Ketten verschieben: Abwehr gemeinsam bewegen
„Ketten verschieben“ beschreibt, wie sich die Abwehr (und oft das Mittelfeld) als Einheit zur Ballseite bewegt. So bleiben Abstände klein, Passwege zu und dein Team verteidigt kompakt statt im „Bienenschwarm“.
Ketten verschieben heißt, dass sich die Abwehr als Einheit zur Ballseite bewegt, um kompakt zu bleiben und Lücken zu schließen.
Ketten verschieben bedeutet, dass sich die Abwehr (und oft auch das Mittelfeld) als Gruppe seitlich und nach hinten/vorn bewegt, damit zwischen den Spielern keine großen Lücken entstehen.
Was heißt „Ketten verschieben“ genau?
Im Fußball stehen Spieler selten „einzeln“ in der Defensive. Häufig bilden sie eine Abwehrkette (z. B. zwei oder vier Verteidiger nebeneinander) und davor eine Mittelfeldkette. Beim kettenverschieben bewegen sich diese Reihen gemeinsam zur Ballseite: Geht der Ball nach links, rückt die ganze Kette nach links – geht er nach rechts, schiebt sie nach rechts.
Wichtig ist dabei der Abstand:
- Seitlicher Abstand: Die Spieler bleiben nah genug, damit kein Gegner durch die Lücke passen oder dribbeln kann.
- Tiefer/Höher schieben: Je nach Situation rückt die Kette nach vorn (Druck, Pressinglinie) oder lässt sich fallen (Absichern).
- Ballseite dicht machen: Auf der Ballseite wird es enger, auf der ballfernen Seite wird Raum „angeboten“, den der Gegner erst mal über einen weiten Pass erreichen müsste.
Warum ist das im Kinderfußball so wichtig?
Kinder jagen oft dem Ball hinterher – es entsteht das typische „Bienenschwarm“-Bild. Ketten verschieben ist das Gegenmittel: Dein Team verteidigt gemeinsam statt einzeln. So lernen Kinder früh ein Gefühl für Zonenverteidigung (Raum verteidigen) statt nur Mannorientierung.
Typische Vorteile:
- Weniger 1-gegen-1-Notlagen, weil Mitspieler näher dran sind
- Mehr Ballgewinne, weil Passwege auf der Ballseite zugestellt werden
- Bessere Ordnung bei schnellen Seitenwechseln
Gerade in U9–U13 hilft eine einfache Regel: „Bleib in deiner Spur, aber schieb mit dem Ball.“
Einfache Beispiele aus dem Training und Spiel
Beispiel 1: Ball beim gegnerischen Außen
Der Gegner dribbelt an der Seitenlinie. Dann gilt:
- Der ballnahe Verteidiger stellt den Gegner
- Die Mitspieler rücken 2–5 Meter ein (altersabhängig), um Doppeln oder Passwege zu schließen
- Der ballferne Verteidiger sichert zentral ab
Damit das klappt, brauchen Kinder Grundlagen im Zweikampf. Passend dazu: Verteidigen im 1v1: 8 Duellspiele (U10–U15).
Beispiel 2: 2-gegen-1 nach Ballverlust
Nach einem Fehlpass läuft der Gegner in Überzahl an. Wenn die Kette gut verschiebt, entsteht schneller wieder Gleichzahl:
- Ein Spieler verzögert (Tempo rausnehmen)
- Der nächste schiebt nach und übernimmt den freien Gegenspieler
Dazu findest du konkrete Coachingpunkte hier: Abwehr im 2-gegen-1: Coachingpunkte & 6 Spiele.
Typische Coaching-Sätze (kindgerecht)
- „Alle einen Schritt zur Ballseite!“
- „Abstände halten – keine Lücken!“
- „Einer stellt, die anderen sichern!“
- „Nicht hinterherlaufen, gemeinsam schieben!“
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Zonenverteidigung: Jeder verteidigt einen Raum statt einen festen Gegenspieler.
- Pressinglinie: Die Höhe im Feld, ab der dein Team aktiv Druck macht.
- Restverteidigung: Absicherung hinter dem Ball, falls der Gegner durchkommt (siehe auch: Restverteidigung einfach erklärt (U12+)).
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen kettenverschieben und „alle laufen zum Ball“?
Beim kettenverschieben bleibt die Grundordnung erhalten: Ein Spieler attackiert, die anderen rücken kontrolliert nach und schließen Passwege. Beim „Ball hinterherlaufen“ entstehen Lücken.
Ab welchem Alter kann man kettenverschieben trainieren?
Einfach und spielerisch geht das schon ab U9/U10 (z. B. mit Feldzonen und klaren Abstandsregeln). In U12+ kann man es stärker mit Pressinglinie und Restverteidigung verbinden.
Welche Fehler passieren am häufigsten?
- Zu große Abstände zwischen den Verteidigern
- Ballferne Spieler bleiben stehen (keine Kompaktheit)
- Alle rücken nach vorn, niemand sichert ab
Wie erklärst du Kindern die richtige Entfernung?
Mit Bildern: „Armlänge bis zwei Armlängen“ zum Nebenmann (je nach Alter/Tempo) und „so nah, dass ihr euch helfen könnt“.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Abwehrseite lenken
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