Eckball-Training: 5 kindgerechte Varianten (U10–U15)
Mit 5 kindgerechten Eckball-Varianten trainierst du Standards in U10–U15 ohne Überforderung. Klare Rollen, einfache Kommandos und viele Wiederholungen sorgen für echte Torgefahr.
Eckbälle sind im Kinder- und Jugendfußball oft verschenkte Chancen – dabei lieben Kinder klare Aufgaben und kleine „Geheimpläne“. Mit kindgerechten Eckball Varianten Jugend-Routinen trainierst du Timing, Mut im Strafraum und einfache Entscheidungsfindung, ohne zu überfrachten. Wichtig: In U10–U15 geht es weniger um perfekte Laufwege wie bei den Profis, sondern um wiederholbare Abläufe und saubere Ausführung.
Übungsname & Ziel
Übungsname: Eckball-Training: 5 kindgerechte Varianten (U10–U15)
Ziel:
- sichere Ausführung von Eckbällen (kurz & lang)
- einfache Eckball Routine-Abläufe einprägen
- Freilaufen, Timing im Strafraum, Abschluss nach Standards
- Kommunikation: Wer schlägt? Wer blockt? Wer sichert?
Material, Spieleranzahl, Dauer
Material:
- 1 Tor
- 6–10 Markierungshütchen (für Startpunkte/Laufwege)
- 6–10 Leibchen (Teamfarben)
- mehrere Bälle (damit es flüssig bleibt)
Spieleranzahl: min. 6, max. 16 (ideal 10–14)
Dauer: 25–35 Minuten (inkl. kurzer Erklärung & Wiederholungen)
Feld: Ecke + Strafraum (ggf. leicht verkleinert bei U10/U11)
Aufbau
- Stelle ein Tor mit Torhüter (optional) oder ohne Torhüter.
- Markiere an der Eckfahne eine „Ecke-Zone“ (1–2 m) für den Schützen.
- Lege 3–4 Startpunkte im Strafraum mit Hütchen fest (kurzer Pfosten, Elfmeterpunkt, langer Pfosten, Rückraum).
- Teile in Angreifer (Leibchen) und Verteidiger (Leibchen). Bei wenigen Spielern: 3 Angreifer vs. 2 Verteidiger + Schütze.
Tipp: Wenn du generell am strukturierten Ballbesitz arbeiten willst, passt das super zu unserem Beitrag über Spielaufbau im Kinderfußball: 3 einfache Prinzipien – auch bei Standards helfen klare Rollen.
Schritt-für-Schritt Anleitung (5 Varianten)
1) „Kurz & zurück“ – Ecke kurz gespielt (U10–U15)
- Schütze spielt kurz auf einen Mitspieler (2–5 m).
- Der Empfänger nimmt mit dem ersten Kontakt weg vom Druck.
- Ball geht zurück zum Schützen oder direkt in den Rückraum.
- Abschluss: flacher Pass in den Strafraum oder Schuss aus dem Rückraum.
Warum kindgerecht? Wenig Gedränge, klare Passwinkel – perfekt als Eckball Training U11-Einstieg.
2) „Block & erster Pfosten“ – einfache Laufweg-Ecke
- Ein Angreifer startet am Elfmeterpunkt.
- Ein zweiter Angreifer positioniert sich zwischen Verteidiger und Laufweg (ohne Schubsen!).
- Auf Kommando sprintet der Läufer zum ersten Pfosten.
- Schütze spielt halbhoch oder flach in den Lauf.
- Abschluss direkt oder prallen lassen.
Coaching-Hinweis: Betone „stehen bleiben statt ringen“ – Blocken heißt Raum besetzen, nicht foulen.
3) „Langer Pfosten & zurücklegen“ – für U12–U15
- Ein Angreifer startet am langen Pfosten.
- Ein zweiter Angreifer startet zentral.
- Ecke kommt hoch/halbhoch auf den langen Pfosten.
- Der lange Pfosten legt per Kopf/Brust/Fuß zurück in die Mitte.
- Zentraler Spieler schließt ab.
Achte bei Kopfbällen unbedingt auf die Regeln und Altersvorgaben: Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.
4) „Rückraum-Schuss“ – Standards Kinderfußball ohne Kopfballdruck
- Zwei Angreifer binden Verteidiger im Strafraum (kurzer & langer Pfosten).
- Ein Spieler wartet im Rückraum (ca. 14–18 m, je nach Alter).
- Ecke wird flach/halbhoch an den Rückraum gespielt.
- Rückraumspieler nimmt direkt oder mit erstem Kontakt in Schussposition.
- Abschluss flach aufs Tor (Kinder treffen flach oft besser als vollspann-hoch).
Warum stark? Weniger Chaos, mehr saubere Abschlüsse – ideal für Anfänger.
5) „Chaosball mit Umschaltregel“ – Spielnah & motivierend
- 4–6 Angreifer gegen 3–5 Verteidiger im Strafraum.
- Ecke wird beliebig ausgeführt (Trainer ruft vorher „kurz“ oder „lang“).
- Nach Ballgewinn dürfen Verteidiger auf zwei kleine Kontertore (oder Dribbellinie) kontern.
- Nach Abschluss oder Ausball sofort neue Ecke.
Effekt: Kinder lernen, dass Standards nicht „Pause“ sind – sofortiges Reagieren wird belohnt.
Variationen nach Alter (U10–U15)
- U10/U11 (Beginner):
- nur 1 Verteidiger + 2 Angreifer im Strafraum
- Fokus auf Variante 1 und 4 (kurz & Rückraum)
- Ecke flach, damit Timing leichter wird
- U12/U13:
- 3 Angreifer vs. 2–3 Verteidiger
- Variante 2 als erste Laufweg-Routine
- feste Rollen: Schütze, kurzer Pfosten, Rückraum, Sicherung
- U14/U15:
- 5–6 Angreifer vs. 4–5 Verteidiger
- Variante 3 mit kontrolliertem Zurücklegen
- Zusatzregel: nach geklärter Ecke sofort Gegenpressing für 3 Sekunden
Coaching-Tipps (damit Standards wirklich funktionieren)
- Ein Kommando reicht: z. B. „Kurz!“, „Pfosten!“, „Rückraum!“ – Kinder brauchen einfache Schlüsselwörter.
- Qualität vor Tricks: Ein sauberer Pass in den Rückraum ist wertvoller als fünf Laufwege, die keiner versteht.
- Sicherung nicht vergessen: Mindestens ein Spieler bleibt außerhalb des Strafraums für zweite Bälle.
- Klare Zonen statt starre Laufwege: „Du startest vom Elferpunkt zum ersten Pfosten“ ist greifbarer als komplexe Pfeildiagramme.
- Fairness im Strafraum: Hände weg, kein Halten. Das reduziert Fouls und Frust.
Wenn im Spiel Fragen zu Regelthemen aufkommen (z. B. bei langen Bällen nach der Ecke): Abseits einfach erklärt für Kinder hilft dir, das kindgerecht zu klären.
Häufige Fehler – und schnelle Lösungen
- Ecke kommt nie an: Distanz verkleinern (U10/U11), flach spielen, Schützen rotieren.
- Alle rennen zum Ball: Zonen verteilen (Pfosten/Rückraum/Sicherung) und nach jeder Ecke kurz reflektieren: „Wer war Rückraum?“
- Zu viel Gerangel: 1–2 Verteidiger weniger, erst Technik ohne Gegner, dann steigern.
FAQ
Wie viele Eckball-Routinen brauchen Kinder wirklich?
Für Anfänger reichen 2–3 wiederholbare Eckball Routinen: eine kurze Variante, eine Rückraum-Variante und optional eine Pfosten-Variante. Mehr sorgt oft für Verwirrung.
Sind Kopfbälle bei Eckbällen in U10–U15 sinnvoll?
Nur altersgerecht und regelkonform. In vielen Verbänden gelten Einschränkungen. Setze bei jüngeren Teams stärker auf flache Ecken, Rückraumabschlüsse und kontrollierte Ablagen.
Wie trainierst du „Ecke kurz gespielt“, ohne dass es kompliziert wird?
Gib dem kurzen Anspieler genau eine Aufgabe: annehmen – zurücklegen oder in den Rückraum passen. So bleibt die Entscheidung simpel und die Ausführung schnell.