Einwurf weit werfen: Technik-Begriffe erklärt
Ein weiter Einwurf entsteht durch saubere Technik, nicht nur durch Armkraft. Hier findest du die wichtigsten Technik-Begriffe, typische Einwurf-Fehler und Beispiele aus dem Kinderfußball.
KI-generiertes SymbolbildEinwurf weit werfen bedeutet, den Ball beim Einwurf regelkonform mit möglichst viel Weite (und oft auch Tempo) ins Feld zu bringen – ohne typische Einwurf-Fehler wie Abheben oder falsche Armführung.
Kurz gesagt: Weite entsteht aus Anlauf, Stemmschritt, Bogenspannung und Armzug – nicht aus Armkraft allein. Regelkonform ist der Wurf nur, wenn du stehst, zum Feld schaust, mit einem Teil jedes Fußes die Seitenlinie oder den Boden dahinter berührst und den Ball beidhändig von hinten über den Kopf wirfst.
Was heißt „Einwurf weit werfen“ im Kinder- und Jugendfußball?
Ein weiter Einwurf ist keine Zaubertechnik, sondern das Ergebnis aus sauberer Grundtechnik, Koordination und einem passenden Anlauf. Er hilft deinem Team, schneller Raum zu gewinnen oder den Ball gezielt zu Mitspielern in freien Zonen zu bringen.
Wichtig: Weite nützt nur, wenn der Einwurf regelkonform bleibt. Ein falsch ausgeführter Einwurf wird nach den Fußballregeln nicht wiederholt, sondern geht an den Gegner.
Ab wann wird im Kinderfußball überhaupt eingeworfen?
Im Kinderfußball gibt es lange gar keinen Einwurf. Stattdessen wird eingedribbelt oder eingepasst. Ab wann eingeworfen wird, hängt von Land und Verband ab (Saison 2026/27):
| Land / Verband | Kein Einwurf (Eindribbeln/Einpassen) | Einwurf ab |
|---|---|---|
| DFB-Rahmen | 2 gegen 2, 3 gegen 3, 5 gegen 5 | 7 gegen 7 der E-Jugend |
| Bayern (BFV) | G bis E, auch im 7 gegen 7 | D-Jugend |
| Baden (bfv) | G bis D | C-Jugend |
| Hamburg (HFV) | G bis E, in der D Eindribbeln oder flacher Einkick | C-Jugend |
| Österreich (ÖFB) | U6 bis U10 | U11 (7er-Fußball) |
| Schweiz (SFV) | G, F, E | D (wahlweise Hand, Flachpass oder Dribbling), ab C nach Spielregeln |
Auch die übrigen Verbände regeln die E-Jugend unterschiedlich – den Stand deines Verbands zeigt der Landesverbands-Vergleich der Spielformen, das Einpassen mit dem Fuß erklärt Einkick statt Einwurf.
Weiter Einwurf: die wichtigsten Technik-Begriffe
1) Grundstellung & Ballhaltung
- Ball hinter dem Kopf: Der Ball startet hinter dem Kopf, beide Hände am Ball.
- Beidhändig: Beide Hände werfen gleichzeitig, nicht „einarmig“ schieben.
- Körperspannung: Bauch und Rücken stabil, damit die Kraft vom Körper in den Wurf geht.
2) Anlauf & Stemmschritt
Viele Kinder werfen weiter, wenn sie einen kurzen Anlauf nutzen. Die Regel verbietet den Anlauf nicht – im Moment des Abwurfs muss aber ein Teil jedes Fußes den Boden berühren.
- Anlauf: 1–3 kleine Schritte reichen oft.
- Stemmschritt: Der letzte Schritt „bremst“ kontrolliert ab und hilft, Kraft aufzubauen. Der hintere Fuß wird dabei nachgezogen, die Fußspitze bleibt am Boden.
3) Hüftstreckung & Rumpfeinsatz
Die Weite kommt nicht nur aus den Armen.
- Bogenspannung: Hüfte nach vorn „durchschieben“, Oberkörper geht leicht nach hinten.
- Rumpfstreckung: Der Oberkörper schnellt dynamisch nach vorn und überträgt die Spannung auf die Arme.
4) Abwurfpunkt & Nachführung
- Abwurfpunkt: Der Ball löst sich über dem Kopf, wenn der Körper nach vorn arbeitet.
- Nachführung: Arme schwingen weiter nach vorn – das stabilisiert und erhöht die Präzision.
Regeln rund um den Einwurf (Fußballregeln 2026/27)
Eingeworfen wird dort, wo der Ball das Feld verlassen hat; auf der Linie stehen ist erlaubt. Gegner halten mindestens 2 m Abstand, aus dem Einwurf gibt es kein direktes Tor und kein Abseits. Der Werfer darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer Spieler ihn berührt hat. Neu seit 2026/27: Bei verzögertem Einwurf kann der Schiedsrichter einen Fünf-Sekunden-Countdown anzeigen, danach wirft der Gegner ein. Manche Verbände lassen im Kinderfußball einen falschen Einwurf wiederholen – mehr dazu in Einwurf-Fehler vermeiden: Regeln DFB/ÖFB/SFV.
Typische Einwurf-Fehler (und wie du sie erkennst)
Gerade bei der Einwurftechnik von Kindern passieren diese Klassiker:
- Fuß hebt ab: Beim Abwurf muss ein Teil jedes Fußes die Seitenlinie oder den Boden außerhalb berühren.
- Über die Seite/seitlich werfen: Der Ball muss von hinten über den Kopf kommen, das Gesicht zeigt zum Feld.
- Einarmig: Der Ball wird geschoben statt beidhändig geworfen.
- Zu langer Anlauf: Kinder verlieren Kontrolle, treten ins Feld oder kippen seitlich weg.
Coaching-Tipp: In einer kleinen Studie lernten 10- bis 12-Jährige den Einwurf am besten mit einer Rückmeldung nach jedem Versuch, die auf die Wirkung zielt („Der Ball startet hinter dem Kopf“), statt auf einzelne Körperteile.
Beispiele aus dem Kinderfußball: Wann hilft ein weiter Einwurf wirklich?
- E-Jugend im 7 gegen 7 (wo eingeworfen wird): Den Ball in eine freie Zone bringen statt kurz in den Gegnerdruck.
- U11–U13: Ein weiter Einwurf auf einen Mitspieler, der den Ball abschirmt und klatschen lässt – ähnlich wie bei einem kurzen Passmuster. Varianten dafür zeigt Einwurf lang & sicher: Regeln + 5 Varianten.
- In der Halle: In Funino und den Hallenformen für Bambini bis E-Jugend gibt es keinen Einwurf, dort wird eingedribbelt oder flach eingekickt. Mehr zu den Regeln: Funino im Kinderfußball: Aufbau, Regeln & Coaching.
Übungen zum Weiterwerfen findest du in Einwurf weit werfen: 7 Übungen (U10–U15) und als Wettkampfformen in Einwurf-Duelle: 7 Spiele für weite Würfe.
Verwandte Begriffe (zum Weiterklicken)
- Kopfball: Ein weiter Einwurf wird manchmal wie eine „Flanke“ genutzt. Kopfbälle sind im Jugendfußball nicht verboten, sollen im Kinderfußball aber kein Trainingsschwerpunkt sein. Schau in: Kopfball im Jugendfußball: Regeln DFB/ÖFB/SFV.
- Dropkick/Volley: Auch hier geht es um Timing, Rumpfspannung und saubere Technik. Hilfreich: Volley & Dropkick: Schusstechnik für Kinder (U10+).
Praxis-Tipp: Was ist ein gutes Ziel für Einsteiger?
Für Anfänger beim Einwurf im Jugendfußball gilt: erst korrekt, dann weit. Wer regelkonform wirft und einen Mitspieler findet, hilft dem Team mehr als mit ein paar Metern extra ohne Kontrolle. Als grobe Praxis-Orientierung sind 6–10 Meter sicher und genau ein gutes Zwischenziel.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Einwurf richtig ausführen
Der Einwurf ist die Spielfortsetzung, wenn der Ball vollständig über die Seitenlinie ins Aus geht.
Torschuss
Ein Torschuss ist jede Aktion, bei der ein Kind den Ball gezielt Richtung Tor spielt oder schießt, um ein Tor zu erzielen.
Finte im 1v1
Eine Finte im 1 gegen 1 ist eine Täuschungsbewegung im Dribbling, mit der ein Spieler im 1 gegen 1 den Verteidiger in die falsche Richtung schickt, um anschließend am Gegner vorbeizukommen.
Ball abschirmen
Ball abschirmen bedeutet, den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen, damit der Ball schwerer erobert werden kann – ohne zu schubsen oder zu halten.
Chipball/Lupfer
Ein Chipball (auch Lupfer oder Chip-Pass) ist ein kurzer, „angehobener“ Pass oder Schuss, bei dem der Ball in einem kleinen Bogen gespielt wird – oft über einen Gegner oder den Torwart hinweg.
Gegnerdruck
Gegnerdruck bedeutet, dass ein Gegenspieler so nah an dir ist, dass du beim Annehmen, Dribbeln oder Passen schnell entscheiden und sauber ausführen musst.
Übungen zu "Einwurf weit werfen"
Diese Übungen wenden den Begriff praktisch an