Spieltempo: Was bedeutet „Tempo rausnehmen“?
„Tempo rausnehmen“ bedeutet, das Spiel bewusst zu beruhigen, um wieder Kontrolle und Ordnung zu bekommen. Mit einfachen Pässen und klugen Entscheidungen entsteht stabiler Ballbesitz statt Hektik.
„Tempo rausnehmen“ heißt, das Spieltempo bewusst zu senken, um Ballbesitz zu sichern und wieder Kontrolle sowie Ordnung ins Spiel zu bringen.
„Tempo rausnehmen“ bedeutet, das Spieltempo bewusst zu senken, um wieder Kontrolle zu bekommen – meist durch sichere Pässe, Ballhalten und bessere Entscheidungen am Ball.
Was heißt „Tempo rausnehmen“ im Fußball?
Im Kinderfußball wirkt ein Spiel oft wie ein dauernder Sprint: Ball gewinnen, sofort nach vorne, Abschluss suchen. Das ist aufregend – aber nicht immer klug. Tempo rausnehmen heißt: Dein Team entscheidet sich bewusst dafür, das Spiel zu beruhigen, statt hektisch den nächsten riskanten Pass zu spielen.
Das Ziel ist fast immer Ballbesitz mit Plan:
- den Ball sichern, statt ihn leicht zu verlieren
- Druck vom eigenen Tor nehmen
- Mitspieler nachrücken lassen
- Ordnung in die Positionen bringen
Wichtig: Tempo rausnehmen heißt nicht „langsam spielen, weil man Angst hat“. Es ist eine taktische Entscheidung: Erst stabil werden, dann wieder Tempo machen.
Woran erkennst du, dass ein Team Tempo rausnehmen sollte?
Gerade bei Kindern passiert es schnell: Nach zwei, drei Ballverlusten wird alles noch schneller, noch wilder. Kommt dir das bekannt vor?
Typische Situationen, in denen „Spiel beruhigen“ hilft:
- Dein Team steht nach einem Angriff zu offen und braucht Zeit, um wieder zu sortieren.
- Die Gegner pressen (laufen aggressiv an), und riskante Pässe führen zu Ballverlusten.
- Ein Kind ist am Ball und hat keine einfache Anspielstation – dann ist Abschirmung und Rückpass oft besser als „durch drei Gegner dribbeln“.
Als Orientierung: Wenn Hektik zu Fehlpässen führt, ist weniger Tempo oft der schnellere Weg zu guten Chancen.
Beispiele aus dem Kinderfußball (U7–U13)
Beispiel 1: Nach Ballgewinn nicht sofort „blind“ nach vorne
Ein Verteidiger erobert den Ball und schießt ihn direkt nach vorn – der Ball kommt sofort zurück. Besser: kurz den Kopf hochnehmen, ein sicherer Pass zur Seite oder zurück, dann neu aufbauen.
Beispiel 2: Ballbesitz, bis Hilfe da ist
Ein Kind wird am Flügel zugestellt. Statt einen riskanten Pass in die Mitte zu spielen, dreht es ab und passt zurück. So kann das Team nachrücken und neue Optionen schaffen.
Beispiel 3: Spielaufbau gegen Druck
Wenn der Gegner früh stört, hilft ein ruhiger Aufbau mit kurzen Pässen. Dazu passt auch das Thema Pressing und Aufbauprinzipien aus dem älteren Jugendbereich – vereinfacht für Kinder erklärt: C-Jugend Training: Pressing & Spielaufbau Basics.
Wie können Kinder „Tempo rausnehmen“ konkret umsetzen?
Praktische, kindgerechte Coaching-Punkte:
- „Sicher zuerst“: Lieber ein kurzer Pass als ein langer „Hoffnungspass“.
- „Dreh raus“: Mit dem ersten Kontakt weg vom Gegner drehen.
- „Zurück ist auch nach vorn“: Rückpass nutzen, um neu zu starten.
- „Freilaufen mit Plan“: Erst weg, dann in den Raum starten (Gegenbewegung). Das wird hier gut erklärt: Gegenbewegung beim Freilaufen erklärt (U10+).
Verwandte Begriffe (kurz erklärt)
- Ballbesitz: Dein Team kontrolliert den Ball und entscheidet, was passiert.
- Spielverlagerung: Ball von einer Seite auf die andere bringen, um Druck zu entkommen.
- Restverteidigung: Absicherung, während dein Team angreift – damit ein Ballverlust nicht sofort gefährlich wird. Mehr dazu: Restverteidigung einfach erklärt (U12+).
FAQ: Spieltempo & „Tempo rausnehmen“
Warum ist „Tempo rausnehmen“ im Kinderfußball überhaupt wichtig?
Weil Kinder sonst häufig in Hektik verfallen. Mit ruhigem Ballbesitz verbessert sich die Entscheidungsqualität: weniger Ballverluste, mehr Kontrolle, bessere Torchancen.
Heißt „Tempo rausnehmen“, dass man nicht mehr angreifen soll?
Nein. Es heißt, den Angriff besser vorzubereiten. Erst stabilisieren und ordnen, dann gezielt wieder Tempo aufnehmen – zum Beispiel durch einen schnellen Doppelpass oder ein Dribbling in freien Raum.
Ab welchem Alter kann man das trainieren?
Grundideen gehen schon ab U7/U8 („sicherer Pass“, „zurückspielen“). Richtig bewusst als Teil von Kinderfußball Taktik klappt es meist ab U10, wenn Kinder öfter den Kopf heben und Mitspieler mitdenken.
Häufig gestellte Fragen
Ähnliche Begriffe im Lexikon
Ballbesitz
Ballbesitz heißt, dass dein Team den Ball kontrolliert spielt und Aktionen wie Passen, Dribbeln oder Schießen vorbereiten kann.
Ballferne Seite
Ballferne Seite = die Spielfeldseite, auf der der Ball nicht ist. Dort helfen Breite und Tiefe, freie Räume zu nutzen und Anspielstationen zu schaffen.
Ballnah & ballfern
Ballnah heißt nahe am Ball und direkt beteiligt. Ballfern heißt weiter weg vom Ball, aber wichtig für Raumaufteilung, Passwege und Absicherung.
Ballnah vs. ballfern
Ballnah heißt nah am Ball unterstützen, ballfern heißt weg vom Ball Räume für Breite, Tiefe und Absicherung besetzen.
Breitengeber & Tiefengeber
Breitengeber stehen außen und machen das Feld breit, Tiefengeber bieten sich nach vorne an und schaffen Tiefe. So verbessert sich die Raumaufteilung im Kinderfußball.
Deckungsschatten
Der Deckungsschatten ist der Raum hinter einem Verteidiger, in den ein Pass schwer möglich ist, weil der Körper die Passlinie blockiert.