Einwurf richtig ausführen
Der Einwurf ist die Spielfortsetzung nach einem Seitenaus und hat klare Technik-Regeln. Hier lernst du kindgerecht, worauf es ankommt, welche Fehler häufig sind und wie du den Einwurf einfach trainierst.
KI-generiertes SymbolbildDer Einwurf ist die Spielfortsetzung, wenn der Ball vollständig über die Seitenlinie ins Aus geht. Im Kinderfußball entscheidet ein korrekt ausgeführter Einwurf oft darüber, ob dein Team schnell wieder angreifen darf – oder den Ball sofort abgeben muss.
Einwurf im Fußball: einfach erklärt (für Kinder & Eltern)
Wenn der Ball ins Seitenaus rollt oder fliegt, bekommt das Team den Einwurf, das den Ball nicht zuletzt berührt hat. Der Einwurf wird an der Stelle ausgeführt, wo der Ball ins Aus gegangen ist (kleine Abweichungen werden im Kinderfußball meist großzügig gehandhabt).
Wichtig zu wissen: Beim Einwurf darf kein Tor direkt erzielt werden. Geht der Ball direkt ins gegnerische Tor, gibt es Abstoß. Geht er direkt ins eigene Tor, gibt es Ecke für den Gegner.
Gibt es beim Einwurf Abseits? Nein. Wer den Ball direkt aus einem Einwurf bekommt, wird nicht wegen Abseits abgepfiffen – auch dann nicht, wenn er schon hinter der gegnerischen Abwehr wartet. Diese Ausnahme gibt es laut Regel 11 nur beim Einwurf, beim Abstoß und beim Eckstoß; nach einem Freistoß gilt Abseits ganz normal. Sie gilt außerdem nur für den Spieler, der den Ball direkt aus dem Einwurf erhält – beim nächsten Zuspiel wird Abseits wieder normal beurteilt.
Merke: Bei den Jüngsten gibt es noch gar keinen Einwurf. Laut DFB wird im 2 gegen 2, 3 gegen 3 und 5 gegen 5 nach einem Seitenaus eingedribbelt oder eingepasst – eingeworfen wird nach diesem DFB-Rahmen erst im 7 gegen 7 der E-Jugend. Ob in der E-Jugend überhaupt schon eingeworfen wird und wie ein falscher Einwurf dort behandelt wird, regelt aber dein Landesverband: In Bayern (auch im 7 gegen 7), Niedersachsen oder Sachsen zum Beispiel wird die ganze E-Jugend über noch eingedribbelt oder eingepasst, in Baden und Hamburg sogar noch in der D-Jugend. In der Berliner E-Jugend-Liga (7er), in Westfalen und in Schleswig-Holstein dagegen darf ein Kind, dessen Einwurf misslingt, nach einer Erklärung noch einmal werfen. Auch in Österreich (bis einschließlich U10) und in der Schweiz (G- bis E-Junioren) wird im Kinderfußball nicht mit der Hand eingeworfen. Wie dein Landesverband das Seitenaus in der F- und E-Jugend regelt, zeigt der Vergleich der 21 Landesverbände.
Einwurf richtig ausführen: die 5 Grundregeln
Gerade beim Einwurf im Kinderfußball geht es um einfache, klare Merkpunkte. Als Trainer oder Elternteil kannst du diese Regeln wie eine Checkliste nutzen:
- Beide Hände am Ball (gleichzeitig werfen)
- Ball von hinten über den Kopf nach vorne werfen
- Beide Füße bleiben beim Wurf am Boden (Kontakt zur Linie ist erlaubt)
- Einwurf wird auf oder hinter der Seitenlinie ausgeführt
- Gegner halten mindestens 2 Meter Abstand
Klingt simpel – aber wie oft scheitert es an „ein Fuß hebt ab“ oder „Ball kommt seitlich“? Genau hier hilft ruhiges Üben ohne Druck.
Typische Fehler im Kinderfußball
Kinder machen beim Einwurf häufig diese Fehler:
- Sie werfen den Ball einarmig wie beim Handball
- Sie springen beim Werfen nach vorne (Füße verlieren Bodenkontakt)
- Der Ball kommt nicht über den Kopf, sondern „von der Brust“
Einige Landesverbände lassen einen misslungenen Einwurf in der E-Jugend nach einer kurzen Erklärung wiederholen (siehe Merkkasten oben) – trotzdem lohnt es sich, die saubere Technik früh zu lernen. Welche Fehler am häufigsten zum Ballverlust führen, zeigt Einwurf-Fehler vermeiden: Regeln DFB/ÖFB/SFV. Wie ein Spiel geleitet wird, liest du auch im Artikel zu Schiedsrichter und ihre Aufgaben.
Einwurf-Regeln im Fußball: Was passiert wann?
Die offizielle Grundlage ist Regel 15 der Fußballregeln (DFB-Fassung der IFAB-Regeln 2026/27). Zu den fünf Grundregeln oben kommt dort noch ein Punkt: Wer einwirft, muss stehen und das Gesicht dem Spielfeld zuwenden. Einen Anlauf verbietet die Regel nicht – im Moment des Wurfs muss aber ein Teil jedes Fußes den Boden berühren.
So wird entschieden, wenn beim Einwurf etwas schiefgeht:
| Situation | Entscheidung |
|---|---|
| Einwurf falsch ausgeführt (z. B. Fuß hebt ab, Ball kommt nicht über den Kopf) | Einwurf für das gegnerische Team |
| Ball berührt den Boden, bevor er im Spielfeld ist | Dasselbe Team wirft an derselben Stelle noch einmal ein |
| Ball fliegt direkt ins gegnerische Tor | Abstoß |
| Ball fliegt direkt ins eigene Tor | Eckstoß für den Gegner |
| Der Einwerfer spielt den Ball noch einmal, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat | Indirekter Freistoß für den Gegner (bei Handspiel direkter Freistoß) |
| Der Torwart nimmt einen Einwurf, den ihm ein Mitspieler direkt zuwirft, im eigenen Strafraum mit der Hand auf | Indirekter Freistoß für den Gegner |
| Ein Team lässt sich beim Einwurf unfair viel Zeit (neu seit 2026/27) | Der Schiedsrichter zählt fünf Sekunden herunter, danach Einwurf für den Gegner |
In der E-Jugend weichen manche Landesverbände beim falschen Einwurf bewusst davon ab (siehe Merkkasten oben): Dort sollen Kinder die Technik lernen, statt den Ball sofort zu verlieren.
Praxisbeispiele: So sieht ein guter Einwurf bei Kindern aus
Beispiel 1: Sicherer Einwurf zum Mitspieler
Ein Kind steht mit dem Gesicht zum Spielfeld an der Seitenlinie, beide Hände am Ball, wirft kontrolliert über den Kopf zu einem nahen Mitspieler. Ziel: Ballbesitz sichern, nicht „so weit wie möglich“.
Beispiel 2: Schneller Einwurf als Vorteil
Der Ball geht ins Aus, ein Kind holt ihn sofort, stellt sich korrekt hin und wirft schnell ein, bevor der Gegner sortiert steht. Das ist besonders effektiv, wenn Mitspieler sich sofort freilaufen.
Beispiel 3: Einwurf als Angriffsauslöser
Einwurf auf Höhe des Strafraums: Statt blind in die Mitte zu werfen, kommt der Ball kurz auf einen Mitspieler, der dann den Torschuss aus der Bewegung vorbereitet – passend dazu: Torschuss aus der Bewegung.
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Seitenaus: Der Ball ist komplett über der Seitenlinie – dann folgt der Einwurf, in jüngeren Altersklassen und in der Halle oft ein Einkick oder Eindribbeln: Einkick statt Einwurf.
- Freilaufen: Sich so bewegen, dass man anspielbar wird (wichtig für schnelle Einwürfe).
- Abseits: Beim Einwurf gibt es kein Abseits. Wenn dich das Thema interessiert: Abseits einfach erklärt für Kinder.
Tipps für Training & Eltern: So wird der Einwurf schnell besser
- Übe 5 Minuten pro Training: kurze Wiederholungen bringen mehr als lange Erklärungen.
- Starte mit kurzen Distanzen (3–5 Meter), erst später weiter werfen.
- Gib Kindern ein klares Bild: „Ball hinter den Kopf – beide Füße am Boden – dann nach vorne.“
- Bleib positiv: Einwurf ist ein Technikthema, kein Grund für Druck. Motivation spielt dabei eine große Rolle – siehe Wie motiviere ich mein Kind beim Fußball?.
- Wirft dein Team im Spielbetrieb schon ein und sitzt die Technik, kannst du an der Weite arbeiten: Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15).
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Einwurf weit werfen
Einwurf weit werfen bedeutet, den Ball beim Einwurf regelkonform mit möglichst viel Weite (und oft auch Tempo) ins Feld zu bringen – ohne typische Einwurf-Fehler wie Abheben oder falsche Armführung.
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