutet im Kinderfußball: Ein Verteidiger geht aktiv auf den ballführenden Gegner zu, um Zeit und Raum zu verkleinern und einen Fehler oder Ballgewinn zu erzwingen.
Was heißt „Druck machen“ im Kinderfußball?
Wenn Trainer „Mach Druck!“ rufen, ist meist gemeint: Nicht nur hinterherlaufen, sondern gezielt den Ballführenden attackieren. Kinder sollen lernen, den Gegner so zu stören, dass er nicht in Ruhe dribbeln, passen oder schießen kann. Dabei geht es nicht um wildes Anrennen, sondern um kontrolliertes Annähern.
Wichtig für Einsteiger: Druck machen ist ein Teil der Defensivtaktik. Es funktioniert am besten, wenn alle verstehen: Einer geht drauf, die anderen sichern ab.
Wie sieht Druck machen konkret aus?
1) Abstand verkleinern – aber richtig
Kinder in diesem Alter profitieren von einfachen Bildern: „Geh so nah ran, dass du ihn störst – aber so, dass du nicht leicht ausgespielt wirst.“ Praktisch heißt das:
- Schnell anlaufen, solange der Gegner den Ball noch nicht perfekt kontrolliert
- Kurz vor dem Gegner abbremsen (kleine Schritte), um reagieren zu können
- Seitliche Stellung (leicht schräg), damit du eine Richtung „zumachst“
2) Den Gegner lenken
Druck machen heißt auch lenken: Du zwingst den Ballführenden in eine ungünstige Richtung, z. B. nach außen zur Seitenlinie oder auf den schwächeren Fuß. So wird aus „draufgehen“ ein cleveres Verteidigen.
3) Timing: Wann macht Druck Sinn?
Gute Momente für „pressen kinder“ im Spiel:
- Bei einem schlechten ersten Kontakt des Gegners
- Wenn der Gegner mit dem Rücken zum Tor steht
- Nach einem Pass, wenn der Ball unterwegs ist (kurzzeitig unkontrolliert)
Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U11)
- 3-gegen-3 im Funino: Ein Kind verliert den Ball. Der nächste Schritt ist nicht „stehen bleiben“, sondern sofort Druck machen auf den neuen Ballführer. Dadurch entstehen viele Ballgewinne und Umschaltmomente.
- 7-gegen-7 auf dem Halbfeld: Der Stürmer läuft den gegnerischen Abwehrspieler an und stellt den Passweg ins Zentrum zu. Die Mitspieler rücken nach. So entsteht eine einfache Form von Pressen.
- Nach Ballverlust am Strafraum: Statt hektisch zu grätschen, geht der nächste Spieler kontrolliert drauf und verhindert den schnellen Abschluss. Das passt gut zu grundlegenden Regeln beim Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+), wo klare Zuständigkeiten ebenfalls entscheidend sind.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Zu schnell vorbeirennen: Wenn Kinder ohne Abbremsen anlaufen, werden sie leicht ausgespielt. Lösung: „Schnell hin, langsam ankommen.“
- Alle rennen zum Ball: Das führt zu Lücken. Hier hilft der Gedanke der Absicherung – später auch als Restverteidigung wichtig. Passend dazu: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
- Zu weit weg bleiben: Ohne Nähe entsteht kein echter Druck. Merksatz: „So nah, dass der Gegner keine Zeit hat.“
Verwandte Begriffe (Kinderfußball Coaching Begriffe)
- Pressing: Gezieltes, gemeinsames Attackieren in einer Zone. Für ältere Jahrgänge gut vertieft in C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.
- Ballführenden attackieren: Praktische Umschreibung für Druck machen – mit Fokus auf Timing und Körperstellung.
- Gegenbewegung: Offensiv wichtig, um sich vom Druck zu lösen. Siehe Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen „Druck machen“ und Pressing?
„Druck machen“ beschreibt meist die Aktion eines einzelnen Spielers am Ball. Pressing ist die organisierte Team-Aktion, bei der mehrere Spieler Passwege schließen und gemeinsam attackieren.
Ab welchem Alter sollten Kinder „Druck machen“ lernen?
Schon ab U7/U8 können Kinder spielerisch lernen, den Ballführenden zu stören. Wichtig ist eine einfache Coaching-Sprache: anlaufen, abbremsen, Richtung zumachen.
Soll mein Kind beim Druck machen grätschen?
Im Kinderfußball ist kontrolliertes Stehen und Lenken meist sinnvoller als Grätschen. Grätschen führt oft zu Fouls oder am Gegner vorbei – besser: nah dran bleiben und auf den Fehler warten.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Ballbesitz
Ballbesitz heißt, dass dein Team den Ball kontrolliert spielt und Aktionen wie Passen, Dribbeln oder Schießen vorbereiten kann.
Ballferne Seite
Ballferne Seite = die Spielfeldseite, auf der der Ball nicht ist. Dort helfen Breite und Tiefe, freie Räume zu nutzen und Anspielstationen zu schaffen.
Ballnah & ballfern
Ballnah heißt nahe am Ball und direkt beteiligt. Ballfern heißt weiter weg vom Ball, aber wichtig für Raumaufteilung, Passwege und Absicherung.
Ballnah vs. ballfern
Ballnah heißt nah am Ball unterstützen, ballfern heißt weg vom Ball Räume für Breite, Tiefe und Absicherung besetzen.
Breitengeber & Tiefengeber
Breitengeber stehen außen und machen das Feld breit, Tiefengeber bieten sich nach vorne an und schaffen Tiefe. So verbessert sich die Raumaufteilung im Kinderfußball.
Deckungsschatten
Der Deckungsschatten ist der Raum hinter einem Verteidiger, in den ein Pass schwer möglich ist, weil der Körper die Passlinie blockiert.