Herausrücken: Wann ein Verteidiger attackiert
Herausrücken heißt: Ein Verteidiger verlässt bewusst seine Position, um den Ballführer zu attackieren. Entscheidend sind Timing, Absicherung und das gemeinsame Nachschieben im Team.
Herausrücken heißt, dass ein Verteidiger aktiv nach vorn geht, um den Ballführer zu attackieren und Raum sowie Zeit zu nehmen.
Herausrücken bedeutet im Fußball, dass ein Verteidiger seine Position bewusst verlässt, um den ballführenden Gegner aktiv zu attackieren und Zeit sowie Raum zu nehmen.
Was heißt „Herausrücken“ im Defensivverhalten?
Beim Herausrücken (auch: herausschieben) geht ein Verteidiger aus der Abwehrlinie oder aus seiner Raumzone nach vorn, um Druck auf den Ball zu machen. Ziel ist es, den Gegner zu stoppen, einen Fehlpass zu erzwingen oder den Ball zu erobern. Wichtig: Herausrücken ist keine wilde Grätsche, sondern ein kontrolliertes Vorgehen mit klaren Signalen an die Mitspieler.
Kinder hören im Training oft Kommandos wie: „Raus!“ oder „Drauf!“ Gemeint ist dann: Abstand verkürzen, Körper zwischen Ball und Tor bringen und den Gegner zu einer Entscheidung zwingen.
Attackieren oder fallen lassen – wann ist was richtig?
Eine der häufigsten Fragen im Kinderfußball lautet: Soll der Verteidiger attackieren oder lieber fallen? (Fallen = zurückweichen und den Weg zum Tor sichern.)
Gute Momente zum Herausrücken
Du kannst Kindern als einfache Regel mitgeben: Raus, wenn du eine echte Chance hast, den Angriff zu stoppen.
Typische Auslöser:
- Schlechter erster Kontakt des Angreifers (Ball springt weg)
- Gegner steht mit dem Rücken zum Tor und kann nicht sofort beschleunigen
- Der Angreifer ist nah an der Seitenlinie (weniger Ausweichmöglichkeiten)
- Du hast Absicherung hinter dir (Mitspieler kann Tiefe sichern)
Momente, in denen „Fallen“ oft besser ist
- Der Gegner hat viel Tempo und Platz in die Tiefe
- Du bist allein (kein Mitspieler sichert ab)
- Ein Pass in den Rücken der Abwehr ist sehr wahrscheinlich
Gerade im Kinderfußball ist das Zusammenspiel entscheidend: Wenn einer herausschiebt, müssen andere mit nachschieben und Räume schließen.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U8–U12)
- 1 gegen 1 auf dem Flügel: Der Angreifer nimmt den Ball zu weit mit Richtung Linie. Jetzt ist ein perfekter Moment zum Herausrücken: schnell ran, seitlich stellen, Tempo rausnehmen. Passend dazu helfen die Prinzipien aus unserem Artikel Verteidigen im 1v1: 8 Duellspiele (U10–U15).
- 2 gegen 1 in der Abwehr: Der ballnahe Verteidiger rückt heraus, aber nur so weit, dass der Passweg zum Mitspieler noch kontrollierbar bleibt. Wie das kindgerecht trainiert wird, zeigt Abwehr im 2-gegen-1: Coachingpunkte & 6 Spiele.
- Eckball (U10+): Ein Verteidiger rückt nach dem Klärungsball heraus, um den zweiten Ball zu attackieren und den nächsten Schuss zu verhindern. Dazu passen die Basisregeln aus Eckball verteidigen: einfache Regeln & Aufgaben (U10+).
Coachingpunkte: So wird Herausrücken einfacher
Für Anfänger helfen klare, kurze Merksätze:
- „Erst bremsen, dann erobern“: Tempo rausnehmen, nicht kopflos rein.
- Seitlich anstellen: Den Gegner nach außen lenken.
- Blick über die Schulter: Wo ist die Absicherung?
- Abstände klein halten: Team rückt gemeinsam nach.
Verwandte Begriffe
- Herausschieben Verteidiger: beschreibt das gemeinsame Nach-vorn-Schieben der Kette.
- Pressing: teamtaktisches Attackieren, oft höher am Feld.
- Restverteidigung: Absicherung hinter dem Ball, wenn das Team angreift (siehe Restverteidigung einfach erklärt (U12+)).
Merke
Herausrücken im Fußball ist dann stark, wenn es kontrolliert passiert und das Team geschlossen nachschiebt. Genau hier liegt der Unterschied zwischen mutigem Verteidigen und unnötigem Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Abwehrseite lenken
Abwehrseite lenken heißt, den Angreifer im 1v1 so zu stellen, dass er nach außen dribbelt und die gefährliche Mitte geschlossen bleibt.
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